Extra- Gebühr für die Bereitstellung des schnellen Ladens?

Allgemeine Informationen zur mobilen Zukunft...

Re: Extra- Gebühr für die Bereitstellung des schnellen Laden

von Mittelhesse » 11. Jun 2017, 16:29

und die Autohersteller müssen mitspielen, meine ZOE lädt z.B. 3 phasig mit mindestens 13A darunter steigt sie reproduzierbar aus.
Über Nacht würden locker 3x6A locker reichen ;) Die 25A bei mir im Beispiel waren "nötig" da ich kurzfristig wieder weg musste ;)
Liebe Grüße
Stefan Becker


Renault ZOE Q210 schwarz seit Juni 2015. Upgrade auf Z.E. 40 Batterie am 07.03.18 bei 114.019km.
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Re: Extra- Gebühr für die Bereitstellung des schnellen Laden

von Eberhard » 11. Jun 2017, 17:20

saga hat geschrieben:Ich wohne in einer Wohnanlage mit mehreren Wohneinheiten und einer gemeinsamen Tiefgarage. Der hier hiesige Stromanbieter fordert 5.000 € für die Zuleitung zum Haus und weitere 3.000 € von jedem einzelnen Parkplatzbesitzer für die Leitung von der Einspeisung im Haus zum jeweiligen Stellplatz (bei ca. 180 Stellplätzen ein erkleckliches Sümmchen). Danach sind dann nur noch 15 € pro Monat für die Bereitstellung des Stroms zu berappen und natürlich der Strom, den man tankt...


Da sollte die Eigentümergemeinschaft als Hausanschlußnehmer auftreten und dann selbst verteilen und mit dem einzelnen Stellplatznutzer abrechnen. Bei größerer Anzahl von Elektrofahrzeugen kommt man ohnehin nicht um ein Lastmanagement herum. Es ist unmöglich jedem Stellplatz mit 22kW anzuschließen. Da bräuchte man einen eigenen Mittelspannungstrafo mit 4 MW Anschlußleistung. Das ist kaum zu bezahlen. Dazu kommt die ganze Elektroinstallation.

Wenn man davon ausgeht, das in weiter Zukunft alle eAutos fahren und daher alle 180 Stellplätze über eine Ladestation verfügen müssen, sollte man folgende Überlegung anstellen.
Jedes eAuto braucht täglich in der Nacht 10kWh zu Laden, d.h. bei 180 Fahrzeugen währen das 1800 kWh bei 10h Ladedauer sind das 180kW Anschlußleistung oder ein Hausanschluß mit etwa 260A.

Die 180 Stellplätze wird man auf 4 Cluster mit je 64A aufteilen und je 45 Stellplätze mit insgesamt 44kW Anschlußleistung versorgen. Da man noch den Gleichzeitigkeitsfaktor berücksichtigen muss, nicht jedes Auto ist da und muss sofort geladen werden, wird die Anschlußleistung so aufgeteilt, das jedes Auto bis zum Morgen dennoch voll geladen werden kann. Dazu kann die Ladeleistung je Ladepunkt zwischen 22kW bis runter auf 1300W/einphasig geregelt werden. Notfalls wird auch zeitweise das Laden unterbrochen.
Das Lastmanagement sorgt dafür, das die mögliche Anschlußleistung optimal ausgenutzt werden kann.
Bei diesem Konzept macht sogar ein lokaler Speicher zur Spitzenstrombegrenzung Sinn um die Netzentgelte niedrig zu halten. Dann noch PV auf dem Dach und dazu ein BHKW als stromerzeugende Heizung. Da geht noch einiges, was den Netzbetreiber/Energieversorger nicht unbedingt erfreuen wird.
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Re: Extra- Gebühr für die Bereitstellung des schnellen Laden

von Alfred » 11. Jun 2017, 17:49

TeeKay hat geschrieben:Statt also von den Menschen, die schon für den Hausanschluss Geld bezahlten, noch mehr Geld zu verlangen, sollten sich die Netzbetreiber endlich zusammensetzen und einen landesweit gültigen Kommunikationsstandard für Wallboxen besprechen. Und zwar heute und nicht, wenn schon 5 Mio Wallboxen installiert wurden.

Bin Deiner Meinung.
Wer sagt es den Netzbetreibern ?
 
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Re: Extra- Gebühr für die Bereitstellung des schnellen Laden

von Cupra » 11. Jun 2017, 18:17

Eberhard hat geschrieben:Jedes eAuto braucht täglich in der Nacht 10kWh zu Laden,


Woher leitest du diese Menge ab? Oder ist dies einfach der Durchschnittsverbrauch aller 180 Autos? Das wären dann 1.800kWh pro Nacht (2100 - 0500) in etwa. Weil 10kWh kommt mir arg wenig vor. Selbst meine Frau tank ihren Ampera im Winter jede Nacht mit 13kWh vom Netz... und der Arbeitsweg ist nur 26km in eine Richtung. Wenn der Akku grösser wäre würden im Winter auch 16kWh pro Nacht rein gehen. Im Sommer sinds dafür nur rund 8kWh.. Wenn jetzt jemand kommen würde und sagt, du bekommst nur 10kWh pro Ladung, dann ist das eFahrezug am nächsten weg und ein Diesel mehr steht in der Garage. Oder die 10kWh haben ne andere Grundlage?
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Re: Extra- Gebühr für die Bereitstellung des schnellen Laden

von TeeKay » 11. Jun 2017, 19:13

Bei Eberhards Planungen kommen gleich mehrere Probleme auf. So gab es zumindest letztes Jahr keine Wallboxen, die in so großer Stückzahl in einem System lastgemanaged werden konnten. Und die Lastmanagementsysteme konnten entweder nicht phasengenau managen oder nicht dynamisch auf die sich ändernden Lasten der Autos reagieren. Eine mit 32A 3ph beglückte Zoe würde also auch dann noch 32A 3ph blockieren, wenn sie nur noch mit 6A 1ph balanced.

Allego hatte schon vor 2-3 Jahren in den Niederlanden ein System installiert, bei dem sogar durch Nutzerinteraktion Bevorrechtigungen für schnell zu ladende Autos eingegeben werden konnten. Das System wird leider bis heute nicht vermarktet.

Die Industrie ist für solch große Installationen noch nicht bereit. Darum gibts in den norwegischen Parkhäusern mit dutzenden Wallboxen auch einfach nur blöd max. 16A einphasig pro Box.
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Re: Extra- Gebühr für die Bereitstellung des schnellen Laden

von inspirED » 11. Jun 2017, 19:56

TeeKay hat geschrieben:Bei Eberhards Planungen kommen gleich mehrere Probleme auf. So gab es zumindest letztes Jahr keine Wallboxen, die in so großer Stückzahl in einem System lastgemanaged werden konnten. Und die Lastmanagementsysteme konnten entweder nicht phasengenau managen oder nicht dynamisch auf die sich ändernden Lasten der Autos reagieren. Eine mit 32A 3ph beglückte Zoe würde also auch dann noch 32A 3ph blockieren, wenn sie nur noch mit 6A 1ph balanced.

Die Mischung von 1- und 3pasigen Verbrauchern ist für Lastmanagement halt schwierig zu händeln.
Zur Vereinfachung halte ich für diese Wohn-Ladeparks daher auch grundsätzlich 1phasige Ladung mit 6A - 32A für optimal. (Ein Tesla lädt da tagsüber bei genügend freier Leistung z.B. auch mit 7,2kW bei einem 11kW Lader)

Es sollte für die Hersteller zulassungsverpflichtend sein, mit jeder angebotenen Ladeleistung als auch mit einem längeren Aussetzen der Ladung klarzukommen. Nicht nur die "berüchtigten" ZOEs torpedieren an dieser Stelle leider jegliches Konzept.
Diese Fahrzeuge als auch solche mit besonders hohem Ladebedarf benötigen wallboxseitig einen Bedarfslademodus mit Vorrang und Sofortladung. Das funktioniert, aber nur solange eine ausreichende Mehrzahl an regelfähigen Fahrzeuge im System vorhanden ist.

Cupra hat geschrieben:
Eberhard hat geschrieben:Jedes eAuto braucht täglich in der Nacht 10kWh zu Laden,

Woher leitest du diese Menge ab?

Ich denke, man kann in einer Grössenordnung von >100 Teilnehmern schon ganz gut mit Durchschnittswerten arbeiten.

Im Bundesschnitt werden rund 40km pro Tag und PKW gefahren, die Fahrleistung dürfte saisonal über das Jahr halbwegs konstant sein. Wie das Wochenprofil und Feiertage da Ausreißer erzeugen, keine Ahnung. Ebenso weiß ich nicht, wie die Ladewirkungsgrade aussehen. Ich rechne daher mal mit 50% Sicherheitszuschlag.

Regionale Abweichungen sind natürlich auch zu berücksichtigen.
In einer größeren Stadt oder Speckgürtel wird die mittlere Fahrleistung geringer sein, als irgendwo auf dem Lande, wo die typischen einfachen Pendelstrecken schon >50km bis zur nächsten Großstadt sind.

Man muss den ungünstigen witterungsbedingten Verbrauch annehmen, da dieser für alle gleichmäßig zutrifft - also hohe Winterverbräuche.
Über alle Fahrzeugklassen sollte man da eher mit 25-30kWh/100km rechnen.
Für die 40km Bundesdurchschnitt würde ich aus dem Bauch heraus Stadtfaktor 0,7 annehmen, wegen geringerer Fahrstrecken als auf dem Land. Da gibt es sicherlich Statistiken darüber.
Dazu noch der 50% Sicherheitszuschalg für besondere Unwägbarkeiten und Verluste.

Im "worst case" Mittel komme ich in diesem Beispiel auf rund 14kWh täglich

Als Zeitraum für die Ladung nehme ich mal eine Kernzeit mit 14h (die meisten Ladungen finden vermutlich zwischen 17:00 Uhr und 07:00 Uhr statt)
Daraus ergäbe sich in einer Stadt eine planungstechnische Ladeleistung: 14kWh/14h = 1kW
Fazit: Für eine Parkplatzanlage mit 180 belegten Ladeplätzen wird eine vorgehaltene Leistung von <200kVA für Übernachtladung ausreichen. Intelligentes Lastmanagement vorausgesetzt.
Leistungsreserven, um z.B. kurzzeitig z.B. durch Windstrom auftretende Netzleistungsspitzen in Elektroautoakkus via Smartgridsteuerung zu versenken, wären durch die vermutlich selten abgerufenen 50% Reserve teilweise auch noch mit berücksichtigt.
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Extra- Gebühr für die Bereitstellung des schnellen Ladens?

von Eberhard » 11. Jun 2017, 20:16

Ich habe mich als ITler mit Echzeitsystemen sowie Meß- und Regeltechnik befasst.
Die Mischung 1-/3-phasig ist kein Problem, wird doch jeder Ladepunkt meßtechnisch überwacht. Wenn ein Zoe nur 6A zieht, blockiert er nur diese Kapazität, nicht mehr.
Mit einer Batterie könnten zusätzliche Lastspitzen abgefangen werden ohne die Anschlußleistung erhöhen zu müssen. Zudem gibt die Wallbox die Ladeleistung vor, nicht das Auto. Man kann sich auch vorstellen, das sogar mit Gleichstrom geladen wird, der zentral erzeugt wird und per lokalem DC/DC Wandler die Autos auflädt.
Dabei reichen bis zu 0-10/20kW völlig aus. Wenn entsprechende Kapazitäten frei sind darfs dann auch noch mehr sein.

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Re: Extra- Gebühr für die Bereitstellung des schnellen Laden

von Christian1977 » 11. Jun 2017, 20:29

Junge junge... Da hat ja meine Frage eine interessante Diskussion ausgelöst :D :shock:

Ich sehe es ebenfalls so, dass es zu einem Problem kommen wird wenn viele E-Autos auf einmal geladen werden wollen. Aber: Wird es einen E-Auto- Boom überhaupt geben? :?:
Ich sage: Eher nein.
Warum auch?
Der Sprit ist unglaublich günstig, E-Autos sind verhältnismässig teuer, die meisten (deutschen) Autobauer haben gar kein Interesse daran einem ein E-Auto zu verkaufen (habe ich schon mehrmals erlebt dass einem die Verkäufer das jeweilige E-Auto gleich beim Gespräch madig gemacht haben) und die gängigen Vorurteile E-Autos gegenüber werden ja auch jeden Tag wiederholt damit sie ja auch keiner vergisst :roll: :roll: :roll:
Also, woher sollen die ganzen E-Autos herkommen die unser Stromnetz überlasten wenn sie kaum einer kauft?

Da ich ein Haus besitze und nicht in einer Wohnanlage lebe wird es diese Probleme mit einer Überlastung des Stromnetzes bei uns in der Straße höchstwahrscheinlich nicht vorkommen. Zumal es bei uns im Ort lediglich ein "richtiges" E-Auto gibt (E-Smart, gehört der Gemeinde) und zwei oder drei Plug-in- Hybrids.
Wir haben im letzten Jahr knapp 2.900 Kw/h Strom gebraucht bei einem vier Personenhaushalt. Daher werde ich mit einem E-Auto die 10.000 Kw/h- Grenze wohl nicht sprengen zumal nicht mehr als 10.000km pro Jahr an Strecke geplant ist.
Mir sollte der normale Hausanschluss (11KW?) reichen.
 
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Re: Extra- Gebühr für die Bereitstellung des schnellen Laden

von Mittelhesse » 11. Jun 2017, 20:44

Christian1977 hat geschrieben:Wir haben im letzten Jahr knapp 2.900 Kw/h Strom gebraucht bei einem vier Personenhaushalt. Daher werde ich mit einem E-Auto die 10.000 Kw/h- Grenze wohl nicht sprengen zumal nicht mehr als 10.000km pro Jahr an Strecke geplant ist.
Mir sollte der normale Hausanschluss (11KW?) reichen.


Ich gehe davon aus, das dein Haus mit mehr als 3x16A (11kW) abgesichert ist, eine 11kW Wallbox oder CEE16 Dose reicht allemal für's Aufladen von einem E-Auto :D
Liebe Grüße
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Re: Extra- Gebühr für die Bereitstellung des schnellen Laden

von inspirED » 11. Jun 2017, 20:46

Eberhard hat geschrieben:Wenn ein Zoe nur 6A zieht, blockiert er nur diese Kapazität, nicht mehr.

Problematisch ist halt, dass z.B. eine Zoe unterhalb einer gewissen Schwelle (auf jeden Fall deutlich über 6A) mit einer Fehlermeldung einfach mit Fehlermeldung abbricht und die weitere Ladung verweigert. Da steht der Besitzer dann morgens mit leerem Akku da.

Davon abgesehen sehe ich Szenarios, wo Lastabwurf selbst bei geringen Leistungen z.B. per Signalunterbrechung möglich sein muss. Da spielen blöderweise auch längst nicht alle Ladegeräte mit.

Eberhard hat geschrieben:Die Mischung 1-/3-phasig ist kein Problem, wird doch jeder Ladepunkt meßtechnisch überwacht.

In der Theorie mag die Sache einfach darstellbar sein, aus irgendeinem Grund gibt es aber immer noch keine Lösung dafür. Es spielen sowohl die Hersteller der Ladegeräte/ Fahrzeuge, als auch der Ladetechnik aus unerklärlichen Gründen nicht mit.
Je mehr Fahrzeuge mit einer "anspruchsvollen" (um nicht zu sagen verkorksten) Ladetechnik erst auf dem Markt sind, um so schwieriger wird das Thema für Anbieter von Lastmanagementsystemen in den Griff zu bekommen sein.
smartED - einfach, wie für mich gemacht.
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