Soll man Journalisten trauen?

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Re: Soll man Journalisten trauen?

von ZoePionierin » 3. Jan 2017, 10:39

Dornfelder10 hat geschrieben:Da gebe ich Dir nur sehr eingeschränkt recht. Ich würde keine Einzelperson angreifen nach dem Motto "Du bist Journalist, du bist nicht vertrauenswürdig".
Ich denke aber dass unser System so ist dass >80% des Journalismus einfach nur bezahltes beschreiben eines von vornherein feststehenden Ergebnisses ist. 80% der "Journalisten" sind Söldner die genau das schreiben was der Auftraggeber hören möchte. Sieht man ja im Bereich EV.

Gruß

Bernhard


Hallo Bernhard,
hast du eine wissenschaftliche Studie, die deine Zahlen belegt oder mischst du hier einfach nur persönliche Gefühle mit Hörensagen und deinem Weltbild? Ich habe Publizitsikwissenschaft studiert, arbeite selbst journalistisch und gehe immer wieder die Wände hoch, wenn sich tumbe Stimmungen gegen ganze Berufs- oder Menschengruppen verbreiten, obwohl eine faktische Grundlage dafür fehlt. Stichwort "Postfaktisch". Es ist eine Unverschämtheit sonders Gleichen, die Arroganz zu besitzen, die Arbeit von vielen tausend Journalistinnen und Journalisten in einem Satz zu diskreditieren.

Wir können hier gerne über einzelne Artikel und Beiträge diskutieren. Am konkreten Beispiel Kritik üben und handwerkliche und inhaltliche Fehler korrigieren. Dann kann man auf den oder die Autor*in zugehen und eine konstruktive Diskussion suchen. Wir können auch über einzelne Journalisten sprechen, die ihre Berufsbezeichnung nicht wert sind. Denn wie in jedem Berufsstand gibt es auch beim Journalismus - wie beim Klempner - Pfuscher. Das ist Medienkritik. "80 % aller Journalisten" oder "Lügenpresse" ist einfach nur populistische Rumgeplärre.

Du wirst überrascht sein, wie sich vieles im direkten Gespräch oder der Zusammenarbeit mit den Journalisten aufklärt.
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Re: Soll man Journalisten trauen?

von ZoePionierin » 3. Jan 2017, 10:59

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Re: Soll man Journalisten trauen?

von plock » 3. Jan 2017, 11:41

ZoePionierin hat geschrieben:Hier noch eine passende Karikatur aus der New York Times.

:D sehr gut!
 
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Re: Soll man Journalisten trauen?

von Helmut1 » 3. Jan 2017, 12:35

ZoePionierin hat geschrieben:Ich habe Publizitsikwissenschaft studiert, arbeite selbst journalistisch und gehe immer wieder die Wände hoch, wenn sich tumbe Stimmungen gegen ganze Berufs- oder Menschengruppen verbreiten, obwohl eine faktische Grundlage dafür fehlt. Stichwort "Postfaktisch". Es ist eine Unverschämtheit sonders Gleichen, die Arroganz zu besitzen, die Arbeit von vielen tausend Journalistinnen und Journalisten in einem Satz zu diskreditieren.

Ich würde eher sagen, dass eine Unverschämtheit ist das journalistische Problem abzustreiten.
Neben den eklatanten Bildungslücken bei Mehrzahl der Journalisten die eigentlich niemand haben dürfte der wenigstens einen mittleren Schulabschluss erreicht hat (z.B wenn es um physikalische Grundlagen wie Energie und Leistung geht), ist das Hauptproblem, dass es eine Ausnahme geworden ist bei Berichten sich streng an die Fakten zu halten. Stattdessen wird der Bericht sehr oft mit politisch korrekter Meinung garniert um erzieherisch zu wirken.
Z.B findet man in der Mainstream Presse praktisch nie einen Artikel wenn es um Wirtschaft geht ohne Ermahnung oder Hinweis Richtung "soziale Gerechtigkeit".
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Re: Soll man Journalisten trauen?

von ulmerle » 3. Jan 2017, 13:06

Helmut1 hat geschrieben:
ZoePionierin hat geschrieben:Ich habe Publizitsikwissenschaft studiert, arbeite selbst journalistisch und gehe immer wieder die Wände hoch, wenn sich tumbe Stimmungen gegen ganze Berufs- oder Menschengruppen verbreiten, obwohl eine faktische Grundlage dafür fehlt. Stichwort "Postfaktisch". Es ist eine Unverschämtheit sonders Gleichen, die Arroganz zu besitzen, die Arbeit von vielen tausend Journalistinnen und Journalisten in einem Satz zu diskreditieren.

Ich würde eher sagen, dass eine Unverschämtheit ist das journalistische Problem abzustreiten.
Neben den eklatanten Bildungslücken bei Mehrzahl der Journalisten die eigentlich niemand haben dürfte der wenigstens einen mittleren Schulabschluss erreicht hat (z.B wenn es um physikalische Grundlagen wie Energie und Leistung geht), ist das Hauptproblem, dass es eine Ausnahme geworden ist bei Berichten sich streng an die Fakten zu halten. Stattdessen wird der Bericht sehr oft mit politisch korrekter Meinung garniert um erzieherisch zu wirken.
Z.B findet man in der Mainstream Presse praktisch nie einen Artikel wenn es um Wirtschaft geht ohne Ermahnung oder Hinweis Richtung "soziale Gerechtigkeit".


Ich persönlich sehe gerade bei Herrn Vetter den Wunsch investigativen Journalismus gegen Tesla betreiben zu wollen, dass dabei oft reißerisch aufgemacht wird und auch gerne mal Fakten verdreht werden unterstützt aber eher meinen Eindruck von Boulevard-Journalismus.
Grüße vom ulmerle!

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Re: Soll man Journalisten trauen?

von Elektroniker » 3. Jan 2017, 13:11

Helmut1 hat geschrieben:... ist das Hauptproblem, dass es eine Ausnahme geworden ist bei Berichten sich streng an die Fakten zu halten. Stattdessen wird der Bericht sehr oft mit politisch korrekter Meinung garniert um erzieherisch zu wirken.
Z.B findet man in der Mainstream Presse praktisch nie einen Artikel wenn es um Wirtschaft geht ohne Ermahnung oder Hinweis Richtung "soziale Gerechtigkeit".

Klingt irgendwie nach "Lügenpresse, Lügenpresse!" :roll:
 
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Re: Soll man Journalisten trauen?

von Dornfelder10 » 3. Jan 2017, 13:15

ZoePionierin hat geschrieben:Hallo Bernhard,
hast du eine wissenschaftliche Studie, die deine Zahlen belegt oder mischst du hier einfach nur persönliche Gefühle mit Hörensagen und deinem Weltbild?

Das ist nur mein persönlicher Eindruck. In 90% aller Themen stecke ich nicht tief genug drin - da hören sich Zeitungsartikel logisch und ehrlich an. Man glaubt was da steht und das sieht nach guter journalistischer Arbeit aus.
Interessant wird es dann bei Themen bei denen ich mich gut auskenne. Zum Beispiel Energiewende ist seit 20 Jahren mein Steckenpferd. Da merke ich aber regelmäßig wie schlecht und verlogen die Berichterstattung dazu erfolgt. Beim Thema EV ist das ähnlich.

ZoePionierin hat geschrieben:Es ist eine Unverschämtheit sonders Gleichen, die Arroganz zu besitzen, die Arbeit von vielen tausend Journalistinnen und Journalisten in einem Satz zu diskreditieren.

Auch nach nochmaligem lesen was ich geschrieben habe kann ich den Vorwurf nicht nachvollziehen. Ich habe geschrieben dass meiner Meinung nach viele Journalisten systembedingt Auftragsschreiber sind. Was ist daran unverschämt und arrogant?

ZoePionierin hat geschrieben: "80 % aller Journalisten" oder "Lügenpresse" ist einfach nur populistische Rumgeplärre.

Das sehe ich nicht so. Wenn das System faul ist überträgt sich das auf die Beschäftigten. Egal in welcher Branche man arbeitet - die meisten Leute passen sich in ihrer Handlungs- und Denkweise an. Zumindest kenne ich das aus meinem Berufsleben so. Ich bin zur Zeit ebenfalls in einer Branche beschäftigt auf die ich im Moment nicht wirklich stolz bin. Und ich akzeptiere auch dass ich als angehöriger dieser Branche dann auch kritisiert werde.

ZoePionierin hat geschrieben:Du wirst überrascht sein, wie sich vieles im direkten Gespräch oder der Zusammenarbeit mit den Journalisten aufklärt.

Da habe ich keine Zweifel daran. Ist nur die Frage wie viele dieser Leute schreiben dann auch tatsächlich das was sie denken?
Findest Du das die Berichterstattung über EV objektiv und gut recherchiert ist? Ich meine natürlich nicht Deine Artikel - beim Thema EV gehörst Du zu "den Guten" :)

Gruß

Bernhard
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Re: Soll man Journalisten trauen?

von Helmut1 » 3. Jan 2017, 13:45

Elektroniker hat geschrieben:
Helmut1 hat geschrieben:... ist das Hauptproblem, dass es eine Ausnahme geworden ist bei Berichten sich streng an die Fakten zu halten. Stattdessen wird der Bericht sehr oft mit politisch korrekter Meinung garniert um erzieherisch zu wirken.
Z.B findet man in der Mainstream Presse praktisch nie einen Artikel wenn es um Wirtschaft geht ohne Ermahnung oder Hinweis Richtung "soziale Gerechtigkeit".

Klingt irgendwie nach "Lügenpresse, Lügenpresse!" :roll:

Ja stimmt. Die kurze knackige Parole "Lügenpresse" überspitzt zwar die Problematik (bewusste, absichtliche Lügen sind eher die Ausnahme) aber gibt für ein simples Wort allein doch eine ganz gute Beschreibung worum es geht.
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Re: Soll man Journalisten trauen?

von Mathie » 3. Jan 2017, 15:09

Helmut1 hat geschrieben:Z.B findet man in der Mainstream Presse praktisch nie einen Artikel wenn es um Wirtschaft geht ohne Ermahnung oder Hinweis Richtung "soziale Gerechtigkeit".


Testen wir mal und nehmen den jeweils ersten Bericht in der Rubrik Wirtschaft (oder Finanzen, wenn es keine Wirtschaft gibt) den ich jetzt gerade auf folgenden "Mainstreammedien" finde. Deine Behauptung dass diese "praktisch nie ohne Ermahnung oder Hinweis in Richtung soziale Gerechtigkeit" erscheinen, sehe ich mal großzügig als erfüllt an, wenn mehr als die Hälfte der Artikel eine derartige Ermahnung oder einen derartigen Hinweis enthalten:

Zunächst eine Liste der online, die ich einmal durch den Gemüsegarten zusammengestellt habe, ohne dabei persönliche Präferenzen oder Antipathien zu berücksichtigen.

Berliner Morgenpost
http://www.morgenpost.de/wirtschaft/boe ... 5-Uhr.html

Focus
http://www.focus.de/finanzen/versicheru ... 32009.html

Frankfurter Allgemeine
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/w ... 02661.html

Hamburger Abendblatt:
http://www.abendblatt.de/wirtschaft/art ... ahren.html

Kölner Stadtanzeiger:
http://www.ksta.de/wirtschaft/verbrauch ... r-25474654

Leipziger Volkszeitung
http://www.lvz.de/Nachrichten/Wirtschaf ... s-der-Welt

Nürnberger Nachrichten/Nordbayerische Zeitung
http://www.nordbayern.de/wirtschaft/arb ... -1.5724251

Rheinische Post
http://www.rp-online.de/wirtschaft/arbe ... -1.6500445

Spiegel
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 27332.html

Stuttgarter Nachrichten:
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/i ... 1ecc2.html

Süddeutsche
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/t ... -1.3318408

Tagesschau
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/arb ... r-101.html

Tagesspiegel
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/a ... 03078.html

taz
http://www.taz.de/Nachruf-auf-Tony-Atkinson/!5367266/

WAZ
http://www.waz.de/staedte/gelsenkirchen ... 50107.html

Welt
https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... schen.html

Zeit
http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-01/a ... rekordtief

Ermahnungen bzw. Hinweise zum Thema soziale Gerechtigkeit finde ich in folgenden Artikeln:

FAZ: "Es ist Aufgabe des Staates, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Wohlfahrtsgewinne der Globalisierung breit verteilt werden"

Spiegel: Zwar nicht soziale Gerechtigkeit sondern eher Globalisierungskritik, aber da ich insgesamt so wenig finde, lasse ich das hier auch mal gelten: "Doch Luz Ángela Uriana weiß von der Energiewende in Deutschland. Davon, dass dort nicht zuletzt aus Umweltschutzgründen bis 2018 die Steinkohleproduktion eingestellt wird. Die Kraftwerke, die aus Kohle Strom machen, sollen aber weiter befeuert werden. Schließlich soll Deutschland bald ohne Atomkraft auskommen. Und alternative Energieträger wie Sonne oder Wind können den Bedarf noch nicht allein decken. Kolumbianische Kohle hilft, die Energiewende zu sichern. Damit das so bleiben kann, verlieren die Wayuu und andere ethnische Gruppen mehr und mehr ihres Landes und werden zwangsumgesiedelt."

taz: "Der britische Wirtschaftswissenschaftler hat die ungleiche Verteilung der Einkommen erforscht."

So das waren 3 von 17. Ich weiss nicht, woher Du Deine Auffassungen über Medien und Journalismus hast. Aus eigener Recherche jedoch wohl kaum.

Gruß Mathie
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Re: Soll man Journalisten trauen?

von segwayi2 » 3. Jan 2017, 15:21

nunja, 3 aus 17 ist gefühlt schon sehr hoch. Das wie hier wo auch zig Fäden in der Stunde erscheinen ich aber den Eindruck habe das ein Mitglied alle mit seiner persönlichen Autopiloteinstellung flutet 8-) (nix für Ungut ;) )
Segwayi2
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Vers.: 2020.8.1.1 fd1e27c66
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