Focus hält den Diesel-Skandal für Panikmache

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Re: Focus hält den Diesel-Skandal für Panikmache

von Helmut1 » 23. Jul 2017, 23:09

Das die Grenzwerte für Arbeitsplatz und Umwelt um den Faktor grob 20 auseinander liegen, kann ja auch so erklärt werden, dass man als Lungenkranker ja auch nicht unbedingt dort arbeiten muss wo hohe Konzentrationen auftreten.
Aber das man als Kranker z.B. wegziehen muss wäre dagegen unzumutbar.
Interessant wäre ein Vergleich für andere Schadstoffe ob es da auch so eine hohe Differenz zwischen Arbeitsplatz und Umwelt gibt.
M3 reserviert am 31.3.2016 vormittags in Hamburg (Bei Ladenöffnung in der Schlange gestanden).
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Re: Focus hält den Diesel-Skandal für Panikmache

von KaJu74 » 23. Jul 2017, 23:18

Der Grenzwert ist 950µg/m3.
Wie oft wird der denn erreicht oder überschritten, wenn bei 200 bis 410µg/m3 ein stechender Geruch entstehen soll und bereits ab 100µg/m3 gesundheitliche Schäden entstehen können.
Gruß Karsten

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Re: Focus hält den Diesel-Skandal für Panikmache

von CheapAndClean » 24. Jul 2017, 00:38

Helmut1 hat geschrieben:Ich denke da an Orte wo dieselbetriebene Fahrzeuge in Gebäude rein fahren. z.B. jedes Parkhaus

Ein Parkhaus ist schon gut durchlüftet im Gegensatz zu z.B. Lagerhallen. Deshalb dürfen da i.d.R. keine Dieselstapler benutzt werden sondern nur Gas- und Elektrostapler...
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Re: Focus hält den Diesel-Skandal für Panikmache

von Healey » 24. Jul 2017, 03:35

In meiner Jugend habe ich mal im Tunnelbau gejobbt, als Schalwagenschlosser. Da betrug die Sichtweite oft nur 5 Meter, aufgrund des Dieselqualms. Dazu kam stundenlanges Arbeiten mit Schweiß- und Schneidelektroden. Da gab es keine Grenzwerte, außer die Politik oder das Arbeitsinspektorat kam (immer vorangemeldet) auf Besuch. Dann durfte 24 h lang kein Dieselfahrzeug, nicht mal die LKW's für den Transport des Abraums, einfahren.
Dieser Umstand hat mich, noch als Maschinenbaustudent, dazu veranlasst in eine völlig andere Branche zu wechseln.
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Re: Focus hält den Diesel-Skandal für Panikmache

von Harme » 24. Jul 2017, 06:38

Für den Tunnelbau gelten aktuell immernoch keine Grenzwerte. Aber nur noch bis November :)

*Gilt nicht für die Bereiche konventioneller Tunnelbau und geschlossene Arbeitsbereiche
Bau bis 31. Oktober 2017, gilt nicht für den Bereich Bergbau bis 31. Oktober
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Re: Focus hält den Diesel-Skandal für Panikmache

von sdt15749 » 24. Jul 2017, 07:12

Diese unterschiedlichen Grenzwert sind merkwürdig, aber meiner Meinung nach ein eigenes Thema.
Wichtiger finde ich die klaren Aussagen ab wann das ganze gesundheitsschädlich ist. Das sollte meiner Meinung nach das Maß sein an dem man sich orientiert denn ich unterstelle das dieser Wert auf Basis Fakten ermittelt wurde. Grenzwerte in Gesetzen/Normen/Verordnungen sind meiner Meinung nach wenn überhaupt auf Basis von Fakten solange "bearbeitet" worden bis alle daran Beteiligten es akzeptieren.

Das Beispiel mit dem Tunnel/Bergbau ist doch bezeichnet. Grenzwerte gelten dort aktuell nicht und das sicherlich nicht weil sie dort nicht gesundheitsschädlich sind sondern weil man ohne diese Ausnahme das ganze nicht durchbekommen hätte.
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Re: Focus hält den Diesel-Skandal für Panikmache

von Abgemeldet 06-2018 » 24. Jul 2017, 07:20

Die Frage ist doch viel eher, warum der Grenzwert ganz offensichtlich im Januar 2017 nach oben korrigiert wurde und bis dahin viel niedriger war? Finde ich schon etwas seltsam.
 
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Re: Focus hält den Diesel-Skandal für Panikmache

von Harme » 24. Jul 2017, 08:39

Er wurde, soweit ich das nachvollziehen kann, nicht nach oben korrigiert, vorher war er schlicht und einfach nicht in der Eu Richtlinie drin. Er ist im Januar neu aufgenommen worden. Jedenfalls ist Stickstoffdioxid nicht in den Listen von 2009, 2006 oder 200
Quelle:
http://www.dguv.de/ifa/fachinfos/arbeitsplatzgrenzwerte/auslaendische-und-eu-grenzwerte/index.jsp
 
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Re: Focus hält den Diesel-Skandal für Panikmache

von Mathie » 24. Jul 2017, 08:41

Der Artikel ist mal wieder ein gutes Beispiel für die Qualität des Focus! Statt journalistisch zu recherchieren und Argumente für und gegen die aktuellen MAK-Werte und allgemeinen Grenzwerte zu bringen, wird einfach ein Wissenschaftler zitiert, der jahrelang für die Festlegung der MAK-Werte verantwortlich war.

Kein Wunder, dass dieser die MAK-Werte verteidigt. Interessant wäre die Argumente für die aktuellen Umweltgrenzwerte zu hören, damit man sich selbst ein Bild machen kann.

Ich habe mal die Stellungname von Prof. Greim im Untersuchungsausschuss herausgesucht.

https://www.bundestag.de/blob/438866/fe ... m-data.pdf

Prof. Greim hat geschrieben:Ein sehr informativer Bericht wurde im Jahre 2010 vom Health Effect Institute (HEI) in Boston veröffentlicht (Report No. 17). Für diesen Bericht wurden sämtliche seinerzeit vorhandenen Veröffentlichungen über Verkehrsbelastung und Gesundheit nach festgelegten Kriterien zunächst auf ihre Aussagefähigkeit überprüft und die nicht belastbaren aussortiert. Wichtigstes Ergebnis ist, dass für diesen Zusammenhang

- ausreichende Evidenz für Asthma von Kindern besteht,

- deutliche, aber nicht ausreichende Evidenz für kardiovaskuläre Morbidität und Einschränkungen der Lungenfunktion besteht,

- nur inadäquate Evidenzen für COPD, Atemwegssymptome bei Kindern und
Erwachsenen, Krebserkrankungen, Schwangerschaft und Allergien bestehen.

Gleich der erste Punkt, für den eine ausreichende Evidenz besteht, befasst sich mit negativen gesundheitlichen Auswirkungen auf Kinder. Es wird also deutlich, dass Bevölkerungsgruppen, die sich nicht an Arbeitsplätzen aufhalten, anders auf Schadstoffe reagieren als Personen auf die sich die Arbeitsplatzgrenzwerte beziehen. Die MAK-Werte können also nicht 1:1 auf die Gesamtbevölkerung übertragen werden. Ob der Faktor 20 gerechtfertigt ist, oder ob ein anderer Faktor gerechtfertigt wäre, wäre eine interessante Diskussion, nur dazu fehlt in dem Artikel jedweder Anhaltspunkt.

Darüber hinaus ist der Artikel reißerisch geschrieben, das fängt bei der Überschrift an, geht über die Darstellung der Methoden von Toxikologie und Epedomologie und eben die einseitige Auswahl der Experten bis hin zu kleinen Detais. Greim wird svielfältig beschrieben, mal wissenschaftlich als Toxikologe, mal als erfahrener Giftkundler, die Epedemologen bleiben immer die Wissenschaftler die nur (im Elfenbeinturm) rechnen und nie (in der Realität) messen.

Fazit: Scheiß Artikel, der Stimmung macht und keinen Erkenntnisgewinn zum Thema sinnvolle Grenzwerthöhe bringt. Hat mich aber in meinem Urteil über den Focus bestätigt, Focus verhält sich zu seriösem Nachrichtenmagazin wie Bildzeitung zu seriöser Tageszeitung. Das scheint der Autor aber auch zu wissen, schließlich muss er ja extra betonen, dass seine Behauptung kein Fake ist ;-)

Gruß Mathie
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Re: Focus hält den Diesel-Skandal für Panikmache

von OS Electric Drive » 24. Jul 2017, 09:14

Ich möchte nochmals daran erinnern, dass gerade in Arbeitsstätten oftmals Ausnahmen gelten, das gilt für Lautstärke von Maschinen (Siehe Traktor etc) als auch für andere Belastungen.

Von daher finde ich das nun frech, auf Grund dieser Ausnahmeregelung einen Rückschluss zu ziehen für die normale Bevölkerung u.a. auch für Kinder! Oder müssen Kinder bei uns in Lackierkabinen arbeiten?
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