KBA Zulassungszahlen September 2018

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Re: KBA Zulassungszahlen September 2018

von OS Electric Drive » 3. Okt 2018, 22:17

Dornfelder10 hat geschrieben:Servus Volker,

volker hat geschrieben:Aber ich bin zuversichtlich, der Kipp-Punkt kommt. Wann genau liegt noch im Nebel.

Ich weiß nicht ob man das wirklich so als Kippunkt sehen kann. Der erste Teil der klassischen S-Kurve ergibt sich doch einfach durch gleichbleibendes prozentuales Wachstum. Dadurch ergibt sich solange ein exponentielles Wachstum bis irgendwann die Sättigung eintritt.
Seit ca. 5 Jahren gibt es weltweit eine Wachstumsrate von ca. 50%/Jahr. In diesem Jahr wird der Anteil der BEV/PHEV bei ca. 2% liegen. Wenn das Wachstum mit 50% weitergeht ist das in 10 Jahren eine ver-57-fachung. In weniger als 10 Jahren wäre dann das Thema durch.
Ich finde das weltweite Wachstum durchaus ordentlich und zufriedenstellend - für die deutschen Hersteller sieht es dagegen ziemlich bitter aus.

Gruß

Bernhard


Ich bitte hier mal genauer auf die Zahlen zu achten, hier nimmt sogar der geliebte Tony Seba nach meiner Auffassung Zahlen inkl. PHEV und somit alles was eine etwas größere Starterbatterie hat.
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Re: KBA Zulassungszahlen September 2018

von Dornfelder10 » 3. Okt 2018, 22:26

OS Electric Drive hat geschrieben:Ich bitte hier mal genauer auf die Zahlen zu achten, hier nimmt sogar der geliebte Tony Seba nach meiner Auffassung Zahlen inkl. PHEV und somit alles was eine etwas größere Starterbatterie hat.

Ich habe in meinem Beitrag ja geschrieben dass meine Zahlen BEV/PHEV umfassen. Das ändert aber an der Größenordnung nichts. Dann dauert es statt 10 halt 12 Jahre - ist aber nicht kriegsentscheidend.
Auch wenn ich kein Fan vom PHEV bin - der Durchschnittsnutzer wird schon einen großen Anteil elektrisch fahren. Umweltmäßig sind die glaube ich gar nicht so schlecht. Nur wirtschaftlich in meinen Augen eine Sackgasse.

Gruß

Bernhard
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Re: KBA Zulassungszahlen September 2018

von OS Electric Drive » 3. Okt 2018, 22:33

Ich habe das gesehen und wollte das aber nochmals hervorheben, weil gerade an jeder Ecke die Zahlen gerne als BEV zahlen dargestellt werden. Ich bin mittlerweile auch ein PHEV Fan geworden weil es mir wichtiger ist 30% CO2 und vielleicht sogar 60-80% der lokalen Emissionen für die Menschen zu reduzieren. Was man aber daher nicht ableiten kann ist welche Technologie sich wie schnell entwickeln wird. Es könnte auch durchaus sein, dass wir 2025 30% PHEV und 2% BEVs haben oder umgekehrt.
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Re: KBA Zulassungszahlen September 2018

von OS Electric Drive » 5. Okt 2018, 11:53

So die Zahlen sind da

https://www.kba.de/SharedDocs/Publikati ... onFile&v=2
104 MS mit 70,2% gewerblichen Haltern im September (59,7% über das ganzen Jahr)
81 MX mit 67,9% gewerblichen Haltern im September (64,5% über das ganzen Jahr)

Somit ist die Idee, dass die 0,5% Regel an allem Schuld sein soll mehr als nur wiederlegt. Der Anteil der gewerblichen Fahrzeuge hat einen rekordverdächtigen Wert. Es könnten noch Eigenzulassungen sein oder auch Verkäufe an die Autovermietungen.

Auf jeden Fall ist der Privatmarkt stärker eingebrochen und somit kann man erkennen dass nicht jeder Strohalm an den man sich klammert auch der richtige ist.

Als Vergleich September 2017
MS 226 mit 54,9% gewerblicher Halter ( 101 private Halter)
MX 120 mit 69,2% gewerbliche Halter (37 private Halter)
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Re: KBA Zulassungszahlen September 2018

von J.R. » 5. Okt 2018, 13:30

Die Frage für die gewerblichen Entscheider war halt, ob das im September noch mögliche kostenlose Supercharging mehr wert ist, als die 0,5%-Regelung ab 1.1.2019.

Ich bin übrigens der Meinung, dass eine Beschränkung der 0,5%-Regelung auf Anschaffungen ab 1.1.2019 nicht zulässig ist und spätestens vom BVerfG gekippt werden könnte. Es handelt sich um eine steuerrechtliche Typisierung, das ist ein Fachbegriff, der für bestimmte Typen von Sachverhalten angewendet werden darf. Diese muss aber für alle gelten, die prinzipiell von der Typisierung (Art und Nutzung) in die Regelung passen.
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Re: KBA Zulassungszahlen September 2018

von borkner » 23. Okt 2018, 09:03

OS Electric Drive hat geschrieben:Tesla ist im freien Fall, das ist echt sehr sehr schade.


Das halte ich aber für sehr pessimistisch. Zudem! Deutschland ist nicht der Nabel der Welt.

Ich sehe allerdings ein Gewinnproblem bei Tesla, das jedoch auch für alle anderen E-Autos gilt.

Die traditionellen Autohersteller unterhalten oder wenigstens doch unterstützen ein ausgedehntes Service und Händler Netz und damit wird auch nach dem Verkauf des Autos eine Menge Geld verdient. Bei E-Autos ist das in dieser Intensität jedoch nicht nötig, wie Tesla eindrucksvoll demonstriert.

Wenn Mercedes in ihrem EQC den Kunden weiterhin zyklisch zu den Servicestellen beordert, dann werden sie auf lange SIcht ihre Kunden verärgern, denn die werden bald nicht mehr einsehen, dass man für eine minimale Serviceleistung den maximalen Preis bezahlen muss. Anderseits werden die diversen Service-Werkstätten auf Dauer kaum überleben können, wenn sie nur die tatsächlichen Kosten einer Inspektion abrechnen können und vom Neuwagenverkauf kann ja heute schon kein Sercicepunkt mehr leben.

Das Problem wird sein: Man muss beim Neukauf als Hersteller schon sehr viel verdienen, denn mit Serviceleistungen wird bei E-Autos kaum etwas zu verdienen sein. Die traditionellen Hersteller haben das Problem, wie sie ihr ausgedehntes Servicenetz eindampfen können und beide Arten von Herstellern haben das Problem, wie sie nach dem Verkauf noch Geld verdienen können.

Den Fahrer eine E-Autos freut's natürlich, denn er wird der Gewinner sein.

Tesla hat den Vorteil, dass sie erst gar nicht ein Servicenetz aufgebaut haben, deshalb sehe ich, zumindest solange der Markt noch nicht gesättigt ist, schon Marktvorteile für Tesla.
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Re: KBA Zulassungszahlen September 2018

von partfinder » 23. Okt 2018, 12:14

borkner hat geschrieben:
OS Electric Drive hat geschrieben:Tesla ist im freien Fall, das ist echt sehr sehr schade.


Das halte ich aber für sehr pessimistisch. Zudem! Deutschland ist nicht der Nabel der Welt.

Ich sehe allerdings ein Gewinnproblem bei Tesla, das jedoch auch für alle anderen E-Autos gilt.

Die traditionellen Autohersteller unterhalten oder wenigstens doch unterstützen ein ausgedehntes Service und Händler Netz und damit wird auch nach dem Verkauf des Autos eine Menge Geld verdient. Bei E-Autos ist das in dieser Intensität jedoch nicht nötig, wie Tesla eindrucksvoll demonstriert.

Wenn Mercedes in ihrem EQC den Kunden weiterhin zyklisch zu den Servicestellen beordert, dann werden sie auf lange SIcht ihre Kunden verärgern, denn die werden bald nicht mehr einsehen, dass man für eine minimale Serviceleistung den maximalen Preis bezahlen muss. Anderseits werden die diversen Service-Werkstätten auf Dauer kaum überleben können, wenn sie nur die tatsächlichen Kosten einer Inspektion abrechnen können und vom Neuwagenverkauf kann ja heute schon kein Sercicepunkt mehr leben.

Das Problem wird sein: Man muss beim Neukauf als Hersteller schon sehr viel verdienen, denn mit Serviceleistungen wird bei E-Autos kaum etwas zu verdienen sein. Die traditionellen Hersteller haben das Problem, wie sie ihr ausgedehntes Servicenetz eindampfen können und beide Arten von Herstellern haben das Problem, wie sie nach dem Verkauf noch Geld verdienen können.

Den Fahrer eine E-Autos freut's natürlich, denn er wird der Gewinner sein.

Tesla hat den Vorteil, dass sie erst gar nicht ein Servicenetz aufgebaut haben, deshalb sehe ich, zumindest solange der Markt noch nicht gesättigt ist, schon Marktvorteile für Tesla.


das fehlende Servicenetz sehe ich als DAS Hauptproblem bei Tesla. Tesla hat mit allen aktuellen Fahrzeugen einen Premiumanspruch. Der ein oder andere mag über schlecht sitzende Spaltmasse hinwegsehen. Aber ein Ex Mercedes oder BMW Kunde wird weder mehrere hundert Km zum nächsten Service fahren noch Wochen auf wichtige Ersatzteile aus den USA warten. In Norwegen zeigt sich ja gerade welch dramatische Züge das annehmen kann. In Deutschland gibt es schon heute Probleme bei der zeitnahen Versorgung mit Teilen und dass bei den verhältnismäßig wenigen Autos. Wenn nächstes Jahr die Model 3s hier aufschlagen, dann wird's Lustig.
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Re: KBA Zulassungszahlen September 2018

von borkner » 23. Okt 2018, 12:50

Also wenn ich hier im Forum lese, wann die Teslabesitzer die Inspektion machen lassen, dann sehe ich im Servicenetz eher ein Problem, als einen Vorteil. Das mit den Serviceintervallen wird gerade den deutschen, aber auch allen anderen Herstellern auf die Füße fallen. Nicht der wesentliche, aber dennoch einer der Gründe, warum ich mich für Tesla entschieden habe, war..., nach 18 Jahren E-Klasse endlich aus dem Gefängnis der Servicecenter herauszukommen. Bei meinem Diesel haben die alle 15.000km das Öl gewechselt, Literpreis so um die 50€, obwohl doch bekannt ist, dass synthetische Öle auch gut 60.000 bis 80.000 km halten.

Und dieses ständige Nach-tarocken. Kurz vor Abholung meines Wagens kam stets ein Anruf. Irgendwas war immer kaputt, dass dann zusätzlich noch zu reparieren war.

Es ist doch eine etwas althergebrachte Ansicht, dass man den Service unbedingt braucht, das wird sich aber mit der Zeit legen, denke ich. Ist auch ein bisschen deutsch, denn in anderen Ländern sind auch bei Mercedes die Serviceintervalle nicht so eng gesetzt.

Im Übrigen könnte man das Problem des Service auch kostensparender und effizienter lösen, so wie es in den USA gemacht wird. Da ruft man an, ein Servicemitarbeiter kommt, bringt den Loner und wenn die Reparatur beendet ist bringt er den Wagen und fährt mit dem Loner wieder mit. Das mag pro Wagen teuer sein, aber da die E-Autos wesentlich weniger fehleranfällig sind, käme das erheblich billiger, als ein Servicenetz zu unterhalten.
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Re: KBA Zulassungszahlen September 2018

von partfinder » 23. Okt 2018, 14:23

das ein E Fahrzeug und natürlich auch ein Tesla keinen bzw. weniger geplante Inspektionen benötigt ist sicher ein Gewinn für die Besitzer. Aber wenn etwas kaputt geht, von mir aus auch in der Garantie, dann ist es nervig so weit zum nächsten Servicepunkt zu fahren. Ich glaube dass wird viele abhalten einen Tesla zu kaufen. Tesla ist heute nicht in der Lage als Loner immer einen Tesla hinzustellen. Auf Dauer wird das bei den Model 3 Kunden auch sicher nicht gehen.
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Re: KBA Zulassungszahlen September 2018

von borkner » 23. Okt 2018, 14:33

Ja, für den Einzelfall gebe ich dir recht, aber da die Autos eben weniger Teile haben und in Konsequenz nicht so häufig in die Werkstatt müssen, ließe sich ein effizientes Servicenetz auch billiger unterhalten. Siehe USA. Natürlich würde dies das Problem mit den fehlenden Ersatzteilen auch nicht lösen, aber ein aufwändiges und stationäres Servicenetz hätte dann die gleichen Probleme, dann stünde der Wagen eben in der Werkstatt und nicht beim Kunden.

Nein, nein, die gesamte Autoindustrie muss umdenken. Was will denn beispielsweise eine konzessionierte Werkstatt von Mercedes verlangen, wenn man nach 15.000km mangels Fehler nur das Wischwasser tauschen muss? 840€, wie bei meinem letzten, allerletzten Servicebesuch? Das werden die Kunden nicht lange mitmachen.
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