Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von Volker.Berlin » 18. Jan 2018, 10:24


Interessante Details: "Bei der Höhe der Geldbuße hielt sich das Gericht dann zurück. Das Gesetz sehe zwar eine Geldbuße bis zu 300.000 Euro vor. Bei der im konkreten Fall verhängten Geldbuße von 150 Euro sei aber zu berücksichtigen, dass die Betroffene nur 1500 Euro netto im Monat verdiene. Zu ihren Gunsten sei außerdem zu beachten, dass der Wagen der Frau in der Vergangenheit offenbar schon einmal beschädigt worden war, weshalb sie subjektiv einen Anlass gehabt habe, die Kameras einzusetzen."
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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von Dr. Schiwago » 18. Jan 2018, 10:38

In der aktuellen CT gibt es übrigens einen interessanten Artikel zum Thema Dashcam.
Mein Empfehlungslink: http://ts.la/till9938
 
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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von Abgemeldet 06-2018 » 18. Jan 2018, 10:44

Ich finde die Gesetzgebung da schon richtig, denn es geht einfach nicht, dass jetzt jeder seine eigene Überwachungsinfrastruktur aufbaut und mit den persönlichen Daten fremder Leute macht was er will. Die Intention dieser Frau mag noch nachvollziehbar und ungefährlich gewesen sein, das Missbrauchspotential in diesem Bereich ist allerdings gigantisch und deshalb kann man es auf keinen Fall generell zulassen, dass Leute sowas machen. Mit 150 Euro dürfte das Strafmaß eh am untersten möglichen Ende gelegen haben.
Leider fehlt vielen Menschen das Vorstellungsvermögen, wie Überwachungsinfrastruktur gegen uns missbraucht werden kann, da waren wohl auch Stasi und NSA als Beispiel nicht drastisch genug. Erst wenn man selbst die Nachteile spürt, dann wehrt man sich dagegen, dann kann es aber bereits zu spät sein.

Letztendlich ist es ähnlich wie beim autonomen Fahren und beim vernetzten Fahren. Es gibt viele moralische, ethische und auch technische Dinge zu klären, um Missbrauch durch Dritte wirksam zu verhindern und die Menschenwürde nicht mit den Füßen zu treten.
 
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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von Leto » 18. Jan 2018, 10:49

Die Dashcams sind i.d.R. wenigstens nicht vernetzt. Ich sehe da kaum reales Gefahrenpozential. Wird nur aufgebauscht. Die vernetzten Kameras z.B. des Tesla AP sind ein viel größeres Gefahrenpozential sowie vernetzte Überwachungskameras die Genehmigung haben aber von absoluten IT Sicherheits Legasthenikern betriebenen werden. Also quasi alle.
2. Model S 90D, seit 9/16, Midnight Silver/Grau/Carbon, Lenkassistent aka AP1, alles außer Tiernahrung und Pano, E.ON Basisbox Kombi und wallb-e eco, je 22kW und BEW "ein Preis" Roaming Vertrag für RWE Säulen sowie TNM Ladekarte und Plugsurfing
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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von Hein Mück » 18. Jan 2018, 16:03

Volker.Berlin hat geschrieben:

Interessante Details: "Bei der Höhe der Geldbuße hielt sich das Gericht dann zurück. Das Gesetz sehe zwar eine Geldbuße bis zu 300.000 Euro vor. Bei der im konkreten Fall verhängten Geldbuße von 150 Euro sei aber zu berücksichtigen, dass die Betroffene nur 1500 Euro netto im Monat verdiene."

Gruselig was man heutzutage als Geschäftsführerin für Bezüge erzielt ... :-)

Bye Thomas
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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von SLAM » 18. Jan 2018, 16:36

Erst wenn man selbst die Nachteile spürt,


Mir fehlt es ja vielleicht an Phantasie, aber nenne doch mal einen konkreten Nachteil.

Ich sehe keinen für mich. Für Schädiger / Verbrecher sehr wohl.



Gruß SLAM
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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von harald-hans » 18. Jan 2018, 17:05

Wie "jämmerlich" und "armselig" - da fährt mir einer ins Auto - egal ob stehend oder im Verkehr - ich bin in der Lage EINDEUTIGE Beweise zu liefern und muss aber am Ende des Tages noch fürchten ein Bußgeld zu kassieren nur weil irgendwer noch zusätzlich gefilmt wurde ... :evil:
LG, harald-hans

Model S 90 D seit 28.02.17 ... ;)

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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von Volker.Berlin » 18. Jan 2018, 17:05

SLAM hat geschrieben:Mir fehlt es ja vielleicht an Phantasie, aber nenne doch mal einen konkreten Nachteil.

Eine Person des öffentlichen Lebens, deren Privatleben auf diese Weise "versehentlich" dokumentiert wird. Diese Situation hat in der Vergangenheit schon zu Auswüchsen aller Art geführt, bis hin zu Todesopfern...
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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von Volker.Berlin » 18. Jan 2018, 17:08

harald-hans hat geschrieben:Wie "jämmerlich" und "armselig" - da fährt mir einer ins Auto - egal ob stehend oder im Verkehr - ich bin in der Lage EINDEUTIGE Beweise zu liefern und muss aber am Ende des Tages noch fürchten ein Bußgeld zu kassieren nur weil irgendwer noch zusätzlich gefilmt wurde ... :evil:

Ist im Einzelfall frustrierend, als juristisches Prinzip aber unverzichtbar. Ein Unrecht kann nicht ein anderes Unrecht in Recht verwandeln. Notwehr als Selbstverteidigung bei akuter Bedrohung für Leib und Leben ist eine bekannte Ausnahme, aber eben eine Ausnahme.
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Re: Rechtliche Bewertung von Dashcams in Deutschland

von smartgrid » 18. Jan 2018, 17:14

Ich wünsche mir von Herzen, dass der eigene Wagen dieses Richters in Flammen aufgeht und die Täter nie gefasst werden. Was für eine Bananenrepublik. Die Urteilsbegründung ist absurd.

Datenschutz Datenschutz...was für ein Schmarrn. Und im Reisepass muss man wie ein Verbrecher seit ein paar Jahren die Fingerabdrücke speichern lassen! Und da greift der Datenschutz nicht? :evil: :oops:

Nicht die Erhebung von Daten muss sanktioniert werden, sondern die missbräuchliche Verwendung.
Daten zur Aufklärung einer Straftat zu verwenden sind nach meinem Rechtsverständnis nicht missbräuchlich verwendet.
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