Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von Kellergeist2 » 11. Apr 2018, 08:31

Ich kann beide Seiten sehr gut verstehen, daher vertrete ich persönlich folgende Meinung:
Dashcams sollten erlaubt sein, sofern technisch sichergestellt ist, dass sie nur den Zeitraum T-60 sec. bis T+60 sec. um ein außergewöhnliches Ereignis speichern.
Ein außergewöhnliches Ereignis liegt vor, wenn
a) Extreme (positive/negative) Beschleunigungswerte in irgendeine Richtung auftreten
b) Eine Art SOS-Taste gedrückt wird

Die Aufzeichnungen, welche sich nicht in dem zugelassenen Zeitraum befinden, müssen von der Dashcam automatisch gelöscht werden.

Dem gegenüber stehen die dauerhaften Aufzeichnungen von GoPro & Co., dessen Aufnahmen dann nicht als Beweis anerkannt werden.

Unabhängig von der Anerkennung der Aufnahmen vor Gericht, dürfen solche Szenen nicht veröffentlicht werden, sofern dadurch Rechte der gefilmten Personen verletzt würden.

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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von Hein Mück » 11. Apr 2018, 08:57

+1
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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von Volker.Berlin » 11. Apr 2018, 10:11

Kellergeist2 hat geschrieben:Ich kann beide Seiten sehr gut verstehen, daher vertrete ich persönlich folgende Meinung:
Dashcams sollten erlaubt sein, sofern technisch sichergestellt ist, dass sie nur den Zeitraum T-60 sec. bis T+60 sec. um ein außergewöhnliches Ereignis speichern.
Ein außergewöhnliches Ereignis liegt vor, wenn
a) Extreme (positive/negative) Beschleunigungswerte in irgendeine Richtung auftreten
b) Eine Art SOS-Taste gedrückt wird

Das gilt bereits jetzt, zumindest ganz unzweifelhaft für "b)". Strittig ist nur das "anlasslose" Filmen rund um die Uhr. "Anlassbezogenes" Filmen konkreter Situationen war nie verboten, sonst dürfte ja kein Tourist mit einer Kamera rumlaufen.
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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von pollux » 11. Apr 2018, 10:50

Wenn ich die Dashcam anlässlich meiner Autofahr laufen lassen würde, dann wäre das für mich Anlass genug.
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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von Volker.Berlin » 11. Apr 2018, 11:23

pollux hat geschrieben:Wenn ich die Dashcam anlässlich meiner Autofahrt laufen lassen würde, dann wäre das für mich Anlass genug.

... und da wird's halt schwierig. Wenn Du einen Richter findest, der Deine Rechtsauffassung teilt, dann hast Du kein Problem. ;)
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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von Kellergeist2 » 11. Apr 2018, 11:37

Und genau da ist ja das Problem:
Die Dashcam muss logischerweise "anlasslos" die gesamte Zeit mitlaufen, damit sie auch die 60 Sekunden vor dem plötzlich auftretenden Anlass mit aufgenommen hat.
Eine normale Kamera hätte bis dahin schon mehrere Stunden der langweiligen Fahrt gespeichert.
Eine "zugelassene" Dashcam würde alles, was "anlasslos" ist, automatisch löschen.
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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von TommyP. » 11. Apr 2018, 12:27

Woran sieht denn ein Richter, ob die Kamera nur die 60 sek. belassen hat und alles andere gelöscht wurde oder eben nicht?
Ich finde die Dashcam super. Ich bemerke sie garnicht. Nur wenn ich auf dem iPhone sehe, dass das WLan der Cam eingeloggt ist.
Ich benutze sie sonst nicht aktiv, würde aber im Bedarfsfall gern die Aufnahme verwenden.
Grüße aus der grünen Heide

Tommy

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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von Volker.Berlin » 11. Apr 2018, 12:31

Kellergeist2 hat geschrieben:Und genau da ist ja das Problem:
Die Dashcam muss logischerweise "anlasslos" die gesamte Zeit mitlaufen, damit sie auch die 60 Sekunden vor dem plötzlich auftretenden Anlass mit aufgenommen hat. [...] Eine "zugelassene" Dashcam würde alles, was "anlasslos" ist, automatisch löschen.

Schau Dir mal eine konkrete Dashcam an. Die Blackvue haben einen Modus, der genau Deinen Anforderungen entspricht. Es läuft eine Schleife im internen Speicher, der ständig wieder überschrieben wird (30 Sekunden oder 60 Sekunden, irgendwie sowas). Nur bei einem "Anlass" (manuelle Auslösung oder starker Stoß) wird der Speicherinhalt auf die Karte rausgeschrieben und die Aufzeichnung läuft dann noch ein paar Minuten weiter. Ich denke, das ist ziemlich Standard.

Ich habe damit aber ein Problem: Wenn ich z.B. auf der Autobahn gefährlich bedrängt werde, brauche ich nicht nur beide Hände am Lenkrad sondern auch meine ungeteilte Aufmerksamkeit auf der Straße. Es gibt daher keine manuelle Auslösung und (hoffentlich) auch keinen Stoß, der vom Beschleunigungssensor wahrgenommen wird. Trotzdem möchte ich die Situation auf Band haben, um sie im Nachhinein auswerten zu können. Ähnliches gilt, wenn sich zum Beispiel direkt vor mir ein Unfall ereignet, dem ich noch ausweichen kann.
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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von Volker.Berlin » 11. Apr 2018, 12:33

TommyP. hat geschrieben:Ich finde die Dashcam super. Ich bemerke sie garnicht. Nur wenn ich auf dem iPhone sehe, dass das WLan der Cam eingeloggt ist. Ich benutze sie sonst nicht aktiv, würde aber im Bedarfsfall gern die Aufnahme verwenden.

Genau so handhabe ich das auch. Die Gelegenheit für den Missbrauch ist definitiv da, aber so lange ich keinen Anlass habe, ignoriere ich die Aufzeichnungen vollständig. So bin ich zwar nicht im Einklang mit dem Gesetz, aber im Einklang mit mir selbst. :)
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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von Kellergeist2 » 11. Apr 2018, 12:38

Das es Dashcams gibt, die mein Rechtsverständnis unterstützen, davon habe ich schon gehört bzw. gelesen.
Leider ändert das (noch) nichts an dem Rechtsverständnis der Gerichte, daher bin ich sehr auf das BGH-Urteil gespannt.
Wenn dann endlich Rechtssicherheit herrscht, unter welchen Umständen bzw. bei welchen technischen Voraussetzungen das Material zulässig ist, werde ich mir auch eine Dashcam zulegen.
Bisher war ich noch nicht auf eine Dashcam-Aufzeichnung angewiesen, aber es gab schon einige Situationen, bei denen hätte ich sowas gebrauchen können, wenn sie nicht glücklich ausgegangen wären.
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