Erneuerbare Energien allgemein

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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von DerSchwabe » 1. Jan 2018, 12:28

Schon vom 18.12.2017

https://www.youtube.com/watch?v=xzXAZad3TcE

Hans Werner Sinn referiert über die Energiewende und benötigte Speichermöglichkeiten.
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von KaJu74 » 1. Jan 2018, 14:06

https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 29093.html

Stromnetz unter Druck: Tennet meldet Rekordkosten für Noteingriffe
Gruß Karsten

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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von Adastramos » 1. Jan 2018, 14:17

Zu Hans Werner Sinn:

Da reichen mir schon die ersten drei Minuten um zu wissen, dass der alte Herr lieber in Ruhestand gehen sollte: "Wenn wir nicht das Öl verbrennen, machen es andere" oder "Deutschland, gar Europa, kann praktisch nichts zur Erderwärmung beitragen".

Zum einen ist Deutschland innerhalb Europas seitens des CO2-Ausstoßes mit auf den vorderen Plätzen und dann ist diese fatalisische Sichtweise "Wenn wir's nicht machen, machens andere dafür" nicht nur massivst dumm, borniert, sondern auch gefährlich in der Hinsicht, dass man jegliche Ambition hin zum Besseren, zum Menschlicheren, im Keim erstickt. Anderes Beispiel, selbe Aussage: "Wenn wir keine Waffen liefern, machen es andere" und schon sieht man, dass man auf Kosten anderer Profit nur für sich selbst abschöpft.
Wo bleibt da eine Vision einer besseren Welt und der eigene Beitrag dazu? Wo bleibt der Mut hinsichtlich der eigenen Weiterentwicklung, das Ablegen alter, schlechter Gewohnheiten, von denen Mensch UND Umwelt profitiert?

Was soll man aus seinem Vortrag lernen? Das wir nicht ohne Öl und Kohle Energie erzeugen können, unseren Energiehunger nie auch nur Ansatzweise durch Erneuerbare stillen können? Wenn wir Richtung Wasserstoff- oder Methanwirtschaft gehen, zeigt er auch auf, dass es teuer und mit schlechtem Wirkungsgrad behaftet ist.
Was machen wir aber, wenn es kein Öl oder Gas mehr gibt, bzw. die Vorkommen so gering werden, dass die Nachfrage das Angebot weit übersteigt?

Ich kann mir nicht helfen, aber ich halte den Beitrag von Hans Werner Sinn für einen zwischen die Beine der Erneuerung geworfenen Knüppel. Probleme erkennen ist ein Aspekt, Lösungen zu finden jedoch der weit wichtigere Punkt.

Alles Gute!

EDIT:
> Er geht von Batteriespeichern nur vom PKW (mglw. Stand 2014 BMW i3, mit 25kWh) aus, als Speichermöglichkeit, von Akkukosten (mglw. Stand 2014; i3) und vergisst dabei, dass auch stationäre oder Eigenheim-Speicher möglich sind. [ca 27min.]
Bis heute sind dazu drei Jahre vergangen und die Akkukosten entsprechend gesunken. Was wird in 2030, in weiteren 12 Jahren passieren?
> Zusätzlich die Annahme, dass man keine neuen Standorte für Wind- oder Solarenergie mehr gefunden werden, muss doch schon spektisch machen, dass Herr Sinn eher Unsinn redet. [ca 46min.]
> Bereits im gestrig vergangen Jahr 2017 hatten wir einen Marktanteil von ca 38%, nach Sinns Vorrechnungen dürfte der Wirkungsgrad der Pufferung bereits zurück gegangen sein. [ca 52min.]. Ist dem so?
> Sinn geht zukünftig von seiner Rechnung nur von Pumpspeicherkraftwerke aus und schildert, dass wir im Verbund mit Norwegen, Dänemark, Österreich und der Schweiz lediglich "nur" knapp 50% Solar- und Windenergie speichern könnten, um das Netz zu glätten. [ab ca 1:04] Bzw. daneben nur noch die chemischen Speicher (Methan und Wasserstoff) möglich wären. [ca 1:10] Das ist doch eine ausgesprochene Milchmädchenrechnung!?
> Er fragt sich, welche große Erfindung, die noch erst gemacht werden müsse, den Carnot-Prozess [bei chemischen Energieträgern] umgehen kann. [ca 1:12] Auch hier wieder die Frage: wenn Elekronen Elektronen bleiben können, wie wäre es mit dieser Lösung; also Batteriespeichern?
> Hans Werner Sinn führt auf, dass wir Kulturerbe und allgemein unsere Landschaften durch Windkraft "industrialisieren" oder deutlich gesprochen verunstalten. [ca 1:13] Schade, sehr schade, dass Übertragekohleabbau, Uranabbau, Ölsandförderung, Ölkatastrophen, usw. nie in solchen Bildern auch mit aufgeführt werden.
Zuletzt geändert von Adastramos am 1. Jan 2018, 15:50, insgesamt 4-mal geändert.
Die Zeit lässt sich nicht aufhalten.
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von SLAM » 1. Jan 2018, 14:55

Frequenzschwankungen haben nicht mit der Einspeisungen der EE zu tun, da die Millionen von kleinen Einspeisern ja nicht synchron agieren sondern völlig zufällig.


Genau da liegt das erste Problem:

Die EEG Produzenten agieren nicht nur völlig zufällig, die Schwankungsbreite der von diesen eingespeisten Last ist sogar größer als die Schwankungsbreite der ebenfalls erratischen Summe aller Verbraucher.

Die sich aus der Summe der EEG Einspeiser und Verbrauchern ergebende Lastgang (=Residuallast) schwankt daher sehr viel stärker als nur die Verbraucher. Es werden also mit EEG Einspeisung deutlich mehr und drastischere Regeleingriffe benötigt als bei der Versorgung mit rein konventionellem Kraftwerkspark. Das sollen aber immer weniger konventionelle Kraftwerke leisten, was an die Infrastruktur irgendwann nicht mehr leisten kann.

Das zweite Problem sind die in weiten Teilen noch ohne Steuermöglichkeit durch die Netzbetreiber agierenden Schutzschaltungen der Frequenzumrichter und der Anlagenschutzschaltungen (hier insbesondere bei Wind): unangekündigte Lastabwürfe bei Unterfrequenz kommen hier ebenso vor wie nichtabschaltbare Einspeisung bei Überfrequenz.

Besonders gefährlich ist hier der mögliche Lawineneffekt: sind beispielsweise mehrere hundertausend Frequenzumrichter eines Typs verbaut, so wird deren Abschaltung bei Unterfrequenz ( = zuwenig Leistung im Netz) sich bei Unterschreitung der Frequenz nur an einer Stelle lawinenartig ausbreiten, da durch den Lastabwurf noch weniger Leistung eingespeist wird, und insbesondere in Gebieten mit hoher Solareinspeisung keine ausreichende konventionelle Regelenergie mehr zur Verfügung steht.

Aktive Bereitstellung von Regelenergie durch die erneuerbaren ist aber verschwindend gering, hier müssen die Betreiber der EE in die Pflicht genommen werden.

Gruß SLAM
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von Spüli » 1. Jan 2018, 15:18

KaJu74 hat geschrieben:https://www.heise.de/newsticker/meldung/Stromnetz-unter-Druck-Tennet-meldet-Rekordkosten-fuer-Noteingriffe-3929093.html

Stromnetz unter Druck: Tennet meldet Rekordkosten für Noteingriffe


Die Nord-Süd-Verbindung soll bis 2025 ja angeblich fertig sein. Das halte ich für sehr ambitioniert, aber nicht unmöglich. Aber neben den großen 380kV-Trassen wird auch im Bereich der 110kV noch einiges zu tun sein. Es gibt also viel zu bauen, neben den ganz normalen Instandhaltungsmaßnahmen.

Wer dabei sein möchte kann sich ja mal hier bewerben:
https://www.spie-sag.de/de/karriere/stellenangebote.php
https://www.spie-sag.de/wAssets-eu/docs ... -LB_ex.pdf

Im Büro hätte man dann auch Strom: KLICK ;)
Gruß Ingo
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von akoehler » 1. Jan 2018, 16:45

Dass EE neben anderen auch die Redispatchkosten auf die Stromverbraucher sozialisiert habe ich auch schon hier mehrfach geschrieben - das ist eben ein Praxis die man nun angehen muss.

Ein reales Stromnetz funktioniert wie alle Netze auch nur wenn asoziales Verhalten in einer vergleichsweisen kleinen Minderheit ist und ausgeglichen werden kann.

Ich sehe Sinn eher als jemand der sagt es ist besser kleine oder realistische Zeile tatsächlich zu erreichen als von grossen zu traeumen die real nichts ausreichendes bewegen.

Und 0% Senkung des CO2 Deutschlands ist nun mal nichts - egal wie gross die ertraeumten Ziele sind - fuer die Umwelt zaehlen nur reale Werte,
Zuletzt geändert von akoehler am 1. Jan 2018, 17:06, insgesamt 1-mal geändert.
 
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von Fjack » 1. Jan 2018, 16:56

SLAM hat geschrieben:Die sich aus der Summe der EEG Einspeiser und Verbrauchern ergebende Lastgang (=Residuallast) schwankt daher sehr viel stärker als nur die Verbraucher. Es werden also mit EEG Einspeisung deutlich mehr und drastischere Regeleingriffe benötigt als bei der Versorgung mit rein konventionellem Kraftwerkspark. Das sollen aber immer weniger konventionelle Kraftwerke leisten, was an die Infrastruktur irgendwann nicht mehr leisten kann.

Das zweite Problem sind die in weiten Teilen noch ohne Steuermöglichkeit durch die Netzbetreiber agierenden Schutzschaltungen der Frequenzumrichter und der Anlagenschutzschaltungen (hier insbesondere bei Wind): unangekündigte Lastabwürfe bei Unterfrequenz kommen hier ebenso vor wie nichtabschaltbare Einspeisung bei Überfrequenz.

Besonders gefährlich ist hier der mögliche Lawineneffekt: sind beispielsweise mehrere hundertausend Frequenzumrichter eines Typs verbaut, so wird deren Abschaltung bei Unterfrequenz ( = zuwenig Leistung im Netz) sich bei Unterschreitung der Frequenz nur an einer Stelle lawinenartig ausbreiten, da durch den Lastabwurf noch weniger Leistung eingespeist wird, und insbesondere in Gebieten mit hoher Solareinspeisung keine ausreichende konventionelle Regelenergie mehr zur Verfügung steht.


Alle aufgeführten Probleme kommen von der schlechten Regelbarkeit der Atom-, und Kohlekraftwerke.
Mit schnell regelbaren Kraftwerken und sehr schnellen Speicher lassen sich alle Problem durch zu viel, bzw. zu wenig Strom vermeiden.

Das nächste Problem ist die, von der Industrie gewollte, Kupferplatte.
Wenn der Strompreis einen Anteile Transport hätte, wäre viele Probleme erledigt.
Aber die Industrie hat sich durch gute (böse) Lobbyarbeit von den EEG und den Netzkosten befreien lassen, das bezahlt alles der kleine (doofe) Michel.

PS: Was Du hier machst ist teil dieser Lobbyarbeit, ich kann mir nicht vorstellen das du nicht verstehst wie das System funktioniert.
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von KaJu74 » 1. Jan 2018, 17:13

Ich finde, dass vor allem im kleinen, jeder seinen Teil dazu beitragen kann.

Wenn ich sehe, das ich dieses Jahr 16.731,43 kWh verbraucht habe.
Diese hätte ich früher einfach aus den Netz gezogen.
Frei nach dem Motto, der Strom kommt aus der Steckdose.

Durch den Tesla habe ich mich mit den erneuerbaren Energien beschäftigt.

Ende 2013 kam dann die 22kWp PV-Anlage und reduzierte meinen Netzbezug massiv.
Genau kann ich es nicht sagen, weil ich in 2014 noch den Speicher zugebaut hatte.
Aber 2014 waren es nur noch 3.902,34 kWh Netzbezug und 10.643,82 kWh Netzeinspeisung.
2015 waren es 3.556,32 kWh Netzbezug und 10.024,55kWh Einspeisung.
2016 etwas mehr Netzbezug 4.772,5 kWh und weniger Einspeisung 8.887,16 kWh, wegen einem höheren Verbrauch durch den Tesla.
Im März 2017 kam das BlueGEN dazu und dadurch habe ich nur 2.739,03 kWh Netzbezug und 15.833,34 kWh Einspeisung.

2018 rechne ich noch mit 1.000 kWh Netzbezug (hoffentlich weniger) und noch mehr Einspeisung.
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von akoehler » 1. Jan 2018, 17:26

Deutschland hatte nunmal keine nennenswerten Redispatchzahlen als man nur thermische Anlagen hatte und da ist auch in keinem Land mit geringem EE ein Problem.

Und hier mal dazu auch echte Daten dazu
https://www.bdew.de/media/documents/Awh ... r-2017.pdf
 
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von DerSchwabe » 1. Jan 2018, 17:32

KaJu74 hat geschrieben:Ich finde, dass vor allem im kleinen, jeder seinen Teil dazu beitragen kann.

...

2018 rechne ich noch mit 1.000 kWh Netzbezug (hoffentlich weniger) und noch mehr Einspeisung.


und um genau die daraus resultierenden Probleme geht es ja hier und in den letzten verlinkten Artikeln und Video(s).
Diese Einspeisung ist leider in den allermeißten Fällen (noch) nicht regelbar und/oder speicherbar was zu vermehrten Problemen und hohen Kosten für die Allgemeinheit führt.

Ich finde die eingeschlagene Richtung absolut korrekt und wir sollten wo immer möglich auch selbst autark sein - nur ist das Verbundnetz eben noch nicht so weit.
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