Ökologischer Aspekt von E-Autos

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Re: Elektromobilität und Umwelt

von Stuff » 5. Aug 2013, 13:42

Danke, schöner informativer Beitrag!
 
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Re: Elektromobilität und Umwelt

von Kelon » 5. Aug 2013, 14:11

Dazu noch die Vorwürfe von wegen Seltene Erden, die so ein Elektroauto ja braucht.
Es stimmt, ein modernes Elektroauto hat die sogenannten Seltenen Erden. Aber nicht für den Antriebsstrang oder die Batterie, sondern wie auch der Verbrenner für die Bequemlichkeit:
  • Elektroautos nutzen einen Asynchronmotor, Seltene Erden braucht man bei den Permanentmagneten der Synchronmotoren.
  • Synchronmotoren sind bei Scheibenwischer, Seitenscheibe, und vielen anderen unterstützenden Systemen.
  • Dasselbe bei den Batterien. Heutige Elektroautos nutzen Lithium-Ionen. Seltene Erden braucht(e) man bei NiMH.
  • In einem Verbrenner hingegen braucht es Seltene Erden für den Partikelfilter und den Katalysator.
Das als Argument gegen ein Elektroauto sollte man sich also sparen. ;)


Ebenso bei Lithium, welches man im Gegensatz zu Öl recyclen kann und welches in einer Wüste definitiv weniger Landschaftsschaden mit betroffenen Lebewesen anrichtet als ein Ölsand-Abbau. :roll:
Zumal man (also der Hersteller) einen halb gebrauchten Autoakku vor dem Recycling noch als Pufferspeicher weiter vertreiben kann.
Lithium ist dabei nicht selten. Es ist jedoch als erstes Alkalimetall sehr reaktiv und deswegen auf der Erde stark verteilt. Anders als Öl gibt es Lithiumlager selbst in Europa und es ist erst noch wiederverwertbar.
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Re: Elektromobilität und Umwelt

von Beatbuzzer » 5. Aug 2013, 14:28

Kelon hat geschrieben:[*] Synchronmotoren sind bei Scheibenwischer, Seitenscheibe, und vielen anderen unterstützenden Systemen.


Wobei da aufgrund der geringen Leistung häufig auch noch Ferritmagnete zum Einsatz kommen und nichtmal Neodym-Magnete.


Was allerdings auch interessant ist, ist der sonstige Trend. Zum Beispiel hat ja gerade ein Hersteller ein E-Auto beworden, welches zum Großteil aus Carbon hergestellt ist. Nunja das ist nicht gerade so umweltfreundlich in der Herstellung und Wiederverwertung wie Blech und sollte von den Herstellern auch lieber rechtzeitig bedacht werden. Auch das schwächt das Öko-Image bei genauerem Hinsehen, betrifft aber natürlich Verbrenner genauso, nur da ist ja eh schon die Öko-Hoffnung verloren :)
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Re: Elektromobilität und Umwelt

von Volker.Berlin » 5. Aug 2013, 15:25

Drei Anmerkungen von mir:

1. Ich denke, dieser Thread könnte in jenen gemerged werden: viewtopic.php?f=22&t=816

2. Aluminium ist auch extrem energieintensiv in der Herstellung. Ob es unter diesem Aspekt schlechter oder besser ist als Karbon, kann ich nicht sagen, wäre aber mal interessant.

3. Zum Thema Seltene Erden habe ich Tesla vor einiger Zeit mal angeschrieben und eine Antwort bekommen (die nur nochmal "von offizieller Stelle" das bestätigt, was oben bereits gesagt wurde):
Volker.Berlin hat geschrieben:I would like to see some information wrt rare earths on the Model S Facts page. Since it isn't up there -- can you provide me with this information? Does the Model S use rare earths in its motor and/or batteries? Which elements would that be? What kind of electric motor is the Model S using, anyway?

Tesla USA hat geschrieben:Tesla does not use rare earth metals in our battery or motor. Typically, rare earth metals apply to DC motors, which use magnets. One of the reasons we use an AC induction motor is it does not require magnets, which often contain the rare earth metals.
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Re: Ökologischer Aspekt von E-Autos

von Thorsten » 5. Aug 2013, 17:07

1. Ich denke, dieser Thread könnte in jenen gemerged werden: Ökologischer Aspekt von E-Autos


Ich habe die beiden Themen zusammengefasst.

Grüße
Thorsten
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Re: Elektromobilität und Umwelt

von Beatbuzzer » 5. Aug 2013, 17:15

Volker.Berlin hat geschrieben:2. Aluminium ist auch extrem energieintensiv in der Herstellung.


Das ist aber hauptsächlich Strom für die Elektrolyse. Diesen könnte man vollständig umweltfreundlich gewinnen.
Bei CFK kommt Epoxydharz zum Einsatz, welches als Stoff selbst umweltbelastend ist. Weiterhin lässt sich CFK nicht einfach wie Aluminium durch aufwärmen und umformen recyclen. Auch ist es bei kleineren Unfällen anfälliger als Aluminium und muss bei Beschädigung komplett ersetzt werden (kein Ausbeulen möglich).

Vom Fahrrad-Sektor (z.B. CFK-Rahmen) her kenne ich es auch, dass man Haarrisse welche bei kleineren Stößen entstehen, gar nicht mal sieht, aber sie trotzdem zu einer Gefahr werden können, da es bei weiterer Belastung zu plötzlichem Durchbrechen kommen kann. In wie weit sich das jetzt aber auch auf die verwendeten Carbon-Sorten im Automobilbereich auswirkt, kann ich aber nicht sagen.
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Re: Ökologischer Aspekt von E-Autos

von Volker.Berlin » 6. Aug 2013, 19:28

Hier ist noch ein älterer Thread, der eine ähnlicheThematik behandelt: viewtopic.php?t=903
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Re: Ökologischer Aspekt von E-Autos

von Haxe » 13. Aug 2013, 12:20

Vielen Dank für die vielen zusammen getragenen Infos!
Bezieht man nun also Ökostrom z.B. von Greenpeace mit einer CO² Bilanz von 0g/kWh (Quelle) kommt man effektiv auch zu ~0g CO²/km.
Also nahezu 0, da man natürlich immernoch die in der Produktion des Fahrzeugs anfallende Belastung zu tragen hat.
Mit jedem gefahrenen Kilometer würde dieser Anteil pro km damit aber geringer. :mrgreen:
 
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Re: Ökologischer Aspekt von E-Autos

von velociped77 » 27. Jun 2016, 15:24

Heute wurde in ecomento.tv ein neuer, interessanter Bericht veröffentlicht.
BEV geht klar als Sieger hervor
http://ecomento.tv/2016/06/27/umweltbil ... en-studie/

Die Studie als PDF
http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin ... EP0572.pdf
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