Hässliche Elektroautos: Prohibitives Design aus Prinzip

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Re: Hässliche Elektroautos: Prohibitives Design aus Prinzip

von tvdonop » 24. Apr 2016, 11:45

reniswiss hat geschrieben:Damit ist der Luftwiderstand des i3 um knappe 23% höher als der des MS.
Verbrauchsoptimierung ist für ein EV etwa das wichtigste überhaupt, weil man ja nicht mehr so problemlos verschwenden kann.
Bei so einer miesen Form hilft auch Carbon nichts, weil das Gewicht auf Langstrecke keine grosse Bedeutung hat.
Der i3 ist das Paradebeispiel für prohibitives Design. Besonders zu dem Preis.

Der i3 ist aber auch nicht als Autobahn- / Langstreckenfahrzeug geplant, sondern als reines Stadtauto. 3. oder 4. Wagen für die Ehefrau... Da ist der Luftwiderstand ziemlich egal :-)
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Re: Hässliche Elektroautos: Prohibitives Design aus Prinzip

von reniswiss » 24. Apr 2016, 11:50

Eben, sowas ist prohibitives Design.
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Re: Hässliche Elektroautos: Prohibitives Design aus Prinzip

von Yellow » 24. Apr 2016, 13:42

Ach? Und ein Smart, Cabrio, Pritschenwagen, usw. ist auch Kacke?
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Re: Hässliche Elektroautos: Prohibitives Design aus Prinzip

von reniswiss » 24. Apr 2016, 13:53

Was soll denn der Vergleich?
Ein Smart mit Verbrenner deckt einen viel grösseren Teil des Mobilitätsbedürnisses ab, da er auch lange Strecken fahren und schnell betankt werden kann. Der Smart ist halt winzig, was die erbärmliche Karosserieform etwas ausgleicht. Wäre das Auto bei gleicher Form grösser, wäre es eine Katastrophe. Beim Smart Fortwo ist der Cw-Wert mit 0.37 in der SUV-Klasse. Die Stirnfläche ist 1.947 m², was zu einem Luftwiderstand führt, der 28 % über dem des MS liegt.

Was das mit Cabrios zu tun hat, verstehe ich nicht.
Mit einem Cabrio kann in der Stadt und auf Langstrecke gefahren werden. Sommer wie Winter, bei Regen und Sonne.

Und ja, ein Pritschenwagen ist absolute Kacke für private Mobilität. Genau deshalb dürfte die Anzahl Pritschenwagen, welche für private Fahrten zur Arbeit, zum Einkaufen oder in den Urlaub verwendet werden, in der Nähe von Null angesiedelt sein.
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Re: Hässliche Elektroautos: Prohibitives Design aus Prinzip

von Adastramos » 24. Apr 2016, 14:06

Richtig, der i3 ist vom Einsatzfeld auf den urbanen Raum zugeschnitten, der Wendekreis ist klein und das Fahrzeug nicht sehr lang, bedingt sich ja beides. Das Model S ist zweifellos ein gutes Fahrzeug, jedoch aufgrund seiner Größe und seines Gewichts mühsamer im städtischen Raum handhabbar, als ein Kleinwagen, dafür aber langstreckentauglicher.
Es gibt ja nicht DAS Auto für alle Anwendungen, sondern jeder muss nach seinen persönlichen Anforderungen den Wagen auswählen, der diese abdeckt und da kann selbst ein Smart/Twingo besser passen, als eine Premium-Limousine.
Die Preisgestaltung des i3 steht wieder auf einem anderen Blatt, ich denke auch, dass dieser günstiger angeboten werden könnte, BMW sieht das anders, weil der i3 nicht die Standardpalette kanibalisieren soll, das nehme ich als Grund für den hohen Preis an.
Für die "goldene Himbeere" des Autodesigns würde ich daher eher sowas wie die iMiev-Reihe (iOn, C-Zero) nominieren, die fallen fast die gleiche Liga wie der erste Fiat Multipla. Ich bin -warum wohl?- kein großer Freund von VW, aber was aerodynamisch-optimiertes und gutes Design betrifft, gefällt mir der XL1 und dessen Vorgänger L1 gut.

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Hässliche Elektroautos: Prohibitives Design aus Prinzip

von Yellow » 24. Apr 2016, 14:09

Wer so pauschalisiert, wie Du, muss auch mit Vergleichen leben können ;-)
Willst du etwa behaupten, dass ein Smart als Langstreckenwagen mit geringem Cw konzipiert wurde? Also auch ein "prohibitives Design"! Was ist daran verkehrt, dass der i3 auch so konzeptioniert wurde?
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Re: Hässliche Elektroautos: Prohibitives Design aus Prinzip

von reniswiss » 24. Apr 2016, 14:52

Der Smart ist zwar aerodynamisch eine Fehlkonstruktion, kann das bei gelegentlicher Langstreckenfahrt zu Tante Emma aber überwinden, indem er einfach Sprit verschleudert. Der ist billig und schnell getankt.
Der i3 kann das nicht. Er leidet unter seinem Luftwiderstand und unter dem kleinen Akku. Das ganze kombiniert mit Schnarchladung.
Somit ist der i3 eben nicht in der Lage, Tante Emma zu besuchen. Das reine Stadtauto ist doch ein Scherz. In der Stadt ist das Auto sowas von nervig. Nicht wegen der Grösse, sondern weil man ähnlich gut vorwärts kommt, wie mit dem Fahrrad. Dafür ist es teurer, man muss Parkplätze suchen (auch mit kleinen Autos) und so weiter.
Ein Auto nur für die Stadt macht einfach keinen Sinn. Wenn das Fahrzeug ausserhalb der Stadt nichts taugt, macht es dadurch automatisch auch keinen Sinn mehr.
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Re: Hässliche Elektroautos: Prohibitives Design aus Prinzip

von Adastramos » 24. Apr 2016, 15:43

Ich weiss nicht, warum du so vehement gegen den i3 bist, als Fahrzeug passt es gut in den städtischen/landlichen Bereich und es ist das bislang effizienteste E-Auto auf dem Markt, das sollte man doch nicht ganz unter den Tisch fallen lassen und ich betone nochmals, ich hab nix mit BMW am Hut, noch finde ich es gut, dass es an die 40.000 Euro kostet, ich mag nur die technische/gestalterische Konzeptionierung betrachten. Zum Parkplatzthema in der Stadt, jedes Auto braucht einen Parkplatz, aber welches findet leichter einen, eines das 5m lang ist oder eines, welches kürzer ist?

Klar hat der i3 keinen Schnelllader, ich will auch keine große Werbung für das Fahrzeug machen, jedoch sehe ich es auch nicht als so schlecht an, wie ich deinen Beitrag verstehe.
Ich bin bislang noch keinen Probegefahren, drum kann ich nur über das sprechen, was ich bislang im Internet laß und aus einem Gespräch eines i3/Rex-Fahrers weiß.
Das Fahrzeug soll sich recht sportlich fahren und real kann man wohl um die 120-140km weit kommen und persönlich hab ich auch schon einpaar auf der Autobahn gesehen, flott mit 130-140km/h unterwegs und gerade in der Schweiz, wo die Distanzen nicht allzu groß ausfallen, sollte man mit der Standardreichweite zumindest die Tante, die 50-60km weiter weg wohnt, besuchen können und dann wärend des Besuchs an der Garage laden - welcher Benziner kann das schon? Das find ich mit das komfortabelste an der e-Mobilität, aber zurück zum Thema.
Den i3 gibts auch mit Range-Extender, eine Alternative in der Übergangszeit zwischen dem Benzin- und Elektrozeitalter, technisch annehmbar gelöst, indem der kleine Verbrenner nicht den Antrieb übernimmt, sondern das Laden der Akkus.

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Re: Hässliche Elektroautos: Prohibitives Design aus Prinzip

von reniswiss » 24. Apr 2016, 18:53

Ich bin nicht "vehement gegen den i3", aber ich störe mich an diversen Eigenschaften dieses Fahrzeugs.
Nicht nur ich, offenbar auch der Markt. i3 werden etwa halb so viele verkauft wie Model S und das bei ungefähr halbem Verkaufspreis. Es ist davon auszugehen, dass deutlich mehr Käufer ein Auto in der Preisregion des i3 suchen.

Dass BMW schöne Autos bauen kann, haben sie oft genug bewiesen. Alle Limusinen und Coupes von BMW sind optisch sehr gelungen. Auch die meisten SUV sind eigentlich ganz schick. Der i8 sieht immerhin aus wie ein Supersportler, auch wenn er keiner ist. Und der i3 sieht halt aus wie ein Vorurteil gegen die Elektromobilität.

In Zürich und Winterthur (die Städte, in denen ich am meisten verkehre) sind mir extrem selten Parkplätze begegnet, auf denen ein Kleinwagen Platz hat und ein MS nicht. In der Stadt parkiere ich bevorzugt in Parkhäusern. Dort sind die PP immer ausreichend gross. An der Strasse in den allermeisten Fällen auch. Natürlich ist es einfacher mit einem kleinen Fahrzeug auf einen Parkplatz zu fahren, aber so bedeutend bewerte ich diesen Vorteil nicht.

Die Erfahrungen eines i3-REx-Fahrers sind bezüglich Reichweite und Lademöglichkeiten natürlich nicht sehr wertvoll. Er braucht ja weder unterwegs zu laden noch sich um die Reichweite zu sorgen.
Die fehlende Schnelllademöglichkeit bedeutet nicht nur eine Einschränkung auf längeren Strecken, sondern auch eine Einschränkung anderer Elektromobilisten, da auch kräftige Ladesäulen lange belegt werden. Der i3 kann ja nicht auf Chademo oder SuC zurückgreifen.

Sportlich soll auch der i8 sein, ist aber eine lahme Ente. Der i3 mag an der Ampel gut ziehen, aber sportliches Fahren ist sicher etwas anderes. Dafür ist der Wagen nicht gebaut. Noch weniger als das MS.

Dass der i3 auf der Autobahn mit 140 km/h bewegt werden kann, bestreitet kein Mensch. Aufgrund des miesen Luftwiderstands ist das halt nicht seine Schokoladenseite. Der kleine Akku lässt die Reichweite bei dieser Fahrweise unter 100 km fallen.

Dass für den i3 überhaupt ein REx angeboten werden muss, zeigt doch gerade wie sonst alles schiefgelaufen ist. Kleiner Akku, viel Lufwiderstand und keine Schnelllademöglichkei. Sowas kann man nur mit einem REx vertuschen.

BMW hätte doch statt der abstrusen Carbonkarosserie einfach etwas aus normalen 3er-Teilen bauen können. Unten drunter ein anderes Chassis mit Akku im Unterboden und oben möglichst viel aus dem Verbrenner-3er übernehmen. Türen, Haube, Heckklappe etc.. Das alles aus preiswerten Materialien und dafür viel Akku. Der F30 320d hat einen Luftwiderstand, der nur ein klitzekleines Stück über dem MS liegt. Und da sind noch Lufteinlässe und ein Verbrennerunterboden, die entfallen können.
So hätte BMW ein Elektromodell im Sortiment, das sowohl in der Stadt als auch auf längeren Strecken taugt. Als Ladebuchse CCS und sich gleich noch beim SuC-Netz beteiligen. Das Auto wäre nicht (oder nicht viel) teurer als der i3, böte aber viel mehr und sähe schick aus.
Ich bin absolut überzeugt, die Verkaufszahlen lägen erheblich höher als die des i3.
Aber man baute lieber ein leichtes Auto, welches bei geringen Geschwindigkeiten wenig braucht. Der NEFZ bevorteilt durch die lächerlichen Geschwindigkeiten ja genau solche Fahrzeuge. Auf dem Papier kann durch den falschen Verbrauchswert eine kaum erreichbare Reichweite angegeben werden.
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Re: Hässliche Elektroautos: Prohibitives Design aus Prinzip

von kramrle » 24. Apr 2016, 20:47

Was bei der ganzen Diskussion um Luftwiederstände, cw-Werte und Stirnflächen untergeht, ist m.E. die Reynoldsche (Re) Zahl der Karosserie.
Ich glaube nämlich, dass diese u.a auch ein Grund ist für die von Tela gewählte Karosserieform des S,X und 3. Es ist durchaus auch ein möglicher Grund weshalb kurze, "kistige" Fahrzeuge à la Bolt oder i3 bei Autobahngeschwindigkeit eher schlechter sein werden als ein Tesla. Vielleich ist ein Strömungsspezi unter uns der diese Idee beurteilen kann.
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