Reversed engineering - data mining @ Spiegel online

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Re: Reversed engineering - data mining @ Spiegel online

von snooper77 » 6. Jan 2017, 15:05

Elektroniker hat geschrieben:
snooper77 hat geschrieben:
Elektroniker hat geschrieben:Wahrscheinlich war der SPIEGEL das falsche Demonstrationsobjekt, wenn man die Leute für Datenmissbrauch wirklich sensibilisieren will.


Ganz im Gegenteil: Er wollte zeigen, dass mit solch simplen und darüberhinaus sogar noch öffentlichen und online archivierten Daten erschreckend akkurate Rückschlüsse auf eigentlich private Informationen möglich sind. Genau *das* ist das Verblüffende.

Wirklich?
Welche erschreckend akkuraten Rückschlüsse hat er denn gezeigt?
Ich kann da in dem Vortrag nix erkennen.


Ich schon:

- Wer treibt es mit wem
- Wann bin ich im Urlaub
- Sexuelle Orientierung

Damit kann man allerhand üblen Schabernack treiben:
- Erpressung (Wer mit wem, sexuelle Orientierung)
- Hütte gefahrlos ausräumen (Urlaub)
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Re: Reversed engineering - data mining @ Spiegel online

von elrond » 6. Jan 2017, 15:18

snooper77 hat geschrieben:- Wer treibt es mit wem
- Wann bin ich im Urlaub


Das mit dem Urlaub - ok. Das mag man da sehen. Aber das "wer mit wem" - das halte ich für eine Übertreibung um der Show willen. Dass Leute zu derselben Zeit Urlaub haben, das kann aus zig anderen Gründen ebenfalls passieren. Schulferien, nachrichtenarme Zeit in dem Thema, günstige Flugzeiten, ganz einfache Freundschaften usw. Hier sehe ich wenig Anhaltspunkte, dass man aus den Daten wirklich mehr herauslesen kann.

snooper77 hat geschrieben:- Sexuelle Orientierung


Hab ich was verpasst? Wie bekommt man das hier heraus? Wegen gemeinsamen Urlaubszeiten? Oha - ich fahre jedes Jahr mit (männlichen) Freunden mit dem Motorrad weg - was sagt das jetzt über meine sexuelle Orientierung aus? :mrgreen:

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Re: Reversed engineering - data mining @ Spiegel online

von snooper77 » 6. Jan 2017, 15:27

elrond hat geschrieben:
snooper77 hat geschrieben:- Wer treibt es mit wem
- Wann bin ich im Urlaub


Das mit dem Urlaub - ok. Das mag man da sehen. Aber das "wer mit wem" - das halte ich für eine Übertreibung um der Show willen. Dass Leute zu derselben Zeit Urlaub haben, das kann aus zig anderen Gründen ebenfalls passieren. Schulferien, nachrichtenarme Zeit in dem Thema, günstige Flugzeiten, ganz einfache Freundschaften usw. Hier sehe ich wenig Anhaltspunkte, dass man aus den Daten wirklich mehr herauslesen kann.


Doch natürlich, und zwar, wenn es sich *nicht* um Schulferien handelt.

elrond hat geschrieben:
snooper77 hat geschrieben:- Sexuelle Orientierung


Hab ich was verpasst? Wie bekommt man das hier heraus? Wegen gemeinsamen Urlaubszeiten? Oha - ich fahre jedes Jahr mit (männlichen) Freunden mit dem Motorrad weg - was sagt das jetzt über meine sexuelle Orientierung aus? :mrgreen:


Genau, gemeinsame Urlaubszeiten. Da ist definitiv eine Korrelation. Das ist Statistik, nicht schwarz/weiss, es muss also im Einzelfall nicht unbedingt stimmen, im Mittel aber schon.
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Reversed engineering - data mining @ Spiegel online

von Earlian » 6. Jan 2017, 15:38

Volker.Berlin hat geschrieben:
r.wagner hat geschrieben:Also Butter bei die Fische: wer, was, womit, warum?

Wurde in dem Vortrag auch kurz angerissen:
https://www.dasmagazin.ch/2016/12/03/ic ... ombe-gibt/


Danke.

"Bald kann sein Modell anhand von zehn Facebooks-Likes eine Person besser einschätzen als ein durchschnittlicher Arbeitskollege. 70 Likes reichen, um die Menschenkenntnis eines Freundes zu überbieten, 150 um die der Eltern, mit 300 Likes kann die Maschine das Verhalten einer Person eindeutiger vorhersagen als deren Partner. Und mit noch mehr Likes lässt sich sogar übertreffen, was Menschen von sich selber zu wissen glauben"

Hier noch das passende Video von Alexander Nix, CEO von Cambridge Analytica. Diejenigen, die das Model kommerziell umsetzen:

The Power of Big Data, am Beispiel von TED Cruz.

https://youtu.be/n8Dd5aVXLCc

Ob diese Firma das alles wirklich machen kann, was sie angibt, sei dahin gestellt. Wenn, dann ist es leider nicht nur zur Zeit legal, sondern auch das Ende der Freiheit. Und wir stecken schon mittendrin.

Nur Facebook zu meiden, reicht aber wohl nicht mehr aus, da man überall seine Spuren hinterlässt.

Gibt es das Forum auch Offline? So als Kaffeekränzchen? Und wehe jemand kommt mit einem Tesla, oder bringt ein Smartphone mit![emoji6]
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Re: Reversed engineering - data mining @ Spiegel online

von dixi » 6. Jan 2017, 15:40

Ich fand den Vortrag unterhaltsam und sehr interessant, zumal ich nicht aus der Branche komme, mich diese Themen aber beschäftigen.

Nun betrachten wir das doch mal auf unser eigentliches Thema hier bezogen. Was könnte man denn aus den von Tesla gesammelten Daten alles herausfiltern, wenn man wöllte? Bisher gehen wir, oder zumindest ich, davon aus, dass diese zur Verbesserung der Produktqualität, besonders des AP, verwendet werden.
Aber was, wenn nicht? Oder wenn diese Rohdaten irgendwann, legal oder illegal beschafft, unter anderen Prämissen ausgewertet werden?
Dann kann man Profile erstellen, gegen die ein paar Facebooklikes der blanke Kindergarten sind.
Wann fuhr das Auto wohin? Wie lange hielt sich der oder die Fahrer wo auf? Wer war der Fahrer (anhand des bei den meisten mit dem Namen bezeichneten Fahrerprofil leicht zu ersehen)? Wieviele Mitfahrer waren im Wagen, von welchem Ort wohin (Sitzbelegung)? Hielt sich der Fahrer an bestehende Verkehrsregeln? Welchen Musikgeschmack besitzen die einzelnen Fahrer der Profile? Welches Temperaturempfinden haben sie? Wen hat er wann angerufen (ok, das haben die Provider auch)? Hat er während der Fahrt im Internet gesurft? Und so weiter, und so fort.

Also, wer freiwillig in so einer "Datenschleuder" unterwegs ist, sollte sich keine Gedanken über Smartphones, smart TVs, Google, Facebook oder WhatsApp machen. ;)
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Re: Reversed engineering - data mining @ Spiegel online

von elrond » 6. Jan 2017, 15:45

snooper77 hat geschrieben:
elrond hat geschrieben:Das mit dem Urlaub - ok. Das mag man da sehen. Aber das "wer mit wem" - das halte ich für eine Übertreibung um der Show willen. Dass Leute zu derselben Zeit Urlaub haben, das kann aus zig anderen Gründen ebenfalls passieren. Schulferien, nachrichtenarme Zeit in dem Thema, günstige Flugzeiten, ganz einfache Freundschaften usw. Hier sehe ich wenig Anhaltspunkte, dass man aus den Daten wirklich mehr herauslesen kann.


Doch natürlich, und zwar, wenn es sich *nicht* um Schulferien handelt.


Hier in meiner Firma nehmen oft zwei Leute zu derselben Zeit Urlaub. Eine fährt zum Fasching ins Rheinland - die andere zum Skifahren.



elrond hat geschrieben:Hab ich was verpasst? Wie bekommt man das hier heraus? Wegen gemeinsamen Urlaubszeiten? Oha - ich fahre jedes Jahr mit (männlichen) Freunden mit dem Motorrad weg - was sagt das jetzt über meine sexuelle Orientierung aus? :mrgreen:


Genau, gemeinsame Urlaubszeiten. Da ist definitiv eine Korrelation. Das ist Statistik, nicht schwarz/weiss, es muss also im Einzelfall nicht unbedingt stimmen, im Mittel aber schon.[/quote]

Das ist für mich falsch angewandte Statistik. Das Mittel über alle erlaubt die Aussage: Es besteht eine Korrelation zwischen gleichzeitig genommenen Urlaub und einer Beziehung. Das wiederum sagt nichts über den einzelnen aus. Und selbst wenn man so einen Fall hat, dass es eine Beziehung gibt, dürfte der Fall, dass es sich um eine geheimgehaltene Beziehung handelt, bei der es also potenzielles Erpressungspotenzial gibt, verschwindend gering sein.

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Re: Reversed engineering - data mining @ Spiegel online

von Volker.Berlin » 6. Jan 2017, 15:49

Earlian hat geschrieben:
Volker.Berlin hat geschrieben:Wurde in dem Vortrag auch kurz angerissen:
https://www.dasmagazin.ch/2016/12/03/ic ... ombe-gibt/

Ob diese Firma das alles wirklich machen kann, was sie angibt, sei dahin gestellt. Wenn, dann ist es leider nicht nur zur Zeit legal, sondern auch das Ende der Freiheit. Und wir stecken schon mittendrin.

Als Ergänzung und zur Relativierung fand ich den Artikel über den Artikel in der ZEIT recht lesenswert:
:arrow: http://www.zeit.de/digital/internet/201 ... -analytica
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Re: Reversed engineering - data mining @ Spiegel online

von past_petrol » 6. Jan 2017, 15:51

dixi hat geschrieben:
Also, wer freiwillig in so einer "Datenschleuder" unterwegs ist, sollte sich keine Gedanken über Smartphones, smart TVs, Google, Facebook oder WhatsApp machen. ;)



Hauptsächlich sind die personenbezogenen Daten, die Tesla erheben kann eine Teilmenge der Daten, die erhebbar sind, wenn man ein smartphone besitzt. Der Wagen bleibt sogar stehen, wenn ich aussteige - das Telefon kommt überall mit hin !

Tesla wäre in der Lage präzisere Informationen zu meinem Verhalten im Strassenverkehr beizubringen, wenngleich man sich nicht täuschen sollte, was alles so mit smartphones möglich ist. Ab z.B. iPhone 6 aufwärts hat sich das auch dramatisch durch die motion chips verbessert.

Tesla ist interessant, weil rein theoretische von jedem Fahrzeug 5 Kamerastreams abrufbar wären. Das ist noch wahnsinniger, als deutsche Mautbrücken !!!

Naja...ein schier unendliches Thema...
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Re: Reversed engineering - data mining @ Spiegel online

von past_petrol » 6. Jan 2017, 16:18

Volker.Berlin hat geschrieben:
Earlian hat geschrieben:
Volker.Berlin hat geschrieben:Wurde in dem Vortrag auch kurz angerissen:
https://www.dasmagazin.ch/2016/12/03/ic ... ombe-gibt/

Ob diese Firma das alles wirklich machen kann, was sie angibt, sei dahin gestellt. Wenn, dann ist es leider nicht nur zur Zeit legal, sondern auch das Ende der Freiheit. Und wir stecken schon mittendrin.

Als Ergänzung und zur Relativierung fand ich den Artikel über den Artikel in der ZEIT recht lesenswert:
:arrow: http://www.zeit.de/digital/internet/201 ... -analytica


Ja - mich beruhigt das nicht. Es ist nicht beruhigend, wenn man anführt, dass zu wenige Leute die story bestätigen und nur der kommerzielle Anwender und der Erfinder darüber schreiben.

Ich arbeite tlw. auch in Bereichen, die großflächig mit NDAs abgedeckt sind. Es ist doch klar, dass wesentliche Informationsträger sich hier nicht äußern.

Ich finde es dann immer sehr kurz gesprungen, daraus zu schlußfolgern, dass die Dinge sich so nicht verhalten könnten.

Ich bleibe da sehr skeptisch - glaube allen Seiten nur die Hälfte und das reicht aber dennoch aus.

Wenn man sich anschaut, wie Wahlkampf eigentlich funktioniert und dass es in den letzten Tagen auch sehr darauf ankommt, was man wem wann und wie zubrüllt, dann hat diese Thematik schon auch verändernde Wirkung gehabt.

Wer hat wann für welche Enthüllungen gesorgt ? Clinton hätte es eigentlich schaffen müssen, es war denkbar knapp - am Ende hat sie ja 2,5 Mio. US-Bürger mehr überzeugt, als es Trump tat, aber eben nicht Wahlmänner und das war sehr knapp. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese neuen Vorgehensweisen und Techniken hier schon systemrelevant waren und sind.
Zuletzt geändert von past_petrol am 6. Jan 2017, 16:26, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Reversed engineering - data mining @ Spiegel online

von snooper77 » 6. Jan 2017, 16:21

past_petrol hat geschrieben:Wenn man sich anschaut, wie Wahlkampf eigentlich funktioniert und dass es in den letzten Tagen auch sehr darauf ankommt, was man wem wann und wie zubrüllt, dann hat diese Thematik schon auch verändernde Wirkung gehabt.


Aber wie? Angenommen, die Firma hat tatsächlich Millionen an akkuraten Wählerprofilen generiert: Wie sollen die dann beeinflusst worden sein?
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