Elektroautos: Preis-Schock für Stromkunden?

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Re: Elektroautos: Preis-Schock für Stromkunden?

von OS Electric Drive » 23. Jun 2017, 22:22

Sucseeker hat geschrieben:Panikmache. Deutschland hat in 2016 alleine 50 GWh exportiert die hier keiner gebraucht hat.
Teilweise verschenkt, teilweise noch etwas gezahlt, damit der Strom abgenommen wird.
Quelle: http://www.taz.de/!5366355/

Diese Menge reicht damit 10 Mio. E-Autos im Jahr jeweils 25.000 km fahren können (bei 20kWh/100km).


Grüße SuCseeker


Echt jetzt? Von Dir hätte ich da etwas mehr erwartet. Ala würde Laden und Export zusammen passen. Deine Aussage ist so sinnvoll wie das Thema Plus Energie Haus
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Re: Elektroautos: Preis-Schock für Stromkunden?

von tvdonop » 24. Jun 2017, 12:20

OS Electric Drive hat geschrieben:
Sucseeker hat geschrieben:Panikmache. Deutschland hat in 2016 alleine 50 GWh exportiert die hier keiner gebraucht hat.
Teilweise verschenkt, teilweise noch etwas gezahlt, damit der Strom abgenommen wird.
Quelle: http://www.taz.de/!5366355/

Diese Menge reicht damit 10 Mio. E-Autos im Jahr jeweils 25.000 km fahren können (bei 20kWh/100km).


Grüße SuCseeker


Echt jetzt? Von Dir hätte ich da etwas mehr erwartet. Ala würde Laden und Export zusammen passen. Deine Aussage ist so sinnvoll wie das Thema Plus Energie Haus

Dit vesteh ick jetz nich (wie der Berliner sagt)... Was hat det janze mit Ala(h) zu tun?
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Re: Elektroautos: Preis-Schock für Stromkunden?

von sdt15749 » 24. Jun 2017, 12:49

Der Vergleich mit dem Stromexport hinkt ein wenig.
Strom wird an wenigen Standorten ins Netz gespeist und die Transportwege für den Export sind auch sehr überschaubar und gut ausgebaut.

Natürlich reicht der Überschuss aus, aber die Ladestationen sind sehr verteilt im Land. Das Stromnetz muss den Strom also an viele Orte transportieren wo bisher nicht so viel Strombedarf war und daher ggf. auch nicht so viele Reserven existieren.

Das gleiche Thema haben wir ja bei Wind/Sonne - der darüber erzeugte Strom wird auch ganz woanders verbraucht und es fehlen Kapazitäten um ihn dort hinzutransportieren.

Insgesamt müssen die Netzbetreiber ihre Netze deutlich anpassen um die immer dezentrale Stromerzeugung und auch die geänderten Verbrauchsanforderungen erfüllen zu können. Da aber jede verbrauchte kWh dem Netzbetreiber Netznutzungsentgelte einbringt sehe ich nicht warum an diese Änderungen noch extra finanzieren müsste.
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Re: Elektroautos: Preis-Schock für Stromkunden?

von Fjack » 25. Jun 2017, 09:39

sdt15749 hat geschrieben:Strom wird an wenigen Standorten ins Netz gespeist und die Transportwege für den Export sind auch sehr überschaubar und gut ausgebaut.


Das ist falsch. Wir bringen Windstrom vom Norden über Polen und Tschechien in den Süden Deutschland. Das finden unsere Nachbarn nicht witzig und bauen Stromsperren (Phasenschieber) ein.

sdt15749 hat geschrieben:Das gleiche Thema haben wir ja bei Wind/Sonne - der darüber erzeugte Strom wird auch ganz woanders verbraucht und es fehlen Kapazitäten um ihn dort hinzutransportieren.


Richtig, es fehlen Leitungen und Puffer. Eine große Flotte an E-Cars kann leicht einen Puffer darstellen.
Zunächst nur als Strom senke, mit Steuerung und großen Akkus auch als Puffer für Lastspitzen.

sdt15749 hat geschrieben:Insgesamt müssen die Netzbetreiber ihre Netze deutlich anpassen um die immer dezentrale Stromerzeugung und auch die geänderten Verbrauchsanforderungen erfüllen zu können.


Insgesamt passt eine dezentrale Erzeugung besser zum Dezentralen Verbrauch als eine Zentrale Erzeugung.
Die dezentrale Erzeugung stört aber die Zentrale Erzeugung der G4, das ist das Problem.
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Re: Elektroautos: Preis-Schock für Stromkunden?

von sdt15749 » 25. Jun 2017, 10:48

@Fjack, wenn Du meinen ersten Absatz aus dem Zusammenhang reisst ist er natürlich falsch. Im nächsten Satz habe ich ja wohl selber angemerkt das mit der dezentralen Erzeugung die Anforderung anders sind.

Die Idee die Akkus der eFahrzeuge als Puffer zu nutzen hört sich interessant an, aber dazu müssten erstens ausreichend viele Fahrzeuge existieren und das Stromnetz müsste es auch ermöglichen diese als Puffer zu nutzen (also Laden und Entnehmen nach Lastsituation).
Genau das erfordert aber Änderungen die nicht so trivial sind. Zeig mir mal den P&R Parkplatz wo ich mein eAuto an eine Steckdose anschliessen kann während ich tagsüber im Büro bin und nicht jeder hat ein Eigenheim wo der Wagen nachts an der Wallbox hängt.
Und auch wenn alle eAutos am Netz angeschlossen wären, wüsste der Netzbetreiber nicht wo sie stehen und wohin er den Strom schicken kann. Genau diese "intelligente" Steuerung der Ladevorgänge ist notwendig damit der Netzbetreiber Einfluss nehmen kann wenn z.B. eine Leitung ausfällt und der im Netz vorhandene Strom "umgeleitet" werden muss.

Die dezentrale Erzeugung - die ich sehr begrüsse - passt nicht zum bisherigen Aufbau unseres Netzes und das ist auch nicht die Schuld der grossen Erzeuger. Über Jahrzente gab es fast nur zentrale Erzeugung und so ist deshalb auch das Netz gewachsen.

Leider ist dieser Umbau in einem Land wo jedes Bauvorhaben Jahre braucht nicht so schnell machbar.
Die G4 sind da nicht das Problem - hier spielen viele lokale Interessen eine Rolle, denn niemand möchte eine Überlandleitung vor der Tür haben.

Wenn ich die Situation in Italien (wo ich gerade bin) mit der in DE vergleiche muss ich aber sagen das wir in DE ein extrem gutes Netz haben. Versuch mal ausserhalb einer Stadt in Italien zu laden, das geht oftmals nur Nachts und dann auch nicht immer.
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Re: Elektroautos: Preis-Schock für Stromkunden?

von Wim » 25. Jun 2017, 11:09

die nutzung des akku der e-autos als puffer für die netze wird (so meine meinung) nur dann funktionieren, wenn, neben der lösung der technischen fragen, die akkus nicht im eigentum des fahrzeugbesitzers sind. sprich: bei mietakkus lässt der deutsche automobilist das eventuell zu. (das mietakku-konzept einiger anbieter scheint sich aber nicht durchzusetzen).
wer an jeder teslasäule noch andere stecker sehen möchte, der setzt sich sicherlich auch dafür ein, dass phev beim tanken auch strom ziehen können und rewe ihre eigenmarke nur anbieten darf, wenn sie auch die eigenmarken von edeka&co ins regal stellen
 
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Re: Elektroautos: Preis-Schock für Stromkunden?

von sdt15749 » 25. Jun 2017, 11:32

Ja, Wim, das ist das nächste Problem - wollen wir das unser Akku vielleicht nur zu 60% geladen ist wenn wir zum Fahrzeug zurückkehren???
Klar, für die täglichen Wege mag das reichen, aber woher will der Netzbetreiber wissen wohin ich als nächstes fahren möchte?

Klar könnte man das im Auto einstellen, macht die Sache dann aber noch komplexer.

Je länger ich darüber nachdenke desto mehr finde ich das das kein Thema ist was man kurz/mittelfristig angehen sollte.
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Re: Elektroautos: Preis-Schock für Stromkunden?

von tornado7 » 27. Jun 2017, 07:37

Ein signifikanter Puffereffekt ist bereits mit 5% der Kapazität von 5% der Flotte möglich. Also was die Flexibilität angeht völlig problemlos.

Als ersten Schritt werden wir m.M.n. Anbieter sehen, welche den Überschuss in einem speziellen EV-Tarif vergünstigt oder sogar gratis abgeben. Diese doch recht gewaltige Stromsenke im Inland (z.B. 50'000 E-Autos laden je 1 Stunde lang mit 4.6kW = 230 MWh) kann sehr attraktiv sein.
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