E-LKW-Test mit Oberleitungen

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Re: E-LKW-Test mit Oberleitungen

von egn » 20. Dez 2018, 17:08

Dazzler hat geschrieben: Die Idee ist also: weiter Diesel bauen.


Hast Du die Studie vollständig gelesen?

Wahrscheinlich nicht sonst würdest Du nicht diese Behauptung aufstellen.

Hybrid heißt in diesem Zusammenhang nicht dass die O-LKWs als weiteren Antrieb einen Diesel an Bord haben, sondern dass neben dem Antrieb mit Strom von der Oberleitung eine weitere Energiequellen an Bord haben. Da der Akku für die Überbrückung von Lücken da ist, nimmt man diesen auch für die letzten 50-100 km zu Lade-/Entladestelle.

Mir scheint da wird geforscht für Fragen, die schon längst beantwortet sind.


Es geht darum das System in dichten Tagesverkehr zu testen, und zwar so dass auch eine reale Transportleistung erbracht wird. Da bietet sich an für einen Pendelverkehr heute Seiten zu elektrifizierten.
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Re: E-LKW-Test mit Oberleitungen

von Dazzler » 20. Dez 2018, 17:17

@ egn: Das Hauptgewicht der Studie liegt explizit auf Dieselhybrid. Ein Pendelverkehr von jeweils 5 km und an verschiedenen dicht befahrenen Abschnitten. Kläre mich gerne auf, wie der Erkenntnisgewinn da optimiert wird: Wie das System im dichten Verkehr angenommen wird. Puh?
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Re: E-LKW-Test mit Oberleitungen

von egn » 20. Dez 2018, 17:32

Ich meinte die von mir zitierte Machbarkeitsstudie.

3.3.3 Entwicklung Parameter für Lkw mit anderen alternativen Antrieben bis 2030


3.3.3.5 Fazit zum Vergleich der Antriebssysteme
Neben Diesel-Lkw werden zukünftig auch vermehrt CNG-/LNG-Lkw, PHEV- und BEV-Lkw
sowie Brennstoffzellen-Lkw am Markt verfügbar sein. Bei allen alternativen Antrieben
werden die Anschaffungskosten durch die Energiespeichertechnologien maßgeblich be-
stimmt. Drucktanks bei Wasserstoff und Erdgas und Batterien bei elektrisch betriebenen
Lkw führen daher zu deutlich höheren Preisen als bei Diesel-Lkw. Derzeit weisen Erdgas-
Lkw die geringsten Mehrkosten gegenüber Diesel-Lkw auf.
Werden Lkw über eine Infrastruktur dauerhaft mit Energie versorgt, so ergeben sich infra-
strukturgebundene Alternativen zum Diesel-Antrieb. Beim Vergleich von infrastrukturge-
bundenen Lkw entfallen auf den HO-Lkw die geringsten Gesamtkosten. Sowohl die
Stromschienen-Technologie als auch die Übertragung der Energie mit Induktion weisen
nach heutigem Kenntnisstand höhere Anschaffungskosten und bei der induktiven Über-
tragung durch geringere Wirkungsgrade auch höhere Energiekosten als HO-Lkw auf.
Generell unterschieden sich die Antriebssysteme bei Investitionen und variablen Kosten.
Alternative Antriebe weisen in der Regel (deutlich) höhere Anschaffungskosten aber geringe variable Kosten durch höhere Wirkungsgrade auf. Daher sinken bei alternativen
Antrieben die spezifischen Transportkosten pro Kilometer mit steigender Jahresfahrleis-
tung stärker als bei Diesel-Lkw.


Screenshot_2018-12-20-17-27-01-099_com.google.android.apps.docs.png


Der Modellversuch in Hessen findet mit Batterie und Diesel statt.
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Re: E-LKW-Test mit Oberleitungen

von Dazzler » 20. Dez 2018, 18:05

Hauptgewicht der Studie: "Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass Oberleitungs-Lkw mit einem Dieselmotor als hybride Komponente eine wirtschaftlich darstellbare Lösung für schwere Nutzfahrzeuge sein können. Dies gilt allerdings nur für den Fall, dass die Ober- leitungsinfrastruktur vorfinanziert aufgebaut wurde und gut ausgelastet ist" Fraunhofer Machbarkeitsstudie zur Ermittlung der Potentiale des Hybrid-Oberleitungs-Lkw Zusammenfassung S. 2 Abs. 3.

Ebenda: "Zu der HO-Lkw-Variante mit einer Batterie anstelle eines Verbrennungs- motors wurden ebenfalls Wirtschaftlichkeitsberechnungen durchgeführt, die aber gezeigt haben, dass die Option unter den getroffenen Annahmen kurz- und mittelfristig noch nicht wirtschaftlich darstellbar ist." S. 3 Abs. 3

Wie oben geschrieben, finde ich - und vermutlich wir beide - die Idee der Oberleitungen für Lkw ja plausibel, aber Erkenntnis gewinnen mittels mehrerer ähnlicher Feldversuche auf sehr kurzen Strecken, finde ich unplausibel.
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Re: E-LKW-Test mit Oberleitungen

von ChrEgger » 21. Dez 2018, 09:05

Ich finde es immer wieder spannend, wenn einige neuen Ideen gegenüber stehen. Nur wenn man etwas ausprobiert hat, weiss man ob es was bringt oder nicht und wenn etwas kein totaler Schwachsinn ist, sollte man es definitiv ausprobieren. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es sinnvoll sein könnte, die Autobahnen mit Oberleitungen auszustatten und der Kostenrahmen könnte sich durchaus im Rahmen halten.

Konkret kann ich mir vorstellen, dass bei einem LKW mit Oberleitungen auf der Langstrecke etwas bringen könnte. Mit autonomen Fahren kann der Fahrer entlastet werden und der LWK könnte länger unterwegs sein. Die Akkus des LKW könnten bei der Fahrt mit dem Strom den man über die Oberleitung bekommt, geladen werden. Ich sehe hier durchaus Vorteile, ob es praktikabel ist, wissen wir nicht, weil man es noch nicht ausprobiert hat.
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Re: E-LKW-Test mit Oberleitungen

von em.zwei » 21. Dez 2018, 10:04

Grundsätzlich befürworte ich auch Forschung und Entwicklung, selbst dann, wenn die konkrete Lösung nicht vollumfänglich absehbar ist.
ChrEgger hat geschrieben:Ich finde es immer wieder spannend, wenn einige neuen Ideen gegenüber stehen. Nur wenn man etwas ausprobiert hat, weiss man ob es was bringt oder nicht und wenn etwas kein totaler Schwachsinn ist, sollte man es definitiv ausprobieren. ....

Bis hierher kann ich dir daher vollzustimmen.

Bei den E-LKWs habe ich nur das - zugegeben subjektive - Gefühl, dass hier ein ganz bestimmtes Ergebnis gewünscht wird. Nämlich dass die Oberleitungen mit der "bewährten Dieseltechnologie" gekoppelt werden sollte, um auch abseits der Oberleitungen weiterfahren zu können. Dann hätte man nämlich E-LKWs und könnte trotzdem noch weiter Verbrennungsmotoren bauen und verkaufen.

Und weil ich weiter auch nicht (mehr) so sehr an das Gute im Menschen glaube, kann ich mir dann vorstellen, wie unter den Oberleitungen auch weiter Diesel verbrannt wird.
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Re: E-LKW-Test mit Oberleitungen

von einstern » 21. Dez 2018, 10:27

Meine Bedenken richten sich nicht so sehr gegen die Technologie. Möge das Bessere sich beweisen. Es sind ja schon gute technologische Vorteilspotentiale beschrieben worden.

Meine Bedenken gelten vielmehr den Protagonisten eines Scheininnovativclubs. Wer glaubt den ehrlich daran, dass die ewig gestrigen für etwas Neues "brennen"?

Anders sähe es aus, wenn Newcomer das Thema aufgreifen. Die haben keine Alternative und müssen den Weg kompromisslos gehen. Wenn dann glaubhafte Innovatoren dazu kommen, hätte ich sogar noch mehr Hoffnung. Vielleicht ein Richard Brandon, der erklärt, er habe sich von der EU den Auftrag für ein pan-europäisches Netz gesichert.

Zusammengefasst, ich gehe davon aus, dass die Verbrennerheinis den Innovationsansatz lediglich instrumentalisieren für Verzögerungstaktiken und damit die Innovation genauso wie die Steuergelder verheizen.
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Re: E-LKW-Test mit Oberleitungen

von 1234567890 » 21. Dez 2018, 10:27

em.zwei hat geschrieben:Und weil ich weiter auch nicht (mehr) so sehr an das Gute im Menschen glaube, kann ich mir dann vorstellen, wie unter den Oberleitungen auch weiter Diesel verbrannt wird.
Das löst sich einfach über den Preis. Ist es billiger mit Strom zu fahren, drücken die Fahrer den Schalter für den Stromabnehmer, ist es billiger mit Diesel, bleibt der Schalter aus. Ganz einfach.
 
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Re: E-LKW-Test mit Oberleitungen

von em.zwei » 21. Dez 2018, 10:35

Also nochmal schnell vor der Grenze den Tank vollmachen, um den teuren deutschen Oberleitungsstrom zu sparen?
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Re: E-LKW-Test mit Oberleitungen

von M3-75 » 21. Dez 2018, 10:44

Der Punkt ist ja auch der, das für die kurze Strecke von der Autobahn bis zum Ziel auch ein kleinerer Akku reichen würde und kein Diesel Motor. Dann fährt der nämlich in der Stadt auch sauber.
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