Die Mär vom sauberen E-Mobil...

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Re: Die Mär vom sauberen E-Mobil...

von OS Electric Drive » 28. Okt 2017, 06:16

Auch da ist was dran...Wenn man aber bei einem i3 davon ausgeht, dass der in 8 Jahren rund 56.000km fährt so hat man mit rund 3.500€ staatlicher Förderung vielleicht zwei Tonnen CO2 eingespart was ca. 1,75€/kg entspricht.
Da könnte man mit PV viel mehr erreichen denn eine kWh PV vermeidet rund 450g CO2.. Wenn man die Förderung auf 0,12€ /kWh ansetzt so kommen dabei 0,26€/kg raus.
Bei einem Model S mit 200.000km in 8 Jahren spart im Vergleich zum Audi A7 rund 22.500kg CO2 ein. Wenn man da den Satz von der PV mit 0,25€/kg ansetzt so könnte man ein MS mit 5.600€ fördern.
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Re: Die Mär vom sauberen E-Mobil...

von fränki1 » 28. Okt 2017, 06:57

OS Electric Drive hat geschrieben:Auch da ist was dran...Wenn man aber bei einem i3 davon ausgeht, dass der in 8 Jahren rund 56.000km fährt so hat man mit rund 3.500€ staatlicher Förderung vielleicht zwei Tonnen CO2 eingespart was ca. 1,75€/kg entspricht.
Da könnte man mit PV viel mehr erreichen denn eine kWh PV vermeidet rund 450g CO2.. Wenn man die Förderung auf 0,12€ /kWh ansetzt so kommen dabei 0,26€/kg raus.
Bei einem Model S mit 200.000km in 8 Jahren spart im Vergleich zum Audi A7 rund 22.500kg CO2 ein. Wenn man da den Satz von der PV mit 0,25€/kg ansetzt so könnte man ein MS mit 5.600€ fördern.

So könnte man es sich schönrechnen.
Allerdings ist die reale Welt eine andere. Wenn der i3 nur 7000 km im Jahr fährt, dann wohl fast ausschließlich in Ballungsräumen. Dort kommt es auf die lokale Emission an. Der Tesla x fährt bei dir 25000 km und dabei sicher mindestens die Hälfte Langstrecke.
Unter Zugrundelegung des deutschen Strommixes ist er auf der Langstecke gegen einen Toyota Prius Hybrid mit ca 5l Benzinverbrauch bei 130 auf der Autobahn, eher eine Dreckschleuder.
12 Cent Förderung für die KWh Solarstrom ist auch längst Geschichte. Außerdem ist der komplette Betrieb des Tesla X mit Solarstrom in der Regel ausgeschlossen. Das du, als Solarbaufirma , das theoretisch könntest, ist doch nur eine Ausnahme.
Außerdem ist es grundsätzlich Unfug, Luxus zu fördern, weil ihn keine braucht.
Klare Ansage, stelle auf das Modell 3 in Vollausstattung um , und schon kann die 1% Regelung bleiben und du sparst trotzdem die Hälfte.
Übrigens ist es auch umweltfreundlicher. Ein Tesla X als Steuersparmodell ist jedenfalls der falsche Ansatz.
 
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Re: Die Mär vom sauberen E-Mobil...

von tornado7 » 28. Okt 2017, 08:12

fränki1 hat geschrieben:Übrigens fährt "Lieschen Müller", die 10000 km im Jahr mit einem kleinen Hybridauto unterwegs ist (mehr als die Hälfte auf dem weg zur Arbeit) deutlich umweltfreundlicher, als ein Tesla X mit deutschem Strommix.


Naja, "deutlich umweltfreundlicher" ist anders:

Hybrid
Produktion: 6 t CO2
Betrieb: 128 g + 26 g CO2 / km
10'000 km über 10 Jahre ergibt somit 21,4 t CO2

Tesla Model X
Produktion: 10 t CO2
Betrieb: 142 g CO2 / km (DE-Strommix bei 250 Wh/km)
10'000 km über 10 Jahre ergibt somit 24,2 t CO2

Aber Moment mal, der Deutsche Strommix wurde über die letzten Jahre deutlich sauberer, kann also gut sein, dass das grosse, dicke Tesla Model X bei dem knappen Vorsprung am Ende der Zeitspanne dann doch gewinnt. In Österreich wäre das Verhältnis übrigens 21,4 t beim Hybrid zu 12,5 t beim Tesla.

P.S: Ich bin ganz klar gegen unnötig grosse Fahrzeuge und würde Lieschen Müller einen VW e-UP! oder Renault Twizzy empfehlen 8-)
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Re: Die Mär vom sauberen E-Mobil...

von M3-75 » 28. Okt 2017, 08:12

Vielleicht ist Förderung des besseren anstatt Verteuerung des schlechten der falsche ansatz:

Kohlestrom, Diesel, Benzin, Heizöl, Pflanzenöl, Ethanol und Wasserstoff sollten einen sinnvollen Preis pro Tonne CO2 bezahlen.

Es wurde errechnet, das bei 10$ pro Tonne 10% der IPCC 2Kelvin Ziele erreicht werden, bei 100$ 30% also wäre 1000$ pro Tonne Co2 wohl nicht verkehrt.

Damit der shitstorm nicht ganz so heftig wird für den Anfang 300$...

Und dafür z.b. Mal Arbeit weniger besteuern.
 
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Re: Die Mär vom sauberen E-Mobil...

von fränki1 » 28. Okt 2017, 09:09

tornado7 hat geschrieben:
fränki1 hat geschrieben:Übrigens fährt "Lieschen Müller", die 10000 km im Jahr mit einem kleinen Hybridauto unterwegs ist (mehr als die Hälfte auf dem weg zur Arbeit) deutlich umweltfreundlicher, als ein Tesla X mit deutschem Strommix.


Naja, "deutlich umweltfreundlicher" ist anders:

Hybrid
Produktion: 6 t CO2
Betrieb: 128 g + 26 g CO2 / km
10'000 km über 10 Jahre ergibt somit 21,4 t CO2

Tesla Model X
Produktion: 10 t CO2
Betrieb: 142 g CO2 / km (DE-Strommix bei 250 Wh/km)
10'000 km über 10 Jahre ergibt somit 24,2 t CO2

Aber Moment mal, der Deutsche Strommix wurde über die letzten Jahre deutlich sauberer, kann also gut sein, dass das grosse, dicke Tesla Model X bei dem knappen Vorsprung am Ende der Zeitspanne dann doch gewinnt. In Österreich wäre das Verhältnis übrigens 21,4 t beim Hybrid zu 12,5 t beim Tesla.

P.S: Ich bin ganz klar gegen unnötig grosse Fahrzeuge und würde Lieschen Müller einen VW e-UP! oder Renault Twizzy empfehlen 8-)

Diese Rechnung ist doch genauso geschönt.
Wie kommst du denn auf die 10 t CO2 für die Herstellung des 2,5 t Klotzes ? Aktuell bezweifle ich, dass dieser Wert derzeit überhaupt bekannt ist. Jedenfalls reichen die 10 Tonnen nicht mal für den Akku.
Auch fährt ein Tesla X nicht mit 25 KWh auf 100 km ab Kraftwerk. Da kommt der Vampirverlust, die Ladeverluste, die Übertragungsverluste usw. dazu. In Summe kommt man da auch locker noch mal auf drei bis 5 KWh pro 100 km.
Übrigens würde ich für "Lieschen Müller" im Stadtverkehr auf jeden Fall einen Hybrid vorschlagen den genau da spart dieser und schont die Umwelt. Könnte ja auch ein Yaris sein, oder gar ein Plug in Hybrid.
 
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Re: Die Mär vom sauberen E-Mobil...

von tornado7 » 28. Okt 2017, 09:21

Die 10 Tonnen reichen locker, selbst für einen 100 kWh Akku;

a) durch Recherche in der Literatur, siehe hier: www.bit.do/co2-emissionen
b) Oder durch das Lesen der "Schweden-Meta-Studie", worin die 5 aktuellsten zitierten Analysen von 40 bis 80 kg CO2 pro kWh ausgehen.
(IVL Swedish Environmental Research Institute: The Life Cycle Energy Consumption and Greenhouse Gas Emissions from Lithium Ion Batteries, Stockholm 2017; siehe auch Autorenkommentar: www.ivl.se/english/startpage/top-menu/p ... study.html)

Lieschen Müller darf aber nicht den erhöhten Verbrauch bei Kurzstrecke und entsprechend vielen Kaltstarts vergessen ;-)
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Re: Die Mär vom sauberen E-Mobil...

von redvienna » 28. Okt 2017, 09:27

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Re: Die Mär vom sauberen E-Mobil...

von M3-75 » 28. Okt 2017, 09:40

Dafür kommt beim Benzin und Diesel noch Transport per Schiff, LKW und Strom von Raffinerien und Tankstellen dazu.
Nicht zu vergessen die Folgekosten durch Atemwegserkrankungen.

Ich bin nicht so sicher ob die Herstellung eines Akkus mehr Energie benötigt als eines Motors plus Getriebe. Neben dem CO2 bei der Material Bereitstellung ist die Verarbeitung zu Kolben, Ventilen, Kurbelwelle prazisionsteile usw. auch aufwändig.
Da gibt es m.w. keine nachprüfbaren zahlen.
Was man aber machen kann, ist die 2.1t Modell s gegen 2.1t Audi material für Material vergleichen und das geht ungefähr gleich aus.

So bleibt also als Kernfrage übrig:
Wieviel Strom braucht Tesla in Fremont und Nevada pro PKW im Vergleich zu z.b. Audi?
Der Strom hat pro kWh hierzulande mehr CO2 als dort.

Und ab hier wird die Datenlage dünn.
Die gigafaktory soll ja zu 100% EE nutzen, tut sie das? Laut Google fallen pro Tesla Akku 1800kwh an.
In Fremont wird sicher auch nicht mehr Strom verbraucht als für andere Karosserien.
Und von Audi kenne ich keine Zahl, habe aber Mal ergoogelt das es zw. 10-20000kwh pro PKW sind.
Davon sicher der größere Teil für Motor und Getriebe das wird aber lieber verschwiegen.
 
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Re: Die Mär vom sauberen E-Mobil...

von redvienna » 28. Okt 2017, 09:51

Eigentlich jede Studie der letzten Jahre bestätigt die Differenz zum Verbrenner !

Also im EU-Schnitt sind es schon - 55%.

Also worauf warten ?

-85% sind auch machbar wenn alle endlich saubere Kraftwerke bauen.

Vielleicht sogar noch mehr wenn die Batterien mit weniger Rohstoffen auskommen und die Produktion verbessert wird.
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Re: Die Mär vom sauberen E-Mobil...

von OS Electric Drive » 28. Okt 2017, 12:04

Natürlich muss man sehen ob man reichen das Geld noch hinterher wirft. Aber man sollte nicht vergessen dass man Geldströme leiten kann. Nehmen wir doch mal eine PV Anlage... Hier können "reiche" Menschen Rendite erwirtschaften über das EEG... Mir ist es aber lieber diese Menschen kaufen eine PV Anlage und das Geld wirft Rendite und CO2 Ersparnis ab. Ansonsten sucht es sich nur Rendite.

Bei den großen Autos ist doch in der Regel der Firmenwagenanteil >80% was bedeutet dass alle Kosten von der USt und den jeweiligen Ertragssteuern mindern. Selbst die Steuern auf Sprit sind wieder Geschäftsausgaben!

Ich denke schon, dass die großen Autos so oder so subventioniert sind von daher kann man auch die E-Autos in diesem Segment fördern... Ein Stopp der Förderung für Verbrenner ist nicht zu erwarten!

Alles was man macht steht immer in der Diskussion bezüglich der sozialen Gerechtigkeit. Am Ende geht es aber darum was man mit welchem Aufwand erreichen kann.

Und ob ein i3 vermehrt in Ballungsräumen fährt muss erst noch bewiesen werden, ich sehe hier im Umfeld von Stuttgart mehr i3 als in der Stadt selbst. Ist eine subjektive Wahrnehmung aber würde auch Sinn ergeben. Denn in der Stadt fahren so oder so kaum Stadtautos.

In Stuttgart stehen eher große Autos im Stau!
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