Kretschmann und die eMobilität

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Re: Kretschmann und die eMobilität

von Adastramos » 27. Jun 2017, 21:55

Je schneller BYD, LG Chem, Samsung SDI und Panasonic/Tesla ihre Batteriefertigungen aufziehen, desto schneller lässt sich Geld verdienen. In Polen soll von LG Chem ein Werk 2018 für 100.000 Fahrzeugbatterien (geschätzt je 40kWh, wegen 320km Reichweite) entstehen.
Artikel vom 10.10.2016: https://www.automobil-produktion.de/zul ... k-102.html

Samsung SDI will im gleichen Zeithorizont in Ungarn ein Werk für 50.000 Antriebsbatterien eröffnen.
Artikel vom 30.08.2016: http://europe.autonews.com/article/2016 ... in-hungary

Laut Musk würden 10 Gigafactories für den Weltbedarf ausreichen. Ende diesen Jahres, sollen die Vorhaben für drei oder vier weitere Fabriken (Fahrzeuge u. Batterien) von Tesla veröffentlicht werden und ich gehe nicht davon aus, dass die Bauzeit 13 Jahre betragen wird. Ich halte die Versorgung mit BEVs Richtung 2030 für weniger kritisch, denn der Stein ist ins Rollen gekommen und wenn wir bei mittlerweile 1% beim Marktanteil stehen und von einer Verdopplung der elektrischen Fahrzeugzulassungen ausgehen (Vgl. 05/16 zu 05/17 +159% nur BEVs*), bräuchte es ca 7 Jahre, um auf die 100% zu kommen, sprich 2024.

Das mag vllt. zu optimistisch sein, keine Frage, aber die Tendenz ist klar. Klar ist auch, dass der Weltmarkt bedient werden will, jedoch ist China auf eigenem Wege den Binnenmarkt abzudecken, was Indien machen wird ist auch noch spannend.
Es ist daher keine Utopie, dass es im Bereich des Möglichen liegt, linear dürfen wir hierbei nicht denken, denn vor 13 Jahren waren die Fortschritte von heute wahnhaft-undenkbar gewesen. Wir haben es hier mit Wirtschaftsinteressen seitens der Batteriehersteller zu tun und derjenige der mehr Fahrzeuge absetzen kann, wird auf Rang 1 stehen. Das ist auch die alte Schlacht zwischen VW und Toyota, wobei ich letzteren bessere Zukunftsvoraussetzungen zuordnen würde - das ist aber wieder eine andere Diskussion.
Und auch nicht zu vergessen, die schärfer werdenden Abgasvorschriften bezüglich 95g/km CO2 (ab 2021) und den WLTP (ab Sept) als +30% schärferen Zyklus, der Drang dazu wird größer und größer, zumal China ab 2018 die 8% Quote verlangt.

Quelle: * http://insideevs.com/german-ev-sales-may-2017/

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Re: Kretschmann und die eMobilität

von Dornfelder10 » 27. Jun 2017, 22:07

Adastramos hat geschrieben:Laut Musk würden 10 Gigafactories für den Weltbedarf ausreichen.

Nein, Elon Musk geht von etwa 100 GFs aus.
https://youtu.be/hpDHwfXbpfg?t=1665

Gruß

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Re: Kretschmann und die eMobilität

von CheapAndClean » 27. Jun 2017, 22:13

Adastramos hat geschrieben:Zudem werden 80% der fossilen Rohstoffe durch den Verkehr verbraucht.

Da irrst Du Dich aber gewaltig! Der Verkehr liegt, was CO2 angeht sogar noch hinter der Stromerzeugung (USA 2012)!

Bild
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von Adastramos » 27. Jun 2017, 22:39

@Dornfelder Danke für die Richtigstellung!

Abzüglich der 3-4 Werke die Tesla aufbauen will, wären die übrigen 96 tatsächlich eine Herausforderung, innerhalb von 13 Jahren, wenn wir die neuen Werke von LG Chem, Samsung SDI und Co dazu nehmen, hätten wir vielleicht 10% abgedeckt bis in die Mitte 2020er Jahre.

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Re: Kretschmann und die eMobilität

von Healey » 27. Jun 2017, 23:04

CheapAndClean hat geschrieben:
Adastramos hat geschrieben:Zudem werden 80% der fossilen Rohstoffe durch den Verkehr verbraucht.

Da irrst Du Dich aber gewaltig! Der Verkehr liegt, was CO2 angeht sogar noch hinter der Stromerzeugung (USA 2012)!

Bild

CheapAndClean, Du darfst gerne jedesmal eine Quelle anführen, das würde Dir niemand übelnehmen.
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von vaunet » 28. Jun 2017, 06:23

m3ntI hat geschrieben:Billiger werden die bei der Nachfrage sicherlich nicht, ganz im Gegenteil. Wenn jetzt auch noch andere Länder auf den Trichter kommen, ein solches Vorhaben umzusetzen dann gute Nacht.


Aber natürlich werden die bei einer größeren Produktion billiger. Gleiches passiert z.B. bei der Produktion des M3. Sobald etwas in größerer Masse hergestellt wird, wird es billiger.

Außerdem wird es bei der Entwicklung neuer Batterien sicherlich bald große Fortschritte geben. Sobald ggf. auch die großen Autohersteller auf den Zug aufspringen. Man sollte nicht vergessen, dass BMW im i3 im Prinzip schon jetzt die bessere Accu Technologie im Vergleich zu Tesla hat.

Dann gibt es noch das:
https://www.forbes.com/sites/jamesconca ... 4493164e62
https://en.wikipedia.org/wiki/Glass_battery

Die Entwicklung steht nicht still, und ich denke in 2022 haben wir ggf. schon wieder ganz andere Energiespeicher zur Verfügung als jetzt.

Hoffentlich.
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von Adastramos » 28. Jun 2017, 14:03

Muss mich nochmals richtigstellen, ich dachte nicht an Kohle und Gas als verbrauchten fossilen Rohstoff, mit diesen liegt der Transportsektor dann wohl bei ca. 30%. Danke für die besseren Infos!

Ich war gedanklich bei der Ölförderung und der Nutzung von Rohöl, wovon ca 70% nur durch das Verkehrswesen verbraucht werden*.
Bild

Klar ist auch, dass durch Skaleneffekte Batterien -wie jedes Produkt- günstiger werden, je mehr produziert werden, desto geringer werden die relativen Fixkosten für Anlagen, desto stärker machen sich die variablen Kosten für Material bemerkbar. Gleich ist es in der Herstellung von PKW, bei denen relativ gesehen die Werkzeug- und Maschinenkosten, trotz dass diese sehr teuer sind, wie z.B. bei Großpressen in die Millionen gehen können, einen kleinen Anteil der gesamten Produktionskosten tragen und Materialpreise weit schwerer in der Waagschale liegen.

Dennoch beteutet das wirklich, dass wir bis 2030 keine reale Möglichkeit auf emissionsfreie Mobilität haben, wie könnten wir uns das erschließen?

Quelle: *http://newsnet.scot/commentary/heres-secret-oil-running/

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Re: Kretschmann und die eMobilität

von m3ntI » 28. Jun 2017, 18:05

Aber natürlich werden die bei einer größeren Produktion billiger. Gleiches passiert z.B. bei der Produktion des M3. Sobald etwas in größerer Masse hergestellt wird, wird es billiger.

Außerdem wird es bei der Entwicklung neuer Batterien sicherlich bald große Fortschritte geben. Sobald ggf. auch die großen Autohersteller auf den Zug aufspringen. Man sollte nicht vergessen, dass BMW im i3 im Prinzip schon jetzt die bessere Accu Technologie im Vergleich zu Tesla hat.


Ich bezog mich auf die derzeitige Preisentwicklung der Rohstoffe, die man für die Batterien benötigt. Die laufen nämlich gerade dem allgemeinen Trend "wir machen einfach mehr, dann wird ja alles billiger" absolut entgegen.

2017 werden die Preise für Li-Ionen-Systeme steigen, sofern die jüngste Marktentwicklung für Material wie Cobalt nicht bereits eingepreist ist. Marktführer für Zellsysteme erhöhen aktuell die Preise. Cobalt ist zumindest anteilig in Mischoxidsystemen (NMC) enthalten. Solche Systeme sind die Basis für Li-Ionen-Batterien der deutschen Premiumhersteller der Elektromobilität.

Aus Sicht des Autors kann die Preiserhöhung kurzfristig mehr als 10% ausmachen, bereinigt um kurzfristige Markteffekte und basierend auf Absicherungsstrategien sollte sich der Effekt allerdings auflösen lassen. Mithin eher im Bereich von 10- 12 % sich erschöpfen, auch wenn die aktuelle Notifizierung darüber hinausgehen wird.

Mit Strom angetriebene Autos sind groß im Kommen. Sie sollen die Abhängigkeit vom Öl verringern. Für die Batterien der Fahrzeuge sind jedoch seltene Rohstoffe nötig, die es in Deutschland nicht gibt.

"Der globale Rohstoffbedarf an Cobalt könnte allein durch die steigende Nachfrage nach Lithium-Ionen-Akkumulatoren bis zum Jahr 2030 gegenüber 2006 um das 3,4-Fache steigen", heißt es in einem Positionspapier des BDI (2010) zu innovativen Antriebstechniken. Daraus resultierende Engpässe bei der Verfügbarkeit von Cobalt seien nur zu vermeiden, indem die weltweiten Förderkapazitäten rechtzeitig und in ausreichendem Umfang erweitert werden.

http://www.li-ionen-batterien.de/ad-hoc ... gen-cobalt

Zwar wird Lithium nicht an den Börsen gehandelt, sondern der Preis je Tonne wird zwischen den Fördergesellschaften und der weiterverarbeitenden Industrie festgelegt. Doch wird aus dem Preisindex des Londoner Analysehauses Benchmark Mineral Intelligence ersichtlich, dass der durchschnittliche Preis für Lithium allein im vergangenen Jahr um 60 Prozent gestiegen ist und sich seit 2014 mehr als verdoppelt hat.
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/lit ... 95194.html

„Wir sehen heute von deutschen Unternehmen, die Rohstoffe verbrauchen, leider nur wenig Engagement im Auslandsbergbau. Wir haben einen Tiefstpunkt erreicht“, sagt FAB-Geschäftsführer Martin Wedig. „Wir haben wenig Absicherungen beim Zugang zu Rohstoffen. Wenn sich die Preisspirale nach oben bewegt, wird es unsere Industrie hart treffen. Das gilt sowohl für Metallrohstoffe als auch für die so genannten kritischen Metalle, die für die Hightech-Industrie benötigt werden, zum Beispiel Indium, Gallium, Neodym und andere seltene Erden Metalle."

Angesichts der bereits einsetzenden oder sich abzeichnenden Preissteigerung etwa bei Kupfer, Eisenerz und Kokskohle sieht er die Zurückhaltung deutscher Unternehmen inzwischen sehr kritisch. Bei vielen Metallen fördere und verbraucht China bereits heute mehr als 50 Prozent des Weltaufkommens. Die Volksrepublik verkauft aber die Rohstoffe meist nicht auf dem Weltmarkt weiter, sondern benötigt sie für die Fertigung von eigenen industriellen Endprodukten. China will die Wertschöpfung im eigenen Land behalten.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen ... 81684.html

Die Chinesen wissen auf jedenfall schonmal wo der Hase hinläuft, die Deutschen sind wohl noch immer im Winterschlaf.
Grundlegende Fragen bezüglich des Recyclings sind ja auch noch nicht geklärt.

Hier übrigens mal eine nette Übersicht, was in so einem Batteriefahrzeug alles drin steckt:
https://power-shift.de/wordpress/wp-con ... litaet.pdf

Also entweder haben die bei Audi, Daimler, BMW und co. einen genialen, noch nicht genannten Masterplan, oder aber die kommenden Fahrzeuge werden ähnlich wie die Studien mit viel viel Liebe, Luft und Hingabe gebaut.
 
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von M3-75 » 29. Jun 2017, 07:00

Zumindest meine Recherche zeigt aber, das die Materialanteile im Modell s stark von den power-shift Daten abweichen.
Meine Quellen: Visual Kapitalist und Audi A6 life cycle Analyse.
Demnach ist im Tesla wesentlich weniger Alu als im Audi was den höheren Nickel Bedarf in etwa kompensiert, auch deutlich weniger stahl, ich fand das unerwartet ist aber bezüglich der Umweltbilanz erfreulich für Tesla.
 
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Re: Kretschmann und die eMobilität

von snooper77 » 29. Jun 2017, 08:20

M3-75 hat geschrieben:Zumindest meine Recherche zeigt aber, das die Materialanteile im Modell s stark von den power-shift Daten abweichen.
Meine Quellen: Visual Kapitalist und Audi A6 life cycle Analyse.
Demnach ist im Tesla wesentlich weniger Alu als im Audi was den höheren Nickel Bedarf in etwa kompensiert, auch deutlich weniger stahl, ich fand das unerwartet ist aber bezüglich der Umweltbilanz erfreulich für Tesla.


Woher weisst du denn, wie viel Alu in einem Tesla verbaut ist?
85D silber (blau foliert), 19", bestätigt 18.11.2014, VIN seit 16.02.2015, Produktion 02.04., Transport 08.04., Abholung 09.06.
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