Kretschmann und die eMobilität

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Erleichtert auftrennen von Diskussionen

von founder » 24. Jul 2017, 10:54

Healey hat geschrieben:@founder
Du hast oft die Tendenz, die Überschriften in den Threads zu ändern, ich möchte Dich bitten dies in Hinkunft nicht mehr zu machen. Auch wenn Volker selbst darauf "reingefallen" ist.


Und mich ärgert, dass andere das nicht tun, wenn sich in einer Diskussion auf einmal eine andere Diskussion auf tut.

Healey hat geschrieben:Das hier schön längst am ursprünglichen Thema vorbeidiskutiert wird ist ein anderes Kapitel.
LGH


Richtig, und genau deswegen habe ich den Titel geändert.
Das erleichtert es sehr innerhalb einer Diskussion verschiedenen Unterdiskussionen zu folgen,
oder eine neue Diskussion aus der alten abzutrennen.

Das ist kein Fehler, das ist ein Feature.
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Re: Passivhaus ist nicht genug

von founder » 24. Jul 2017, 11:11

volker hat geschrieben:
founder hat geschrieben:Aber schauen wir mal auf die meisten Passivhäuser, wo ist da Dachfläche für 25 kW Peak?


Das Passivhaus wird auch durch die Bewohner geheizt und durch die elektrischen Verbraucher, die sie benutzen. Daher kann man ein PH nicht mit beliebig großer Wohnfläche aber wenig Bewohnern ansetzen. Und irgendwo ist auch die Grundstücksfläche begrenzt, besonders im Ballungsraum. Auf dem flachen Land gibt es Platz, sicher, aber wo sind dort die Jobs, mit denen man so einen Neubau finanzieren kann?

Und wir reden hier über Einfamilienhäuser oder Reihenhäuser. Passivhaus geht noch als Mehrparteienhaus in Etagenbauweise - die Tiefgarage thermisch zu entkoppeln wird aber schon schwierig. Und dann noch als Plusenergiehaus - geht das noch? Ich kenn kein solches Projekt, würde gerne mehr dazu wissen.

Wir haben PH (14,5kWh/m²a nach PH-Berechnung) mit Wärmepumpe und PV 10kW peak. Heute würde ich den Giebel um 90° drehen (Ost-West-Dach) statt nur die Südhälfte zu belegen. Aber dann sind auch keine 25kW peak drin.


Und hier wären wir wieder bei den Hauptthema, Verfehlungen Grüner Politik.
Die Grünen haben jahrzehntelang gepredigt "Der Strombedarrf wird sinken". Hier Februar 2014 Hans Josef Fell.

Bis 2010 war Solarstrom die teuerste erneuerbare Energie. Also hat man bei der Planung zuerst die billigen verwendet und dann erst die teuerste.
Bei der Annahme eines sinkenden Strombedarfs blieben gerade noch 70 GW PV-Ausbau für Deutschand übrig.
1992 traf ich in meinem Buch "Aufstieg zum Solarzeitalter" die Annahme, dass der Strombedarf von 500 TWh 1990 auf 1200 TWh 2040 steigen wird.
Dafür setzte ich 900 GW PV-Ausbau in Deutschland an.

Meine These von 1992 wurde erst 2016 durch die Studie "Sektorenkopplung" von Professor Volker Quaschning voll bestätigt.

Die Folgen von "Der Strombedarf wird sinken" sind die Zerschlagung der deutschen Solarindustrie und 1/4 Jahrhundert keine Forschung in der Solararchitektur.

70 GW PV kann man in Deutschland problemlos unterbringen.
900 GW hingegen erfordern extremster Solararchitektur, die ich erstmals 1991 mit dem GEMINI bewohnbaren Sonnenkraftwerk und der GEMINI Struktursiedlung zum Ausdruck brachte.

2011 gab es dann mit dem solaren Bauland einen neuen Ansatz.

Hohe Bevölkerungsdichte 100 Einwohner pro Hektar und 55% Flächenabdeckung mit leicht nach Süden geneigter Photovoltaik.
1,5 m² Photovoltaik pro m² Wohnfläche.
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Re: Passivhaus ist nicht genug

von tripleP » 24. Jul 2017, 11:16

sunnehus hat geschrieben:Ein paar Beispiele aus der Schweiz:
http://jenni.ch/solar-mfh-2_3.html


Dieses System war mal in der Vergangenheit eine Möglichkeit. Mit der heutigen Technologie aber obsolet.

Im Neubau Sektor besser ein echtes Passivhaus, wenn möglich mit Normheizlast kleiner 10W/m2, möglichst wenig Technik.
Dazu dann "aktive" Komponenten, also PV und auf keinen Fall ST.
Je nach Anwendungsfall mit Eigenverbrauch, evtl. "Winteroptimiert", sprich Süd und steil.
Also Bonus kann immer noch ein chemischer Speicher rein.

Viel günstiger als das System "jenni" mit den Monsterwassertanks, das kostet richtig Geld und Platz, dazu ist es "nur" Wärme.

OT Ende. Evtl. müsste man wieder ein neuer Thread machen, es scheinen viele Interessierte hier zu sein.
Model S P85D 04/15. Model X90D 12/16.
PV 23kWp, 12kWh Batterie (bald 18kWh), Intelligente Steuerung PV/Haus/Heizung/Ladestationen
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Re: Passivhaus ist nicht genug

von founder » 24. Jul 2017, 18:29

tripleP hat geschrieben:
sunnehus hat geschrieben:Ein paar Beispiele aus der Schweiz:
http://jenni.ch/solar-mfh-2_3.html


Dieses System war mal in der Vergangenheit eine Möglichkeit. Mit der heutigen Technologie aber obsolet.

Im Neubau Sektor besser ein echtes Passivhaus, wenn möglich mit Normheizlast kleiner 10W/m2, möglichst wenig Technik.
Dazu dann "aktive" Komponenten, also PV und auf keinen Fall ST.
Je nach Anwendungsfall mit Eigenverbrauch, evtl. "Winteroptimiert", sprich Süd und steil.
Also Bonus kann immer noch ein chemischer Speicher rein.

Viel günstiger als das System "jenni" mit den Monsterwassertanks, das kostet richtig Geld und Platz, dazu ist es "nur" Wärme.

OT Ende. Evtl. müsste man wieder ein neuer Thread machen, es scheinen viele Interessierte hier zu sein.


Das Haus Jenni schaffte es schon 1992 in meinem ersten Buch erwähnt zu werden

Mehr als 30 Grad vom Äquator entfernt wird der Sommer/Winter Ausgleich zu einem immer größeren Problem.

Mit der Strom nach Methanumwandlung ergeben sich für den Bereich Deutschland und Österreich folgende Parameter:

* Die Photovoltaik wird so ausgelegt, dass der maximale Tagesertrag an einem sonnigen Sommertag den Tagesbedarf 3-fach übersteigt.
* Der Überschuss wird zur Methanerzeugung genützt

Bei meinem 100% erneuerbare Energiemodell für Deutschland ergaben sich dabei

1500 TWh Stromerzeugung
1200 TWh Strombedarf
420 TWh Überschußstrom nach Methan der in 30 km³ unterirdischer Speicher gelagert wird.
120 TWh Strom werden im Winter zu Strom in GuD Kraftwerken
300 TWh Speicherverlust in der Umwandlungskette
Der Bedarf der Wintermonate Dezember und Jänner wird zu 50% aus Solar- und Windstrom gedeckt, zu 50% aus gespeicherten und verstromten Methan

Wegen der neuen Erkenntnissen zu den Speicherverlusten habe ich gegenüber 1992 900 GW meine Forderung zum PV Ausbau in Deutschand auf 1200 GW angehoben.
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von M3-75 » 24. Jul 2017, 18:45

Ein Ost West Verbund Netz um Tages Spitzen abzudecken und ein Nord/Süd Verbund ist keine Option? Mal abgesehen vom politischen tam tam.
 
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von OS Electric Drive » 24. Jul 2017, 19:05

Klar gab es die Idee des weltumspannenden Netzes vor vielen Jahren schon und eigentlich wäre das auch gar nicht so schwer da ja fast überall dort wo Strom gebraucht wird bereits z.T. gute Netze vorhanden sind. Das Problem ist aber eher aus den USA die Energie dann um den Globus zu transportieren. Ich denke da werden Batterien bald günstiger sein!

Fakt ist aber weiterhin dass Kretschmann Recht hat und das zeigt auch das Ergebnis der Studie die ich hier geteilt habe. Selbst meine Frau tut sich schwer eine Strecke von >100km alleine zu fahren mit dem i3 und jetzt? Soll ich ihr das übel nehmen dass sie auf den ganzen "Sch.." keinen Bock hat?
Klar kann ich ihr helfen dann die Strecke zu planen und alles zu organisieren aber der i3 zeigt halt bei viel Kurzstrecke im Sommer kaum über 100km im Display an. Kein Normaler Mensch will das und dann ist an jedem Rasthof nur ein CCS Lader... Super wenn der belegt ist.
Das ist auch der Grund warum ich mit dem Roadster nicht so gerne längere Strecken fahre, da halt der 44kW Lader schon zwei mal mit einem Chademo oder CCS Auto "blockiert" war und ich dann mit 7kW laden musste...
Solange die Akkus keine 60kWh haben bringt das alles nichts und selbst das ist für die meisten nicht akzeptabel und dafür gibt es gute Gründe!
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von founder » 24. Jul 2017, 20:03

M3-75 hat geschrieben:Ein Ost West Verbund Netz um Tages Spitzen abzudecken und ein Nord/Süd Verbund ist keine Option? Mal abgesehen vom politischen tam tam.


In dem von mir beschriebenen Szenario ist die Netzast maximal 300 GW und tritt an einem sonnigen Sommertag auf, wenn der Strom von 1200 GW Photvoltaik mitttels 4000 GWh Bufferakkus so eingeteilt wird, dass 24 h mit 300 GW an die nächsten Anlagen für die Strom Methanumwandlung geliefert wird.

Wenn 300 solcher Anlagen mit 1 GW Strom nach Methan und 500 MW Methan nach Strom existieren, dann kommt im Schnitt auf 1200 km² eine.
Der durchschnittliche Transportweg ist nur 20 km.

Als Kennzahl für die Stromleitungen nehme wir 300 GW * 20 km = 6000.

Jetzt zur Nord-Süd Leitung. Von großen Offshore Windparks in die Nordsee Strom im Schnitt 600 km nach Süden transportieren.
Über diese lange Leitung erreicht man aber die selbe Kennzahl schon mir nur 10 GW, weil eben 10 GW * 600 km auch 6000 ist.

Die derzeit geplante Leitung Nordsee nach Bayern soll nur 4 GW haben.
Anhand des Widerstands, den schon so eine Leitung auslöst, erscheint es unrealistisch, vielleicht mal 60 GW Windkraft aus der Nordsee
in ganz Deutschland zu verteilen.

Im Bundesland Salzburg in Österreich gibt es seit Jahrzehnten Streit um eine neue 380 kV Leitung.
Die ist nötig, weil man das Pumpspeicherkraftwerk Kaprun ausbauen möchte.
Zwischen den oberen und unteren Stausees soll ein weiterer Stollen mit 480 MW Leistung gebaut werden.

Aber 1 GW kriegt man nicht über eine 220 kV Leitung, die neue 380 kV Leitung wird mit allen erdenklichen grünen Mätzchen blockiert.
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von UTs » 25. Jul 2017, 00:11

OS Electric Drive hat geschrieben:Wieso das stimmt doch... weil ST gerade um Winter nicht taugt

Sicher hast Du recht: im Sommer weiß ich bei 10,5m2 Röhrenkollektoren nicht wohin mit der Wärme. Aber am 21.12. reicht es an einem wolkenlosen Tag gerade so für die Energie für das Warmwasser (8kwh).
Empfehlungslink: http://ts.la/ulrich4718
 
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von founder » 25. Jul 2017, 01:12

UTs hat geschrieben:
OS Electric Drive hat geschrieben:Wieso das stimmt doch... weil ST gerade um Winter nicht taugt

Sicher hast Du recht: im Sommer weiß ich bei 10,5m2 Röhrenkollektoren nicht wohin mit der Wärme. Aber am 21.12. reicht es an einem wolkenlosen Tag gerade so für die Energie für das Warmwasser (8kwh).


Vor der Antwort habe ich extra heraus gesucht wo Du wohnst und auf welchen Breitengrad Aachen liegt.

Für einen sonnigen 21. Dezember nehme ich mal an:

2 Stunden 50% Nennleistung
2 Stunden 35% Nennleistung
2 Stunden 15% Nennleistung

Auf 10,5 m² passen 2 kW Peak, die 4 kWh Strom liefern.
Da es um Warmwasser geht nehme ich nur eine Leistungszahl von 3 an, macht 12 kWh Wärme

Da ist natürlich die Frage, ob man nach den m² oder den Kosten gehen soll.
Für die gleichen Kosten wie 10,5 m² Vakuumröhren kann man deutlich mehr Fläche an Photovoltaik kaufen.
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von M3-75 » 25. Jul 2017, 07:02

Aka: Batterien billiger als Energie um den Globus - dann aber eher keine Lithium Akkus, denn da Zeigen die Rohstoffpreise eher nach oben, der winter-Speicher für ein EFH (4-6000kwh) dürfte kaum günstiger als 0.5mio Euro werden, illusorisch.
Funktioniert die "Salzwasser" Batterie und wäre das eine Option?
 
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