Das Öl wird doch nicht knapp

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Re: Das Öl wird doch nicht knapp

von einstern » 23. Jul 2017, 20:55

Heee, so etwas jn der Art wollte ich auch ferade schreiben! :D
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Re: Das Öl wird doch nicht knapp

von Dornfelder10 » 23. Jul 2017, 21:12

Reinileini1959 hat geschrieben:Die Betreiber wurden durch die Energiewende in Richtung Ruin getrieben. Mit Strommarktliberalisierung hat das nichts zu tun. Dass die alle ums Überleben kämpfen sollte uns eigentlich bewusst sein. Dass dann die nach momentan geltenden Rahmenbedingungen sich von den unwirtschaftlichen Betrieben trennen, das liegt irgendwie auf der Hand, oder? Der Markpreis wurde übrigens in erste Linie durch die Überkapazitäten infolge Wind und Sonne so weit nach unten gedrückt. Man halt also mit Wahnsinns Subventionen einen funktionierenden Mart ohne Grund kaputt gemacht. Und damit die Energieerzeuger quasi ruiniert.


Einen Satz vorweg: Ich sehe viele der Beiträge von Reinileini als reine Provokation und möchte den user als solches in keiner Weise verteidigen. Auf den zitierten Bereich möchte ich aber etwas eingehen.

Der oben genante Sachverhalt stimmt durchaus. Diese Diskussionen habe ich in den Jahren 2012 und 2013 sehr ausführlich im Photovoltaikforum geführt und bin dafür ziemlich verdroschen worden. Das EEG ist als Instrument zur Markteinführung der EEs bis ca. 2008-2010 goldrichtig gewesen und ein einziges Erfolgsmodell. Spätestens ab 2010 hätte es aber weiterentwicklelt werden müssen. Das hat allen voran die PV-Branche selbst verhindert. Durch das festhalten an der reinen Vergütung der eingespeisten kWh ist genau das eingetreten was oben beschrieben wird - der Strompreis ist völlig kollabiert, die alten Versorger sind am "eingehen", die EEs selbst tragen 0 zur Versorgungssicherheit bei und 100% des Backups läuft über die bösen konventionellen Versorger, die EEG-Umlage steigt Jahr für Jahr an und die weitere Integration der EEs wird verhindert. Sektorenkopplung, Smart-Grid, Speicher und andere Flexibilitätsmaßnahmen werden erfolgreich ausgebremst und die Energiewende fährt gegen die Wand. Das EEG führt dazu dass die "alten" Versorger keine Chance mehr haben sich langsam zurückzuziehen - das EEG führt zur wirtschaftlichen Vernichtung der G4.
Man kann das jetzt gut finden nach dem Motto "Die haben sich zu spät bewegt also geschieht es denen recht". Die Entscheidungsträger von damals sind inzwischen längst ausgetauscht, die gesicherte Kraftwerksleistung wird nach wie vor benötigt und eine möglichst blutige Vernichtung hilft der Energiewende nicht weiter. Das EEG in der bisherigen Form hat schon lange ausgedient - heute schadet es mehr als dass es hilft.

Gruß

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Re: Das Öl wird doch nicht knapp

von OS Electric Drive » 23. Jul 2017, 21:20

Was hätte denn von der EE Branche ändert werden sollen solange sich die alten weigern die 24/7 anzustellen. Ohne EEG fließt kein Geld in die neuen Energien

Ich habe bereits 2009 mehr von meiner Branche erwartet. Habe auch einen Speicher Cent vorgeschlagen.

http://spon.de/adyA2

Aber solange sich die alten weigern geht es nicht anders
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Re: Das Öl wird doch nicht knapp

von KaJu74 » 23. Jul 2017, 22:26

Hi
Dornfelder10 hat geschrieben:Man kann das jetzt gut finden nach dem Motto "Die haben sich zu spät bewegt also geschieht es denen recht". Die Entscheidungsträger von damals sind inzwischen längst ausgetauscht, die gesicherte Kraftwerksleistung wird nach wie vor benötigt und eine möglichst blutige Vernichtung hilft der Energiewende nicht weiter. Das EEG in der bisherigen Form hat schon lange ausgedient - heute schadet es mehr als dass es hilft.
aus meiner Sicht ist es ganz einfach:
Es muss sich lohnen, den selbst benötigten Strom selbst herzustellen.

Wie ginge das meiner Meinung nach?
Abschaffung von Bürokratie.
Abschaffung der EEG Zuschläge.
Belohnung für Speichernutzung.

Hat man mehr eingespeist, als gekauft, bekommt man für den mehr eingespeisten Strom nur den Börsenwert.
Hat man mehr gekauft, als eingespeist, zahlt man den Energieanbieter den Strom nach Tarif.
Das würde bedeuten, die Leute kaufen sich passende Anlagen und investieren in Speicher.

Die aktuelle Bürokratie kostet auch Unsummen. Sie schreckt mögliche Kunden ab.
Ich erlebe es gerade bei meinem BHKW, was da für Bürokratie nötig ist, grausam.
Gruß Karsten

Im Genuss meines Tesla S85 vom 08.02.2014 bis 20.09.2016
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Re: Das Öl wird doch nicht knapp

von Dornfelder10 » 23. Jul 2017, 22:45

OS Electric Drive hat geschrieben:Was hätte denn von der EE Branche ändert werden sollen solange sich die alten weigern die 24/7 anzustellen. Ohne EEG fließt kein Geld in die neuen Energien

Die Summe die in die Förderung der EEs fließt ist völlig in Ordnung bzw. das dürfte nach meinem Geschmack sogar mehr sein. Aber nicht so wie es seit 2010 gemacht wird. Wenn in den Jahren 2009 bis 2011 statt 22 GWp nur 10 oder 12 GWp mit geringerer Vergütung zugebaut worden wären dann ginge es der PV-Branche heute besser. Das gespaarte Geld hätte man für die Markteinführung von (Batterie-)Speichern verwenden können. Oder um Dachintegration zu fördern. Oder, oder, oder...Die Diskussion möchte ich hier nicht erneut aufrollen. Das hatte ich im PV-Forum schon so oft dass es mich inzwischen nervt.

OS Electric Drive hat geschrieben:Ich habe bereits 2009 mehr von meiner Branche erwartet. Habe auch einen Speicher Cent vorgeschlagen.

Umgesetzt wurde da leider viel zu wenig oder zumindest zu spät. Wobei ich auch eine ganze Reihe von Beiträge von Dir kenne bei denen Du sehr stark auf Volleispeisung setzt und Eigenverbrauch und Speicherung eher vernachlässigst.
Das ist für Dein Geschäftsmodell und die augenblickliche Situation Deiner Kunden wahrscheinlich auch am lukrativsten. Es ist aber ähnlich wie mit dem Verbrennungsmotor - das Geschäftsmodel ist nicht zukunftsfähig wird aber gemolken so lange es halt geht.
Ich erwarte von keinem einzelnen Solateur dass er auf Geschäft verzichtet - wenn Volleinspeisung am lukrativsten ist dann bau Volleinspeisung. Die Dachverbände und die Lobby sollten aber auf zukunftsfähige Konzepte drängen. Und da sehe ich Null, Nix, Nada.

Gruß

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Re: Das Öl wird doch nicht knapp

von Dornfelder10 » 23. Jul 2017, 23:01

KaJu74 hat geschrieben:aus meiner Sicht ist es ganz einfach:
Es muss sich lohnen, den selbst benötigten Strom selbst herzustellen.


Hallo KaJu,

ganz so extrem würde ich es nicht formulieren. Ich bin nicht davon überzeugt dass es auf Biegen und Brechen Eigenverbrauch & Speicher sein muss. Aber es muss sich lohnen eine systemverträgliche Lösung umzusetzen.

Der Ansatz den Du hast finde ich Klasse. PV + Speicher + EV (+ BHKW) - besser geht es kaum.
Optimal ist das ganze aber nur im Netzverbund. Es sollte keine Anreize zur Inselbildung geben sondern das ganze muss nahtlos ins gesamte Energiesystem integriert werden.

KaJu74 hat geschrieben:Die aktuelle Bürokratie kostet auch Unsummen. Sie schreckt mögliche Kunden ab.
Ich erlebe es gerade bei meinem BHKW, was da für Bürokratie nötig ist, grausam.

Ja richtig, das wäre auch ein riesen Hebel. Bei allem was im Einfamilienhausbereich liegt muss die Bürokratie runter. Beim Neubau muss PV einfach Standard werden. Nicht weil es vorgeschrieben ist sondern weil es sich lohnt.

Gruß

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Re: Das Öl wird doch nicht knapp

von Snuups » 24. Jul 2017, 02:21

Etwas gutes muss sich nicht immer lohnen. Umweltschutz darf auch mal was kosten. PV, Wasser- und Windenergie ist in meinen Augen ein nicht unerheblicher Beitrag zum Umweltschutz.
Liebe Grüsse
Snuups

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Re: Das Öl wird doch nicht knapp

von KaJu74 » 24. Jul 2017, 13:51

Reinileini1959 hat geschrieben:Kurz zusammengefasst: Ziemlich viel falsch
Toll so einen Beitrag anzufangen. :roll:
Zum 2. Link, bitte im unteren Bereich über die 24h Zeitskala fahren und dann die Balken von der Regelung bei Kohle und Atom achten -> selbst an einem Tag, an dem nicht viel Wind und Solar-Strom produziert und eingespeist wird, regeln die gemäss Deinen Ansagen nie regelnden Erzeuger einiges aus, Deine Aussage stimmt also nicht.
Du nimmst also den geringeren Verbrauch in der Nacht als Grundlage, dass Atom und Kohle gut regeln?
Nimm mal den Zeitraum 8-14 Uhr, da regeln die Dinger fast nicht.
Zu dem Argument Wind und Solar ergänzen sich gut noch der folgende LINK:

http://www.vernunftkraft.de/10-tage-im-januar-eine-analyse-im-land/
Du nimmst die Homepage eines EE Gegners als Basis für deine Fakten? Tolle Idee.
Gruß Karsten

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Re: Das Öl wird doch nicht knapp

von Stackoverflow » 24. Jul 2017, 15:25

Snuups hat geschrieben:Etwas gutes muss sich nicht immer lohnen. Umweltschutz darf auch mal was kosten. PV, Wasser- und Windenergie ist in meinen Augen ein nicht unerheblicher Beitrag zum Umweltschutz.


Ein sehr schöner Beitrag, dem muss man nichts hinzufügen.
LG G≡org
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Re: Das Öl wird doch nicht knapp

von Bones » 24. Jul 2017, 15:50

Das Problem an dieser Sache ist, dass diese Sichtweise vielleicht von 5% der Bevölkerung geteilt wird.
Ich denke für 95% ist der Preis immer noch das entscheidende.

Ich habe erst 10 Jahre im Einkauf gearbeitet und bin mittlerweile 10 Jahre im Vertrieb (Privat- sowie Businesskunden)

Geiz ist geil hat sich komplett festgesetzt.
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