Krasser EAutoeinsatz im Winter... wie handeln?

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Krasser EAutoeinsatz im Winter... wie handeln?

von Oli_gibt_Gas » 21. Okt 2019, 08:59

Ich habe es ja zum Teil schon im Forum gepostet. wir haben eine etwas härtere Anforderung an unseren Tesla (später auch andere EAutos) und wollte mal die Erfahrenen fragen wie wir das am Besten angehen oder mit was ich rechnen muss:

Aufgabe: wir haben einen Wohnwagem im Allgäu stehen, der steht an einer einsamen Stelle auf einem Campingplatz, wo eigentlich kein Winterbetrieb ist. Ich habe dort zwar ganz normalen Stromanschluss, aber mit unter gibt es auch mal Probleme mit dem Strom, die Kwh kostet 60 Cent.

Nun ist es so, dass wir aktuell dort mit ca. 30% Restladung ankommen, allerdings mit warmer Batterie. einmal bin ich nicht ganz voll zu Hause los gefahren und kam mit 20% Restladung an, dann hatte ich 4 Std. die Flügeltüren auf (ich wusste nicht, dass die Strom ziehen?!) danach war die Restladung bei 10%, am nächsten Morgen (es hatte 10°) war die Restladung bei 4%.

Meine Ladeoptionen: Zur Not am Platz. In 6km Entfernung eine 22Kw Ladesäule, in 10 km Entfernung mehrere Ladesäulen auch CCS und Chademo mit 50kw, in 50 km Entfernung Suc, jedoch falsche Richtung, der nächste Suc auf dem Heimweg 130 km weg.

Nun meine Fragen:
Wenn ich nun mit 30% Restladung im Winter bei bis zu -20° ankomme, muss ich dann direkt vor der Nacht laden? Was extrem unangenehm wäre, da wir ja eh oft schon spät ankommen (22:00).
Wenn das Auto sagen wir mit 15% Restladung 2 Tage bei -20° steht, ist er dann nach zwei Tagen leer?
Was schätzt ihr wie viel Restladung braucht der damit ich nach 2 Tagen bei -20° noch 20 km weit fahren kann ohne grummeln im Magen.
Was schätzt ihr wie lange dauert es bei -20° um an CCS oder Chademo mit 50 kw ca. 200 km (46 kw) rein zu laden, Batterie ist ja kalt!
Wenn ich das Auto bei -20° draußen an eine Campingsteckdose hänge, würde der dann überhaupt laden?!
Stört es den Teslaknochen und dem Ladeanschluss wenn es Nachts drauf schneit?

Evtl. gäbe es die Option, dass ich die Steckdose vom Nachbarplatz nutze und eben da einen Deal mit dem Platzbesitzer mache.

Wäre nett wenn es ein paar Spezialisten gibt die da schon Erfahrungen haben.
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Re: Krasser EAutoeinsatz im Winter... wie handeln?

von waltertirol » 21. Okt 2019, 09:08

Hallo,

also laden würde ich auf jeden Fall die warme Batterie gleich bei der Ankunft.

Da sollte das ja auch kein Problem sein, wenn du nur mit der normalen Steckdose (240V) lädst, dass du am nächsten Morgen - das sind ja mindestens 10 Stunden - wieder ausreichend Ladung hast!

LG Walter
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Re: Krasser EAutoeinsatz im Winter... wie handeln?

von 1234567890 » 21. Okt 2019, 09:47

Mit dem Tesla habe ich keine Erfahrung mit durchgekühltem Akku (steht in warmer Tiefgarage), aber der i3 hat erst mal seeehr langsam geladen, bis der Akku auf Temperatur war, wird beim Tesla nicht anders sein. Dazu noch die Unwägbarkeiten bzgl. der entnehmbaren Kapazität nach dem Abkühlen. Ich würde entweder sofort anstecken oder vorher noch kurz genug an einem Schnelllader nachladen.

Du kommst doch sicherlich an Memmingen vorbei. Da stehen am Flughafen 4 CCS Lader mit 100 kWh. Am Autobahnkreuz Memmingen von der A7 runter und auf die A96 Richtung München. Dann die nächste Ausfahrt raus. Ist kein großer Umweg und der warme Akku wird schnell geladen. Sicherlich nervig, aber für mich persönlich die bevorzugte Option, bevor ich dann mitten in der Nacht am Campingplatz anfange das Ledeequipment auszupacken.

Edit: Habe mich vertan. Es ist von der A7 aus nicht die zweite sondern die nächste Ausfahrt. Komme aus Richtung Bregenz, da ist es eine mehr.
 
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Re: Krasser EAutoeinsatz im Winter... wie handeln?

von volker » 21. Okt 2019, 10:05

Mit ausgekühltem Akku lädst du am besten an einer 22kW AC-Säule. Die Abwärme des Ladegeräts hilft mit, die Batterie auf Temperatur zu bringen.

Wie schon geschrieben, besser ist es, bei Ankunft die noch warme Batterie an 230V zu hängen. Selbst 10A sind gut.

Ist der Akku auf -20°C ausgekühlt, musst du an 230V stundenlang mit 2kW heizen, bevor er überhaupt anfängt zu laden.

Nach 2 Tagen wird erheblich weniger Reichweite angezeigt. Die kommt zurück, wenn sich die Batterie wieder aufwärmt. Schüsselwort ist hierbei das *wenn*. Kann sein, dass rumfahren dazu nicht ausreicht.

Du bekommst bei unter 20% SoC vom Model X beim Abstellen sofort die Warnung angezeigt, dass er gerne an den Strom möchte.
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Re: Krasser EAutoeinsatz im Winter... wie handeln?

von Eifel.stromer » 21. Okt 2019, 10:07

Oli_gibt_Gas hat geschrieben: ... und kam mit 20% Restladung an, dann hatte ich 4 Std. die Flügeltüren auf (ich wusste nicht, dass die Strom ziehen?!) danach war die Restladung bei 10%, am nächsten Morgen (es hatte 10°) war die Restladung bei 4%.

Die Flügeltüren selber eher nicht - aber der Rest vom Auto. Bei mir gehen Radio und beide Bildschirme an, wenn eine Tür offen ist, zusätzlich die Klimaanlage (welche man deaktivieren kann, man muss halt nur dran denken).

Ich würde sagen, alles über 20% ist eher unkritisch, mein MX hat im Skiurlaub in der ersten Nacht (-23°) nach Ankunft ca 3% verloren.

Edit: klar wird der Ladevorgang entsprechend länger dauern - aber das kannst du ja vielleicht anders berücksichtigen (shoppen, etc.)
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Re: Krasser EAutoeinsatz im Winter... wie handeln?

von k11 » 21. Okt 2019, 10:47

Bei der Temperatur dauert es etwa 30 Minuten bevor er mit dem laden beginnt. Lade doch Campingplatz mit 5 Ampere. Das sind dann ca. 70 Cent pro Stunde.
Gruß
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Re: Krasser EAutoeinsatz im Winter... wie handeln?

von jekruege » 21. Okt 2019, 11:55

Ich würde beim Ankommen mit langsamster Ladegeschwindigkeit laden (also einphasig 5A) - dann kühlt der Akku nicht aus und Du kannst am nächsten Tag normal an der Ladesäule nachladen.
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Re: Krasser EAutoeinsatz im Winter... wie handeln?

von Mooseman » 21. Okt 2019, 13:23

Zumindest beim Model 3 wird bei -20 °C und ausgekühltem Akku zunächst überhaupt nicht geladen, da geht die ganze Energie für's heizen drauf. Das dürfte beim X ähnlich sein.

Es besteht keine Notwendigkeit, den Ladestrom wegen der Kälte zu begrenzen, das macht das BMS ganz allein.

In Deinem speziellen Fall würde ich die noch warme Batterie auf mindestens 50% laden und dann am Morgen mit eingeschalteter Batterieheizung eine schnellere Ladestation aufsuchen. Bis Du die erreichst, sollte die Batterie warm genug sein, um vernünftige Ladeströme zu erlauben.
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Re: Krasser EAutoeinsatz im Winter... wie handeln?

von stelen » 21. Okt 2019, 13:44

Warum nicht einfach schon auf dem Hinweg an dem 130km vor dem Ziel liegenden SuC ein paar Minuten nachladen? Der Akku sollte dann warm sein und die am Ziel vorhandene Restreichweite sollte dann immer locker reichen.
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Re: Krasser EAutoeinsatz im Winter... wie handeln?

von Kellergeist2 » 21. Okt 2019, 13:44

Der erste Punkt ist: Wieviel Last hält der Stromkreis an eurem Campingplatz noch aus?
Ich kenne einige Campingplätze, die sind nur mit 10A abgesichert, da bleibt bei den normalen Verbrauchern nicht viel für das Auto übrig.
Das eine Mal, als ich bei Bekannten auf einem Campingplatz war und laden musste, konnte ich mich glücklicherweise an den Verteiler einer freien Parzelle anstöpseln, die auch noch mit den vollen 16A abgesichert war.
Vorteil: Da ich dadurch einen eigenen Stromzähler für das Auto hatte, konnte ich mit dem Platzwart kWh-genau abrechnen, anstatt mit den Bekannten den (Brutto-)Verbrauch abzuschätzen und abzurechnen.

Der zweite Punkt: Bei dem Strompreis solltest du möglichst den noch warmen Akku laden, damit du keinen teuren Strom zum aufwärmen des Akkus verschwendest.

Der dritte Punkt: Wie alt ist die Elektroinstallation auf dem Campingplatz?
Es bringt dir ja nichts, wenn die Leitung zwar mit 16A abgesichert ist, aber die ganze Installation schon fast ein Fall für das Museum ist.
Im schlimmsten Fall bringst du die Installation dann schon mit gut gemeinten 10A Dauerlast über ihre Belastungsgrenze und bekommst Rauchzeichen (oder mehr) aus dem Verteilerkasten.
Gruß, Kellergeist2
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