Leasing – eine möglichst hohe Rate kommt oft günstiger

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Leasing – eine möglichst hohe Rate kommt oft günstiger

von Wassermann » 4. Okt 2015, 15:07

Ich möchte hier meine Erfahrungen mit dem Leasing aus der Perspektive des Unternehmers zusammenfassen. Leser, die sich mit dem Gedanken beschäftigen, als Privatmann zu leasen, erhalten hier keinen Erkenntnisgewinn.

Gerne wird bei der Planung des Leasings auf ein Konzept abgestimmt, welches „die Kosten“ so gering wie möglich hält. Eine niedrige Leasingrate erzielt man, indem die Laufzeit möglichst lang, die Nutzung (gefahrene Kilometer) gering und der Restwert hoch ist. Aus steuerlicher Sicht ist dieser Ansatz jedoch falsch, weil mitunter passieren kann, dass die jährlich gezahlten Leasingraten den Gewinn eines gut laufenden Unternehmens weniger stark absenken, als das bei einer normalen Finanzierung und der jährlichen AFA der Fall gewesen wäre.

Der Vorteil des Leasings gegenüber der Abschreibung ist, dass man damit (eine gesunde Ertragslage des Unternehmens voraus gesetzt) den Gewinn vor Steuer deutlich senken kann. Und das geht nur, wenn die Leasingrate hoch ist. Hohe Kosten senken einen hohen Gewinn und führen zu einer verminderten Steuerlast.

Gewerbetreibende, die nicht bilanzieren müssen (auch „vier-drei-Rechner“ oder EÜR genannt), haben besonders gute Karten, speziell beim Zugang des Firmenwagens zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr: Die erste Leasingrate kann als „Leasingsonderzahlung“ komplett in die Kosten gebucht werden, sofern sie bis zu 30% des Neupreises beträgt und der Vertrag kürzer als 5 Jahre läuft. Eine Gegenüberstellung beim Zugang eines Firmenwagens zum 1. November:

Kaufpreis 60.000,- €, Leasingsonderzahlung 30% = 18.000,- €.
Somit 18.000,- € Gewinnminderung vor Steuern.

Kaufpreis 60.000,- €, AFA entspricht 2/12 der Jahresabschreibung von 10.000,- € = 1.666,- €.
Somit 1.666,- € Gewinnminderung vor Steuern.

Empfehlung:
Mit einer Leasingbank zusammenarbeiten, die nichts anderes macht als Leasing. Die haben wasserdichte Verträge, speziell was die risikolose Übernahme der Fahrzeugs nach Ablauf betrifft! Eine möglichst kurze Vertragslaufzeit wählen, z.B. 30 Monate. Einen möglichst geringen Restwert vereinbaren, der nicht an die Laufleistung gekoppelt ist z.B. 30% vom Neupreis. Wenn keine Bilanzierungspflicht besteht, eine Leasingsonderzahlung bis 30% vereinbaren.

Weitere Vorteile:
Der niedrige Restwert zum Ende der Laufzeit (also wie hier im Beispiel 18.000,- nach 2,5 Jahren Nutzung) ermöglicht den günstigen Erwerb.
Die kurze Laufzeit ermöglicht den schnellen Umstieg auf ein aktuelles Modell.
Grüße vom Chris

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Re: Leasing – eine möglichst hohe Rate kommt oft günstiger

von Boris » 4. Okt 2015, 19:14

Zwar alles richtig was Du schreibst. Aber wenn man einen gleichbleibenden Steuersatz über alle Nutzungsjahre hat, dann bringt das alles nichts und ist nur eine Verschiebung zwischen den Jahren.

Insgesamt muss ohnehin jeder für sich bewerten ob Leasing wirklich das richtige Modell für ihn ist. Ich habe Mandanten die wollen immer leasen obwohl sie in Liquidität schwimmen und dann macht es in der Regel alles keinen Sinn.

Und Leasing kostet, denn die Leasinggesellschaft will verdienen und auch das Restwertrisiko gering halten, denn ansonsten gehen die irgendwann pleite.
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Re: Leasing – eine möglichst hohe Rate kommt oft günstiger

von elrond » 4. Okt 2015, 19:24

Boris hat geschrieben:Und Leasing kostet, denn die Leasinggesellschaft will verdienen und auch das Restwertrisiko gering halten, denn ansonsten gehen die irgendwann pleite.


Leasing macht nur aus zwei Gründen Sinn:

  • Man hat nicht die nötige Liquidität, um den vollen Anschaffungspreis zu zahlen
  • Man möchte kein Risiko eingehen, was den Restwert nach der geplanten Nutzungsdauer angeht.

Anders gesagt: Wenn man das Geld hat und den Wagen ohnehin später übernehmen möchte, dann ist Leasing nur ein Konjukturprogramm für das Leasing-Unternehmen.

Ciao,
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Re: Leasing – eine möglichst hohe Rate kommt oft günstiger

von Yellow » 4. Okt 2015, 20:42

Wassermann hat geschrieben:Weitere Vorteile:
Der niedrige Restwert zum Ende der Laufzeit (also wie hier im Beispiel 18.000,- nach 2,5 Jahren Nutzung) ermöglicht den günstigen Erwerb.
Die kurze Laufzeit ermöglicht den schnellen Umstieg auf ein aktuelles Modell.

Ich muss dich enttäuschen aber genau das geht eben nicht!
Ich kann das Fahrzeug nicht nach 2,5 Jahren zu 30% den Neupreises privat kaufen - das wäre eine verdeckte Gewinnausschüttung!
Ich muss mich an dem Marktwert des Fahrzeugs orientieren.
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Leasing – eine möglichst hohe Rate kommt oft günstiger

von Fasteagle » 4. Okt 2015, 21:05

Yellow hat geschrieben:
Wassermann hat geschrieben:Weitere Vorteile:
Der niedrige Restwert zum Ende der Laufzeit (also wie hier im Beispiel 18.000,- nach 2,5 Jahren Nutzung) ermöglicht den günstigen Erwerb.
Die kurze Laufzeit ermöglicht den schnellen Umstieg auf ein aktuelles Modell.

Ich muss dich enttäuschen aber genau das geht eben nicht!
Ich kann das Fahrzeug nicht nach 2,5 Jahren zu 30% den Neupreises privat kaufen - das wäre eine verdeckte Gewinnausschüttung!
Ich muss mich an dem Marktwert des Fahrzeugs orientieren.

Die Frage ist ob die eigene Firma das Fahrzeug an privat verkauft oder die Leasingfirma das Fahrzeug an eine Privatperson verkauft...
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Re: Leasing – eine möglichst hohe Rate kommt oft günstiger

von elrond » 4. Okt 2015, 21:23

Fasteagle hat geschrieben:Die Frage ist ob die eigene Firma das Fahrzeug an privat verkauft oder die Leasingfirma das Fahrzeug an eine Privatperson verkauft...


Wenn die eigene Firma den Leasingvertrag zu solch unrealistischen Bedingungen abschließt, so dass Du später privat davon profitierst - dann ist das keine Frage mehr. Die Finanzämter sind da leider nicht blöd...

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Re: Leasing – eine möglichst hohe Rate kommt oft günstiger

von Yellow » 4. Okt 2015, 22:38

Fasteagle hat geschrieben:
Yellow hat geschrieben:
Wassermann hat geschrieben:Weitere Vorteile:
Der niedrige Restwert zum Ende der Laufzeit (also wie hier im Beispiel 18.000,- nach 2,5 Jahren Nutzung) ermöglicht den günstigen Erwerb.
Die kurze Laufzeit ermöglicht den schnellen Umstieg auf ein aktuelles Modell.

Ich muss dich enttäuschen aber genau das geht eben nicht!
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Ich muss mich an dem Marktwert des Fahrzeugs orientieren.

Die Frage ist ob die eigene Firma das Fahrzeug an privat verkauft oder die Leasingfirma das Fahrzeug an eine Privatperson verkauft...

Du meinst also illegale Tricks und den Tatbestand der Steuerhinterziehung?
So etwas werde ich in meiner Firma nicht anwenden und kann es auch persönlich nicht gutheißen!
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Re: Leasing – eine möglichst hohe Rate kommt oft günstiger

von Wassermann » 4. Okt 2015, 22:45

Yellow hat geschrieben:Ich muss dich enttäuschen aber genau das geht eben nicht!
Ich kann das Fahrzeug nicht nach 2,5 Jahren zu 30% den Neupreises privat kaufen - das wäre eine verdeckte Gewinnausschüttung!
Ich muss mich an dem Marktwert des Fahrzeugs orientieren.


Mir liegt exakt jenes Angebot seitens der Leasingbank vor. Wortlaut:

Elektrofahrzeug Tesla 66.260,00 EUR
Alle Werte verstehen sich zzgl. MwSt.
Rate € 1.252,65
Sonderzahlung € 19.878,00
Restwert € 13.252,00
Unsere Empfehlung: Nutzen Sie nach Ablauf der Grundmietzeit die Möglichkeit einer Verlängerung mit geringeren Raten. Ohne Anschlussvertrag sind Sie auf Verlangen der XXX verpflichtet, das Objekt zum o. g. Restwert zu kaufen.


Ich arbeite mit der xxx seit 25 Jahren und die haben ALLE Betriebsprüfungen mit Bravour bestanden. Wie ich schon sagte: Nehmt eine Leasingbank (meine hat ihren Sitz in Koblenz), und ihr seid aus dem Schneider. Mit den Koblenzern habe ich kein Abkommen. Die haben seinerzeit sogar die Waffen gestreckt, als ich denen ein Leasing-Angebot von Porsche für den 993 vorgelegt habe, in dem die Versicherung pauschal (Vollkasko mit 500 € SB ohne Rückgriff auf angesparte Prozente woanders) inkludiert war. Die kriegen heute noch Schnappatmung, wenn ich die daran erinnere. Die konnten schlichtweg nicht dagegen halten. Deshalb habe ich die „kombinierten Leasingangebote“ ausdrücklich ausgenommen.
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Re: Leasing – eine möglichst hohe Rate kommt oft günstiger

von Yellow » 4. Okt 2015, 22:57

Und warum schreiben alle Infoseiten dazu etwas anderes?

Z.B.: http://www.haufe.de/finance/jahresabsch ... 96526.html

Da aber der BFH die Differenz zwischen Leasing-Restwert und Marktwert als Wirtschaftsgut beurteilt, das im Betriebsvermögen entsteht, macht es keinen Sinn, hohe Leasingraten zu vereinbaren. Sinnvoll ist vielmehr, die Leasingraten so zu vereinbaren, dass der Restwert am Ende der Leasingzeit möglichst dem tatsächlichen Wert entspricht.
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Re: Leasing – eine möglichst hohe Rate kommt oft günstiger

von Wassermann » 4. Okt 2015, 23:07

Tut mit leid, dass ich dir gerade die Seifenblase habe platzen lassen.

Warum ist es denn verdeckte Gewinnausschüttung, wenn deine Frau oder dein Onkel den Wagen zu diesem Preis kauft?

Noch einmal: Es geht hier um das Maximieren der Leasingbeträge. Am Ende steht nun einmal die nüchterne Erkenntnis, dass von hohen Anschaffungskosten ganz wenig in dem vom Markt diktierten Restwert übrig bleibt.

Ich habe das ohne Probleme über 25 Jahre hinweg mit Porsche, BMW, Mercedes, Audi und anderen Marken gemacht. Das FA hat daran nichts auszusetzen gehabt.

Konnte alles glaubhaft dargestellt werden.
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