The Boring Company

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Re: The Boring Company

von Hendrik » 19. Dez 2018, 16:29

Dieses Spurführungskonzept überzeugt mich nicht:

Es würden teure Nachrüstungen für bestehende Fahrzeuge fällig. Boring hat es ja auch noch nicht einmal geschafft, Teslas mit einem einklappbaren System auszurüsten, sondern fest auf die Räder montiert. So einfach ist das also wohl nicht.
Bei einigen Fahrzeuge mag auch einfach der Platz fehlen und dann müsste so ein System sich ja auch im richtigen Zeitpunkt zuverlässig ausfahren, einrasten etc.
Rollwiderstände werden vermutlich erhöht.

Warum nicht auf autonomes Fahren setzen? So ein Tunnel ist dafür ja die optimale Umgebung. Das wäre für zukünftige Fahrzeuge dann nur ein Softwareupdate und wäre auch kompatibler für verschiedene Fahrzeugbreiten. Die Software müsste erkennen wenn Bodenhaftung außerhalb der erlaubten Parameter ist und dann Geschwindigkeit anpassen.

Hauptproblem bzgl Wirtschaftlichkeit sehe ich aber weiterhin bei den Fahrstühlen, die zu wenig Durchsatz bieten. Deswegen wurde ja auch ein neuer Elbtunnel gebaut und der Alte Elbtunnel dient jetzt eher als Touristenattraktion.
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Re: The Boring Company

von egn » 19. Dez 2018, 16:43

Mich hat die Vorführung auch enttäuscht, da sie nicht wirklich massentauglich ist. Eine Einschränkung auf autonome Fahrzeuge und solche mit dem entsprechenden Radsystem ist meiner Meinung nach zum Scheitern verurteilt.

Das Konzept mit den fahrenden Plattformen, auf denen sich die zu transportierenden Fahrzeuge befinden, halte ich für universeller. Der gewöhnliche Lift für die Zuführung und die Ableitung ist im Durchsatz zu sehr eingeschränkt. Wenn dann müsste es sowas wie eine Art Rolltreppe oder ein Paternoster sein, die mehr oder weniger kontinuierlich arbeiten.

Ganz generell halte ich die Kostenabschätzung für viel zu optimistisch. Da wurden bestimmt viele Posten einfach vergessen. Bei anderen geologischen Voraussetzungen können die Kosten auch explodieren.
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Re: The Boring Company

von M3-75 » 19. Dez 2018, 16:46

Ich dachte ursprünglich sollte ein autonomer "schlitten" (auf basis einen Model X Chassis?) genommen werden, auf dem die Fahrzeuge drauf fahren, für was anderes als elektrische Fahrzeuge ist der Tunnel ohnehin nicht befahrbar und eigentlich ist bereits der Transport fossil (B,D,G)-betriebener Fahrzeuge im Tunnel ein unnötiges Sicherheitsrisiko.

Voll-Autonome Fahrzeuge sind schon deshalb nötig, weil sonst im Tunnel der gleiche Stau entsteht wie auf den Straßen.
 
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Re: The Boring Company

von egn » 21. Dez 2018, 15:16

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Re: The Boring Company

von Helmut1 » 21. Dez 2018, 17:01

Mich überzeugt das System mit den seitlichen Führungen und ohne Pods sehr!
Folgende Vorteile:
1. Boring Company bzw. Tesla spart sich die Pods. (diese wären vermutlich nur mäßig ausgelastet da die Tunnel bevorzugt in der Rushhour genutzt werden. Außerdem müssten die Pods enorme Akkus haben bzw. dauernd geladen werden wegen hohen Stromverbrauch durch enorme Geschwindigkeiten.
2. Vielfach niedrigeres Risiko für den Tunnelbetreiber da Pannen/Unfälle mit hoher Wahrscheinlichkeit allein auf die Kappe der Fahrzeugbesitzer gehen werden. (Bei einem Podsystem wäre es andersherum)
3. Energetisch erheblich günstiger als mit Pods.
4. Für Nutzer scheinbar erheblich günstiger. (Sie werden den Verschleiß und Energiekosten ihrer Fahrzeuge nicht bedenken. Bei einem Podsystem würden sie dagegen nicht einrechnen was sie an Verschleiß und Energie beim eigenen Fahrzeug sparen.)
5. Praktisch Pflicht für jeden der nicht mehr im Stau stehen will einen Tesla zu kaufen. (Auch wenn das System offiziell auch für Fahrzeuge anderer Hersteller offen sein soll)
Zuletzt geändert von Helmut1 am 21. Dez 2018, 17:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: The Boring Company

von Helmut1 » 21. Dez 2018, 17:14

Hendrik hat geschrieben:Dieses Spurführungskonzept überzeugt mich nicht:
...
Warum nicht auf autonomes Fahren setzen? So ein Tunnel ist dafür ja die optimale Umgebung. Das wäre für zukünftige Fahrzeuge dann nur ein Softwareupdate und wäre auch kompatibler für verschiedene Fahrzeugbreiten. Die Software müsste erkennen wenn Bodenhaftung außerhalb der erlaubten Parameter ist und dann Geschwindigkeit anpassen.

Das autonome Fahren im Tunnel ist absolut zwingend. Oder traust du dir zu dich mit 250 km/h zwischen anderen Fahrzeugen mit einem Abstand von unter einer Sekunde einzuordnen und dauernd zur Seite nur ein paar cm Platz zu haben. ;)
Die seitlichen Spurführungen sind doch nur dafür da falls mal ein Reifen platzt oder eine Radaufhängung bricht, dass das Fahrzeug dann trotzdem sicher in der Spur bleibt.
Hendrik hat geschrieben:Hauptproblem bzgl Wirtschaftlichkeit sehe ich aber weiterhin bei den Fahrstühlen, die zu wenig Durchsatz bieten. Deswegen wurde ja auch ein neuer Elbtunnel gebaut und der Alte Elbtunnel dient jetzt eher als Touristenattraktion.

Fahrstühle wird es doch nur da geben wo es sehr eng ist. Ansonsten wird es ganz normal Rampen wie in jedem Parkhaus geben um Höhenunterschiede zu bewältigen.
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Re: The Boring Company

von Hendrik » 21. Dez 2018, 18:02

Ich halte den ganzen Fokus auf 250km/h für ziemlichen Quatsch. Selbst wenn man die Fahrstühle durch Rampen ersetzen würde, werden diese das Bottleneck bleiben. Man bräuchte gigantische Zubringerrampen wo die Fahrzeuge von z.B. 30km/h Stadtverkehr auf 250km/h beschleunigt und zusammengeführt werden. Durchsatz im Tunnel erhöhen ist gar nicht wichtig für den Gesamtdurchsatz, die langsamste Stelle bestimmt den Gesamtdurchsatz.
Bereits bei knapp 80km/h hat die jetzige Lösung schon stark geruckelt, das wird noch viel schlimmer bei höheren Geschwindigkeiten.
Dazu kommt dann noch der enorme Energieverbrauch. Ein Model X ist recht aerodynamisch, hat aber dennoch bei 250km/h enormen Verbrauch. In einem engen Tunnel, wo die Luft am Fahrzeug vorbeigedrängt werden muss und dadurch verdichtet wird, steigt dieser enorme Verbrauch nochmal weiter. Jetzt bräuchte man einen Physiker, der das durchrechnen kann, wäre ein sehr interessantes Ergebnis.

Rollen halte ich auch weiterhin für unsinning, da eine Nachrüstung kaum möglich ist und die Tunnel damit auf wenige Fahrzeuge beschränkt sind. Boring hat es ja auch nicht geschafft einfahrbare Rollen für ein Model X zu brauen. Es gibt also erstmal 0 Fahrzeuge, die die Tunnel nutzen können. Würde Tesla für das Model Y oder Facelifts von bestehenden Fahrzeugen derartige Rollen anbieten, würde es noch sehr lange dauern, bis genug Fahrzeuge auf dem Markt sind, damit solche Tunnel wirtschaftlich betrieben werden können.
Pod-Lösungen oder autonomes Fahren halte ich für viel sinnvoller. Dann macht man den Tunnel halt ein paar Zentimeter breiter und hat dafür auch geringeren Luftwiderstand.

PS: Rollen erhöhen auch noch den Reibungswiderstand.
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Re: The Boring Company

von Helmut1 » 21. Dez 2018, 18:43

Hendrik hat geschrieben:Ich halte den ganzen Fokus auf 250km/h für ziemlichen Quatsch.

Es ist absolut elementar, dass man von Anfang an das Ganze auf sehr hohe Geschwindigkeit auslegt. Denn ihm Nachhinein kann man die Geschwindigkeit nur extrem schwer steigern.
Hendrik hat geschrieben: Selbst wenn man die Fahrstühle durch Rampen ersetzen würde, werden diese das Bottleneck bleiben. Man bräuchte gigantische Zubringerrampen wo die Fahrzeuge von z.B. 30km/h Stadtverkehr auf 250km/h beschleunigt und zusammengeführt werden. Durchsatz im Tunnel erhöhen ist gar nicht wichtig für den Gesamtdurchsatz, die langsamste Stelle bestimmt den Gesamtdurchsatz.

Die Zubringerrampen können ganz eng gebaut werden. Aus etlichen kleinen Rampen wird örtlich der Verkehr unterirdisch in Zubringerröhren gesammelt bis es dann wirklich mit hoher Geschwindigkeit auf die Haupttrasse geht.
Hendrik hat geschrieben:Bereits bei knapp 80km/h hat die jetzige Lösung schon stark geruckelt, das wird noch viel schlimmer bei höheren Geschwindigkeiten.

Das war ja nun auch ein hastig zusammengeschusterter Versuchstunnel ohne vorherige Erfahrung der Firma. Ich denke von allen technischen Problemen, dürfte es mit am einfachsten sein die Fahrbahn glatt und eben zu machen. Ich sehe da kein Problem diese auf weniger als 1mm genau hinzufräsen.

Hendrik hat geschrieben:Dazu kommt dann noch der enorme Energieverbrauch. Ein Model X ist recht aerodynamisch, hat aber dennoch bei 250km/h enormen Verbrauch. In einem engen Tunnel, wo die Luft am Fahrzeug vorbeigedrängt werden muss und dadurch verdichtet wird, steigt dieser enorme Verbrauch nochmal weiter. Jetzt bräuchte man einen Physiker, der das durchrechnen kann, wäre ein sehr interessantes Ergebnis.

Ja, dass ist ein extrem interessanter physikalischer Aspekt.
Hendrik hat geschrieben:Rollen halte ich auch weiterhin für unsinning, da eine Nachrüstung kaum möglich ist und die Tunnel damit auf wenige Fahrzeuge beschränkt sind.

Wer nicht im Stau stehen will muss sich halt einen neuen, teuren, starken Tesla kaufen. :twisted:
Hendrik hat geschrieben:Boring hat es ja auch nicht geschafft einfahrbare Rollen für ein Model X zu brauen. Es gibt also erstmal 0 Fahrzeuge, die die Tunnel nutzen können. Würde Tesla für das Model Y oder Facelifts von bestehenden Fahrzeugen derartige Rollen anbieten, würde es noch sehr lange dauern, bis genug Fahrzeuge auf dem Markt sind, damit solche Tunnel wirtschaftlich betrieben werden können.

Es wird mehr als genug Leute geben, die sich sofort einen neuen passenden Wagen kaufen wenn sie auf ihrer täglichen Pendelstrecke nicht mehr im Stau stehen müssen. Und die sehr hohe Geschwindigkeit im Tunnel ist dabei auch wichtig, damit auch bei keinem Stau an der Oberfläche das System attraktiv ist.
Hendrik hat geschrieben:Pod-Lösungen oder autonomes Fahren halte ich für viel sinnvoller. Dann macht man den Tunnel halt ein paar Zentimeter breiter und hat dafür auch geringeren Luftwiderstand.

Ist halt unterm Strich viel teurer.
Hendrik hat geschrieben:PS: Rollen erhöhen auch noch den Reibungswiderstand.

Die seitlichen Rollen sind nur für den Notfall. Die werden normal niemals Kontakt zu den Seitenführungen haben.
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Re: The Boring Company

von Hendrik » 21. Dez 2018, 18:50

Helmut1 hat geschrieben:
Hendrik hat geschrieben:Rollen halte ich auch weiterhin für unsinning, da eine Nachrüstung kaum möglich ist und die Tunnel damit auf wenige Fahrzeuge beschränkt sind.

Wer nicht im Stau stehen will muss sich halt einen neuen, teuren, starken Tesla kaufen. :twisted:


Ich könnte es mir leisten. Ich würde aber alles dafür tun, dass keine Steuergelder und wertvolle Fläche in der Stadt für solche Reiche-Leute-Tunnel und Rampen verprasst werden. Egal welche Marke, auch einen "Opel-only Tunnel" halte ich für total daneben.
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Re: The Boring Company

von Teatime » 26. Jan 2019, 01:12

Erste Kontaktaufnahmen für Tunnelarbeiten

Blue Mountains bei Sydney, Australien - 50km für Fahrzeuge
https://thedriven.io/2019/01/17/elon-mu ... mountains/

Cern, neuer Teilchenbeschleuniger, 100km
https://www.nau.ch/news/wirtschaft/elon ... n-65474525
 
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