Betrug bei der Abgasuntersuchung?

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Re: Betrug bei der Abgasuntersuchung?

von Papsele » 4. Jan 2017, 20:46

Das mit dem anderen Auto bei der AU ist gängige Praxis. Hab einen Onkel mit ner Autowerkstatt. Was da ab geht wollt ihr nicht wissen.
Überall arbeiten Menschen.
Die wollen oder müssen gefallen tun.
Sind empfänglich für bares.
Lieben das Risiko.

Grüße Martin
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Re: Betrug bei der Abgasuntersuchung?

von Eifel.stromer » 4. Jan 2017, 20:54

mercedes1017 hat geschrieben:AU-Geräte lesen bei Fahrzeugen ab 2001 (Benziner) bzw. 2004(Diesel) die Fahrgestellnummer aus dem Auto aus und drucken diese bei Abweichungen mit der eingegeben Fahrgestellnummer mit aus.


Ok, was passiert denn, wenn es eben keine Abweichung gibt? Weil so, wie du es geschrieben hast wäre es eigentlich ein Argument FÜR die Messung eines fehlerfreien KFZ anstatt dem tatsächlich zu messenden.
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Re: Betrug bei der Abgasuntersuchung?

von Helmut1 » 4. Jan 2017, 20:59

Papsele hat geschrieben:
Lieben das Risiko.

Da wäre ich mir nicht so sicher. Viele werden arge Gewissensbisse haben oder gehabt haben. Es sind quasi die Umstände verbotenes zu machen um nicht der Idiot zu sein.
M3 reserviert 31.3.16 (In Hamburg vor Ladenöffnung in der Schlange gestanden. Bestellung/Konfiguration 9.9.19 M3 AWD weiß ohne Extras; Rechnung 13.9.19; Übergabe ohne Mängel am 19.9.19
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Re: Betrug bei der Abgasuntersuchung?

von mercedes1017 » 4. Jan 2017, 21:34

Eifel.stromer hat geschrieben:
mercedes1017 hat geschrieben:AU-Geräte lesen bei Fahrzeugen ab 2001 (Benziner) bzw. 2004(Diesel) die Fahrgestellnummer aus dem Auto aus und drucken diese bei Abweichungen mit der eingegeben Fahrgestellnummer mit aus.


Ok, was passiert denn, wenn es eben keine Abweichung gibt? Weil so, wie du es geschrieben hast wäre es eigentlich ein Argument FÜR die Messung eines fehlerfreien KFZ anstatt dem tatsächlich zu messenden.


Es werden natürlich Abweichungen in der FIN ausgedruckt.

Also falsches Fahrzeug: fällt sofort auf weil die FIN des richtigen Fahrzeugs ausgedruckt wird und direkt darunter die des abweichend ausgelesenen Fahrzeuges.

Manipulationen fallen sofort auf.

Diesel fallen aber auch sehr selten durch die AU. Wahrscheinlich wirkt die eingebaute Abschaltsoftware auch für die AU...
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Re: Betrug bei der Abgasuntersuchung?

von Eifel.stromer » 5. Jan 2017, 06:23

Ok, ich interpretiere deinen Post mal so, als dass es immer Abweichungen gibt - also auch immer die VIN auf dem Ausdruck steht? In dem Fall wird es natürlich schwer...
Es sei denn, die Behörden schauen den Ausdruck nicht klar an und vergleichen die VIN
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Re: Betrug bei der Abgasuntersuchung?

von BurgerMario » 5. Jan 2017, 09:43

Ich habe jahrelang selbst in der Werkstatt gearbeitet.
Vor der OBD Geschichte wurden einfach andere Autos genommen, wenn ein Fahrzeug partout die AU nicht bestand, warum auch immer....
habe es selbst gemacht und bin da nicht stolz drauf!

Inzwischen wird ja nur noch OBD nachgeprüft, da konnte niemand mehr nachprüfen ob das Abgas wirklich den Normen entspricht.. der Computer wirds schon wissen :(

Eine Manipulation durch den Prüfer ist dort quasi ausgeschlossen, aber wo ein Wille ist, gehts dort sicherlich auch....

Grüße
Mario
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Re: Betrug bei der Abgasuntersuchung?

von Montblanc Carrera » 5. Jan 2017, 10:45

BurgerMario hat geschrieben:Ich habe jahrelang selbst in der Werkstatt gearbeitet.
Vor der OBD Geschichte wurden einfach andere Autos genommen, wenn ein Fahrzeug partout die AU nicht bestand, warum auch immer....

Kleine Korrektur meinerseits,
in der Zeit zwischen den händisch ausgefüllten Zetteln (handschriftlich oder manuell eingefügt) und der OBD2 Diagnose.
Solange die Werte in das Formulare nicht von dem Rechner automatisch eingetragen wurden, war der "Aufwand" mit den zwei Fahrzeugen nicht nötig.
 
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Re: Betrug bei der Abgasuntersuchung?

von BurgerMario » 5. Jan 2017, 12:29

Montblanc Carrera hat geschrieben:
BurgerMario hat geschrieben:Ich habe jahrelang selbst in der Werkstatt gearbeitet.
Vor der OBD Geschichte wurden einfach andere Autos genommen, wenn ein Fahrzeug partout die AU nicht bestand, warum auch immer....

Kleine Korrektur meinerseits,
in der Zeit zwischen den händisch ausgefüllten Zetteln (handschriftlich oder manuell eingefügt) und der OBD2 Diagnose.
Solange die Werte in das Formulare nicht von dem Rechner automatisch eingetragen wurden, war der "Aufwand" mit den zwei Fahrzeugen nicht nötig.


Richtig.. gab einen Ausdruck der Werte ;)
Aber keine Zuordnung der VIN, nur Kennzeichen..

Beschiss war es, seinerzeit wars halt "normal" :(
Ich habe gelernt dass es anders geht, andere bleiben immer noch auf dem Stand von 1990 :(

Grüße
Mario
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Re: Betrug bei der Abgasuntersuchung?

von Guillaume » 5. Jan 2017, 13:22

Meine damaligen Euro1-Euro2/D3-Mobile haben die AUs auch im zarten Alter von 15 Jahren und mehr locker mit der ersten Abgasanlage geschafft, das war kein Problem, solange der Katalysator auch betriebswarm war bei der Messung.
Nur wenn gar kein Kat mehr drin wäre oder der Keramikkörper defekt wäre, wäre so eine Betrügerei überhaupt nötig. Das sollte aber damals wie heute die Ausnahme sein. Dass es Mauscheleien gibt, ist vorstellbar, aber dass diese bei AU-Werkstätten an der Tagesordnung sind, halte ich nicht für belegbar.
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Re: Betrug bei der Abgasuntersuchung?

von Abgemeldet 05-2019 » 5. Jan 2017, 14:40

Selbst mit OBD und verschiedenen FINs ist Tricksen kein Problem. Da wird einfach TippEx genommen und eine Kopie gemacht. Der Prüfer bekommt dann eben nur die Kopie und nicht das Original. Ich habe mir heute zeigen lassen, wie das geht. Gar kein Problem. Dort hiess es, dass die FIN erst ab EZ 2009 auf dem AU-Schein steht. Allerdings wird es da bislang nur wenige Fahrzeuge geben, die die AU nicht schaffen.

Und von wegen, es gäbe ja nur noch wenige Fahrzeuge, bei denen OBD noch nicht obligatorisch war:

Fahrzeuge im Bestand mit EZ 1975 und älter bis EZ 2000 = 8.987.452 von insgesamt 44.403.124
(Stand: 1. Januar 2015, Quelle: KBA, FZ 15, S. 7)

Fahrzeuge EZ 1975 und älter bis EZ 2008 = 27.161.539 von insgesamt 44.403.124
(Stand: 1. Januar 2015, Quelle: ebenda)

Mir wurde zudem gesagt, dass das früher noch häufiger gemacht wurde, weil es einfach schneller ging. Zeit = Geld. Mit einem Fahrzeug gemessen, das die Werte schafft, bei 10 Fahrzeugen die AU gemacht.

Korrigieren muss ich die Aussage über die Messzeit: Eine Stunde vor der HU. Aber auch da gibt es einen kleinen Trick.

Der Zeitaspekt scheint eine sehr große Rolle zu spielen. Es kostet einfach Zeit, wenn viele Fahrzeuge da sind, die bei der AU zicken. Also wird eins genommen, das nicht zickt und gut ist.

Ich habe heute mit eigenen Augen gesehen, wie das funktioniert. Wäre nicht mal nötig gewesen, denn auch bei motor-talk.de findet man in zahlreichen Threads Hinweise auf diese Methoden. Ergo, keine urbane Legende.

Mir geht es auch weniger um zickige Fahrzeuge, sondern um Fahrzeuge mit tatsächlich defekten Abgas(reinigungs)systemen. Also wenn der Kat bspw. defekt ist oder gar fehlt (keine Seltenheit bei Möchtegern-Sportwagen) usw. Das wirkt sich nämlich auf die Luftqualität aus und ist nicht in Ordnung.
 
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