Was wäre, wenn wir alle elektrisch fahren würden?

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Re: Was wäre, wenn wir alle elektrisch fahren würden?

von pollux » 3. Apr 2017, 11:39

Mathie hat geschrieben:Natürlich ist es sinnvoll in Elektroautos nachts Strom für den Tag zu speichern! Viele Autos sind tags unterwegs bzw. parken tags an Stellplätzen ohne Lademöglichkeit. Frag mal ein paar Elektroautofahrer wann sie meist laden und wann sie entladen. Ich nehme an, bei den meisten ist es so wie normalerweise bei uns. Nachts wird geladen und tags verbraucht!
Gruß Mathie

Ich lade in der Regel nur tagsüber aus meine PV-Anlage. Dies mache ich auch, wenn ich sonst wo lade. Es bleibt virtuell "mein Strom". Der Strom ist dann halt durch die Weiterleitung durch Netz mit diversen Abgaben belastet.
Ich halte diese Variante auch für sehr sinnvoll, weil die PV ja tagsüber sauberen Strom liefert. Warum sollte man also nachts mit relativ schmutzigerem Grundlaststrom laden. Gut es gibt eventuell finanzielle Gründe.
Mein Wunsch: An jedem Parkplatz eine Steckdose. Auch mit geringer Leistung. Geladen wird in einem bestimmbaren Fenster mit sauberem Strom. Und Abrechnung über das Auto selbst via Monatsrechnung. Ohne Karten etc..
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Re: Was wäre, wenn wir alle elektrisch fahren würden?

von stevelectric » 3. Apr 2017, 11:55

So erfreulich wie die weite Verbreitung des Typ-2-Anschlusses ist, so bedauerlich ist dessen primitive Umsetzung der Signalisierung. Und wenn man sich den Ladekartenwirrwarr anschaut, wäre selbst eine vielseitigere Schnittstelle im Typ-2 keine Garantie für eine funktionierende Freischaltung. Bedauerlicherweise ist die Industrie hier nicht in der Lage, Standards zu schaffen...
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Re: Was wäre, wenn wir alle elektrisch fahren würden?

von steysi » 3. Apr 2017, 11:57

BananenBrot hat geschrieben:Nur unter der Voraussetzung dass sich nur die Autowelt ändert aber die Stromwelt auf dem status quo verharrt funktioniert das problemlos -aber das natürlich eine unrealistische Annahme. Denn die Stromerzeugung ändert sich natürlich absehbar auch, so dass es nachts keine Überschüsse mehr geben wird - die gibt es ja nur durch fossile Dauerlauf-Kraftwerke von denen aber der Ausstieg erfolgt - und die Wärmepumpen im Winter auch zunehmend Strom brauchen.

Und wer glaubt es sei sinnvoll in Elektroautos für den Tag Strom zu speichern (für längere Zeiträume geht das ja eh nicht sinnvoll) sollte sich von Musk vielleicht erklären lassen wieso das eine dumme Idee - Tesla nutzt nicht ohne Grund andere Zellchemien in mobile und stationären Akkus weil das das einzige ist was Sinn macht.


Mir ging es in meinem Post ganz explizit darum, die technische Machbarkeit zu unterstreichen.
Ich wollte keine ideologische Diskussion anstossen, von wegen PV, Braunkohle oder Atom.
Ich persönlich habe da natürlich meine Meinung. Aber auch wenn man die Ideologie 'raus nimmt geht 100% Elektro. Und es macht auch Sinn und rechnet sich.

Natürlich kann man erwarten, dass alle Lastwagen, Busse, Fähren, Etc. also mindestens der ganze Transport-Sektor elektrifiziert wird (weil es besser und billiger sein wird).
Selbst wenn es dann weiterer Energiequellen bedarf sehe ich dem gelassen entgegen. Das Angebot folgt der Nachfrage.

Die 1,3 Milliarden Chinesen VERDOPPELN Ihren Strombedarf alle 4-5 Jahre. Funktioniert. Da werden zu jedem Zeitpunkt hunderte Kraftwerke gebaut. Und auch dort legt man in der Zwischenzeit mehr Wert auf Nachhaltigkeit.
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Re: Was wäre, wenn wir alle elektrisch fahren würden?

von Bones » 19. Aug 2018, 11:15

golem.de: Das Märchen vom Blackout durch Elektroautos
Der Geschäftsführer der Stromnetz Berlin GmbH, Thomas Schäfer, spricht sogar von einem "'Märchen' vom Black Out".
Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass dieser zusätzliche Energiebedarf von etwa 40 Terawattstunden jährlich fast vollständig durch erneuerbare Energien wie Solaranlagen und Windräder gedeckt werden könnte. Einen großen Einfluss auf die sogenannte Lastkurve im Verlaufe des Tages wird nicht gesehen. Die Spitzenleistung, die das Netz zur Verfügung stellen müsse, werde vermutlich nur um fünf Prozent im Jahr 2050 steigen. Im Jahr 2030 - bei einem angenommenen Marktanteil der Elektroautos von sieben Prozent - liege der Anstieg nur bei einem Prozent. Diese Anstiege werde das Stromnetz problemlos verkraften, heißt es.


Selbst wenn die Zahl der Elektroautos in Berlin von derzeit 1.700 auf 250.000 steige, was einem Anteil von 20 Prozent entspreche, ergebe sich dadurch nur eine Mehrbelastung von 150 Megawatt (korrekt: MVA). Dies mache fünf Prozent der Berliner Höchstlast aus. Die zusätzliche Kapazität von 1,8 MVA pro Umspannwerk sei bereits vorhanden. Daher seien keine strukturellen Erweiterungen im Hoch- und Mittelspannungsnetz erforderlich, sagte Schäfer auf der Hauptstadtkonferenz Elektromobilität im April dieses Jahres.


Ein sachlicher Artikel zur Thematik Stromversorgung/Elektroautos.
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