Kretschmann und die eMobilität

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Re: Kretschmann und die eMobilität

von Abgemeldet 06-2018 » 18. Jul 2017, 15:48

OS Electric Drive hat geschrieben:Ein Verbot für den Verbenner kommt einem politischen Selbstmord gleich ebenso wie andere sinnlose Verbote... unabhängig davon ob sie sinnvoll wären.


Ich gebe dir da grundsätzlich schon recht, aber es kommt halt auch immer drauf an wie man es aufzieht.

In einer Stadt wie München kann der Bürgermeister, zumindest rein politisch gesehen (die rechtliche Lage wird aktuell geprüft), problemlos für die Innenstadt ein Verbrennerverbot erlassen, weil diese Fahrzeuge jetzt schon dort bei den Anwohnern geächtet sind und weit über die Hälfte der Haushalte gar kein eigenes Auto besitzen. Gleichzeitig muss man aber die Flotten von Car2Go und DriveNow elektrisieren sowie Park & Ride ausbauen, damit die Leute sinnvolle Alternativen nutzen können.

Ein solch zunächst lokales Verbot, das genau das Gegenteil von politischem Selbstmord wäre, kann ein erster Schritt sein um das Bewusstsein hin zu einer besseren Welt zu verändern, wo die Gesundheit des Menschen mehr wert ist als die Quartalsgewinne zu maximieren.
Die Frage ist doch gar nicht ob ein Verbot kommt, sondern wie man so lange diesen Wahnsinn zulassen konnte.

Ich gebe zu, dass ein solch aufwändiges Projekt von den etablierten Parteien ganz sicher nicht aus Vernunft heraus umgesetzt würde, aber wenn die deutschen Gerichte und die EU die Daumenschrauben deutlich anziehen, dann wird das kommen, da bin ich mir absolut sicher.
Spätestens wenn es billiger wird E-Autos zu produzieren als Verbrenner und wenn harte Strafen für die Nichteinhaltung von Grenzwerten an der Tagesordnung sind, wird auch die Herstellerlobby das Thema geschlossen unterstützen.
Ihr werdet euch wundern wie schnell der Wandel plötzlich geht, wenn der Tipping Point erstmal überschritten ist und die Infrastruktur steht!
 
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von OS Electric Drive » 18. Jul 2017, 16:16

+1

Genau so sehe ich das auch. Wenn man eine große Menge hat die sich aktuell für ein Thema interessieren so kommt ein Verbot immer gut an. Ich denke dass man aber bis auf wenige Ausnahmen in keiner Talkshow auch nur irgendjemand finden kann der einen solchen Plan unterstützt. Im Gegenteil da hat man so viele Angriffspunkte und vor allem "keine" Antworten auf viele Fragen die da gestellt werden.

Zudem wird es weiterhin sehr viele Einsatzbereiche geben wo der Vebrenner einfach unschlagbar sein wird und von daher auch nicht ersetzt werden kann z.B. bei Kleinwagen!

Ich verstehe so oder so nicht was die ganze Diskussion soll. Mein Friseur fährt einen AMG 63 der verbraucht nur 11,5l, das sei doch für so ein Auto in Ordnung heißt es. Ein anderer fährt einen 911er und der braucht 9l das sei auch in Ordnung...

Jetzt aber mal zu den wichtigen Themen..

Ein anderer Fährt Smart und pendelt mit 6,5l 100km am Tag und kommt somit auf 25-30.000km im Jahr also 2.100l im Jahr. Der Porsche hat noch keine 2.500km auf der Uhr und ist ein Jahr alt und hat somit 225l Sprit verbraucht. Der AMG fährt rund 12.000km da er nicht zur Arbeit fahren muss sondern zu Fuß gehen kann verbraucht also 1320l Sprit.

Von daher ist es von größter Bedeutung die Menge an Sprit zu reduzieren und sich nicht an einer Antriebstechnik festzubeißen.

Und wenn Lieschen Müller mit dem Lupo 4300km im Jahr fährt warum in Gottes Namen soll sie ein E Auto fahren?

Das ist ja dann schon Erbsenzählerei. Ich habe es schon mal gesagt, es muss der Fußabdruck gelten.
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von volker » 18. Jul 2017, 16:30

OS Electric Drive hat geschrieben: Ich habe es schon mal gesagt, es muss der Fußabdruck gelten.


Dann wäre die Konsequenz eine CO2-Besteuerung. Die trifft durstige Kurzstreckenfahrer genauso wie Vielfahrer, die einen sparsamen Verbrenner nutzen. Beim E-Auto würde es zu Preisunterschieden beim Stromeinkauf führen.
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von OS Electric Drive » 18. Jul 2017, 16:34

volker hat geschrieben:
OS Electric Drive hat geschrieben: Ich habe es schon mal gesagt, es muss der Fußabdruck gelten.


Dann wäre die Konsequenz eine CO2-Besteuerung. Die trifft durstige Kurzstreckenfahrer genauso wie Vielfahrer, die einen sparsamen Verbrenner nutzen. Beim E-Auto würde es zu Preisunterschieden beim Stromeinkauf führen.


Auf jeden Fall macht es keinen Sinn eine Technik zu verteufeln. Nehmen wir mal den Strommarkt an. 100% EE ist aus heutiger Sicht absolut nicht sinnvoll. Die letzen paar % sind viel zu aufwändig. Da kann man locker ein paar MWh mit Gas darstellen, das tut keinem Weh. Viel wichtiger wäre, dass die Häuser nicht nach doofen KFW kritierien gebaut werden sondern nur noch Passivhäsuer aus Recycling Materialien .

Alleine der Unterschied in der grauen Energie zwischen einem konventionellen Haus und unserem würde mich Jahrzehnte noch einen Verbrenner betreiben lassen.
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von r.wagner » 18. Jul 2017, 16:43

volker hat geschrieben:
OS Electric Drive hat geschrieben: Ich habe es schon mal gesagt, es muss der Fußabdruck gelten.


Dann wäre die Konsequenz eine CO2-Besteuerung. Die trifft durstige Kurzstreckenfahrer genauso wie Vielfahrer, die einen sparsamen Verbrenner nutzen. Beim E-Auto würde es zu Preisunterschieden beim Stromeinkauf führen.


+1

A Pauschale Kilometerabgabe an den Tacho gebunden für alle KFZ für Erhalt der Infrastruktur, Mobilitätsnebenkosten, indirekten Kosten
B Abschaffung aller sonstigen Abgaben beim KFZ (Mauten, Steuern, auch Mineralölsteuer und sonstigen Schwachsinn, ...)
C Einführung einer deutlichen CO2 Abgabe auf alle Bereiche
D Einführung einer deutlichen Nuklearabfall Abgabe pro kWh Atomstrom

alleine schon die Einsparung bei der Verwaltung im Verhältnis zu heute würde zusätzlich einiges bringen.
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von Cupra » 18. Jul 2017, 18:08

OS Electric Drive hat geschrieben:Von daher ist es von größter Bedeutung die Menge an Sprit zu reduzieren und sich nicht an einer Antriebstechnik festzubeißen.


Sehr gut. Da sind wir mal wieder einer Meinung :D Und genau da kommen dann halt die hier ach so verhassten Plug-In Hybride zum Einsatz. Klar ist da immer noch ein Motor drin, aber wenn ich am Ende 80 % weniger Sprit gebraucht hab als ohne dann ist das doch super. Jeder km der elektrisch gefahren wurde ist ein Gewinn. Vielleicht kann man das später noch bezahlbar mit nem sauberen 2 Zylinder Diesel kombinieren, dass man dann im REX-Betrieb halt nur 3 Liter auf 100km braucht, und dann wäre allen geholfen. Und bis die dann hin sind gibt es halt die vollelektrischen Alternativen für alle 8-)
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von founder » 18. Jul 2017, 19:16

OS Electric Drive hat geschrieben:
volker hat geschrieben:
OS Electric Drive hat geschrieben: Ich habe es schon mal gesagt, es muss der Fußabdruck gelten.


Dann wäre die Konsequenz eine CO2-Besteuerung. Die trifft durstige Kurzstreckenfahrer genauso wie Vielfahrer, die einen sparsamen Verbrenner nutzen. Beim E-Auto würde es zu Preisunterschieden beim Stromeinkauf führen.


Auf jeden Fall macht es keinen Sinn eine Technik zu verteufeln. Nehmen wir mal den Strommarkt an. 100% EE ist aus heutiger Sicht absolut nicht sinnvoll. Die letzen paar % sind viel zu aufwändig. Da kann man locker ein paar MWh mit Gas darstellen, das tut keinem Weh. Viel wichtiger wäre, dass die Häuser nicht nach doofen KFW kritierien gebaut werden sondern nur noch Passivhäsuer aus Recycling Materialien .

Alleine der Unterschied in der grauen Energie zwischen einem konventionellen Haus und unserem würde mich Jahrzehnte noch einen Verbrenner betreiben lassen.


Strom nach Methan kann bei über 300 GW Photovoltaikausbau in Deutschland die Verwertung von Überschußströmen übernehmen.
So werden laut dem Buch "Calculation ERROR" für 100% erneuerbare Energie
300 GW Strom nach Methan
30 km³ Gasspeicher (derzeit 20)
150 GW GuD Kraftwerke benötigt
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von harlem24 » 18. Jul 2017, 20:31

Was ich jetzt noch nicht verstanden habe, warum soll ein Verbrenner besonders auf Kurzstrecken Vorteile haben?
Besonders kurze Strecken sind über kurz oder lang der Tot eines jeden Verbrenners und gerade dort können EVs jetzt schon problemlos eingesetzt werden.
Ich würde fast wetten, dass es in 10 Jahren kaum noch Klein- und Kurzstreckenwagen mit Verbrenner geben wird, spätestens dann, wenn die BEVs genauso viel kosten wie Verbrenner.
 
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von OS Electric Drive » 18. Jul 2017, 20:40

Eben nicht weil durch die aufwändige Erzeugung des Akkus etc eben km gebracht werden müssen. Da aber viele Autos kaum 70.000km auf die Uhr bekommen ist es hier aus heutiger Sicht negativ. Dennoch wollen Menschen ein Mindestmaß an Mobilität und keine 30 oder 40kWh sondern min. 60kWh. Und dann sieht es noch übler aus. Die Musik spielt eben anfänglich bei großen schweren Autos mit großem Einsparpotential. Was will Mann denn bei 5000km p.a. mit 4l Sprit gewinnen? Das sind die letzten 20% ... da hat das Passivhaus ha einen größeren Effekt oder endlich ein Verbot von Holzöfen.
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von OS Electric Drive » 18. Jul 2017, 20:41

Cupra hat geschrieben:
OS Electric Drive hat geschrieben:Von daher ist es von größter Bedeutung die Menge an Sprit zu reduzieren und sich nicht an einer Antriebstechnik festzubeißen.


Sehr gut. Da sind wir mal wieder einer Meinung :D Und genau da kommen dann halt die hier ach so verhassten Plug-In Hybride zum Einsatz. Klar ist da immer noch ein Motor drin, aber wenn ich am Ende 80 % weniger Sprit gebraucht hab als ohne dann ist das doch super. Jeder km der elektrisch gefahren wurde ist ein Gewinn. Vielleicht kann man das später noch bezahlbar mit nem sauberen 2 Zylinder Diesel kombinieren, dass man dann im REX-Betrieb halt nur 3 Liter auf 100km braucht, und dann wäre allen geholfen. Und bis die dann hin sind gibt es halt die vollelektrischen Alternativen für alle 8-)
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Wenn es 50% wären würde ich mich für PHEVs aussprechen. Meine Erfahrung zeigt aber dass es vielen schnell zu blöd wird das Ding immer einzustecken und dann beim Fahren den Akku Aufladen.
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