These: Massen an DC-Schnelllader (wie Pilze aus dem Boden)

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Re: These: Massen an DC-Schnelllader (wie Pilze aus dem Bode

von Helmut1 » 19. Okt 2019, 15:42

de_do hat geschrieben:.... bis meine Frau eingekauft hat ist der Akku auch mit 11 kW voll! :lol:

ja, wenn dort DC-Ladestationen mit mehreren Säulen entstehen bin ich bei dir. Aber nur eine Ladesäule frustriert ehr, wenn man extra deswegen hinfährt und das Ding ist dann besetzt.

Ich wäre mir nicht völlig sicher, dass einzelne DC Lader keine Zukunft haben. Natürlich steuert die keiner bewusst zum Laden an, weil man sich nicht sicher sein kann wie du schreibst, dass sie nicht besetzt sind.
Wenn es aber zukünftig eh genug Lademöglichkeiten gibt und auf den Straßen genug E-Autos sind, werden solche Lader auch per Gelegenheit genutzt. Da kann dann auch durchaus z.B. in Deutschland bei Aldi ein kWh Preis von 25 Cent zur Kundenbindung dienen selbst von Leuten die zuhause normal für 28 Cent laden.
So was geht betriebswirtschaftlich natürlich nicht mit z.B. den heutigen Trippels für 50.000 Euro Instalationskosten.
Da muss intelligenter gebaut werden! Z.B. an der Rückseite am Supermarkt an der Wand hinter dem sich eh der Hauptstromanschluss verbirgt und dann natürlich mit vollautomatischen Abrechnungssystem und Identifizierung so wie das bisher erst Tesla mit seinen Superchargern auf die Reihe bekommt.
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Re: These: Massen an DC-Schnelllader (wie Pilze aus dem Bode

von Helmut1 » 19. Okt 2019, 15:55

OS Electric Drive hat geschrieben:Ist sehr spannend Dein Ansatz welchen ich bereits vor langer Zeit in irgend einem Faden über Konzepte zur öffentlichen Säulen geschrieben habe. Du begibst Dich damit auf dünnes Eis bei vielen E Mobilisten. :)

Die Idee bzw. die Inspiration darüber nachzudenken, dass DC-Ladung billiger sein könnte als AC-Ladung habe ich eindeutig von dir OSED.
Du kannst dir eindeutig ans Refers heften, dass Du früher weiter gedacht hast als andere. :!:
Und ein abzusehender Sieg in Sachen recht gehabt zu haben schmeckt doch um so süßer je stärker der Widerstand war oder nicht? ;)
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Re: These: Massen an DC-Schnelllader (wie Pilze aus dem Bode

von OS-Electric-Drive » 19. Okt 2019, 16:53

:) nun es geht ja nicht um Recht oder Unrecht und wie es kommt wissen wir so oder so nicht. Wahrscheinlicher st unser Ansatz auf jeden Fall als jeden Parkplatz mit AC auszustatten, ich bin nur gespannt ob Dir der gleiche Wind ins Gesicht weht wie mir :)
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Re: These: Massen an DC-Schnelllader (wie Pilze aus dem Bode

von prodatron » 19. Okt 2019, 17:11

Helmut1 hat geschrieben:Wenn die Rahmenbedingungen stimmen werden Ladestationen wie Pilze aus dem Boden sprießen.

Aber warum DC?
Ich halte nichts davon, die Verbrenner-Denke auf die EMobilität zu übertragen.

Für einen BEV-Fahrer wird es immer am bequesten mit dem geringsten Zeitaufwand sein, dort zu laden, wo das Auto stundenlang parkt. Genau das tut es eh die meiste Zeit am Tag.

- Leute, die zuhause oder auf der Arbeit laden können, werden nicht extra im Alltag DC-Lader anfahren. Selbst wenn das Vollladen dort irgendwann nur noch 15min dauert, das sind immer noch 15min zuviel im Vergleich zum Laden am täglichen Stellplatz.
- Leute, die das nicht können, werden es mehr begrüssen, wenn es parallel viele viele verteile AC-Lader gibt, an die man sich z.B. die ganze Nacht hängen kann. Wenn das in Wohnungsnähe stattfinden kann, wie es z.B. in den Niederlanden für jeden BEV-Besitzer längst Realität ist (!), dann spart das ebenfalls Zeit.

Wenn man sowas erstmal im Alltag erlebt hat, dann möchte man nicht mehr wie mit einem Verbrenner einmal die Woche zur Tanke fahren. Ich sehe daher keine große Nachfrage nach DC-Ladern für das Laden im Alltag.

Mal abgesehen von anderen Nachteilen, die entstehen, wenn die meisten ihre Autos im Alltag mit DC laden würden:
- viele DC-Ladungen sind erwiesenermaßen schlecht für den Akku
- DC-Ladungen belasten das Netz mit hohen kurzen Spitzen viel mehr als das gleichmäßige AC-Laden mit geringer Leistung

Ein weiterer riesiger Nachteil von DC-Ladung im Alltag ist, daß kein Vehicle2Grid bzw. Smartgrid möglich ist. Ich sehe darin aber ein gigantisches Zukunftspotential bezüglich 100%er EE-Stromversorgung. Das klappt aber nur, wenn möglichst viele BEVs gleichzeitig angestöpselt sind, und das geht wiederum nur mit möglichst vielen AC-Ladepunkten an den Stell-/Parkplätzen, nicht mit DC-Ladern.

DC-Lader braucht es mehr und mehr an den Autobahnkreuzen, Autohöfen usw. für die Langstrecke halt. Im Alltag sehe ich keinen Sinn mehr darin, beim Laden einen Rückschritt wie mit einem Verbrenner machen zu müssen.


(so, OSED, jetzt bist Du wieder dran... :) )
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Re: These: Massen an DC-Schnelllader (wie Pilze aus dem Bode

von Bones » 19. Okt 2019, 17:55

Solange das "ewig lange laden" - also das "störende, nervige Unterbrechen" der eigenen Reise - nicht in ein schnelles, komfortables, kurzes Halten gewandelt wird, solange wird man bei vielen keine Akzeptanz für Elektromobilität bekommen. Die lange Ladezeit hat sich bei vielen im Hirn eingebrannt. Und es wird ewig dauern, das wieder rauszubekommen. Schnarchladungen sind im aktuellen Zustand der Elektromobilität einfach nicht hilfreich. Ich glaube, um diesen Punkt auszumerzen, bedarf es in den nächsten 2-5 Jahren einfach den Kampf gegen das Langsamladen. Um den Umschwung besser voranzutreiben. Wer erstmal umgestiegen ist, der merkt ja selbst recht schnell, dass es anders besser geht. Aber man muss diesen aktuellen Kritikpunkt der E-Mobilität angehen und verbessern. Manchmal muss man auch Umwege gehen, um voranzukommen.
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Re: These: Massen an DC-Schnelllader (wie Pilze aus dem Bode

von OS-Electric-Drive » 19. Okt 2019, 18:02

Ich bin voll bei Dir @Prodatron, in der Theorie und für uns E-Auto Fans ist das bestimmt so. Langsame Ladung erfordert aber Planung, weiter zu denken wann kann man wo laden das ist die eine Seite und die andere eben die Kosten. Selbst wenn es komfortabler ist dort zu laden wo das Auto steht so ist es unter Umständen eben teurer. Schau mal die Ladestation in LB an, die hat 25.000kWh in ihrem ganzen leben geliefert. Auch die Menge je Tag hat sich in den letzen Jahren trotz deutlich mehr BEVs nicht deutlich erhöht. Nimm einen privaten Hausanschluss der 2.000€ für eine ordentliche Lösung ausgeben muss, dann der Lader im Auto kommt auch noch dazu mit 11kW liegt der ohne Zweifel bei 1.000€ extra und da im Jahr rund 3000kWh durch jagt plus AC DC Wandler Verluste und Kabelverluste kommen so mal eben schnell 20Ct Aufschlag auf den Haustarif am Zähler dazu. Da könnte dann DC Ladung eben schon deutlich billiger sein.

Rechne mal die AC Ladestationen durch, da kommen Aufschläge zusammen das ist echt hart.
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Re: These: Massen an DC-Schnelllader (wie Pilze aus dem Bode

von OS-Electric-Drive » 19. Okt 2019, 18:03

Bones hat geschrieben:Solange das "ewig lange laden" - also das "störende, nervige Unterbrechen" der eigenen Reise - nicht in ein schnelles, komfortables, kurzes Halten gewandelt wird, solange wird man bei vielen keine Akzeptanz für Elektromobilität bekommen. Die lange Ladezeit hat sich bei vielen im Hirn eingebrannt. Und es wird ewig dauern, das wieder rauszubekommen. Schnarchladungen sind im aktuellen Zustand der Elektromobilität einfach nicht hilfreich. Ich glaube, um diesen Punkt auszumerzen, bedarf es in den nächsten 2-5 Jahren einfach den Kampf gegen das Langsamladen. Um den Umschwung besser voranzutreiben. Wer erstmal umgestiegen ist, der merkt ja selbst recht schnell, dass es anders besser geht. Aber man muss diesen aktuellen Kritikpunkt der E-Mobilität angehen und verbessern. Manchmal muss man auch Umwege gehen, um voranzukommen.


Absolut, wobei ich bei mir schon erkenne, dass ich mit dem Model 3 lieber 10 Minten am DC Lader stehe als mich auf die Fummelei mit Apps und der Suche nach Ladestationen mache. Seit der schnellen Ladung macht das so einfach mehr Spaß für mich. Klar zuhause und im Büro lade ich auch aber das ist eben Komfort, den nur wenige haben.
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Re: These: Massen an DC-Schnelllader (wie Pilze aus dem Bode

von Helmut1 » 19. Okt 2019, 18:19

Hallo Prodatron
Natürlich wird jeder der zu Hause die Möglichkeit hat zukünftig dort primär mit AC Laden.
Es geht aber um die Laternenparker.
Und natürlich hast du Recht, dass es viel, viel bequemer ist dort zu laden wo man so oder so parkt als stattdessen wie mit einem Verbrenner extra zu einer Tankstelle fahren zu müssen.
Aber das Problem löst sich meines Erachtens von ganz allein. Nämlich wenn über all und sonstwo DC-Schnellader sind braucht man halt nicht extra zum Laden Fahren. Bei jedem Fahrprofil sieht es natürlich anders aus aber ein typischer Fall dürfte die Ladung beim Besuch eines Supermarktes sein bei der dann z.B. einmal die Woche das Auto aufgeladen wird.

Das was du als bessere Alternative anpreist ist dagegen meiner Meinung nach nicht realistisch.
Was die Niederländer da machen ist man ganz überspitzt ausgedrückt Ökodiktatur auf Kosten der Steuerzahler zum Nutzen einer privilegierten Oberschicht.
Das ist vergleichsweise so, als ob man früher mit Aufkommen der ersten Verbrenner einen staatlichen Dienst eingerichtet hätte das Benzin den ersten reichen Autonutzern kostenlos nach Hause zu liefern. (kostenlos zumindest die Dienstleistung nach Hause zu liefern)

Sinnvoll ist es nur (ich lasse bewusst ein meines Erachtens weg) wenn die Ladestruktur marktorientiert selbst entsteht ohne dass es großartig Subventionen gibt.

Und es sieht meines Erachtens super aus in der Entwicklung der Ladeinfrastruktur eben dadurch, dass DC-Schnelladung durch niedrige Anlagenkosten in Bezug auf verkaufte kWh betriebswirtschaftlich ein profitables Ding ist.

Gruß Helmut
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Re: These: Massen an DC-Schnelllader (wie Pilze aus dem Bode

von Helmut1 » 19. Okt 2019, 18:55

OS Electric Drive hat geschrieben: Nimm einen privaten Hausanschluss der 2.000€ für eine ordentliche Lösung ausgeben muss, dann der Lader im Auto kommt auch noch dazu mit 11kW liegt der ohne Zweifel bei 1.000€ extra und da im Jahr rund 3000kWh durch jagt plus AC DC Wandler Verluste und Kabelverluste kommen so mal eben schnell 20Ct Aufschlag auf den Haustarif am Zähler dazu. Da könnte dann DC Ladung eben schon deutlich billiger sein.

Ja, womöglich wird die "ordentliche Lösung" die Ausnahme bleiben.
Ich tippe mal drauf, dass in Zukunft wenn E-Autos einen höheren Marktanteil haben und es Schnellladung an jeder Ecke gibt E-Autoneueinsteiger vermehrt auf eigene "ordentliche Lademöglichkeit" zu Hause aus Kostengründen zu verzichten auch wenn es technisch problemlos möglich ist.
Dann werden die Autohersteller auch nur noch gegen Aufpreis gescheite Ladegeräte ins Auto einbauen. Und dann lohnt es sich noch weniger zu Hause die ordentliche Lösung zu installieren.

Meines Erachtens ist die Frage aktuell sehr wichtig für die Frage bei Neubauten ob es sinnvoll ist für jeden Parkplatz 11 kW Drehstrom vorzusehen oder ob man wesentlich sparsamer sein kann. Z.B gar nicht oder nur eine Schukodose die auch für andere Sachen zu gebrauchen ist.
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Re: These: Massen an DC-Schnelllader (wie Pilze aus dem Bode

von Peder » 19. Okt 2019, 21:22

Ich denke es braucht einen Mix: Viele AC Lader für Anwohner und Leute, die länger parken, in den Innenstädten und Wohngebieten und an Orten, wo man sich generell länger aufhält (z.B. Fitnessstudios, Hallenbäder, Bowlingbahnen, große Einkaufszentren u.ä.). Schnellader an Autobahnen, Bundesstraßen und an Orten, wo man nicht so lange steht (Supermärkte, Baumärkte, Raststätten etc.).
Wenn man irgendwo einen längeren Aufenthalt hat, will man ja nicht zwischendurch zum Auto müssen, damit das nicht die Ladesäule blockiert, und wenn man nur relativ kurz irgendwo ist, lohnt sich bei einem langsamen Lader das Anstecken nicht.

Gruß Patrick
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