Erneuerbare Energien allgemein

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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von OS Electric Drive » 18. Jan 2018, 14:06

Du sprichst mir aus der Seele @Bones. Wir haben Gas Kraftwerke die in der Nase Bohren und können mit dem billigen Preis der BKK nicht mithalten.

Es gehen noch Jahrzehnte ins Land bis große Speicher erforderlich werden. Wir brauchen PV und WIND... und zwar ca. 10GWp im Jahr neue Anlagen.
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von Elektroniker » 18. Jan 2018, 15:54

@Bones und OSED:

Genau das sach ich doch auch immer.

Mit dem Verweis auf die skandinavischen Speicherseen hab ich nur darauf hingewiesen, dass selbst dann, wenn man zum Ausgleich zwischen schwankender Nachfrage und schankendem EE-Stromangebot ausschließlich ganz stupide auf Speicher setzt, auch auf mittlere Sicht kein Speicherproblem existiert. Das mutmaßliche "Speicherproblem" wird gerne von EE-Gegnern an die Wand gemalt, um zu beweisen, wie unmöglich und absurd doch diese spinnerte "grüne Ideologie" von der Energiewende wäre.
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von Eberhard » 18. Jan 2018, 16:14

SLAM hat geschrieben:
Kaju74 hat eine Festoxidbrennstoffzelle (SOFC) mit ca. 850 °C Betriebstemperatur und benötigt daher keinen Reformer.


Danke ! Damit sind beide angebotenen Systeme weitgehend identisch. D.h. KaJu könnte durchaus seinen eigenen Wasserstoffspeicher aufziehen ;)


Gruß SLAM
Macht es Sinn nicht nur den Wasserstoff sondern auch den reinen Sauerstoff zu speichern. Dann kann man sich den ganzen Aufwand mit der Aufbereitung des Luftsauerstoff sparen und auch der Wirkungsgrad der Brennstoffzelle sollte ansteigen, muss man nicht doch den ganzen Luftstickstoff durch die BZ mit durchleiten mit Aufheizen und anschließender Abkühlung. Aber ob man damit auf > 80% Wirkungsgrad kommt wage ich zu bezweifeln.


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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von SLAM » 18. Jan 2018, 16:30

Macht es Sinn nicht nur den Wasserstoff sondern auch den reinen Sauerstoff zu speichern.


Jaein.

- Aufheizen / Abkühlen: prinzipiell richtig. Macht aber für große multi-stacks mit gemeinsamen Wärmetauschern auf der unteren Temperaturebene wenig aus.

- 82% Wirkungsgrad sind mit Luft als Oxidator mit allen Nebenaggregaten und Abwärmenutzung (die ist aber zwingend: Nutzung heist hier --> Dampfturbine (!) nicht Nutzung als Brauchwasser) vorgefahren. Das geht also. Bekommt man mit viel Feinarbeit vermutlich noch etwas besser hin.

- reiner Sauerstoff: klingt erstmal und ist rein auf dem Papier thermodynamisch verlockend für die Brennstoffzelle. Wenn nicht metallische Werkstoffe dazu neigen würden, darin wie eine Wunderkerze abzubrennen (Google mal nach Sauerstoffbrand / Sauerstofflanze). Deshalb ist die Verdünnung mit Stickstoff, wie sie Luft gratis bietet garkeine so schlechte (Sicherheits-) Idee.....

- reiner Sauerstoff: bei Großanlagen und Fahrweise als Elektrolyseur ist es tatsächlich so, daß wir den Sauerstoff auffangen, verdichten und damit Sauerstoff aus kryogenen Luftzerlegungsanlagen ersetzen können. Willkommener Windfallprofit..... ;)

Ich halte insbesondere die dreifache Verwendungsmöglichkeit für verlockend:

a) Wasserstoffgenerator
b) Brennstoffzelle für Rückwandlung Wasserstoff in Strom
c) backupkraftwerks Ersatz mit Erdgas als feed (ob mit oder ohne Reformer sei dahingestellt: tendenziell wird man Kleinanlagen ohne Reformer zu bauen trachten, aber bei Großanlagen den höheren Wirkungsgrad über alles und die bessere feedverträglichkeit / höhere Standzeit / höhere economy of scale, die ein getrennter Reformer bietet nutzen wollen....)


Gruß SLAM
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von Eberhard » 18. Jan 2018, 17:30

ich bin von der BZ fasziniert. Nissan hat einen eNV200 mit einer 5kW BZ mit Bioethanol in wässriger Lösung. Die läuft quasi voll durch. Reicht wohl aus im Stadtverkehr als Taxi ohne externes Laden betrieben zu werden.


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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von Elektroniker » 18. Jan 2018, 17:44

SLAM hat geschrieben:In dieser sogenannten "Studie" haben einige planlose Theoretiker einfach alle See-Volumen Norwegens zusammengezählt und als "pumped storage" umgewidmet.

Nein, haben sie nicht. Sie unterscheiden ganz klar zwischen Pumpspeicherkraftwerken und Speicherkraftwerken.
Du hingegen weißt mit den Begriffen nicht so richtig was anzufangen.
Aber "planlose Theoretiker" sind natürlich immer die anderen ... :lol:

Völlig ingnorierend, daß
a) nur ca. 1200 MW Pumpenkapazität überhaupt installiert ist (die im übrigen im wesentlichen Schwedischen Nuklearstrom grennwashed :mrgreen: )

b) die Kapazität dieser tatsächlich installierten pumped storage nur wenige GWh beträgt (was unter anderem daran liegt, daß man ein natürliches Ober- und Unterbecken, wenn man nicht Flora und Fauna ausrotten will, nur zu wenigen % nutzen kann !)

c) eine heftige ökologische Katastrophe auslöst, wenn man aus einem Fjord (das natürliche Unterbecken der meisten Wasserkraftwerke Norwegens !) Salzwasser (!!!) hochpumpt, diese Wasserkraftwerke daher als mögliche Oberbecken für pumped storage ausfallen.

Wie man an Punkt a) und c) sieht, hast Du auch hier nur Halbwissen.
Es ist gar nicht nötig, alle Speicherseen zu Pumpspeichern auszubauen, um sie zur Pufferung zu nutzen.
Bis zu etwa 20 GW (das ist der Strombedarf Norwegens) kann also Norwegen aus dem Ausland Strom "bunkern", indem es einfach seine Speicherkraftwerke abschaltet und das Wasser oben lässt. Um dann das "gebunkerte" Wasser als Strom wieder zu exportieren, müssten aber noch einige zusätzliche Turbinen zur Stromerzeugung installiert werden.
Es gibt auch noch etwas Pumpkapazitäten, die nachgerüstet werden können, ohne dass die von Dir genannten Probleme auftreten.

Auch Punkt b) ist Quatsch und das altbekannte Propagandagequatsche der EE-Gegner.
Es ist berechnet worden, dass der Wasserpegel der norwegischen Seen durch eine verstärkte Kopplung mit Mitteleuropa sogar stabilisiert wird, d.h. weniger schwankt, da insbesondere im Winter die Norwegischen Seen wenig Zufluss haben, aber der Strombedarf (Heizung) hoch ist, während in Mitteleuropa viel Windstrom erzeugt wird, der dann wie oben beschrieben in den Speicherseen "gebunkert" wird und so die Pegel nicht so stark fallen. Wie schon gesagt, ist eine echte saisonale Speicherung des EE-Stroms ja nicht nötig, es geht hier nur um mehrtägige bis mehrwöchige Durststrecken. Bisher dienen die norw. Speicherseen hingegen wirklich als saisonale Wasserspeicher, die im Frühjahr ihre Tiefststände erreichen.

Ferner ist Norwegen gegenwärtig im wesentlichen balanced, d.h. braucht den aus Wasserkraft ERZEUGTEN Strom selber (das Spielchen mit den verkauften Zertifikaten ist reine Augenwischerei...)

Es geht nicht um einen Nettoexport, sondern um eine Nutzung der Speicherseen als Puffer.
Du wirfst schon wieder alles durcheinander. :lol:

Da draußen rennen zuviele "Experten" rum, die "vom Ergebnis her denken" und daher eine Unmenge "alternative facts" produzieren.

Das Problem ist eher, dass da draußen so viele Amateure herumlaufen wie DU, die "vom herbeigeredeten (weil willkommenen) Problem her denken" und mit ihrem Halbwissen und ihrer ideologischen Verbohrtheit eine Unmenge "alternative Fakten" verbreiten.
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von SLAM » 18. Jan 2018, 17:48

Dazu passt eine schöne Anekdote aus der Zeit, als Daimler in Ulm an der DMFC (Direct Methanol Fuel Cell) gearbeitet hat:

einer der Versuchsträger mit Spassfaktor war ein e-cart mit DMFC. Gerne von Forschern und Doktoranden gefahren. Auch bei Betriebsfeiern.

Da konnte es nicht ausbleiben, daß (typische "Schnaps-Idee" ;) ) zu vorgerückter Stunde die Jungs und Mädels auf die Idee kamen, das Teil mal mit Champagner zu betanken. Resultat: lief, wenn auch nicht so schnell wie sonst und nicht allzu lange :D (danach mußte allerdings der stack getauscht werden: den Zucker (sooo brut kann der Champagner garnicht sein) hat er nicht vertragen ......).


Spaß beiseite: ja, das ist eine der Vorteile einer Brennstoffzelle: sie laufen mit allem, was sich zu Wasserstoff umwandeln läßt, entweder intern (DMFC, Erdgasbetrieb der SOFC) oder vorgeschaltetem Reformer. Man kann Methanol, Ethanol, Benzin, LPG, Wasserstoff, ja sogar Ammoniak ( keine (!) CO2 Emission ) einsetzen.....


Gruß SLAM
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von SLAM » 18. Jan 2018, 17:59

Es ist berechnet worden, dass der Wasserpegel der norwegischen Seen durch eine verstärkte Kopplung mit Mitteleuropa sogar stabilisiert wird, d.h. weniger schwankt, da insbesondere im Winter die Norwegischen Seen wenig Zufluss haben, aber der Strombedarf (Heizung) hoch ist, während in Mitteleuropa viel Windstrom erzeugt wird, der dann wie oben beschrieben in den Speicherseen "gebunkert" wird und so die Pegel nicht so stark fallen.


Bitte nenne mir die Quelle: DAS möchte ich nachvollziehen.

Meine Quellen (d.h. die öffentlich auch dir zugänglichen) habe ich immer sauber vermerkt. Man muß nur in die Statistiken und Reports reinschauen. Daß du deren Autoren als "Amateure" verunglimpfst ist schlechter Stil.

Guter Stil ist es hingegen seine Quellen in der Post anzugeben, damit sich der Leser diese auch beschaffen kann. Bei dir vermisse ich das etwas.


Gruß SLAM
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von M3-75 » 18. Jan 2018, 18:00

Eine BZ für zuhause muss schon sehr sicher sein, explosive Gase, womöglich im Keller sind nicht lustig. Gibts da nichts, das direkt flüssig funktioniert?
Von der Lagerung brennbarer Stoffe gibts auch eine Reihe Einschränkungen, wie sieht das bei Ethanol aus? Powercell.se hat BZ die auch mit Diesel (demnach also wohl auch mit Heizöl, Biodiesel...) 35% Strom machen, wenn man den zusammen mit der Abwärme nutzt und das geschickt steuert, das weder zuviel noch zuwenig Strom erzeugt wird, nur eine Idee.
Es dürfte schwierig werden, ein System anzubieten, das auch ökonomisch Sinn macht und dann muss es auch noch ökologisch Sinn machen.
 
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von Elektroniker » 18. Jan 2018, 18:13

Ich denke, dass Redox-Flow-Batterien - insbesondere mit neuer Chemie - noch groß rauskommen werden. Dauert aber noch.
Diese haben dann viel mehr Potenzial und Vorteile gegenüber Brennstoffzellen. Bei Brennstoffzellen sehe ich hingegen kein großes Entwicklungspotenziel mehr.
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