Kretschmann und die eMobilität

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Re: Kretschmann und die eMobilität

von einstern » 24. Jun 2017, 09:27

Ich verstehe nicht, wie man so plötzlich in diesem thread komplett Kretschmer-blind werden kann. Das erste, was ich der alten Kalkrinde sagen würde ist, es gibt 80 Mio. Bürger mit Strom im Haushalt. Damit ist die Voraussetzung für potentiell 80 Mio Home Ladepunkten vorhanden.
Die Zahl der öffentlichen Ladestationen wird in Kürze die Tankstellenplätze überholen.
Die Emobilität ist gerade eben während er noch gesprochen hat zu einem Selbstläufer geworden. Es findet bei den Fzg eine dezent exponentielle Entwicklung statt. Die Ladepunktezahlen entwickeln sich seit Jahren stark monoton steigend und beinahe stabil linear.

Die Affinität zu der Panikmache "so viele Autos können nicht laden" liegt auf dem Niveau meines kleingeistigen Nachbarn "ja, aber, wenn alle EV fahren, wo kommt dann der ganze Strom her?"

Wir haben 2017. Man kann sehen, die Gesamtproblematik wird aufgebrochen.
1. Das Angebot an EVs nimmt stetig zu.
2. Ladepunkte daheim werden durch weitere Gesetzgebung begünstigt.
3. Arbeitgeber und Ladepunkte, ein großes Potential.
4. Öffentliche Ladepunkte sprießen hemmungslos und ohne Unterlass aus allen Bordsteinkannten. Schon bald ist nicht nur punktuell sondern auch in der Fläche eine benahe Abdeckung erfolgt. Der Anfang ist immer am schwierigsten.

Diese Kalkrinde ist so dermaßen auf Scheuklappe 2017 fixiert, dass er null Vorstellungskraft entwickeln kann, was in 2018 die Situation sein wird. Dem auch noch zu zutrauen, einen sinnvollen Gedanken weit jenseits seines Horizontes darzustellen, ist lachhaft.

Die Entwicklungen sind z.Z schnell und fliessend. Eine Diskussion in 2018 wird anders erfolgen als in 2017. 2020 liegt für linear denkende Menschen nicht in greifbarer Vorstellungskraft. Und 2030 ... vergiss es!

Wenn also ein Verbot für Neuzulassungen käme, dann lieber 2020.

Statt Verbote wäre eine Belohnungssteuerung sinnvoller. Beispielsweise Spritsteuer schrittweise rauf - Einkommenssteuer schrittweise senken. Dann braucht man auch nicht mehr über 2030er Nullnummern diskutieren.

Was die Grünen wollen, ist in der Absicht nicht verkehrt. Aber sie brauchen ein Tuning.
Beim Kretschmer kann man nicht mehr viel reparieren, ausser stetig adblue nachfüllen.
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von teslacharger » 24. Jun 2017, 11:52

Der Mann heißt Kretschmann. ;) Dass er technologisch mit Scheuklappen denkt und aus ihm auch ein gutes Stück Daimler-(Diesel-)Lobby gesprochen hat, sehe ich allerdings auch so, auch wenn er mit der Notwendigkeit des Ladeinfrastruktur-Ausbaus Recht hat.
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von Dringi » 24. Jun 2017, 13:05

Wer GRÜN wählt wird sich SCHWARZ ärgern.
Und wenn ich SCHWARZ wählen will, kann ich auch gleich das Original wählen.

Keine Ahnung wie es in BaWü ist aber in NRW hat es den Grünen auch das Genick mitgebrochen, dass man sich halt nicht konsequent von der Braukohle verabschiedet hat. Das Entresultat war, dass man dann um Stimmen gebettelt hat um überhaupt noch über 5% zu kommen.
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von Dringi » 24. Jun 2017, 13:12

Ein Gastkommentar von Anton Hofreiter bei n-tv.de:

Das Ende des Verbrennungsmotors - So ist 2030 machbar

Wenn ich böse wäre würde ich sowas schreiben wie: Hier sieht man, warum Hofreiter die Grünen niemals zur Regierungsbeteiligung bringen kann. Nicht (gute) Argumente sind gefragt, sondern einfache Stammtischparolen wie die des Herrn Kretschmann, weil die viel enfach zu "verstehen" sind. :roll:

Ergänzung: Auf SPON gibt es hierzu den "Meinungskompass". Aktuell 74% sagen, dass Kretschmann Recht hat. Nur 20%, dass er Unrecht hat.
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von Helmut1 » 24. Jun 2017, 13:33

Ich verstehe die Aufregung nicht.
Wenn man sich die Realität bei den Autozulassungen (Abgasskandal) anschaut dürfte doch ein Verbrennerverbot 2030 etwa so aussehen:
Das KBA erteilt die Zulassung wenn das Fahrzeug es schafft per elektrischen Anlasser im Labor das Auto ein paar Meter vorwärts hoppeln zu lassen.
Konnten meine früheren Autos mit Handschaltgetriebe auch schon.
Dieser Feature auch technisch bei Automatikautos zu ermöglichen dürfte die deutsche Autoindustrie nicht überfordern. :roll:

Falls doch, müssten halt die Lobbyisten durchsetzten, dass per technischer Definition bei einem Auto alle Motoren zusammengezählt werden.
Etwa so: 100 E-Motoren für Fensterheber, Sitzverstellung..., ... usw und ein Verbrenner der da irgendwo vorn am Getriebe angedübelt ist.
In der Summe ist das Auto nur zu 0,01 Verbrenner. Gerundet also 0 Verbrenner. :idea:
M3 reserviert am 31.3 vormittags in Hamburg (Bei Ladenöffnung in der Schlange gestanden).
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von TArZahn » 24. Jun 2017, 13:51

Dringi hat geschrieben:Ein Gastkommentar von Anton Hofreiter bei n-tv.de:

Das Ende des Verbrennungsmotors - So ist 2030 machbar



Ein sehr guter und in allen Argumenten nachvollziehbarer Artikel. Wenn er doch endlich mal zum Friseur gehen würde...- :mrgreen:
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von OS Electric Drive » 24. Jun 2017, 14:43

Ich fahre gerade über den Fernpass... ich habe keinen einzigen Tesla gesehen aber zig 3er Touring mit Dachbox und Fahrräder oben oder hinten drauf. Wohnwagen ohne Ende... in Affi habe ich gesehen wie ein MX den Wohnwagen abgehängt hat und dabei gleich noch ein Auto beschädigt. Diese Summen Spiele die hier manche machen sind für mich schon sehr befremdlich. Sollen jetzt alle ihren Wohnwagen verkaufen? Soll jetzt ein 3er BMW mit 120kWh Akku kommen?
Verbote sind das dümmste was es gibt und damit bekommt man keine 10%.
Es braucht ein Fördermodell das funktioniert.
Am Fernpass hat es 4 Schnelllader und am Brenner eine einzige 50kW Säule
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von tvdonop » 24. Jun 2017, 15:26

OS Electric Drive hat geschrieben:Sollen jetzt alle ihren Wohnwagen verkaufen?

Au ja! Das wäre doch wirklich mal wirklich ein zivilisatorischer Fortschritt...
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von Adastramos » 24. Jun 2017, 15:48

@OS Electric Drive:
OS Electric Drive hat geschrieben:[...] Palmer und Kretschmann haben es halt drauf. Man braucht halt eine normale Einstellung uns kein weltfremde Weltbild...
OS Electric Drive hat geschrieben:[...] WENN wir mehr als 10% wollen brauchen wir Stimme aus dem bürgerlichen Lager. Und das geht nur mit Realismus...

Du fährst laut deiner Angabe mehr als nur ein eAuto und hast sicher ein wirklich bedeutend größeren Erfahrungsschatz was das Leben mit eAutos betrifft, als ich, der noch überhaupt kein eAuto besitzt. Dennoch frage ich mich, warum du den eMotor einem Verbrenner vorziehst?

Desweiteren, wenn du vom Brenner sprichst, mit den ganzen Mittel- und Oberklassewägen, dachtest du auch daran, wieviele eFahrzeuge überhaupt in der Gesamtmasse des Verkehrswesens unterwegs sind? Gab es ein voll funktionierendes, weitvernetztes Schienenverkehrsnetz, gleich ab dem ersten, oder sagen wir auch gern ab dem zehnten Jahr der Eisenbahn? Oder wir können anstelle auch das Tankstellennetz nehmen. Und jetzt die Frage, wann startete das Supercharger-Netz denn? Seit gerade mal fünf Jahren! Und wo stehen wir heute, wo können wir alle komfortabel hinfahren und wie wird es in fünf weiteren Jahren aussehen? Oh, hoppla, dann ist ja erst 2023 und wir hätten sieben weitere Jahre nochmals vor uns!

Vor uns liegen bis 2030 sage und schreibe 13 Jahre, 13 Jahre die wir bislang im Aufkommen von vollelektrischen, alltagstauglichen Fahrzeugen noch garnicht erlebt haben. Vor uns liegt eine Zeit in der es weit einfacher und kostengünstiger ist, Ladesäulen aufzubauen als weitere Tankstellen, gleich ob fossile Brennstoffe oder Wasserstoff. Wir erleben wie Photovoltaik bald (wenn nicht jetzt sogar schon) günstiger Strom produziert, als durch Kohle oder Uran. Hätten wir heute vor 13 Jahren denn in der Retrospektive erwartet oder uns überhaupt vorstellen können, was ein kleines Startup aus den USA bewirken kann?

Du schimpfst auf die Verbots-Maierei und willst lieber Förderungen, wenn ich meinen Blick jedoch auf China oder Norwegen oder Kalifornien richte, sehe ich, dass Deadlines doch ein ganz guter Anreiz für die Industrie sein können, um neue Dinge ins Rollen zu bringen oder meinst du, dass verbleites Benzin, FCKW, Astbest, der Sicherheitsgurt, und weitere gefährliche Stoffe oder mangelnde Sicherheitseinrichtungen gekommen wären, wenn es eine freiwillige Verpflichtung gegeben hätte oder eine Förderung von Alternativen? Manche Dinge sind zu groß und gefährlich, als dass man sich lange denen gegenüber aussetzen sollte und da greifen Verbote. Kannst du es verantworten, wenn 2030 Menschen immernoch an Auspuffschadstoffen erkranken und unser Klima belastet wird? Ich kann und will das nicht.
Schauen wir auf Norwegen, hast du Bedenken, dass die Norweger 2030 alle nicht mehr mit dem PKW reisen können? Dass sie nichtmehr vom Fleck kommen, weil keine Lademöglichkeiten bestehen? Ich habe da keine Zweifel und warum? Weil die Politik klare Regeln setzt und aufzeigt, wie die neuen Herausforderungen gelöst werden sollen.

Wenn unsre Politik es nicht schaffe Akzeptanz und Verständnis für Lösungen zu bieten, wozu brauchen wir denn dann noch Politiker? Normale Beamte würden exakt die gleiche Funktion übernehmen oder besser noch Computer, die funktionern ausgesprochen gut in automatisierbaren Tätigkeiten.
Wenn es die Grünen nichtmal schaffen, für eine ökologischere Vision der Mobilität in der Bevölkerung zu werben, mit handfesten Argumenten, mit dem Willen zur Verbesserung, mit einer Utopie im Kopf, die Menschen hier im Land zu motivieren, warum sollte ich sie dann überhaupt wählen, wenn der Unterschied zu schwarz, rot oder blau kaum mehr wahrnehmbar ist?
Warum sollte ich einem Herr Kretschmann beipflichten, nur weil er billige Parolen ausspuckt, das ist kein Realismus mehr, das ist blanker Opportunismus - um die Wählerstimmen der Minderbemittelten und Verängstigten zu erhaschen, sich hinreißen zu lassen, von der einfachen und billigen Industriebeeinflussung. Das ist keine Verschwörungstheorie, das ist realer Alltag, wir sehen es Tag-ein-Tag-aus im Abgasskandal, auf deutscher Ebene, wie auch in der EU.

OS Electric Drive hat geschrieben:[...] wollen Sex auf Rezept ehe für alle irgebdwelches Gender zeugs und sind fernab jeglicher Realität.

Auf die Gefahr hin, dass es nicht zum Thema passt, ich es jedoch aus menschlicher Sicht dennoch ansprechen will. Auch bei diesen Themen muss ich dich fragen, ob du überhaupt den Hauch einer Ahnung hast, um was es bei diesen Themen geht? Was "Sex auf Rezept" bedeutet? Was hinter "Gender Zeugs" oder "Ehe für alle" steckt und warum das "fernab jeglicher Realität" sei?

Ich hab den Eindruck, dass solche Stammtischparolen doch mehr Personen ansprechen, als man ohnehin annehmen mag. Welche dann unreflektiert, verallgemeinernd und beinahe böswillig andere Induviduen außerhalb ihres Lebenskreises missachten.

Alles Gute!
Die Zeit lässt sich nicht aufhalten.
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von harlem24 » 24. Jun 2017, 16:40

Ich finde den Hofreiter ja auch eher anstrengend, aber der Kommentar bei NTV ist absolut nachvollziehbar.
Es ist ja nunmal leider so, dass die Konzerne nur auf Druck reagieren, was passiert, wenn man ihnen nicht genau genug auf die Finger schaut, hat man in diversen Skandalen gesehen und nicht nur beim Dieselbetrug!
Änderungen kommen nur wenn es klare Ansagen gibt, leider fehlen diese in der aktuellen Regierung komplett...
 
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