Energiewende: Power-to-Gas, gesetzliche Hemnisse

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Energiewende: Power-to-Gas, gesetzliche Hemnisse

von Mathie » 22. Mai 2017, 07:23

Habe im Tagesspiegel einen interessanten Artikel gefunden, warum nach Meinung des Autors, eines Juristen, der sich auf das Thema Energiewende spezialisiert hat, die Energiewende zwar bei Strom gut voran kommt, jedoch die Sektorenkopplung des Strommarkts mit Wärme und Verkehr aufgrund rechtlicher Hemnisse lahmt:

http://www.tagesspiegel.de/politik/ener ... 33776.html

Fokus liegt beim Autor auf Power-to-Gas. Ich bin bis dato davon ausgegangen, dass Power-to-Gas nicht in größerem Maßstab wird, weil es einfach unwirtschaftlich ist. Im Artikel heißt es, dass gesetzliche Hürden den Betrieb von Power-to-Gas-Anlagen durch Windparkbetreiber sehr stark einschränken würden und diese deshalb nicht wirtschaftlich betrieben werden könnten.

Ich kennen mich mit der Thematik nicht gut genug aus, um zu beurteilen, ob die Argumentation stichhaltig ist oder nicht. Wie sehen die Experten hier im Forum diese Thematik?

Gruß Mathie
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Re: Energiewende: Power-to-Gas, gesetzliche Hemnisse

von OS Electric Drive » 22. Mai 2017, 08:51

Power to Gas ist eine komplexe Industrie Anlage. Zu behaupten dass die im großen Maßstab NUR mach eventuelle kurzfristige lokale Überschüsse laufen kann halte ich aktuell für ein Märchen. Selbst wenn die Anlagen 24/7 laufen sind die weit von einem wirtschaftlichem Betrieb entfernt.
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Re: Energiewende: Power-to-Gas, gesetzliche Hemnisse

von tripleP » 22. Mai 2017, 14:50

OS Electric Drive hat geschrieben:Power to Gas ist eine komplexe Industrie Anlage. Zu behaupten dass die im großen Maßstab NUR mach eventuelle kurzfristige lokale Überschüsse laufen kann halte ich aktuell für ein Märchen. Selbst wenn die Anlagen 24/7 laufen sind die weit von einem wirtschaftlichem Betrieb entfernt.


In der Schweiz hat ein MFH eine solche Pilotanlage mit Power to gas (Wasserstoff und Brennstoffzelle). Das MFH Brütten von Schmid. Erstes autarkes MFH-Haus der Welt.

Gemäss den Erbauern, wurde alles mit vorhandener Technologie gebaut und soll kostendeckend (Baukosten<-->Mieteinnahmen) gewesen sein. (Obwohl ich das nicht glaube mit dem kostendeckend, da haben ein paar Firmen wohl einiges gesponsert).

Der erste Winter soll reibungslos geklappt haben, trotz des strengsten Januars seit ~20 Jahren.
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Re: Energiewende: Power-to-Gas, gesetzliche Hemnisse

von OS Electric Drive » 22. Mai 2017, 15:34

Ich habe nicht gesagt, dass das nicht grundsätzlich möglich wäre sondern eher darum wie das kostenmäßig gehen soll. Zudem bin ich in erster Linie von großen P2G Anlagen ausgegangen denn diese wären ja im Prinzip notwendig, da Erzeugung und Verbrauch nicht immer zusammen passt!
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Re: Energiewende: Power-to-Gas, gesetzliche Hemnisse

von Mathie » 22. Mai 2017, 19:40

OS Electric Drive hat geschrieben:Power to Gas ist eine komplexe Industrie Anlage. Zu behaupten dass die im großen Maßstab NUR mach eventuelle kurzfristige lokale Überschüsse laufen kann halte ich aktuell für ein Märchen.

Genau das ist ja - soweit ich verstanden habe - das Problem der aktuellen Rechtslage. Der Betrieb von P2G-Anlagen durch Windparkpetreiben ist lt. Artikel ja nur im Ausnahmefall zulässig, eine wirtschaftliche Nutzung der Anlage ist deshalb nicht möglich.

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Re: Energiewende: Power-to-Gas, gesetzliche Hemnisse

von OS Electric Drive » 22. Mai 2017, 21:25

Ich bezweifle das! Die Anlage kann mit den paar Stunden nicht wirtschaftlich laufen, unabhängig von der Rechtslage.
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Re: Energiewende: Power-to-Gas, gesetzliche Hemnisse

von Mathie » 22. Mai 2017, 22:43

OS Electric Drive hat geschrieben:Ich bezweifle das! Die Anlage kann mit den paar Stunden nicht wirtschaftlich laufen, unabhängig von der Rechtslage.

Es geht eben wohl nicht um die paar Stunden, die nach EEG zulässig wären, sondern um eine weitergehende Nutzung auch wenn der Strompreis an der Börse niedrig ist. Außerdem beklagt der Autor, dass Strom für P2G trotzdem mit Steuern und Umlagen belastet wird, auch wenn er quasi nur Zwischenprodukt bei der Erzeugung eines anderen Energieträgers ist. Zumindest habe ich den unten zitierten Absatz so verstanden.

tagesspiegel.de hat geschrieben:Doch Power-to-Gas Verfahren sind nicht wirtschaftlich, die rechtlichen Rahmenbedingungen geben ihnen schlichtweg nicht genug Rechtssicherheit: So schafft etwa Paragraph 27a des EEG 2017 ein „Eigenversorgungsverbot“ für Wind- und Solaranlagen, die an der Ausschreibung teilgenommen haben. Strom aus diesen Anlagen darf also nicht für eigene Power-to-Gas-Projekte des Betreibers eingesetzt werden. Zwar sind gerade bei Netzengpässen oder in Zeiten negativer Strompreise Ausnahmen ausdrücklich zugelassen, allerdings unter sehr engen Voraussetzungen. Abseits dieser Ausnahmen sind die Sanktionen gravierend – bereits ein auch nur marginaler Stromeigenverbrauch in einer Power-to-Gas-Anlage führt zu einem Wegfall der EEG-Förderung für das gesamte Kalenderjahr. Dies birgt erhebliche Betreiberrisiken und konterkariert die Möglichkeiten, die Energiesektoren sinnvoll miteinander zu verzahnen. Nur wenn der Solar- oder Windradbetreiber ganz aus der Einspeisevergütung aussteigt, kann er den Strom uneingeschränkt für Power-to-Gas nutzen. Aber selbst dann wird der Strom durch Umlagen und Steuern häufig viel zu teuer: Stromsteuer, Umsatzsteuer, EEG-Umlage und andere Preisbestandteile werden auf die eigentlichen Stromgestehungskosten aufgeschlagen. So rechnet sich die Nutzung von Strom für Wärme oder als Treibstoff nicht.

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Re: Energiewende: Power-to-Gas, gesetzliche Hemnisse

von OS Electric Drive » 23. Mai 2017, 06:01

Ich möchte erstmal eine Rechnung sehen wonach das funktioniert OHNE diese "BÖSEN" Umlagen. Dann glaube ich dass es dran liegen könnte!
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Re: Energiewende: Power-to-Gas, gesetzliche Hemnisse

von Eberhard » 23. Mai 2017, 09:58

Umlagen sind fällig, das ist richtig. Aber auch wenn man seine Wärmepumoe mit selbsterzeugten PV-Strom versorgt, wären auch die anteilige 40% EEG Umlage zu entrichten es sei, man ist davon befreit (<10kWp und < 10.000kWh EV)
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Re: Energiewende: Power-to-Gas, gesetzliche Hemnisse

von OS Electric Drive » 23. Mai 2017, 10:25

Wegen den paar Euro braucht Mann sich keinen Kopf zu machen. Ist viel zu über dramatisiert das Thema.
Ich würde mal gerne Fakten sehen wie
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