Förderung DUH sinnvoll?

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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Abgemeldet 06-2018 » 20. Nov 2016, 20:12

FrankfurterBub hat geschrieben:Ich danke euch beiden, dass ihr - trotz anderer Meinung - zumindest versucht, meinen Standpunkt zu verstehen. Eventuell habe ich mich an der ein oder anderen Stelle auch unklar ausgedrückt, ich hatte aber ganz sicher keine versteckte Agenda. Es würde mich freuen, wenn die Diskussion - die ja immerhin auch den GF hierherführte! - vielleicht ein wenig zum Überdenken der ein oder anderen Position führt. Ich nehme jedenfalls mit, dass es offensichtlich notwendig ist, eigentlich staatliche Aufgaben durch einen Verein ausgeführt zu sehen, wenn man dem Allgemeinwohl dienen will - dies war mir vorher eher nicht geläufig (und trotzdem: Abmahnungen sind für mich nach wie vor nicht das richtige Mittel).


Auch ich bin alles andere als ein Freund von Abmahnungen, das kannst du mir glauben.
Als der bei jugendlichen Computer-Fans berüchtigte und generell verhasste Abmahn-Anwalt Günter Werner Dörr (selbsternannter Gravenreuth, in Anwaltskreisen unter dem Namen "Kinderschänder" bekannt) seinen feigen Selbstmord beging, um sich seiner gerechten Gefängnisstrafe zu entziehen, da habe ich sicher keine Kerze angezündet.

Aber du musst bedenken, dass die DUH diese Abmahnungen ausschließlich gegen Unternehmen vornimmt und nicht gegen Privatpersonen, oder wie im Falle des Herren Dörr gar gegen Kinder.
Außerdem werden nur Unternehmen abgemahnt, die falsche oder unzureichende Angaben zur Täuschung der Verbraucher (bewusst oder unbewusst) gemacht haben, was einem professionell agierenden Betrieb eigentlich nicht passieren darf.

Ich fände es daher ein sehr positives Signal, wenn du dich als Fördermitglied – in unser aller Sinne – an den Aktivitäten der DUH in Bezug auf den Abgas-Skandal finanziell beteiligst, jetzt wo wir übereingekommen sind, dass dies leider alternativlos ist.
 
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Disty » 20. Nov 2016, 20:14

@FrankfuterBub:
Und wo ist deine bessere Idee ?
Meckern und Kritisieren ist das eine, Ideen haben und neue Wege beschreiten das andere.
Ich unterstütze die DUH neu und weiterhin.
Gruss
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Fjack » 20. Nov 2016, 20:47

@FrankfurterBub
Danke für die zusätzlichen Info zur DUH.
Ich bin mit meiner Fördermitgliedschaft immer noch zufrieden, kann aber deinen Standpunkt verstehen.

Dich zu drängen Mitglied zu werden finde ich ziemlich daneben.

Als Anwalt aus einer Stadt mit Feinstaub Probleme könntest Du ja auch selber aktiv werden, um das Recht vieler Bürger auf saubere Luft in unserem Rechtsstaat durchzusetzen.

Wenn Du entsprechendes umsetzt würde ich diese Maßnahmen auch (finanziell) unterstützen.
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Juergen_Resch_DUH » 20. Nov 2016, 21:03

Also ich muss dann wohl doch nochmals zu den Anmerkungen von 'FrankfurterBub" klarstellen:

1. Dank der fortgesetzten Anträge der Autoindustrie auf Aberkennung der Klagebefugnis hatten wir zwischenzeitig (zuletzt Anfang 2016) mehrere intensive Prüfungen des Bundesamtes für Justiz nicht nur bestanden - uns wurde kein einziger Fehler vorgeworfen.

2. Die Anwälte der Autoindustrie (interessanterweise nicht die anderer Branchen) werfen uns in fast jedem Gerichtsverfahren vor, wir seien ein Abmahnverein. Und die Gerichte bestätigen uns in zwischenzeitlich über vielen hundert Urteilen ausnahmslos, dass wir den jeweiligen Verstoß korrekt verfolgen.

3. In der Tat habe ich mich nach 30jähriger Tätigkeit als DUH-Bundesgeschäftsführer in mehreren Fällen an die Staatsanwaltschaften gewandt, um das nicht nur rechtswidrige sondern auch kriminelle Verhalten der Verantwortlichen in der Automobilindustrie untersuchen zu lassen. Alle entsprechenden Strafanzeigen werden im übrigen bearbeitet. Die Deutsche Umwelthilfe hat zudem ca zehn Rechtsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland auf Offenlegung von Unterlagen, Messergebnissen, Entzug Typzulassung und Aufhebung der illegalen VW-Rückrufanordnungen eingeleitet.

4. Nochmals: Die DUH verfolgt kein 'Geschäftsmodell Abmahnungen' zur Finanzierung seiner Arbeit. Unser Gesamtetat liegt derzeit bei ca 9 Mio €, Gewinne machen wir nicht. Verbraucherschutzaktivitäten und Marktüberwachung liegen bei etwas über 2 Mio € - bei Einnahmen wie Ausgaben. Wenn wir bei unseren Marktkontrollen ca 30 Rechtsgebiete untersuchen und insgesamt 1.500 fast in jedem Einzelfall unterschiedliche Verstöße verfolgen sollte es sich erschliessen, dass wir für den Bürger kämpfen, (erfolgreich) saubere Luft und effiziente Produkte erstreiten. Ich empfehle die Lektüre unsere diesbezüglichen mehr als 100 PMs zu von uns erstrittenen Gerichtsentscheidungen und Grundsatzurteilen bis hoch zum BGH in umweltbezogenen Verbraucherschutzfragen unter http://www.duh.de.

5. Zu Ihrer Frage, ob wir die Geltendmachung unserer Kosten für die Abmahnung verzichten würden eine ganz klare Antwort: Nein - Wir erhalten für die Kontrolle der Einhaltung verbraucherbezogener Umweltvorschriften keinerlei öffentliche Förderung. Und Spenden dürfen wir ausdrücklich hierfür nicht einsetzen. Ein Verzicht auf die Geltendmachung der (für alle zugelassenen Verbraucherschutrzverbände ähnlich niedrige Gebühren hätte zur Folge, dass wir unserer gesetzlichen Aufgabe nicht mehr nachkommen könnten. Nicht nur die Automobilindustrie wäre hiervon begeistert. Fragt sich nur, ob dies gut für die Umwelt und die Verbraucher ist.
 
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von GalileoHH » 20. Nov 2016, 21:19

Fjack hat geschrieben:@FrankfurterBub
Dich zu drängen Mitglied zu werden finde ich ziemlich daneben.


Sehe ich ganz genauso! Man muss auch mal eine andere Meinung aushalten können.
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Förderung DUH sinnvoll?

von GalileoHH » 20. Nov 2016, 21:28

Juergen_Resch_DUH hat geschrieben:Also ich muss dann wohl doch nochmals zu den Anmerkungen von 'FrankfurterBub" klarstellen:


Auch wenn ich Ihrer Argumentation nicht folge, möchte ich mich dennoch ausdrücklich dafür bedanken, dass Sie sich der Diskussion hier stellen.

Das finde ich ebenso außergewöhnlich wie vorbildlich.
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Abgemeldet 06-2018 » 20. Nov 2016, 21:34

GalileoHH hat geschrieben:Auch wenn ich Ihrer Argumentation nicht folge, [...]


Es würde mich mal interessieren inwiefern du seiner Argumentation nicht folgst.
Ich habe selten so ehrliche Worte gelesen und der Mann kämpft hier gegen alle Widerstände für unser Recht, unsere Gesundheit und für Gerechtigkeit in dieser Sache.
Meine Unterstützung hat er jedenfalls und ich werde mich auch dafür engagieren, dass aus dem Bekanntenkreis noch ein paar Fördermitglieder hinzu kommen.
 
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von ALBA » 20. Nov 2016, 21:44

Juergen_Resch_DUH hat geschrieben:Wir erhalten für die Kontrolle der Einhaltung verbraucherbezogener Umweltvorschriften keinerlei öffentliche Förderung. Und Spenden dürfen wir ausdrücklich hierfür nicht einsetzen.

Keine öffentliche Förderung war ja klar in der Bunten Autorepublik, aber weshalb dürfen für die Kontrolle der Einhaltung verbraucherbezogener Umweltvorschriften keine Spenden eingesetzt werden? Kann mir (uns) hier mal jemand ein Licht aufstecken? Wäre ja schade um meine Förderbeiträge.
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Mathie » 20. Nov 2016, 21:57

hiTCH-HiKER hat geschrieben:Außerdem werden nur Unternehmen abgemahnt, die falsche oder unzureichende Angaben zur Täuschung der Verbraucher (bewusst oder unbewusst) gemacht haben, was einem professionell agierenden Betrieb eigentlich nicht passieren darf.

Das stimmt so nicht. Zumindest in manchen Fällen Klagte die DUH auch, wo nach Auffassung des Gerichts kein Rechtsverstoß vorlag:

http://www.rechtsanwalt-flensburg.de/de ... rueck.html

Gruß Mathie
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von joergen » 20. Nov 2016, 22:02

Ich finde es toll dass sich Herr Resch der Kritik und den Vorbehalten hier im Forum stellt und hierzu weitere Einblicke und Informationen gibt.

Es sollte aber ja wohl klar sein, dass eine Spende (egal ob einmalig oder regelmäßig) jedem selbst überlassen ist.
Wenn jemand - egal aus welchen Gründen - nichts spenden mag, sollte das weder thematisiert noch kommentiert werden.
Man kann gerne sachlich diskutieren, aber die Entscheidung sollte jeder für sich ganz persönlich im stillen Kämmerlein treffen.
Jemanden zu einer Spende zu drängen, finde ich nicht ok.
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