Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

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Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

von Volker.Berlin » 12. Apr 2017, 08:58

Christoph M. Schwarzer hat auf heise.de eine Meinung zum Thema veröffentlicht:
:arrow: https://www.heise.de/autos/artikel/Hemm ... 76405.html

Und ich habe meine (Gegen-)Meinung dargestellt:
:arrow: https://www.heise.de/forum/Autos/Artike ... 8562/show/
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

von Mittelhesse » 12. Apr 2017, 09:02

- DC Ladung macht in der Stadt wenig Sinn, hier muss aber auf der Langstrecke noch sehr viel passieren.

- meines Erachtens ist das größte Problem die schlechte oder nicht vorhandene Ausschilderung der innerstädtischen Lademöglichkeiten, dadurch kommt es oft zum Zuparken der Ladesäulen

- die Abrechnung muss vereinfacht werden, eine Karte oder App für alle Ladepunkte.
Liebe Grüße
Stefan Becker

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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

von grizzzly » 12. Apr 2017, 09:12

Danke für die links.
Ich bin ein Heise (CT) Leser der ersten Stunde.
Was mich immer wieder verwundert wie sehr diese Heise Jungs die E-Mobilität entweder verkennen oder schlechtreden.

Es wäre alles so sehr einfach.
Im Prinzip haben wir in Großstädten/Gemeinden doch bereits ein flächendeckendes öffentliches Stromnetz...
nämlich die Strassenlaternen.
Dort (zumindest hier in München) ist an jeder Laterne eine Serviceklappe unter der die Anschlußtechnik versteckt ist.

Dort je eine 3.7kW Anschluß Typ2.
Jedes Typ2 Auto hat schon die Möglichkeit der Kommunikation mit der Dose.
Ansonsten Powerlan als Zubehör (Zwischenstecker)

Stichworte:
Lastmanagement Zentral (um die Leitungen nicht zu überlasten)
Lademanagement zur Netzglättung.

im nächsten Schritt z.B.:
10+x% des jeweiligen Akkus zur Netzglättung erlauben... als Anreiz dafür Strom für vergünstigte Konditionen.

Diese "intelligente" Serviceklappe sehe ich als vertretbaren Kostenaufwand (normiert millionen Stückzahlen -> Preis runter).

Das würd ich mir mit meiner "kleinen" IT/E-Technik Firma zutrauen in kurzer Zeit zu entwickeln.

Wieso passiert sowas nicht?
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

von Yellow » 12. Apr 2017, 09:14

Volker.Berlin hat geschrieben:Und ich habe meine (Gegen-)Meinung dargestellt:
:arrow: https://www.heise.de/forum/Autos/Artike ... 8562/show/

Perfekt! Genau meine Meinung!

Habe mich auch gewundert, dass Christoph ein paar "merkwürdige" Sichtweisen in seinem Artikel vertritt.
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

von Volker.Berlin » 12. Apr 2017, 09:20

@grizzzly

Erstens: Die meisten "Jungs von Heise" sind freie Journalisten.
Zweitens: Christoph M. Schwarzer wie auch Clemens Gleich sind durchaus Freunde der Emobilität.

Drittens: Der Teufel steckt im Detail. Sieh Dir mal eine beliebige Laterne an und prüfe, ob diese als Ladestation geeignet wäre:
- Kann man davor überhaupt parken, oder ist dort aus gutem Grund Parkverbot?
- Befindet sich zwischen Laterne und Parkplatz kein Fuß- oder Radweg?
- Ist die Laterne in einem Zustand, der die Nutzung als Ladepunkt zulässt? Viele innerstädtische Laternen sind morsch und eine zusätzliche Klappe ist schon aus statischen Gründen nicht möglich.
- Wie ist die Stromversorgung? Wenn zum Beispiel nur eine Leitung liegt, die zentral geschaltet wird, dann kann man nur nachts laden, wenn die Straßenbeleuchtung brennt...

Es klingt verführerisch einfach, in der Realität sind aber viele kleine Probleme zu lösen. Da habe ich die formalen Hürden, die zum Beispiel Straßenlaternen betreffen, an denen Verkehrsschilder oder Werbetafeln angebracht sind, noch gar nicht angeschnitten...

grizzzly hat geschrieben:Das würd ich mir mit meiner "kleinen" IT/E-Technik Firma zutrauen in kurzer Zeit zu entwickeln.
Wieso passiert sowas nicht?

Es passiert. Google mal Ebee, Light & Charge, eluminocity, Ubitricity.
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

von grizzzly » 12. Apr 2017, 09:26

Schopn klar das sicherlich nicht alle Strassenlaternen dafür geeignet sind.
Bei uns hier in der Gegend haben alle Laternen immer den gleicheen schon vorhandenen Ausschnitt.
Ich meinte nicht nen neuen sondern diesen Deckel einfach auswechseln.

Klar müssen da auch Dinge wie Leitungsquerschnitt etc beachtet werden. Aber da geh ich davon aus das da schon von den Leitungslängen nicht auf letzte Rille genäht wurde.

In meinem Viertel wurden vor 2 Jahren alle Laternen auf LED umgestellt. damit sollte da für einige Autos genug 3,7kW drin sein.
Natürlich sicherlich nicht für jede Dose gleichzeitig....

PS ich hab selbst schon einiges für Heise geschrieben... daher ist mir deren Organisation durchaus geläufig.
Ich wollte da niemand an den Karren fahren... just my 2 cents
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

von egn » 12. Apr 2017, 09:47

Konzepte mit Laternenladen gab es schon einige, sind aber alle aus den von Volker genannten Gründen gescheitert.

Wie schon geschrieben brauchen wir für die Städter ohne heimischen Ladeanschluss mehr sehr preisgünstige AC Ladepunkte wo man im Prinzip so lange stehen darf wie man will, oder zumindest so lange wie das jeweilige Parkticket gilt.

Leider scheitert die Preisgünstigkeit nicht nur an den Kosten für den Stromanschluss, sondern auch an den Kosten für den Typ2 Anschluss. Die günstigste Typ2 Ladestation die ich gefunden haben kostet etwa 350 Euro, aber die ist weder Vandalismus sicher noch verfügt sie über eine Abrechnung. Hat man beides dann ist man schnell bei 1000 Euro/Ladepunkt + Infrastrukturkosten. Wer soll das bezahlen? Wenn dann ist das nur über hohe Parkgebühren zu decken.

Hinzu kommt noch dass so eine Ladestation ohne festes Kabel auch noch sehr umständlich zu benutzen ist. Es ist einfach Quatsch dass man immer sein eigenes Ladekabel herausholen muss.

Überall Schukosteckdosen ist auch keine Lösung, da man dann kein Lastmanagement machen kann.

Diese Ladepunkte mit maximal 3,6 kW sollten an einem hohen Anteil der öffentlichen Parkplätze und in Tiefgaragen vorhanden sein.

Als weitere Stufe sind Ladestationen mit 11/22 kW an Orten zu installieren wo sich Leute typischerweise nur 30-60 Minuten aufhalten. Die Parkdauer sollte dann auch auf diese Zeit beschränkt werden da man in dieser Zeit schon 50-100 km Reichweite laden kann.

Und als letzte Stufe braucht man Schnelllader mit denen man die Batterie in 30-60 Minuten voll bekommt.

Diese Ladeplätze muss man alle bewirtschaften damit sie finanziert und effizient genutzt werden können. Aus meiner Sicht geht an einer Abrechnung nach Zeit kein Weg vorbei. Nur so können die Einnahmen die Kosten langfristig decken und die Parkplätze werden nur dann genutzt wenn auch geladen wird.
Zuletzt geändert von egn am 12. Apr 2017, 10:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

von markus1689 » 12. Apr 2017, 10:08

Ich weiß nicht, ob das schon mal diskutiert wurde, aber mir kam gerade so eine Idee :D (Edit: egn hat das jetzt vor mir schon angesprochen, als Teil seines Gesamtkonzeptes ;) )

Thema: Innenstädte
Dort gibt es doch schon etliche, ich nenne sie mal "konzentrierte Parkräume", also Parkhäuser und größere Parkplätze. Man bezahlt für die Parkzeit. Dort könnte man doch einfach jeden Parkplatz mit 3,7kW-Schuko ausrüsten. Laden ist kostenlos, außer die Parkgebühren, die jeder zahlt.

Vorteile: Sehr geringe Installationskosten, kein Aufwand für Abrechnung etc, und die Gefahr von Neid/Unverständnis ggü. E-Autos ist nicht gegeben. Theoretisch kann ja jeder den Strom ziehen, selbst schuld, wenn man den passenden Anschluss dafür nicht hat ;)

Ich weiß jetzt nicht, was es kostet, in einem Parkhaus an jeden Parkplatz eine Aufputz-Steckdose zu hängen, aber das müsste sich doch im finanziellen Rahmen halten!? Klar, bei Parkplätzen ist es etwas schwieriger, da muss man "unter die Erde" und alles muss Witterungsfest sein usw. Aber wenn man damit - ich sag mal - 100 Parkplätze für einen kleinen 5-stelligen Betrag ausrüsten könnte, wäre das doch ein riesen Gewinn!?
Dazu kommt: In der Anfangszeit ist das Thema Lastmanagement wahrscheinlich überhaupt kein Thema. Das kann nach und nach angegangen werden, wenn die ersten Probleme auftreten/abzusehen sind.

Ich glaube, das fände ich mal ein sinnvolles Förderprogramm: Subventionen von kostenlosen 3,7kW-Ladepunkten für jede Gemeinde/Stadt/Parkhausbetreiber.

Gibt's was, was vom Prinzip her dagegen spricht?
 
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

von Abgemeldet 06-2018 » 12. Apr 2017, 10:25

grizzzly hat geschrieben:Wieso passiert sowas nicht?


Weil München die rückständige Hauptstadt des Giftgases ist, wo Menschenleben wesentlich weniger wert sind als fette Quartalsgewinne der steuerzahlenden Unternehmen.
Die Stadtverwaltung ist dermaßen inkompetent, dass man es nichtmal schafft an lebensgefährlichen Ausfallstraßen einen Radweg zu errichten, da erwartest du doch bitte kein Engagement bei Themen, die sich diese Herrschaften noch nichtmal bildlich vorstellen können!
 
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

von raven » 12. Apr 2017, 12:02

Ladeplätze an allen Parkplätzen ... wie es geht, zeigt wieder einmal Norwegen (zwar nicht an jedem Parkplatz, aber doch sehr viele Ladeplätze in einem Parkhaus https://youtu.be/ktNKWLwjQJM

Hier sind die 3,7 kW mit Typ2 Wallboxen ausgestattet ... aber Schuko wäre auch eine Alternative

ähnliches gilt auch für Parkplätze / Ladeplätze bei Arbeitgebern - besser 15 x 3,7 kW als 2 x 22kW.
Zuletzt geändert von raven am 12. Apr 2017, 12:30, insgesamt 2-mal geändert.
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