UPDATE - Das E-Auto(AUFLADEN) wird zum Regulierungsfall ?!?

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Re: UPDATE - Das E-Auto(AUFLADEN) wird zum Regulierungsfall

von ChrisG » 28. Jan 2015, 11:23

Studie der ETH Zürich über die Anforderungen der nächtsen 40Jahre

Wann geht der Stadt Zürich der Strom aus, wann bricht hier das Stromnetz zusammen? Das ist eine zentrale Frage der vom Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) angeregten Studie. Die Antwortet lautet: nie. Das heutige Netz sei in der Lage, dieser Belastung standzuhalten, schreiben die ETH-Forscher. Sie schätzen den zusätzlichen Elektrizitätsbedarf im Grossraum Zürich als Folge der Elektrifizierung des Individualverkehrs auf weniger als 4 GWh pro Tag. In der Stadt sind es 0,825 GWh pro Tag. «In den Simulationen hat das Netz ohne Verstärkung der Belastung standgehalten, jedoch unter der Voraussetzung einer Ladesteuerung. Diese bewertet die Ladeanforderungen der angeschlossenen Fahrzeuge nach Energiebedarf und geplanter Abfahrtszeit und unterbricht bei drohenden Engpässen den Ladevorgang der jeweils niedrigstpriorisierten Fahrzeuge.»


Hier steht ja was ähnliches wie in diesem ganzen diskussion. Intelligente Ladesäulen die in Echtzeit darauf reagieren was für Preise und was für eine Last im netz ist und sich intelligent vernetzt mit anderen Ladesäulen verhalten....

Heute schaffen es die Ladesäulen nicht mal Verbindung zu nem Kreditkartenhersteller aufzunehmen... Es fehlt schlussendlich ein ganzheitliches Konzept und billige einfach zu bedienende Produkte dazu. Standardmässig mit 22kw/h laden ist scheisse fürs netz? Langsamladen braucht aber mehr strohm? Also braucht man schlussendlich die Parkdauer, statistiken die die Auslastung in dieser zeit 'vorhersagen' und eine Zentrale Steuerung die dann z.B. zu Randzeiten möglichst schnell voll laden um Strom zu sparen oder über die ganze dauer langsam laden um das netz nicht zu belasten (ev. währe auch hier sequentiell schnell besser da es insgesammt weniger strom zu brauchen scheint)... Das ganze muss dan mit diversen System von diversen Stromanbietern laufen... Alles in allem nicht ganz trivial. Hat denn schon einer angefangen?

Schlussendlich muss dann das ganze zentral von einem Stromanbieter gemanaged werden. Dessen Interessen sind aber nicht unbedingt Deckungsgleich mit dem Kunden. Er will ja möglichst viel verdienen und der Kunde möglichst wenig ausgeben. Deshalb will der eignetlich immer möglichst langsam laden oder wenn seine Marge am höchsten ist.
 
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Re: UPDATE - Das E-Auto(AUFLADEN) wird zum Regulierungsfall

von UTs » 28. Jan 2015, 21:30

Wenn intelligent geladen wird und beispielsweise gerade nur 10% der maximalen Leistung abgerufen werden sollen, kann man bei 10 Fahrzeugen diese immer reihum mit 22kw 10 Minuten laden bis der nächste dran ist :-) .
Empfehlungslink: http://ts.la/ulrich4718
 
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Re: UPDATE - Das E-Auto(AUFLADEN) wird zum Regulierungsfall

von Yellow » 30. Jan 2015, 10:48

Hier gibt es erste Details zu dem Projekt:

http://www.springerprofessional.de/fors ... 49748.html

Ein paar Auszüge:

"Das Ladeverhalten der Testgruppe betrachten die Forscher unter vier verschiedenen Bedingungen. Dazu wird in jeder Phase des Feldversuchs ein weiterer Lademodus aktiviert, zwischen denen die Nutzer wählen können. In der ersten Phase laden die Fahrer, wann es Ihnen beliebt. In der zweiten Phase werden die Fahrer dazu angeregt, die Batterie in definierten Zeitfenstern aufzuladen. Und in den Phasen 3 und 4 soll das Laden oder gar Ausspeisen von Strom gemäß Bedarf des Netzbetriebs erfolgen."

"Die häufigsten Ladezeitpunkte, so die Erkenntnisse der Forscher, lagen in der klassischen Primetime der täglichen Strom-Lastkurve, zwischen 18 und 20 Uhr. Das Laden fand also vermehrt in dem Zeitraum statt, zu dem ohnehin schon die höchste Stromnachfrage des Tages herrschte"

"...wurde die zweite der vier Versuchsphasen abgeschlossen. Mithilfe einer täglichen Prämie wurde die Testgruppe in der zweite Phase angeregt, in bestimmten Zeitfenstern zu laden. Diese Zeitfenster wurden im Test auf 11 bis 15 Uhr und 22 bis 6 Uhr festgelegt. Die Auswahl zwischen Laden innerhalb dieser Ladezeiträume und dem sofortigen Ladebeginn zu beliebiger Zeit sei möglich gewesen. Die Nutzer müssen dabei den Ladeprozess innerhalb des festgelegten Ladezeitraums nicht aktiv starten und beenden, sondern können vorher den gewünschten Lademodus wählen. Alles Weitere sollen die für das Projekt eigens entwickelten Ladeboxen (CarConnectBox) automatisch erledigen."

"Die Grundidee des Projekts, das Laden von E-Autos netz- beziehungsweise lastverlaufsstabilisierend zu steuern, erweise sich mit den Ergebnissen der zweiten Versuchsphase als dringlich. Bereits der erste Steuerungsansatz, die Vorgabe definierter Zeitfenster, sei erfolgversprechend. Das Laden soll hierbei vorwiegend in lastarmen Zeiten sowie Zeiten mit hoher Wind- oder Solareinspeisung vorgenommen werden."

"In der nun beginnenden Phase (3) sollen die Ladezeiten variabel gestaltet werden. Dafür wird ein weiterer Lademodus eingeführt, bei dem innerhalb der lastarmen Zeiten im Zeitraum 0 bis 6 Uhr drei Ladestunden garantiert werden. Hinzu können in Abhängigkeit der Wind- und Solareinspeisung weitere Ladezeiträume durch Enercity aktiviert werden, die für die Nutzer am Vortag einsehbar sind. In der letzten Phase (4) soll ein weiterer Modus aktiviert werden, bei dem die Ladezeiten zuvor nicht mehr bekannt gegeben werden, sodass eine komplett flexible Ladung vorgenommen werden kann. Die anderen Lademodi sollen jeweils aktiviert bleiben, sodass die Nutzer zwischen diesen wählen können und getestet werden kann, welche Einschränkungen akzeptiert werden."
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Re: UPDATE - Das E-Auto(AUFLADEN) wird zum Regulierungsfall

von felixm » 3. Feb 2015, 14:40

Hallo,

ich bin Felix und fahre seit ca. 30.000km Zoe. Anlässlich dieses Threads habe ich mich dann doch auch mal hier angemeldet. Daher erstmal hallo an alle hier.

Ich bin ein Teilnehmer dieses Projekts und ein Punkt der hier bisher nicht angesprochen wurde, ist, dass es nicht um verpflichtende Regulierung geht. Es geht um Steuerung per Prämien. Im zweiten Projektteil gab es 1,50 für jeden Tag an dem man nicht per "Sofort-Laden" sondern nur in den vorgegebenen Zeiträumen geladen hat. In der jetzt aktuellen Phase smart2 in der nur die Zeit von 0-3 Uhr garantiert immer zur Verfügung steht gibt es 3 Euro pro Tag, wenn nicht "niederwertiges" also "Sofort-Laden" oder "Smart1" (mit den Zeiten von 11-15 und 22-6) genutzt wird. Stand heute bin ich bei knapp 150€ in 4 Monaten (von denen es 3 Monate lang max. 1,50 pro Tag gab). Ich schätze mal 60€ Prämie pro Monat sind auf Dauer durchaus möglich, bei Stromkosten von 65€ pro Monat bei mir lohnt sich das ;-)

Durch die Steuerung soll halt die Netzauslastung so gesteuert werden dass eben nicht geladen wird wenn man abends nach Hause kommt, sondern dann wenn die Netze gerade Kapazität haben. Wie ich finde durchaus eine Vorraussetzung um dauerhaft mit E-Autos Erfolg zu haben, denn die Diskussion über den Stromverbrauch und die Netzauslastung führe ich regelmäßig mit E-Auto-Skeptikern. Der Haken an dem Projekt dürfte die begrenzte Aussagefähigkeit sein, da ein großer Teil der Teilnehmer absolute E-AutoVerrückte sind die schon seit 90ern Peugots und Renaults fahren. Die Einschränkungen die so jemand in Kauf nimmt sind wohl eher nicht auf die breite Bevölkerung zu projezieren.

Grüße
Felix
 
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Re: UPDATE - Das E-Auto(AUFLADEN) wird zum Regulierungsfall

von Yellow » 3. Feb 2015, 15:50

Super, dass Du Dich hier als Teilnehmer meldest!

Ich bin gespannt auf Deine weiteren Erfahrungen...
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Re: UPDATE - Das E-Auto(AUFLADEN) wird zum Regulierungsfall

von felixm » 3. Feb 2015, 23:42

Gerne.
Da du ja ganz aus der Nähe kommst kannst du auch gerne am Samstag zu unserem monatlichen E-Auto Treffen kommen.
 
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Re: Forschung GESTEUERTES LADEN ... immer und immer wieder .

von eDriver » 4. Feb 2015, 23:16

Hallo Felix

Die von Dir zitierten ...
In der jetzt aktuellen Phase smart2 in der nur die Zeit von 0-3 Uhr garantiert immer zur Verfügung steht gibt es 3 Euro pro Tag, wenn nicht "niederwertiges" also "Sofort-Laden" oder "Smart1" (mit den Zeiten von 11-15 und 22-6) genutzt wird. Stand heute bin ich bei knapp 150€ in 4 Monaten (von denen es 3 Monate lang max. 1,50 pro Tag gab). Ich schätze mal 60€ Prämie pro Monat sind auf Dauer durchaus möglich, bei Stromkosten von 65€ pro Monat bei mir lohnt sich das ;-)

"Praemien" sollen zum' REGEFALL' werden ???? ... da fehlt mir der Glaube zu ....

Der Haken an dem Projekt dürfte die begrenzte Aussagefähigkeit sein, da ein großer Teil der Teilnehmer absolute E-AutoVerrückte sind die schon seit 90ern Peugots und Renaults fahren. Die Einschränkungen die so jemand in Kauf nimmt sind wohl eher nicht auf die breite Bevölkerung zu projezieren.

[i](KANN MAN SO ABER AUCH NICHT STEHEN LASSEN ... DENN WENN MAN SCHON SEIT 10-20 JAHREN EV-FAHERT WIRD MAN AUCH ETWAS BEQUEM ... DIE "NEULINGE" (WELCHE SICH IM WEB AUCH GERNE 'PIONIERE' NENNEN) SIND DA WOHL AUS Enthusiasmus ETWAS LEIDENSFAEHIGER ;-)[/i]

In einer anderen "Forschung zum thema GESTEUERTES LADEN" (vom KIT) => http://amazonas.fzi.de/limesurvey2/inde ... 37/lang-de
ist von MAXIMAL 30% Rabatt auf den kWh Preis ...

... naja ... das wird wohl noch ein paar Jahrzehnte "erforscht" (bis die Foerdergelder futsch - und die Rente sicher ist) ... man wird also sehen ...
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Re: UPDATE - Das E-Auto(AUFLADEN) wird zum Regulierungsfall

von felixm » 4. Feb 2015, 23:42

Ehrlich gesagt kann ich mir das schon vorstellen, dass Prämien zum Regelfall werden, wenn auch vielleicht nicht in der Höhe. Spätestens wenn es um das kurzfristige Einspeisen über einige Minuten geht um das Netz zu stabilisieren. Dieser kurzfristig verfügbare Strom kostet schon heute weit mehr als 1€ pro kwH an der Börse. Während man in stromstarken Zeiten negative Strompreise hat und froh ist wenn jemand den Strom nimmt.

Wir werden es sehen, und ein paar Jahren sind wir schlauer.

P. S. Ja ich halte Leute die zum Teil ohne Heizung in 20 Jahre alten Elektroautos durch die Gegend fahren für Pioniere... Und für leidensfahig.

Ich werde gerne weiter berichten, falls Interesse besteht.
 
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Re: ...

von eDriver » 5. Feb 2015, 00:35

Wieso ohne Heizung ?

Die EV's der 90er (electriques aus -F-) wurden mit Standheizung ausgeliefert
(bei Renault sogar mit Timer-Funktion ueber den "Bordcomputer" ... das
war anno 1995 ein Novum ;-)
Golf-City-Stromer mit Diesel/Heizoel-Standheizung ...

Karabag macht das heute auch so ... und Webasto bietet die nun
"nach zweijaehriger Entwicklung" auch wieder fuer EVs an (ROFL) ...

Selbst beim TWIKE (das ja nun seeeehhhhr weit vom PKW entfernt ist)
gibt's 'ne Standheizung ...
(mit Aufpreis in der Zubehoerliste: Gas Standheizung Truma E-1800 )


... Wer vor >10 Jahren EV-FAHREN wollte musst halt zu dem greifen
was der Markt hergab ...
Zuletzt geändert von eDriver am 5. Feb 2015, 00:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: UPDATE - Das E-Auto(AUFLADEN) wird zum Regulierungsfall

von felixm » 5. Feb 2015, 00:42

... Wer vor >10 Jahren EV-FAHREN wollte musst hat zu dem greifen
was der Markt hergab ...


ich habe einfach das ein oder andere mal zu hören bekommen man könne ja durchaus mal lieber ne dicke Jacke anziehen statt die Heizung zu benutzen um Reichweite zu sparen. Darauf bezog sich der Kommentar. Ich wollte damit keinem auf dem Schlips treten der den Mumm hatte damals so ein Auto zu kaufen. Aber aus dieser Aussage habe ich die "Leidensfähigkeit" geschlossen, die bei "Otto-Normalverbraucher" wohl eher nicht zu erwarten ist. Und grundsätzlich muss jemand der seit >5 Jahren E-Auto fährt einen gewissen Enthusiasmus und Leidenschaft mitbringen und ist daher vielleicht eher bereit Opfer zu bringen für die "gute Sache". Vielleicht irre ich mich damit auch, aber ich bin skeptisch ob die Ergebnisse dieser "Auswahl" auf die Allgemeinheit übertragbar sind.
 
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