Ökologischer Aspekt von E-Autos

Allgemeine Informationen zur automobilen Zukunft...

Ökologischer Aspekt von E-Autos

von UTs » 30. Jan 2013, 23:17

Mich interessiert sehr der ökologische Aspekt von E-Autos.

1) wie umweltfreundlich ist fahren mit Strom, wenn selbiger durch Kohlekraftwerke, Gaskraftwerke, Wasserkraftwerke zur Verfügung gestellt wird?

2) wie sieht es mit der Herstellung der Akkus aus? Wie hoch ist der Energiebedarf der Akkus?

3) wie gut können Akkus recycled werden? Bleibt (viel?) Sondermüll übrig?

Uli
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Re: Ökologischer Aspekt von E-Autos

von ManuaX » 31. Jan 2013, 06:26

Das geht nur wenn mann identische modelle vergleicht zb renault kango ze mit dem benziner
In herstellung und wiederverwertung/entsorgung.

Kleines beispiel zum co2, eu-vorgaben soll 120g/km sein/werden.
Zum vergleich 500g/kWh mal 0,15 bis 0,25 kWh/km = 75g bis 125g je km...
Hört sich nach viel an muss man aber mit porsches 300+ g/km vergleichen :mrgreen:
Weis nicht was renaults 2sitzer verbraucht sollteaber unter 50g sein...

Aus prinzip sollte ein e auto immer ca. 75% weniger energie für die fortbewegung verbrauchen als seine benziner pendanten
Über die lebensdauer macht das dann den unterschied.
Für den TR sehe ich schwarz weil das carbon sehr schlecht abscheidet auch in der entsorgung...
Aber es gibt auch ferbrenner im karbon kleidt dann relativiert es sich wieder ^,^

Mfg ManuaX
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Re: Ökologischer Aspekt von E-Autos

von Volker.Berlin » 31. Jan 2013, 08:53

UTs hat geschrieben:1) wie umweltfreundlich ist fahren mit Strom, wenn selbiger durch Kohlekraftwerke, Gaskraftwerke, Wasserkraftwerke zur Verfügung gestellt wird?

Ein paar Links, leider alle auf Englisch. Die Quintessenz ist, dass es egal ist, wie der Strom hergestellt wird -- das Elektro-Auto gewinnt immer. Als Sahnehäubchen kann man dann noch wählen, was für Strom man tanken möchte, je nach individueller Überzeugung. Und wenn morgen eine neue Energiequelle entdeckt wird, kann übermorgen jedes Elektro-Auto damit fahren. Verbrenner können immer nur Sprit verbrennen.
Let's go over that again. If we simply count the electricity used to make the gasoline that gets burned in a normal vehicle, you need more juice than you do to move an EV the same distance. Of course, then you need to factor in the actual gasoline used (and the resulting CO2 emissions). Plus, don't forget, it takes a bunch of water to refine gasoline. Put this all together and you've got on hell of an energy efficiency argument in favor of plug-in vehicles.

http://green.autoblog.com/2011/10/14/ho ... an-evs-do/

Elon Musk: "[...] you have enough electricity to power all the cars in the country if you stop refining gasoline. You take an average of 5 kilowatt hours to refine gasoline, something like the Model S can go 20 miles on 5 kilowatt hours."

Chris Paine (the "Electric Car" filmmaker) adds: "It does not include transporting it from the Middle East or Venezuela. The more efficient your refinery is, the lower that number is. The lowest number in the DOE study I read was 4, and the highest was 7, it depends on what your refinery is."

http://www.businessinsider.com/elon-mus ... ge-2011-10

How much electricity is used refine a gallon of Gasoline? The short answer: 6 kilowatt hours.

http://gatewayev.org/how-much-electrici ... f-gasoline
Zuletzt geändert von Volker.Berlin am 31. Jan 2013, 09:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ökologischer Aspekt von E-Autos

von Volker.Berlin » 31. Jan 2013, 09:01

UTs hat geschrieben:3) wie gut können Akkus recycled werden? Bleibt (viel?) Sondermüll übrig?

Leider wieder nur englisch-sprachige Quellen:

Tesla's Closed Loop Battery Recycling Program
January 26, 2011 by Kurt Kelty, Director of Energy Storage Systems

Mythbusters Part 3: Recycling our Non-Toxic Battery Packs
March 11, 2008 by Kurt Kelty
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Re: Ökologischer Aspekt von E-Autos

von Volker.Berlin » 31. Jan 2013, 09:05

In diesem Zusammenhang vielleicht noch eine Anfrage von mir an Tesla, und Teslas Antwort:
Volker.Berlin hat geschrieben:I would like to see some information wrt rare earths on the Model S Facts page. Since it isn't up there -- can you provide me with this information? Does the Model S use rare earths in its motor and/or batteries? Which elements would that be? What kind of electric motor is the Model S using, anyway?

Tesla USA hat geschrieben:Tesla does not use rare earth metals in our battery or motor. Typically, rare earth metals apply to DC motors, which use magnets. One of the reasons we use an AC induction motor is it does not require magnets, which often contain the rare earth metals.
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Re: Ökologischer Aspekt von E-Autos

von Volker.Berlin » 31. Jan 2013, 09:12

Und schließlich noch meine persönlichen Überlegungen dazu: In gewisser Hinsicht ist es ein Segen, dass die Reichweite (Akku-Kapazität, Auflade-Geschwindigkeit, wie auch immer man es dreht oder wendet) gegenüber einem Verbrenner bei der existierenden Infrastruktur stark eingeschränkt ist. Dadurch wird es nämlich erforderlich, mehr als bei jedem Auto mit Verbrennungsmotor, die vorhandene Energiekapazität möglichst effizient zu nutzen. Niemand ist konsequenter und innovativer darin, ein sparsames Auto zu entwickeln, als die Hersteller von Elektrofahrzeugen. Das allein schon senkt den Energieverbrauch und damit den ökologischen Impact für die elektrische Fortbewegung erheblich. Es fahren nur deswegen heute so viele "Kleiderschränke" (a.k.a. SUVs) auf unseren Straßen, weil das Nachtanken mit Sprit so schnell und bequem ist.
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Re: Ökologischer Aspekt von E-Autos

von UTs » 31. Jan 2013, 11:09

Hallo Volker,

vielen Dank für die ausführlichen Informationen!
Ich muss sagen, Du wirst mir immer sympatischer :) .

Momentan hab ich einen 31kw-Audi A2. Wenn ich bedenke, dass das Model S Signature mindestens 270kw hat, frage ich mich, wie man am effizientesten damit fährt...

Uli
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Re: Ökologischer Aspekt von E-Autos

von Volker.Berlin » 31. Jan 2013, 12:02

UTs hat geschrieben:Momentan hab ich einen 31kw-Audi A2. Wenn ich bedenke, dass das Model S Signature mindestens 270kw hat, frage ich mich, wie man am effizientesten damit fährt...

Genau wie mit dem A2. :-) Allerdings erfordert es beim Model S wahrscheinlich mehr Selbstdisziplin, weil, man könnte ja... Der Vorteil des Elektromotors ist, dass er nur so viel Strom zieht, wie er braucht. Er ist immer (fast) gleich effizient, unabhängig von Last und Drehzahl (im praktisch relevanten Bereich). Es ist sogar so, dass (unter bestimmten Voraussetzungen) ein größerer E-Motor effizienter ist als ein kleiner. Wenn es auf den Euro nicht ankommt, nimmt man also rein schon aus Effizienzerwägungen einen (relativ) großen AC-Motor, wie im Tesla Model S, und ganz nebenbei kriegt man dabei noch Porsche-Killer-Power gratis dazu.

Im Vergleich dazu der Verbrenner: Der hat seine beste Effizienz in einem recht engen Drehzahlband und bei einer ganz bestimmten Last, rechts und links davon aast er mit Brennstoff, ohne wirklich was dafür zu bieten. Solange wir rollen, können wir die Drehzahl zu einem gewissen Grad über das Getriebe anpassen. Mit der Last ist es schwieriger: Bei relativ hoher Last ist der Verbrenner effizient unterwegs, wobei Effizienz ja ein Quotient ist aus Input:Output. Bei hoher Last (hohem Output) ist dieses Verhältnis ganz ok, allerdings ist auch der Input, absolut gesehen, hoch. Wenn ich aber den hohen Output gar nicht brauche, weil ich bei niedrigen Geschwindigkeiten vor mich hin dümpele, schafft es der Verbrenner nicht, auch den Input entsprechend zu reduzieren. Wenn ich nur wenig Leistung verlange, verbraucht der Verbrenner trotzdem viel Sprit. Deshalb geht die Effizienz sofort in den Keller, wenn wir nicht bei 90 km/h im 5. Gang unterwegs sind.

Deswegen freut sich der Elektrofahrer über Stau und Stadtverkehr, während der Verbrauch im Verbrenner in dieser Situation (auf 100km gerechnet) Rekordwerte erreicht. Anders ausgedrückt: Ein Verbrennungsmotor ist für die Anwendung im Automobil inhärent ungeeignet (es sei denn als Range Extender, um bei konstanter Last und Drehzahl den Akku aufzuladen). Nur die Tatsache, dass Öl so eine ungemein hohe Energiedichte besitzt und seinen Energiegehalt auch bei Transport und Lagerung nicht einbüßt, hat der Verbrennungsmotor seine Erfolgsgeschichte zu verdanken. Die ganzen ingenieurtechnischen Meisterleistungen, die es rund um den Verbrennungsmotor besonders auch in Deutschland gab und gibt, lösen lauter Probleme, die wir gar nicht hätten, wenn wir von vorne herein ein geeignetes Aggregat verwenden würden.

Übrigens, hat der A2 nicht auch eine Alu-Karosserie? :P
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Re: Ökologischer Aspekt von E-Autos

von AQQU » 31. Jan 2013, 14:21

Hoi A2-Bruder

Hinsichtlich ökologischer Gesichtspunkte wurde gerade frisch eine lesenswerte Studie publiziert. Diese ist als OpenAccess PDF kostenlos erhältlich. Mehr dazu auf AQQU.

OzBert (2004er 75PS 1.4 Benziner)
AQQU.ch --- https://www.tesla.com/de_CH/referral/oliver7046 : Coupon-Code „oliver7046“
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Re: Ökologischer Aspekt von E-Autos

von JeanSho » 31. Jan 2013, 16:36

Nun der ökolische Aspekt von E-Autos hängt auch von der Ökologie des Energietransports zusammen. Tankerunglücke und Meeresverschmutzungen wird man schwerliche E-Fahrzeugen zuschreiben können. Oder kriegerische Auseinandersetzungen, die um Gas oder Öl gehen.

Wer E-Auto fährt (behaupte ich mal) wird alsbald auch den Strom regenerativ beziehen (wollen). Dann ist auf dieser Seite fast nichts negatives mehr - außer die Herstellung von PV-Panelen.

Ein "weicher" Aspekt ist die tatsächliche Nutzung! Ich lache mich schief, wenn ich neue Hybrid-Pickups sehe, die angeblich weniger als 3 Liter Sprit auf 100 km/h verbrauchen! Ob es eine Studie gibt zum tatsächlichen Verbrauch von Fahrzeugen?

Mein Audi S3 wurde durchschnittlich mit rund 12 Liter Super Plus / 100 km bewegt.
Mein Tesla Roadster im Jahresschnitt bei ebenso geschätzten 16,5 kWh / 100 km (Energie wie rund 1,5 Liter Super Plus) - also rund ein Achtel!!!!!!!!

Viele Grüße
JeanSho
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