Haus effizent oder eher nicht?

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Haus effizent oder eher nicht?

von Cupra » 17. Apr 2017, 13:50

Nachdem der erst komplett geloggte Winter durch ist hab ich mir mal alle Werte so angesehen. Leider hab ich in meinem Bekanntenkreis so gut wie keine Hausbesitzer welche einigermassen modern eingerichtet sind, und welche mit PV Anlagen oder anderen technischen Spielereien schon gar nicht. Daher ist die Wahrscheinlichkeit dass ich hier eher auf solche Leute treffe schon deutlich höher :D

Mir geht es primär mal darum ob das Heizkonzept welches wir haben einigermassen was taugt oder ob es eher fürn Ar.. ist. Alle Hersteller etc. versprechen einem ja das Gelbe vom Ei und halten dann meistens eher wenig. Zuerst mal ein paar Grunddaten.
Das Haus ist Baujahr 2015 und wurde Anfang 2016 dann ganz fertig gestellt. Es handelt sich um ein Holzhaus mit betoniertem Keller (isoliert). Wohnfläche über der Erde ist rund 180m2, im Keller sind nochmal 3 Zimmer mehr oder weniger bewohnt. Ich hab dort meinen Arbeitsraum, Büro und Technikraum.
Geheizt wird bei uns mit Strom :!: Genauer gesagt mittels Infrarotpanelen. Diese haben wir mit Leistungen von 200W bis 600W pro Stück. Insgesamt verbaut im Haus sind Panele mit einer Gesamt Leistung von 4.300W. Dies würde theoretisch reichen um das Haus zu heizen (Berechnet wurden vom Holzbauer trotz der grossen Fenster rund 3,6kW Heizleistung. Da bei uns aber aufgrund einer Volksabstimmung Elektroheizungen generell verboten wurden durften wir die Heizung nicht mehr als Heizung verwenden. 51% aller Heizenergie muss aus erneuerbarer Energie sein. Also haben wir noch einen Pelletsofen rein gemacht welcher mittels Umluft sowohl das EG als auch das OG mit heizen kann. Dessen Leistung beträgt 12,5kW :lol: Kleiner haben sie das nicht. Wie auch immer.
Ich hab jetzt die Heizung wieder ausgeschaltet da wir nicht mehr heizen müssen ( der Jänner war ja wochenlang saukalt...) und am Ende hab ich folgende Verbrauchswerte für die Periode 15. April 2016 bis 15. April 2016: 360 kg Holzpellets (24 Säcke a €4.50), 47kWh für den Ofen selber, sowie fürs EG 580kWh und fürs OG 992kWh Strom. Tagsüber hat in 80 % der Strom vom Dach noch gelangt, ansonsten wurde Strom aus dem Netz gezogen. Mit einer Mischrechnung komme ich da auf rund 310€ an Stromkosten und 104 € Pellets. Macht 414€ Heizkosten im Jahr. Leider kann ich nirgendwo auslesen wie viel Strom vom Dach kam und was aus dem Netz, ich hab nur den Gesamtverbrauch. Daher hab ich beim Strom auch alles mit Netztarif gerechnet. Effektiv sinds dann durch die PV vermutlich so 50€ weniger.

So, ist das jetzt viel, wenig oder Normalverbrauch? Kann mir da jemand Vergleichswerte etc. liefern? Wie gesagt, ich kenne keine Nerds die sowas auswerten und ein Haus haben :lol:
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Re: Haus effizent oder eher nicht?

von acpacpacp » 17. Apr 2017, 15:12

Hast Du Dir schon den Sunny Home Manager angesehen? Mit dem kannst Du die einzelnen Verbraucher monitoren (sofern sie mitspielen...)

Ansonsten kannst Du Deine Werte mit dem Passivhausstandard vergleichen. Dot geht man von 8kWh pro qm2 Wohnfläche aus ..
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Haus effizent oder eher nicht?

von Rockatanski » 17. Apr 2017, 15:33

Ich würde das als effizient bezeichnen.
Brauch ich im Monat, allerdings Öl ohne Strom für WW.
Zuletzt geändert von Rockatanski am 17. Apr 2017, 17:40, insgesamt 1-mal geändert.
 
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Re: Haus effizent oder eher nicht?

von Captain Future » 17. Apr 2017, 16:19

Ansonsten kannst Du Deine Werte mit dem Passivhausstandard vergleichen. Dot geht man von 8kWh pro qm2 Wohnfläche aus

Passivhausstandard heißt aber üblicherweise unterhalb 15kWh pro Quadratmeter pro Jahr.
 
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Re: Haus effizent oder eher nicht?

von tripleP » 17. Apr 2017, 21:12

Dein Neubau Haus hat einen Energienachweis, da stehen alle thoretischen Werte drauf. WW, Heizung, Einzelbauteil, Heizlast, Sommerlicher Hitzeschutz, etc. etc.

Falls Du nicht im Besitz dieses Dokumentes bist, sollte es dein GU/Archtekt sein, resp. als nächste Anlaufstelle der Bauphysiker.

Dein Verbrauch scheint tief zu sein, geht gegen Minergie-P.
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Re: Haus effizent oder eher nicht?

von dow696 » 19. Apr 2017, 16:53

Auch wenn ich mir persöhnlich niemals eine Infrarotheizung eingebaut hätte, kann man bei dir durchaus von einem niedrigen Verbrauch und niedrigen Kosten sprechen. Der geringe Verbrauch liegt natürlich in erster Linie an dem jungen Baualter und den damit verbunden guten U-Werten. Verbrauchswerte für Objekt in dem Alter sind meiner Ansicht nach schwierig zu vergleichen, da in solchen Objekten der Energieverbrauch für Warmwasser eine deutlich größere Rolle spielt als der Energieverbrauch für Wärme. Der Energieverbrauch für WW hängt dann natürlich nochmal besonders stark vom Nutzerverhalten und Personenzahl ab.

Der wesentliche Punkt mit dem du deinen Energieverbrauch niedrigen halten kannst ist ein gutes Lüftungsverhalten. Änderungen am Heizsystem sind derzeit nur unwirtschaftlich.

Vielleicht hilft dir diese Seite auch nochmal weiter:

https://www.energieheld.de/energiespare ... wohnhauses
Model S 60 FL mit Premium-Upgrade und Smart Air

http://ts.la/sebastian1538
 
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Re: Haus effizent oder eher nicht?

von Rolando » 20. Apr 2017, 07:05

Guten Morgen,

ich darf hier kurz über meine Erfahrungswerte berichten:

- Blockhaus (Vierkantblockbohlen, 24 cm stark) Bj. 2012
- ca. 250 qm Wohnfläche
- voll unterkellert, EG und DG
- relativ viel Fensterflächen
- Fußbodenheizung
- Haus steht frei (ohne andere Häuser oder große Bäume) im Umfeld

Seither habe ich im Schnitt für meine Wärmepumpe im Jahr ca. 2.500 kWh gebraucht (Heizung und Warmwasser). Die Werte pendelten zwischen 2.000 und 2.700 kWh - jenachdem wie kalt der Winter war. Dies waren zwischen 600 und 700 € Heizkosten.
Hinzu kommt unser wassergeführter Holzofen im Wohnzimmer, der sowohl den Wohnraum als auch mein Pufferspeicher heizt. Der Holzverbrauch liegt bei sechs bis acht Metern Holz im Jahr.

Meine Heizungseinstellungen habe ich in den letzten Wintern aber noch Da mir die Werte im Vergleich zu anderen Blockhäusern etwas hoch vorkamen. Andere Häuslebauer berichteten mir von Werten, die gut die Hälfte ausmachten...
Auch habe ich in den letzten Wintern meine Einstellungen der Heizung optimiert (Heizkurve und Vorlauftemperatur). Diese dürfte ich jetzt nach zwei richtig kalten Wintern einigermaßen hinbekommen haben. Ziel war, die Raumthermostate möglichst immer offen zu lassen und die gewünschte Raumtemperatur nur über die Vorlauftemperatur zu generieren. Die Raumthermostate sollten nur den Heizkreislauf abschalten, wenn entweder unser Holzofen an ist oder die Sonne durch die große Glasflächen die Räume erwärmt.

Dann habe ich jetzt im Frühjahr noch zwei weitere Optimierungen vorgenommen. Zum einen habe ich die max. Warmwassertemperatur meiner Wärmepumpe deutlich zurückgenommen. Ursprünglich waren 60°C eingestellt. Die Wärmepumpe braucht aber übermäßig viel Strom um diese Temperatur zu erreichen (wenn sie es überhaupt schafft und nicht den Heizstab dazu nehmen muss). Darum habe ich den Wert nun auf 50°C reduziert, was problemlos reicht.
Zum anderen war die Steuerung meiner Zirkulationspumpe meines wasserführenden Kaminofens nicht gerade glücklich eingestellt. Da dies eine reine Temperaturdifferenzsteuerung ist, lief die Umwälzpumpe sobald im Ofen mehr Temperatur als im Puffersepicher war, was mir über Nacht den Pufferspeicher leergezogen hat. Darum habe ich die Einschalttemperatur auf maximal gestellt (25°C), so dass die Umwälzpumpe nur noch läuft, wenn der Ofen wirklich an ist. Das bringt mir jetzt schon deutliche Einsparungen.
Wie sich die beiden Änderungen tatsächlich auf die Heizkosten auswirken, kann ich aber erst in den kommenden Wintern sagen. Jetzt ist es einfach zu warm um aussagekräftige Ergebnisse zu liefern.
Viele Grüße
Roland
 
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Re: Haus effizent oder eher nicht?

von stekueh » 20. Apr 2017, 07:43

Dein Energieverbrauch wirkt auf mich sehr gut.
Ich habe in diesem Winter 7 Raummeter Nadelholz verbrannt - sollte ziemlich genau 10.000 kWh entsprechen.
Baujahr 2008
Primärenergiebedarf (lt. Energieausweis) 19.9 kWh/m²a
180 m² Wohnfläche
Zw. 22° und 23° Raumtemperatur.

seit 08/2018: MS85 (CPO aus NL, BJ 2013), Metallic Grau, Pano, Doppellader, Ultra HiFi
TCO:

2001-2011 Golf Diesel 205tkm@0,21€/km
2014-2018 Leaf Visia 92tkm@0,20€/km
2004-2020* Touran Diesel 215tkm@0,34€/km*
2018-2033* MS85 290tkm@0,25€/km*
*Prognose

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Re: Haus effizent oder eher nicht?

von Rolando » 20. Apr 2017, 15:13

Ja, wie man's nimmt. Wenn ich es mal ausrechne, wie groß der Wärmebedarf ist:

Wärmepumpe: 2.500 kWh Strom mit einem COP-Faktor von 2,0 (im Schnitt): 5.000 kWh
Holzofen: 8 Meter Buchenholz à 2.100 kWh: 16.800 kWh

gesamt: 21.800 kWh (= 87,2 kWh/m²/a)

Wenn's ein warmer Winter ist, dann ist der Bedarf eher bei 16.600 kWh (= 66,4 kWh/m²/a)

Bin mal gespannt, wie weit ich mit meinen optimierten Einstellungen noch runter komme...
Bis jetzt sind es im März und April ca. 2/3 weniger. Wobei ich jetzt nicht mehr genau sagen kann, wie kalt es letztes Jahr war.
Viele Grüße
Roland
 
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Re: Haus effizent oder eher nicht?

von Cupra » 20. Apr 2017, 18:35

Wie viel kwH muss ich denn für 1 kg Pellets als Richtwert nehmen?

Warmwasser müsste ich noch einen separaten Stromzähler installieren, das wird bei uns von einer Luft-Wärmepumpe im Keller gemacht welche nur das Brauchwasser erwärmt. Dazu dient sie als Zum Wörterbuch hinzufügen für die Wäsche und kühlt den Keller, der aktuell nur notdürftig geheizt ist. Aber die Radiatoren für die Kühlung vom Flugsimulator sind schon in dem Raum, so dass der ab nächstem Winter auch noch mal deutlich effektiver werden wird wenn er statt 15 Grad Umgebungstemperatur mit 22 Grad arbeiten kann :D

Da wir ja alles aus Holz haben und auch die Böden Parkett überall sind war das Thema heizen schon auch was. Wasser im ganzen Haus verteilen wollten wir nicht, Fussbodenheizung bei Parkett und Holzböden ist viel zu träge und nicht wirklich effizient, daher sind wir auf die IR Heizung gekommen. Und die funktioniert 1A 8-)

Aber zum Energienachweis muss ich noch mal mitm Architekt reden.. ob wir sowas haben. Ich weiss nur, da dass Haus nicht dicht genug ist für so ne spezielle Prüfung können wir keinerlei Minergie-Zertifikate etc. haben. Dafür müssten wir noch vieeeel stärker isolieren, nur dann gammelt nach paar Jahren die Hütte weg wenn ich das in Plastikfolie einwickle...
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