Elons Motivation

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Re: Elons Motivation

von m3ntI » 11. Mai 2017, 17:15

Was seine Motivation ist ?...Na dieselbe wie bei Peter Zwegat... er will einfach nur ins Fernsehen. :lol:
 
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Re: Elons Motivation

von Codo der Dritte » 12. Mai 2017, 00:08

Naheris hat geschrieben:Ich habe kein Problem damit, dass irgendjemand einen Privatjet nutzt. Aber einen Privatjet zu nutzen ist klimatechnisch ziemlich sicher noch schlimmer als mit Linienmaschinen mit zufliegen. Und bei einem selbsternannten Klimaretter, der die Mobilitätswende voran treiben will, koste es was es wolle, finde ich das halt schon etwas "inkonsistent".


Was ist los mit Dir?
Habe mich schon gefreut um einen elendslangen, ueber zwei Seiten, statistisch aufbereiteten Bericht zu bekommen, warum ein Privatjet mehr Kerosin verbraucht, als eine 747 und ueberhaut erst Elons :twisted:

Alles von Dir geschriebene ist eigentlich humbug, wenn Du, Dir, dein eigenes Zitat noch einmal verinnerlichst ;)

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Re: Elons Motivation

von Naheris » 13. Mai 2017, 18:35

Ist das Thema jetzt auch über mich oder was? :lol:
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Re: Elons Motivation

von Codo der Dritte » 13. Mai 2017, 19:36

sollte vielleicht auch in diesen Faden.

Gestern und Heute :D

https://www.youtube.com/watch?v=Rt0GkhV ... 307.779854

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Re: Elons Motivation

von cer » 15. Mai 2017, 11:42

Ich hab mir viele Interviews und Vorträge angesehen, die Biografie gelesen und mir so manchen Gedanken gemacht.

Für mich selbst habe ich Musk, auch allem, was ich weiß, als "reinen Toren" bezeichnet.

Ein Mensch, der in seiner Jugend sehr fokussiert, fast Asperger-mäßig auf ein Thema losgerannt ist und dann davon überrascht wurde, wieviel Erfolg ihm das eingebracht hat. Die Lektion daraus muss gewesen sein, dass nichts unmöglich ist, man muss es nur tun. Viele erfolgreiche Leute denken so, ich habe das Dutzende Male gehört, wenn ich bedeutende Gestalter auf der typoBerlin sprechen gehört habe.

Wesentlich – und das stellt Musk für mich weit über Steve Jobs – ist der Punkt, an dem er ganz analytisch die Frage gestellt hat: Was bringt die Welt voran, welches sind die großen Themen, an denen zu arbeiten sich lohnt. Er muss verstanden oder geahnt haben, dass es ihm wesentlich mehr Freude bringt an solchen Themen zu arbeiten, als den immensen Reichtum, der ihm sehr früh "passiert" ist, weiter zu vergrößern. Wenn Musk machtbewusst ist, dann in dem Sinne, dass er glaubt, die Macht zu besitzen aus der Welt einen besseren Ort zu machen. Sein Machtwille richtet sich nicht auf das Unterwerfen von Menschen, sondern auf das Verändern großer Dinge.

Da ihm dies gelingt, gehört er zu den wenigen prominenten Persönlichkeiten, die ich für "glücklich" halte. Das ist das, was er für mich ausstrahlt: Eine reine Freude an dem was er tut, und daran, wie es gelingt. Deswegen kann ich ihm falsche Versprechungen, Übertreibungen und eine gewisse Hybris sehr gut verzeihen: Alles das hat seinen Ursprung in einer geradezu kindischen Begeisterung an seinen Projekten, die selbe Energie, die ihn auch so erfolgreich macht.

Diese reine, naive Herangehensweise an seine Projekte macht Musk für mich einmalig, und gleichzeitig macht es ihn für viele so schwer zu verstehen. Wir sind gewohnt, das es eine geheime Agenda gibt, dass man uns über den Tisch ziehen will. Wenn jemand seine Absichten, Ideen und seine Strategie offen auf den Tisch legt, dann haben wir Mühe, ihm zu glauben.

Natürlich hat auch Musk, wie Jobs, das so genannte Reality Distorsion Field, das scheinbar die Voraussetzung für ein wirklich erfolgreiches Verändern von Märkten ist. Aber anders als Jobs bemüht er sich, immer eine vernünftige, wissenschaftliche Denkweise zu behalten. Die Mischung aus einer sehr präzisen Verwendung von Begriffen, die jedoch aus einem Denkgebäude kommen, zu dem andere kaum Zugang haben, macht viele von Musks Statements schwer verständlich. Deswegen lösen seine Tweets regelmäßig solche Stürme der Spekulation aus: Ohne die Referenz des Muskschen Reality Distorsion Fields sind sie kaum richtig zu verstehen.

Was mir noch gefällt: Die Fähigkeit, kompetente und passende Leute um sich zu sammeln und offenbar auch zu binden, wobei sie selbst an Größe gewinnen. Ohne J.B. Straubel, Franz von Holzhausen, Gwynne Shotwell, Tom Mueller, Hans Königsmann und andere gäbe es keinen Elon Musk. Es ist sicher nicht leicht, mit ihm zu arbeiten. Aber wenn man seine Ziele teilt, ist man dabei, und zwar richtig.

Alles das macht ihn für mich zu einem Prototypen des Unternehmers des 21. Jahrhunderts (und im Kontrast dazu entwickelt sich VW in der öffentlichen Wahrnehmung gerade zum negativen Prototypen des Unternehmertums des 20. Jahrhunderts). Wie ihn gibt es viele (man lese über die Unternehmenskultur des Silicon Valley), aber nur wenige werden so sichtbar und sind – siehe oben – so "rein" in ihrem positiven Wahnsinn.
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Re: Elons Motivation

von redvienna » 15. Mai 2017, 12:09

Sehr schön geschrieben.

Stimme voll zu.

PS: Eine Bombenmeldumg stelle ich gleich auf FB online.
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Re: Elons Motivation

von George » 15. Mai 2017, 12:25

cers Analyse stimmt fast zu 100 % mit meiner überein.

Ergänzen möchte ich noch eine Vermutung zur Vertiefung: Obwohl er etwas jünger ist als ich, teilt EM entuell meine und anderer Leute Entäuschung, ja Ärger darüber, wie sich die Welt seit den Versprechungen der 50er und 60er Jahre entwickelt hat (fliegende Autos im 21 Jahrhundert lasse ich mal aussen vor :) )

Wir sollten und könnten auf allen von EM angepackten Gebieten schon bereits viel weiter sein, in der Energie- und Transporttechnik und auch in der Raumfahrt. Alles was er macht, läuft im Kern auf das (Wieder-)Anschieben all der Entwicklungen hinaus, die seit den frühen 70er Jahren im Wesentlichen zu einem Stillstand gekommen sind.

So, für mehr fehlt mir die Zeit, und schreibfaul bin ich auch ;)
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Re: Elons Motivation

von Taur3c » 15. Mai 2017, 12:26

Gute Zusammenfassung. Teile ich ebenfalls.
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Re: Elons Motivation

von past_petrol » 15. Mai 2017, 12:51

@Cer - sehr gut geschrieben. Deine Analyse teile nahezu vollumfänglich.

Zum RDF (reality distorsion field). Wirklich visionäre Zeitgenossen scheinen das persönliche RDF zu benötigen. So wie ich mir das analysiert habe, führt es am Ende dazu, dass die Realität sich dem persönlichen RDF der entspr. Person angleicht. Das ist eine sehr schräge Sache. Parallelen zu Jobs sind da durchaus angebracht. Ich kann mich noch an die Anfänge von iTunes erinnern und wie sehr er und Apple belächelt worden - naja - den Rest kennt man.

Apple hatte unter Jobs eine leichte Tendenz, die Welt ein Stück aus Sicht von Apple besser zu gestalten - das war aber auch immer mit massiven kommerziellen Gedanken überzogen - leider ist das bei abnehmender Produktqualität und Innovationsfähigkeit über die letzten Jahr noch schlimmer geworden.

"...

Er muss verstanden oder geahnt haben, dass es ihm wesentlich mehr Freude bringt an solchen Themen zu arbeiten, als den immensen Reichtum, der ihm sehr früh "passiert" ist, weiter zu vergrößern. Wenn Musk machtbewusst ist, dann in dem Sinne, dass er glaubt, die Macht zu besitzen aus der Welt einen besseren Ort zu machen.

..."

Zu diesem Punkt noch eine Anekdote aus dem September 2015. Ich durfte Elon Musk damals im Bundestag treffen. Während die Diskussion um das Thema E-Mobilität in vollem Gange war (Diesel-Gate war da ca. 2 Wochen alt), passierte etwas, was ich extrem erfrischend fand und was mich damals schon zum Überlegen brachte, was diesen Mann eigentlich antreibt.

Auf dem Podium saß ein Moderator, ein CDU-Bundestagsabgeordneter (der Gastgeber des events) und Elon Musk.

Im Gespräch ergab es sich, dass der der CDU-Mann eine der üblichen E-Floskeln abließ - sinngemäß: "...es würde günstige E-Autos benötigen, um der E-Mobilität zum Durchbruch zu verhelfen - dies müsse zuerst geschehen..." u.s.w. ...

Darauf hin Musk: "... No. You're wrong - you're totally wrong..." Es folgte ein kurzer Ausflug in den damals gültigen Masterplan und das es kein Ende ohne einen Anfang gäbe etc.pp. !

Ich horchte damals sehr auf und zwar aus einem gar nicht so inhaltlichen Punkt. Elon Musk saß da oben und korrigierte ein Mitglied des deutschen Bundestages eiskalt. Höflich, aber sehr direkt und bestimmt. Ich dachte mir damals - hätten Zetsche, Stadler und co. das soo auch gemacht ?

Auf der Fahrt nach Hause habe ich darüber lange nachgedacht - ich kam zu dem Schluß, dass Musk sich so verhält - ja - weil er es einfach kann !

Er ist nicht abhängig von irgendeinem Heini in DE. Er macht einfach ! Damals war die Ladesäulenverordnung schon im Anmarsch - aber noch nicht gültig. Es war ihm egal - er ist von einer Sache überzeugt und dann macht er das und schaut mal, wie sich das entwickelt.

Zetsche & Co. hätten in Berlin einen weitaus weicheren, diplomatischeren Auftritt gewählt - das ist deren kommerziellen Ausrichtung geschuldet.

Daimler z.B. schert sich einen Dreck um die Umwelt - ist denen absolut egal - Hauptsache das Geld stimmt.

Beweise ?:

http://www.duh.de/pressemitteilung/verk ... wo-120517/

Musk hat seine Ziele - dabei ist ihm der Rest egal - Hauptsache seine Zielerreichung funktioniert.

Ich kann mich nur freuen, das jemand wie Musk an E-Autos und Transport rumexperimentiert - gar nicht auszudenken, wenn er ein Diktator-Gen entwickeln würde...

;)
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Re: Elons Motivation

von cer » 15. Mai 2017, 15:14

Das hier ist ganz interessant (hat Elon selbst auf Twitter geteilt):
http://leaderpost.com/feature/elon-musk ... ask-family

Man sieht: Besondere Persönlichkeiten kommen praktisch *immer* aus besonderen Familien.
»Wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr, noch gut, noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste weder dich noch mich damit.« Sokrates
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