Autonomes Fahren

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Re: Autonomes Fahren

von egn » 25. Mär 2018, 14:18

Es ist in den meisten Fällen nicht verboten Straßen an beliebigen Stellen zu überqueren. Das passiert tagtäglich. Man kann als Fußgänger in der Regel auch darauf zählen dass man von einem aufmerksamen Fahrer der noch 100-200 m entfernt ist, auf einer einigermaßen gut beleuchteten Straße entfernt ist, registriert wird und deshalb nicht überfahren wird.

Solche Situationen gibt es an den Straßen tagtäglich ohne dass was passiert, weil der Fahrer einfach etwas Tempo raus nimmt oder ausweicht.

Tatsächlich war es aber so dass das Auto sogar noch beschleinigt und ohne zu Bremsen oder Auszuweichen die Frau überfahren hat. :roll:
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Re: Autonomes Fahren

von CityEL » 25. Mär 2018, 15:31

Mathie hat geschrieben:Mich interessiert - wie wahrscheinlich viele hier - brennend warum das mit LIDAR und Radar ausgestattete Auto nicht rechtzeitig gehalten hat und ob die Frau im Auto einen Fehler gemacht hat.

Könnte es evtl. sein, daß das LIDAR abgeschaltet war?

Hintergrund meiner Vermutung ist, daß Waymo und Uber sich vor Gericht über die Waymo LIDAR Technologie stritten.
 
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Autonomes Fahren

von NCC-1701 » 25. Mär 2018, 15:34

Ich möchte keinesfalls das Fahrzeug oder den Fehler verteidigen. Noch dazu wissen wir alle viel zu wenig über die Situation vor Ort. Aber dennoch ist das „einfach mal über die Strasse laufen“ ohne sich selbst um den Verkehr zu kümmern ein NoGo.
Wenn man ein Fahrzeug kommen sieht, sollte man erst recht nicht einfach laufen. Kinder erklärt man Sichtkontakt mit der Fahrer/in aufzunehmen. Ich beobachte in CH tag täglich Situationen, bei denen Fußgänger mit gesenktem Kopf auf dem Geweg laufen, sie kommen an einen Zebrastreifen und queren ohne den Kopf zu heben und den Verlehr zu prüfen, weil sie im Recht sind. Der Fahrer muß schon beim erkennen eines Fußgängeras auf dem Geweg in der Nähe eines Zebrastreifens auf Verdacht bremsen und extrem wachsam sein, weil die Situation schon alltäglich ist.
Ich habe gelesen, daß man in Städten in DE erwägt LEDs in die Straße einzubauen, die signalisieren ob die Ampel für Fußgänger grün oder rot ist, nur damit der Kopf vom Handy nicht erhoben werden muß. Das ist einfach unglaublich. Damit vermittelt man dem Fußgänger nicht gerade, dass auch er aufzupassen hat. Diese Situationen bringen mich zu der Aussage, dass wir lernen müssen die Schuld nicht immer dem Fahrzeuglenker automatisch in die Schuhe zu schieben und das trifft dann ganz besonders selbstfahrende Fahrzeuge. Die können mit noch so viel Sensoren irgendwann auch nicht mehr jede Handlung eines unachtsamen Fußgängers vorhersagen.
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Re: Autonomes Fahren

von M3-75 » 25. Mär 2018, 17:21

Da ist was dran, insbesondere wenn man sich vorgestellt, das z.b. der Fahrer mit einem voll besetzten Fahrzeug ausweichen muss und dabei Insassen verletzt werden.
Der Fahrer müsste seine Familie bewusst gefährden, weil er den schwächeren Verkehrsteilnehmer schützen muss.
Und selbst wenn es dabei nicht zum Personenschaden kommt, bleibt er unter Umständen auf dem Schaden sitzen, wenn wer z.b. statt in den Radfahrer in geparkte Fahrzeuge fährt.
 
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Re: Autonomes Fahren

von plock » 25. Mär 2018, 17:45

Das stimmt nicht ganz. Um bei dem Beispiel mit dem Fahrradfahrer zu bleiben: wenn der Fahrradfahrer, dem ausgewichen werden musste, die gefährliche Situationen herbeigeführt hat, bleibt der Fahrer des Autos nicht auf einem eventuellen Schaden sitzen, er kann den Fahrradfahrer verklagen.
Das gilt natürlich auch bei anderen Verkehrsteilnehmern, man muss den Verursacher nur identifizieren können.
 
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Re: Autonomes Fahren

von NCC-1701 » 25. Mär 2018, 21:03

...und einen Richter finden, der den vermeintlich „Schwächeren“ verurteilt. Das soll es in der Tat geben, ist aber eher Glückssache. Recht haben und Recht bekommen ...
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Re: Autonomes Fahren

von Leto » 25. Mär 2018, 22:46

Leute. Menschen machen sowas. In jedem Alter. Drum haftet der der eine solche 2t Maschine hält in Deutschland und kann sich auf andere Schuldige entlasten. Autos sind mit Menschen als Führer schon gefährlich, mit völlig unreifen Systemen und ungeeigneten Überwachern des Gesamtsystems sind sie inakzeptabel. Uber trägt hier die Verantwortung für mich, egal wer die Schuld trägt. Diese Experimente auf öffentlichen Straßen gehören sofort eingestellt bis Tests und Zulsssungskriterien definiert sind die einen einigermaßen sicheren Betrieb erlauben und überwacht werden können. Nicht Menschen zu für autonome Fahrzeuge kompatiblem Verhalten aufgefordert (was nie passieren wird).

Autos sind eben keine Apps mit zweifelhaftem Nutzen bei denen kein Hahn danach kräht ob sie versagen. Das aber begreifen die New Economy Helden nicht.
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Re: Autonomes Fahren

von Adastramos » 26. Mär 2018, 22:37

Ich finde es hier im Thema so unsäglich, dass einige Beiträge weder auf die Technologie eingehen, Statistiken anhand eines Falles aufbauen, sich von Gefühlen hinreißen lassen und unreflektiert Vorurteilen. Ich wünsche mir bei solchen Diskussionen mehr konstruktive Gedanken, als Ressentiments und emotionalisierte Meinungen.

Fakt ist, dass das System die Frau mit Rad nicht rechtzeitig erkannte, keiner kann sagen, ob ein Mensch schneller oder besser reagiert hätte, gemäß der gesetzlichen Höchstgeschwindigkeit (45mph **), die das Fahrzeug um 5mph unterbot, wären die Reaktions- und Bremswege in beiden Fällen nicht einzuhalten gewesen.
Man muss sehen, dass die Dame direkt vor ein fahrendes Fahrzeug lief, direkt hinein; wäre man unvoreingenommen, könnte man auch einen Suizid als mögliche Absicht annehmen - allein aus der Sicht der Fahrzeugkamera.

Festhalten kann man soweit:

- Sicherheitsfahrer hatte keine Benachrichtigung einzugreifen
- Das System erkannte die Passantin auf der Fahrbahn nicht
- Die Frau lief direkt und ohne Vorsicht vor das Fahrzeug
- Die Geschwindigkeit lag bei 40mph, bzw. 65km/h oder 18m/s
- Es war dunkel oder zumindest dämmrig
- Die Radfahrerin war mit unbeleuchteten Rad unterwegs (oder hat jemand eine andere Info?)
- Lichtkegel und Infotainment des Fahrzeugs erschweren die Adaption des Fahrerauges an die dunkle Umgebung
- Das Level-4-System ist noch im Feldversuch

Wir haben hier eine Liste voll mit kritischen Aspekten, die einzeln und isoliert kein Problem sind, jedoch zusammen genommen ein hohes Gefahrenpotential haben und sich in Arizona in einem Unfall entluden. Das Steuerungssystem trägt genau den gleichen Anteil am Unfallhergang, wie die verunglückte Passantin.

Angesichts der Gefahren im Straßenverkehr und der grob 3200 Toten bei uns in Deutschland, im letzten Jahr, müssen wir auch erkennen, dass es keine absolute Sicherheit gibt und wenn die autonomen Fahrassistenzsysteme zu einer Reduktion von 10% führen würden, obwohl auch die Systeme keine vollständige fatale Unfallvermeidung gewährleisten können, wir in der Allgemeinheit trotzdem eine Verbesserung erzielen.

Die Frage ist nicht, ob die Systeme jeden Unfall vermeiden können, sondern, ob sie weniger Unfälle bauen, wie wir Menschen.

Alles Gute!

Edit: Danke für den Hinweis, hatte mich in der Geschwindigkeit vertan.
Quelle: ** https://www.nytimes.com/interactive/201 ... illed.html
Zuletzt geändert von Adastramos am 26. Mär 2018, 23:29, insgesamt 2-mal geändert.
Die Zeit lässt sich nicht aufhalten.
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Re: Autonomes Fahren

von Mathie » 26. Mär 2018, 22:47

@Adastramos Ich hatte gehört, dass der Wagen 38 oder 40 mph fuhr, je nach Quelle. In den meisten Berichten wird gesagt, dass das Limit 35 betrug, bei Google Strretview sieht man Bilder aus dem vergangenen Jahr, wo 45 mph ausgeschildert waren.

Was sind Deine Quellen?

Gruß Mathie
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Re: Autonomes Fahren

von Hein Mück » 27. Mär 2018, 09:19

Mathie hat geschrieben:@Adastramos Ich hatte gehört, dass der Wagen 38 oder 40 mph fuhr, je nach Quelle. In den meisten Berichten wird gesagt, dass das Limit 35 betrug, bei Google Strretview sieht man Bilder aus dem vergangenen Jahr, wo 45 mph ausgeschildert waren.

Ich habe bisher auch gelesen, dass das Fahrzeug zu schnell war. Angesichts der cheinbaren Diskrepanz der Höchstgeschwindigkeit 35 vs 45 mglw. veraltetes Datenmaterial - was kein gutes Zeichen wäre. Weiterhin soll das Sicherheitspersonal des Fahrzeuges von 2 (Verkehrsüberwachung vs. Systemüberwachung/-dokumentation) auf eine Person mit gleichem Aufgabenspektrum geschrumpft sein. Die Frage ist, ob Uber ihre Ergebnisse der Vergangenheit zu optimistisch interpretiert hat.

Bye Thomas
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