Fachgespräch zum Abgas-Skandal mit ADAC, Dekra, ICCT, vda

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Re: Fachgespräch zum Abgas-Skandal mit ADAC, Dekra, ICCT, vd

von raffiniert » 8. Okt 2015, 14:10

Niubie hat geschrieben:Was wäre denn Dein Vorschlag, um die Verbrenner da hin zu bekommen, dass sie in der Realität Gesetzesvorgaben einhalten?


Er möchte wohl keinen bösen Staat und damit auch keine bösen Gesetze, da die Unternehmen, wenn sie denn mal frei und ungezwungen arbeiten dürften, das schon alles zum Wohle des Bürgers, der Tiere und der Welt regeln würden. So wie halt die absolut freie Marktwirtschaft schon immer funktioniert hat - da wird der eigene Profit gerne zurückgestellt, wenn man etwas langfristig Positives tun kann, so sind sie halt, die vor Empathie triefenden Vorstände und Aktionäre...
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Re: Fachgespräch zum Abgas-Skandal mit ADAC, Dekra, ICCT, vd

von Volker.Berlin » 8. Okt 2015, 14:14

Lese ich da zwischen den Zeilen einen subtilen Anflug von Ironie...? :lol:
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Re: Fachgespräch zum Abgas-Skandal mit ADAC, Dekra, ICCT, vd

von Montblanc Carrera » 8. Okt 2015, 14:21

Niubie hat geschrieben:Was wäre denn Dein Vorschlag, um die Verbrenner da hin zu bekommen, dass sie in der Realität Gesetzesvorgaben einhalten?

Die Realität ist, das die Fahrzeuge Abgasgrenzwerte in einem genau definierten Testzyklus einhalten müssen.....
 
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Re: Fachgespräch zum Abgas-Skandal mit ADAC, Dekra, ICCT, vd

von Niubie » 8. Okt 2015, 14:30

Montblanc Carrera hat geschrieben:
Niubie hat geschrieben:Was wäre denn Dein Vorschlag, um die Verbrenner da hin zu bekommen, dass sie in der Realität Gesetzesvorgaben einhalten?

Die Realität ist, das die Fahrzeuge Abgasgrenzwerte in einem genau definierten Testzyklus einhalten müssen.....


Ja, und selbst da können es viele nur mit Tricks und Betrügereien, wie sich nun mit der Spitze des Eisbergs durch VW offenbart. Aber sei doch ehrlich, das ist doch zynisch... wie können wir damit zufrieden sein, dass ein präpariertes Fahrzeug auf einem laborhaften Prüfstand gesetzliche Emissionsgrenzwerte einhält und das in der Realität selbst unter Streicheln des Gaspedals und Schleichens völlig anders aussieht - und mit völlig anders ist auch eine mehrfache Überschreitung gemeint. Wir reden hier nicht über 50%, 70% oder 100% Überschreitung, sondern um eine durchschnittliche Überschreitung von 700% bei Stickstoffoxiden - von Partikeln bei Benzinern haben wir noch gar nicht gesprochen.

Das kann so nicht weitergehen. Wer das will, handelt zynisch und ohne Rücksicht auf Gesundheitsschäden und Umweltschäden.

Und dann: weshalb? Zu welchem Zweck sollen wir das ignorieren?
 
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Re: Fachgespräch zum Abgas-Skandal mit ADAC, Dekra, ICCT, vd

von Volker.Berlin » 8. Okt 2015, 15:07

Niubie hat geschrieben:Und dann: weshalb? Zu welchem Zweck sollen wir das ignorieren?

Oder auch umgekehrt: Zu welchem Zweck überhaupt noch Abgastests durchführen und Schadstoff-Ausstoß deklarieren? Als reinen Selbstzweck braucht das doch niemand. Wenn es nicht gelingt, diese Tests halbwegs in Einklang mit der Realität zu bringen, kann man sie auch einfach abschaffen.
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Re: Fachgespräch zum Abgas-Skandal mit ADAC, Dekra, ICCT, vd

von Montblanc Carrera » 8. Okt 2015, 15:20

Für mich handelt es sich bei den dauernd neuen Abgasvorschriften nicht um Umwelt-, sondern nur um Wirtschaftspolitik.
Es geht nicht darum die Luft "reiner" zu machen, sondern darum Fahrzeughalter zu dem Erwerb neuerer Fahrzeuge zu bringen, möglichst dabei noch die heimische Industrie bevorzugehend.

Und was die Deklaration des Schadstoffausstoß betrifft,
steht da heutzutage etwas anderes als CO2 Ausstoß und Euro Einstufung?
Erstere kann ich mir auch selbst aus dem Verbrauch ableiten und zweites ist interessant für die Steuer.
 
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Re: Fachgespräch zum Abgas-Skandal mit ADAC, Dekra, ICCT, vd

von Niubie » 8. Okt 2015, 15:32

Montblanc Carrera hat geschrieben:Für mich handelt es sich bei den dauernd neuen Abgasvorschriften nicht um Umwelt-, sondern nur um Wirtschaftspolitik.
Es geht nicht darum die Luft "reiner" zu machen, sondern darum Fahrzeughalter zu dem Erwerb neuerer Fahrzeuge zu bringen, möglichst dabei noch die heimische Industrie bevorzugehend.


Mir tut es leid, dass Du so zynisch bist und offenbar eher an Verschwörungstheorien glaubst als an Fakten, aber die Realität ist zum Glück anders. Wenn es um den Erwerb neuerer Fahrzeuge ginge, würde die Autoindustrie doch diese Gesetze befürworten. Die leben vom Verkauf von NEU-Fahrzeugen. Weißt Du wieviel Geld die gesamte deutsche Automobilindustrie in die Lobby-Arbeit in Brüssel ausgibt? (und in Brüssel werden bekanntlich die wichtigen Verwaltungsvorschriften gemacht (wie diese hier: https://www.lobbycontrol.de/2015/09/die ... -bruessel/). Es ist auch gut dokumentiert, wie sich die Autoindustrie gegen den Partikelfilter beim Diesel gewehrt hat (mit Händen und Füßen) und wie sie neue Emissionsnormen wie Euro 5 und Euro 6 immer und immer wieder bekämpft hat und Ausnahmen erwirkt hat für Partikel-Emissionen bei Benziner-Direkteinspritzern, usw. .
Zuletzt geändert von Niubie am 8. Okt 2015, 16:13, insgesamt 1-mal geändert.
 
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Re: Fachgespräch zum Abgas-Skandal mit ADAC, Dekra, ICCT, vd

von Montblanc Carrera » 8. Okt 2015, 15:41

Niubie hat geschrieben:
Montblanc Carrera hat geschrieben:Für mich handelt es sich bei den dauernd neuen Abgasvorschriften nicht um Umwelt-, sondern nur um Wirtschaftspolitik.
Es geht nicht darum die Luft "reiner" zu machen, sondern darum Fahrzeughalter zu dem Erwerb neuerer Fahrzeuge zu bringen, möglichst dabei noch die heimische Industrie bevorzugehend.


Mir tut es leid, dass Du so zynisch bist und offenbar eher an Verschwörungstheorien glaubst als an Fakten, aber die Realität ist zum Glück anders. Wenn es um den Erwerb neuerer Fahrzeuge ginge, würde die Autoindustrie doch diese Gesetze befürworten. Die leben vom Verkauf von NEU-Fahrzeugen. Weißt Du wieviel Geld die gesamte deutsche Automobilindustrie in die Lobby-Arbeit in Brüssel ausgibt? (und in Brüssel werden bekanntlich die wichtigen Verwaltungsvorschriften gemacht (wie diese hier: https://www.lobbycontrol.de/2015/09/die ... -bruessel/). Es ist auch gut dokumentiert, wie sich die Autoindustrie gegen den Partikelfilter beim Diesel gewährt hat (mit Händen und Füßen) und wie sie neue Emissionsnormen wie Euro 5 und Euro 6 immer und immer wieder bekämpft hat und Ausnahmen erwirkt hat für Partikel-Emissionen bei Benziner-Direkteinspritzern, usw. .

Man könnte natürlich auch darauf kommen, das sich andere Hersteller, die weniger auf Selbstzünder gesetzt haben, besser durchgesetzt haben.....
Im übrigen habe ich auch nicht behauptet das Wirschaftspolitik zwingend gut für die Wirtschaft ist.
 
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Re: Fachgespräch zum Abgas-Skandal mit ADAC, Dekra, ICCT, vd

von Niubie » 8. Okt 2015, 15:43

Volker.Berlin hat geschrieben:
Niubie hat geschrieben:Und dann: weshalb? Zu welchem Zweck sollen wir das ignorieren?

Oder auch umgekehrt: Zu welchem Zweck überhaupt noch Abgastests durchführen und Schadstoff-Ausstoß deklarieren? Als reinen Selbstzweck braucht das doch niemand. Wenn es nicht gelingt, diese Tests halbwegs in Einklang mit der Realität zu bringen, kann man sie auch einfach abschaffen.


jep, genau. Das Umweltbundesamt (die zuständige Bundebehörde) erhebt Jahr für Jahr die so genannten Immissionen, also die Luftqualität in den Städten und auf dem Land und hat festgestellt, dass sich in den letzten Jahren die Qualität nicht verbessert (wie eigentlich im Zuge der Einführung der neuen EURO-Abgasnormen erhofft), sondern sogar verschlechtert hat. Das liegt zum einen an der steigenden Dichte an Privat-PKWs in der Bevölkerung und wie wir nun wissen erheblich an der mehrfachen Übertretung der Abgasemissionsgrenzen in jedem Einzelnen dieser Wagen - und wie in dem Video auch sehr schön vom Umweltbundesamt-Verantwortlichen beschrieben, die Euro 5-Fahrzeuge blasen in der Realität mehr Schadstoffe aus als viele Euro 4 - Fahrzeuge. Das bedeutet aber auch, dass die Abweichungen von Prüfstandsergebnissen zu Emissionen in der Realität immer größer geworden sind und auch das wird in dem Fachgespräch beschrieben. Noch in den 90er Jahren hat man sich über Abweichungen beim Spritverbrauch und den Emissionen von Prüfstand zu Realität von 5-7% aufgeregt. Heute sind es Abweichungen von im Schnitt 40% beim Spritverbrauch und Schadstoffemissionen... Das ist blanker Betrug, der uns schleichend widerfährt und alle Autokäufer winken da nur ab und sagen doch schon, dass den Prüfstandswerten nicht zu trauen ist. Es ist Zeit, hier etwas gesetzlich zu ändern, weil wir sonst bald Autos kaufen, die angeblich 4 Liter auf 100km verbrauchen, aber in der Realität sind es dann eher 8 (also 100% mehr). Die Schadstoffemissionen potenzieren sich dadurch.
Zuletzt geändert von Niubie am 8. Okt 2015, 15:49, insgesamt 1-mal geändert.
 
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Re: Fachgespräch zum Abgas-Skandal mit ADAC, Dekra, ICCT, vd

von Montblanc Carrera » 8. Okt 2015, 16:11

Niubie hat geschrieben:
Volker.Berlin hat geschrieben:
Niubie hat geschrieben:Und dann: weshalb? Zu welchem Zweck sollen wir das ignorieren?

Oder auch umgekehrt: Zu welchem Zweck überhaupt noch Abgastests durchführen und Schadstoff-Ausstoß deklarieren? Als reinen Selbstzweck braucht das doch niemand. Wenn es nicht gelingt, diese Tests halbwegs in Einklang mit der Realität zu bringen, kann man sie auch einfach abschaffen.


jep, genau. Das Umweltbundesamt (die zuständige Bundebehörde) erhebt Jahr für Jahr die so genannten Immissionen, also die Luftqualität in den Städten und auf dem Land und hat festgestellt, dass sich in den letzten Jahren die Qualität nicht verbessert (wie eigentlich im Zuge der Einführung der neuen EURO-Abgasnormen erhofft), sondern sogar verschlechtert hat. Das liegt zum einen an der steigenden Dichte an Privat-PKWs in der Bevölkerung und wie wir nun wissen erheblich an der mehrfachen Übertretung der Abgasemissionsgrenzen in jedem Einzelnen dieser Wagen - und wie in dem Video auch sehr schön vom Umweltbundesamt-Verantwortlichen beschrieben, die Euro 5-Fahrzeuge blasen in der Realität mehr Schadstoffe aus als viele Euro 4 - Fahrzeuge. Das bedeutet aber auch, dass die Abweichungen von Prüfstandsergebnissen zu Emissionen in der Realität immer größer geworden sind und auch das wird in dem Fachgespräch beschrieben. Noch in den 90er Jahren hat man sich über Abweichungen beim Spritverbrauch und den Emissionen von Prüfstand zu Realität von 5-7% aufgeregt. Heute sind es Abweichungen von im Schnitt 40% beim Spritverbrauch und Schadstoffemissionen... Das ist blanker Betrug, der uns schleichend widerfährt und alle Autokäufer winken da nur ab und sagen doch schon, dass den Prüfstandswerten nicht zu trauen ist. Es ist Zeit, hier etwas gesetzlich zu ändern, weil wir sonst bald Autos kaufen, die angeblich 4 Liter auf 100km verbrauchen, aber in der Realität sind es dann eher 8 (also 100% mehr). Die Schadstoffemissionen potenzieren sich dadurch.

Zu Zeiten des "Drittelmixes" konnte man als Nutzer die Verbrauchsangaben auch besser nachvollziehen, nachprüfen und sich seinen zu erwartenden Verbrauch besser vorher abschätzen.
 
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