Kretschmann und die eMobilität

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Re: Kretschmann und die eMobilität

von Adastramos » 24. Jun 2017, 19:53

GalileoHH hat geschrieben:
Adastramos hat geschrieben:Du schimpfst auf die Verbots-Maierei und willst lieber Förderungen, wenn ich meinen Blick jedoch auf China oder Norwegen oder Kalifornien richte, sehe ich, dass Deadlines doch ein ganz guter Anreiz für die Industrie sein können, um neue Dinge ins Rollen zu bringen [...]

Du widersprichst Dir mit diesem Beispiel selbst. Norwegen hat weder durch Verbote noch durch Deadlines die heutige E-Auto Quote erreicht, sondern durch finanzielle Förderung.
Kalifornien genauso.
Wer meint, durch Verbote kann man seine Mitmenschen auf Linie bringen, der verkennt die Grundprinzipien der Demokratie. Im übrigen bin ich sehr froh, nicht in China zu wohnen.

Ob ich eine Quote einführe, die bei Nichteinhaltung Strafgebühren verlangt oder etwas mit hohen Steuern, Einfahrts- oder Verkaufsverboten belege spielt keine größere Rolle, im Gesamtbild. Norwegen fördert nicht nur massiv, es macht auch andere, dreckigere Mobilität teurer und erschwert den Verkauf durch hohe Steuern, übrigens möchten sie ab 2025 keine Verbrenner mehr zulassen, was faktisch einem Verkaufsverbot gleichkommt, wie es sukzessive in China geplant ist, auch Indien plant 2030 "verbrennerfrei" zu werden, die Niederlande, Schweden wären andere Kandidaten dafür. Alles undemokratisch?

Es ist auch zu kurz gedacht, dass Verbote etwas undemokratisches sind, Gesetze sind dazu da, um Dinge des öffentlichen Lebens zu Regeln. Meine angeführten Beispiele wie verbleites Benzin usw. unterstreichen das.
Wie war es denn mit dem Thema Katalysator oder Partikelfilter, als die Fahrzeugindustrie jammerte und an den Mehrkosten dachte zu ersticken? Auch da förderte die Gesetzgebung unser aller Gesundheit mit einem Verbot oder einer Richtlinie. Die Abgrenzung ist in dem Bereich fließend und lässt sich je nach Argument als Verbot oder eben Umwelt- bzw. Gesundheitsschutz beschreiben.

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Re: Kretschmann und die eMobilität

von Adastramos » 24. Jun 2017, 20:14

OS Electric Drive hat geschrieben:[...] Zumal ich weiter der Auffassung bin dass man sich die Low Range Vehicle mit weniger als10000km im Jahr genauer anschauen muss ob sich da EV überhaupt lohnt. [...]
Denk an den Smart, welcher auch als Benzindirekteinspritzer ein Vielfaches an Feinstäuben über der Abgasnorm liegt, dem NEFZ und daraus folgenden legalen Betruges (man nennt es auch ausnutzen der gesetzlichen Grenzen) geschuldet.
Solche Motortechnologie braucht es nicht, ich wäre bei dir, wenn man saubere Verbrenner auch als solche nutzbar hält, jedoch muss dann die Strafe des höheren CO2 durch den Hersteller bezahlt werden.

OS Electric Drive hat geschrieben:[...] Und Du glaubst, dass man 2030 ein Auto für 10.000€ mit 100kWh Akku verkaufen kann? Das halte ich für ausgeschlossen! [...]
Auch hier liegt ein Trugschluss vor, denn ein Auto für 10.000 Euro wird im seltensten Fall ein Neuwagen sein (auch wenn es sie gibt) und all die -mich z.Z. eingeschlossen- die die Kosten einen Neuwagens nicht zahlen können, kaufen sich einen Gebrauchtwagen für 5.000 Euro und sind froh über bezahlbare Mobilität.
Also, es geht darum, die Zulassung von Verbrennungs-Neuwägen ab 2030 zu limitieren, nicht darum, Verbrennungsmotoren allgemein zu verbieten! Der Gebrauchtwagenmarkt wird jedoch auch bei den eFahrzeugen bis dahin steigen und Fahrzeuge anbieten können, die bezahlbar sein werden.

OS Electric Drive hat geschrieben:[...] VERBOTSPARTEI eben nicht und mit Gender und CO auch nicht! [...]
Und schon wieder, dein "Gender und Co" ist nötig in der Diskussion, weil man sich dadurch von einer Spartenpartei zu einer hinentwickelt, die das ganze Spektrum des gesellschaftlichen Lebens abdeckt. Die Grünen sind doch heute mehr, als eine reine Umweltpartei, es geht um Bildung, um das Sozialleben, um Beschäftigung, um Absicherung usw. Genau darum zählen auch Themen wie Gender-Mainstream, Gleichstellung dazu. Es schafft Freiheiten und Akzeptanz für Minderheiten der Bevölkerung, damit diese nicht unter die Ränder der Allgemeinheit gerät, dafür sollte man auch Sensibilisieren.
Der Veggie-Day ist eine schöne Idee, die jedoch unter Verunglimpfung litt und mit einem Ressentiment-geladenen, wütenden Mob zertrampelt wurde, ganz genau so, wie die eMobilität immer noch mit erschreckenden Vorurteilen zu kämpfen hat (Kretschmann lässt grüßen).
Mit dem Niveau einer Bild-Zeitung lassen sich solche Themen nicht umsetzen und wir sollten auch Abstand von einer derartigen Diskussionskultur nehmen. Es sollte um Sachlichkeit, um die Kraft von Argumenten, um die Schlüssigkeit und Belegbarkeit von Behauptungen gehen.

Ich denke auch, dass die technische Entwicklung einem Verbot zuvorkommt und die Diskussion sich vor 2030 entscheiden wird, jedoch muss der Industrie auch klar ein Fahrplan gezeigt werden, wie man sich das Thema in Zukunft vorstellt und was man bis zu einem Datum vorstellt. Anhand dessen schafft man Planbarkeit und wenn man sich nochmals vor Augen führt, dass Neuwägen im Schnitt um die 30.000 Euro kosten, dann wird sich bis dahin sicher jeder einen Wagen nach Wahl aussuchen können.

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Re: Kretschmann und die eMobilität

von Dornfelder10 » 24. Jun 2017, 20:51

OS Electric Drive hat geschrieben:Es geht darum WAHLEN zu gewinnen und zu REGIEREN... denn in der Opposition kann man eben NICHTS erreichen!

Da sprichst Du einen wunden Punkt bei mir an. Als ich das letzte mal die Grünen gewählt habe war das Ergebnis durchaus so dass Schwarz-Grün eine denkbare Koalition war. Das wäre mein Wunsch gewesen. Die feigen Grünen haben sich ernsthaften Gesprächen verweigert und haben sich angstschlotternd in die Oposition verpisst. Warum soll ich die feigen Ratten noch mal wählen? Die haben meine Stimme einfach weggeworfen.

OS Electric Drive hat geschrieben:.............. Und Du glaubst, dass man 2030 ein Auto für 10.000€ mit 100kWh Akku verkaufen kann? Das halte ich für ausgeschlossen!

Ich bin absolut davon überzeugt dass man 2030 (und auch deutlich früher) ein voll alltagstaugliches EV zu geringeren TCOs bekommt als einen vergleichbaren Verbrenner. Ich bin auch davon überzeugt dass im "Premiumsegment" also alles was Audi, BMW und Mercedes verkauft der Elektroanteil in 2025 bei > 70% liegt. Ob die 3 genannten dann in diesem Segment noch eine Rolle spielen ist eine andere Frage.
Und im Jahr 2030 wird es völlig untypisch sein ein eigenes Auto zu besitzen - man nutz es nur noch und wird vom Auto gefahren.

Gruß

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Re: Kretschmann und die eMobilität

von OS Electric Drive » 24. Jun 2017, 20:58

Autos die in ihrem Leben kaum 60.000k fahren müssen GENAU unter die Lupe genommen werden ob sich da EV lohnt. Und dann nimm eben 15.000€ da gibt es schon jede Menge... an ordentlichen Kisten! Diese Menschen wollen auch Mobil sein und nicht von der Verbotspartei bevormundet werden. Und der Herr Mayer von der Mayer und Mayer GmbH fährt mit seinem PHEV mal eben nach Berin und ballert dabei mehr Sprit raus wie frau Müller im ganzen Jahr...

Das größte Problem ist doch dass eben der persönliche Fußabdruck hier viel zu kurz kommt. Ich hatte schon vorher mal gefragt, aber keine Antwort erhalten... Unser Haus ist aus Recycling Material, es ist ein Passivhaus, wir erzeugen Strom für 9 Mio Tesla km im Jahr mit Sonnen Energie... Jemand der in einem Haus aus Beton und Stein wohnt das nach EnEV gebaut wurde verballert wie viel CO2 mehr als wir? Ist völlig wurscht ob der ein EV fährt oder nicht!
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von OS Electric Drive » 24. Jun 2017, 21:05

Dornfelder10 hat geschrieben:
OS Electric Drive hat geschrieben:Es geht darum WAHLEN zu gewinnen und zu REGIEREN... denn in der Opposition kann man eben NICHTS erreichen!

Da sprichst Du einen wunden Punkt bei mir an. Als ich das letzte mal die Grünen gewählt habe war das Ergebnis durchaus so dass Schwarz-Grün eine denkbare Koalition war. Das wäre mein Wunsch gewesen. Die feigen Grünen haben sich ernsthaften Gesprächen verweigert und haben sich angstschlotternd in die Oposition verpisst. Warum soll ich die feigen Ratten noch mal wählen? Die haben meine Stimme einfach weggeworfen.

OS Electric Drive hat geschrieben:.............. Und Du glaubst, dass man 2030 ein Auto für 10.000€ mit 100kWh Akku verkaufen kann? Das halte ich für ausgeschlossen!

Ich bin absolut davon überzeugt dass man 2030 (und auch deutlich früher) ein voll alltagstaugliches EV zu geringeren TCOs bekommt als einen vergleichbaren Verbrenner. Ich bin auch davon überzeugt dass im "Premiumsegment" also alles was Audi, BMW und Mercedes verkauft der Elektroanteil in 2025 bei > 70% liegt. Ob die 3 genannten dann in diesem Segment noch eine Rolle spielen ist eine andere Frage.
Und im Jahr 2030 wird es völlig untypisch sein ein eigenes Auto zu besitzen - man nutz es nur noch und wird vom Auto gefahren.

Gruß

Bernhard


Genau darum geht es um Stimmen! Um Wahlen... In der Opposition ist halt nichts mit grüner Politik! Da kommt schwarz Gelb wenn man nur im linken Lager angelt... Dann geht es halt darum wer die viert stärkste Partei wird...

Homo Ehe gibt es auch mit der FPD als Erbe für den verstorbenen Guido... Dazu braucht man keine Grünen !!!

Und ja, im Premium Segment wird das EV schneller kommen... Und ja die TCO.. aber ich habe bereits vor drei bis vier Jahren gesagt, dass die Menschen in Deutschland eher 3-4k€ mehr ausgeben für einen Verbrenner als für ein EV!

Solange die Reichweiten nicht MINDESTENS dem Tesla S85 entsprechen können die TCOs sein wo sie wollen! Und dazu muss es auch >100kW Ladeleisstung geben...

Die Parkhäuser gehören zugeballert mit 5kW Steckern... Da braucht es keine EnBW Abzocke mit doofen Tarifen! Das braucht kein Mensch sowas!
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von OS Electric Drive » 24. Jun 2017, 21:06

Wenn meine Frau mit dem i3 nach Stuttgart fährt und dort laden muss, dann wird es richtig teuer! Da zahlt man dann mit Typ2 doch glatt 5€ in der Stunde ob nun Strom kommt oder nicht, und das auch noch auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz...
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von Dornfelder10 » 24. Jun 2017, 21:06

OS Electric Drive hat geschrieben:Das größte Problem ist doch dass eben der persönliche Fußabdruck hier viel zu kurz kommt. ...................


Ich sehe eben das Umweltthema nicht als den treibenden Faktor. Die technologische Entwicklung und der Preisverfall beim EV ist so groß dass ab spätetens 2025 ein EV dem Verbrenner kostenmäßig einfach überlegen sein wird. Und wenn die Vorstände bei ABM dass nicht begreifen dann müssen sie halt durch die Politik gezwungen werden. Das Festhalten am Verbrenner ist wie das Festhalten am Analogfilm, der Schreibmaschine oder dem Wählscheibentelefon - die Leute werden sich abwenden sobald die neue Technik konkurrenzfähig ist. Und das kommt deutlich vor 2030.

Gruß

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Re: Kretschmann und die eMobilität

von OS Electric Drive » 24. Jun 2017, 21:14

Bernhard... was fährst Du denn für ein Auto?
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von Adastramos » 24. Jun 2017, 21:21

@OS Electric Drive

Es liegt nicht am Fahrzeug, ob dieses 60tkm im Leben fährt, sondern um den Nutzer dahinter, es gibt auch S-Klassen, die nie mehr Kilometer sehen werden, tendenziell reißen Mittelklassefahrzeuge natürlich mehr Kilometer runter.
Mein Gebrauchter hat bereits 66tkm auf dem Tacho, ein Clio 3, keine große Kiste und wird vermutlich weitere 25-30tkm draufbekommen, bevor es dann endlich ein eAuto wird. Hätte ich eine Zoe bekommen, für die 5000 Euro, hätte ich sie genommen.

Egal ob Kleinwagen oder Oberklassefahrzeug, alle haben eine bestimmte Lebensdauer, die jedoch weit über 60tkm liegt, jeder Up!, Smart, Twingo, Adam usw. erreichen mit Wartung an die 200tkm. Also gibt es da kein Grund, warum diese Fahrzeugklasse nicht auch elektrifiziert werden sollten. Im Gegenteil die Lebensdauer würde durch einen solchen Antriebsstrang wesentlich erhöht werden, denn die Karosserie ist oft haltbarer, als Getriebe und Motor.

Deine Aussage mit dem Passivhaus beinhaltet doch keine Frage, was möchtest du denn fragen an der Stelle und was möchtest du denn gegenrechnen? Es geht vornehmlich um Verbrennungsmotoren und was im Jahr 2030 geschehen soll.

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Re: Kretschmann und die eMobilität

von Dornfelder10 » 24. Jun 2017, 21:22

OS Electric Drive hat geschrieben:Bernhard... was fährst Du denn für ein Auto?

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