Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

von OS Electric Drive » 13. Apr 2017, 13:06

Volker.Berlin hat geschrieben:
Und ich habe meine (Gegen-)Meinung dargestellt:
:arrow: https://www.heise.de/forum/Autos/Artike ... 8562/show/


+1000

genau so ist es, anstelle von 1er 50kW Säule an einem Parkplatz der zugeparkt sein könnte wären 5 10kW Lader in der Stadt sinnvoller. Wenn ich einen Tagesausflug nach München mache dann nicht wegen einer Stunde. Dann sollte ich mich darauf verlassen können während meiner Parkzeit laden zu können. Wer hat denn bitte Lust bei einem "Männerausflug" nach 4h wieder zurück zum Auto zu gehen um es umzuparken?

Das ist absolut realitätsfern... Gerade hier wären viele "Kleine" Ladeanschlüsse viel besser!
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

von pollux » 13. Apr 2017, 14:32

Kannst Du bei einem "Männerausflug" denn nach vier Stunden noch umparken? :P :mrgreen:
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

von Wim » 13. Apr 2017, 14:57

ich glaube, es wird mittelfristig einiges gleichzeitig laufen und es werden sich parallele, überschneidende und/oder über kreuz nutzbare strukturen herausbilden.

die akkuentwicklung (der aktuellen, chemisch basierten stromspeicherung) wird weitergehen in richtung: höhere ladedichte, schnellere ladebarkeit, geringeres systemgewicht. damit kommen wir hier tendenziell dem nahe, was die "benziner" gewohnt sind: reichweiten bis an die 1.000km und schnelles laden (eventuell nur an besonderen "tankstellen"). damit können dann auch die personen auf e-autos umsteigen, die eine ausgeprägte reichweitenangst haben, aber auch die bewohner von ballungsgebieten ohne persönliche ladestruktur und einer täglichen geringen fahrstrecke. sprich: ladeverhalten wie jetzigen tankverhalten -> 1x pro monat den "tank" voll machen und auf langstrecke schnell "zwischentanken". in dieser entwicklung sind in den ballungsgebieten solche lösungen wie "jede laterne hat eine steckdose" nicht (mehr) notwendig.

nach jetzigem stand der technik läuft das wohl auf hochleistungs-dc-lader hinaus, welche in den garagenlosen ballungsgebieten ähnlich verteilt sein können wie die jetzigen tankstellen.

gleichzeitig wird sich die käufergruppe mit persönlicher ladestruktur (sprich: ländlicher raum, speckgürtel) vergrößern. hier wäre s.g. "schnarchladen" sowohl von der zur verfügung stehenden ladezeit als auch von den geringen kosten für die ladestruktur wohl völlig ausreichend. sprich: ac-lader geringer bis mittlerer leistung. da auch diese käufergruppe ihre urlaubsfahrt machen wird. bedeutet das wohl, dass im fahrzeug sowohl die hochleistungs dc-ladetechnik als auch die leistungsarme ac-technik verbaut werden müsste. auf die ac-ladetechnik wird diese käufergruppe eventuell wert legen (eigene immo, niedrigenergie, photovoltaik etc. sprich: kostenloses "tanken")

das ganze wird natürlich über den haufen geworfen, wenn in der speichertechnik hier irgendwann der große wurf kommt ...

"randeinflüsse" auf diese entwicklung sind sicherlich:
die ballungsgebiete wollen eigentlich auf öpnv umstellen und weniger autos in der stadt haben. aktuell drängt hier das schadstoffthema. das könnte kurzfristig die e-mobilität etwas unterstützen (fahrverbote für benziner in der city). langfristig werden aber auch die individuellen e-autos aus den citylagen vertrieben werden. ich kann mir hier also nicht vorstellen, dass die lösung "jede laterne hat eine steckdose" gewollt ist.
die verbrennerhersteller versuchen ihre bestehenden strukturen weitestgehend zu erhalten und bringen (wie seit jahren) pseudolösungen auf den markt und greifen die fördermittel ab. ziel diese störfeuers ist es, dem kunden den umstieg so unschmackhaft wie nur möglich zu machen. sie vergessen aber hier, dass die globalisierung nicht nur ihren exporten dienlich ist, sondern auch dem kunden. will sagen, international sind (oft von dortigen nationalen bedingungen getriebene) diverse e-mobilitätskonzepte (individualverkehr und lösungen für den öpnv) gereift, die auch ihren weg nach europa finden werden.
und nicht zuletzt: zumindest in den ballungsgebieten wird "auto" immer weniger als statussymbol gesehen und der individualbesitz wird immer weniger wichtig. öpnv im sinne von carsharing wird zunehmen. sollte irgendwann der sprung zum wirklichen autonomen fahren gelingen, wird carsharing auch im ländlichen raum massiv ankommen und dort das sehr dünne öpnv-netz auffüllen.

in summe kann ich nur sagen: TESLA macht hier aus meiner sicht zur zeit alles richtig.
- die verbaute ladetechnik geht in richtung "schnelles dc-laden" bei gleichzeitiger möglichkeit der "schnarchladung für garagenbesitzer"
- eigenes fernreiseladenetz mit eigner abrechnung
- die akkuentwicklung und produktion ist im eigenen hause
- der weg zum autonomen fahren eröffnet die erwerbszweige "carsharing / TESLA-taxi"
- nebenerwerbszweige sind eröffnet: "photovoltaik", "speicher fürs häusle", "zusatzsoftwarepakete fürs auto (update gegen geld)"
wer an jeder teslasäule noch andere stecker sehen möchte, der setzt sich sicherlich auch dafür ein, dass phev beim tanken auch strom ziehen können und rewe ihre eigenmarke nur anbieten darf, wenn sie auch die eigenmarken von edeka&co ins regal stellen
 
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

von OS Electric Drive » 13. Apr 2017, 15:33

pollux hat geschrieben:Kannst Du bei einem "Männerausflug" denn nach vier Stunden noch umparken? :P :mrgreen:


Genau das meine ich ja... das könnte trotz ccs schon schwer sein oder beinahe unmöglich sein ;)
Zuletzt geändert von OS Electric Drive am 14. Apr 2017, 08:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: AW: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

von Saftwerk » 13. Apr 2017, 19:34

Das ist nur so lange zu teuer, wie die Stadtwerke von unserer Politik daran gehindert werden, Tarife zum Lastmanagement und Rückspeisen anbieten zu dürfen.
Die verkaufte Regelleistung ist ca 10x so viel wert wie die kiloeattstunden.
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat 2008 in einem Grundsatzurteil entschieden: Es gibt ein einklagbares Recht auf saubere Luft.
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

von cko » 13. Apr 2017, 22:00

hiTCH-HiKER hat geschrieben:Da werden irgendwie Probleme herbei geredet

Ja, sehe ich auch so.
Wenn man sich auf heise die Kommentare zu
https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 85111.html
Ansieht, ist klar, dass der Artikel schon wieder eine neue dumme Stammtischparole "e-Autos sind sinnlos und kosten unser aller Geld" ins Leben gerufen hat.
Auch das Zitat

Wir rechnen damit, dass im Jahr 2025 etwa 15 bis 25 Prozent der Neuzulassungen elektrisch unterwegs sein werden.


Geht in die mehr als fahrlässige Richtung, dass die deutsche Autoindustrie noch viiiiel Zeit für die Umstellung hat. Man bedenke bitte, das manche Länder 2025 100% der Neuzulassungen elektrisch vorschreiben werden. Wollen wir dann nur noch für den Binnenmarkt produzieren?

DAS ist es, was den Industriestandort Deutschland gefährdet. Nicht die Elektromobilität, sondern die fahrlässige Verschleppung ihrer Einführung.
Tesla fahren ist wie schweben auf einem Sonnenstrahl.
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