Förderung DUH sinnvoll?

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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Volker.Berlin » 20. Nov 2016, 00:20

Ich gebe zu, dass ich mich damit nur oberflächlich beschäftigt habe. Ich bin aber in meinem Leben bis hierher zu folgender Erkenntnis gelangt:

Wenn einer eine Aufgabe übernimmt, vor der sich alle anderen drücken, dann gibt es für mich nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich mache den Job selbst, oder ich finde mich ohne wenn und aber damit ab, dass ich es demjenigen überlassen muss, wie er den Job macht.

Mit anderen Worten: Ich finde es absolut erwähnenswert, dass die DUH mit Abmahnungen Erlöse erzielt und Spenden von Toyota annimmt. (Ich zitiere Dich da mal ungeprüft.) Es gibt keinen Grund, sowas zu verschweigen. Aber dennoch: Nein. Wenn Du möchtest, dass der Skandal aufgearbeitet wird und nicht schneller wieder unter den Teppich verschwindet, als Du dreimal husten kannst, und wenn Du es aber nicht selber machen möchtest, dann ist diese Frage nicht erlaubt (oder zumindest nicht entscheidend).
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von GalileoHH » 20. Nov 2016, 00:27

Volker.Berlin hat geschrieben:Wenn einer eine Aufgabe übernimmt, vor der sich alle anderen drücken, dann gibt es für mich nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich mache den Job selbst, oder ich finde mich ohne wenn und aber damit ab, dass ich es demjenigen überlassen muss, wie er den Job macht.


Wenn jemand im Abmahnbusiness unterwegs ist, dann halte ich das ehrlich gesagt für keine gute Einstellung.
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Volker.Berlin » 20. Nov 2016, 00:31

Sorry, ich habe meinen Beitrag oben noch ergänzt, während Du schon geantwortet hast. Selbst wenn es so wäre, wie Du sagst (ich weiß es nicht, widerspreche aber auch nicht) dann ist es mir immer noch lieber, die DUH "bleibt unbequem" (kleiner Seitenhieb ;) ) als dass Autodeutschland völlig ungebremst gegen die Wand fährt.
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Healey » 20. Nov 2016, 01:00

Und wenn VW und all die anderen Hersteller mit Heerscharen von Anwälten über eventuelle Gegner, unzufriedene Kunden, kritische Journalisten, mahnende Ärzte usw. darüberfahren, dann ist dies wohl wesentlich schlimmer. Wenn die Anwälte der Konzerne dazu dienen, eine maximal mögliche Beugung der Gesetze durchzudrücken.....
Dann ist es für mich ein mehr als legitimes Mittel wenn die DUH dagegen ebenfalls mit Anwälten vorgehen. Wahrscheinlich ist es sogar eine sehr effektive Methode, eine welche die Konzernchefs wohl am meisten beeindruckt. Demonstranten und Gesetze scheinen Sie in den letzten Jahren ja nicht sonderlich beeindruckt zu haben.
Ich habe deshalb überhaupt kein Problem mit den Methoden der DUH. Ja, und ich habe mich nicht erst jetzt über deren Methoden informiert. Und wenn die DUH wirklich einen niedrigen 5 stelligen Betrag von Toyota genommen hat, na und? Es steht anscheinend im Geschäftsbericht, Sie machen also kein Geheimnis daraus.
Während Konzerne massenweise gekaufte PR - Artikel, als solche nicht erkenntlich gemacht, publiziert lassen. Während Lobbyisten, bei Politikern und Beamten ein und aus gehen und sich die Welt frei nach Pippi Langstrumpf richten, wie es Ihnen gefällt.
Ich kann oft nur noch verständnislos den Kopf schütteln.

Galileo war für mich jemand der sich getraute den Mächtigen gegenüber "Nein" zu sagen.

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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von GalileoHH » 20. Nov 2016, 01:01

Volker.Berlin hat geschrieben:Wenn Du möchtest, dass der Skandal aufgearbeitet wird und nicht schneller wieder unter den Teppich verschwindet, als Du dreimal husten kannst, und wenn Du es aber nicht selber machen möchtest, dann ist diese Frage nicht erlaubt (oder zumindest nicht entscheidend).


Als Privatperson kann ich weder Verbandsklage erheben, noch Abmahnungen nach Unterlassungsklagegesetz aussprechen. Von daher ist "selbst machen" eben nicht die Alternative.

Von allen Institutionen, denen der Staat diese Möglichkeit übertragen hat, erwarte ich ethisch-moralisch einwandfreies Handeln.

Nicht immer heiligt der Zweck die Mittel.

Im Falle der DUH muss man allerdings auch sagen, dass die viele positive Dinge tun. Aktiv positives (im Sinne von nicht destruktiv) Handeln finde ich deutlich besser, als die "wir verklagen euch alle" Attitüde.
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Mathie » 20. Nov 2016, 01:05

@cko: Die Berichte über die Abmahntätigkeit der DUH begann schon lange vor dem Dieselskandal, es wurde auch schon darüber berichtet, die alten Quellen sind noch zu finden. Das kann also nicht komplett von VW erfunden sein.

Nutze mal eine Suchmaschine Deiner Wahl mit den Begriffen "DUH Abmahnung Immobilien".

Die DUH bezieht einen erheblichen Teil ihrer Einnahmen aus Abmahnungen. Ob man dies für gerechtfertigt hält, mag jeder selbst entscheiden. Rein rechtlich hat die DUH schon Rückzieher machen müssen, weil sie Makler auf Unterlassung von Werbung verklagt haben, ohne dass diese gegen Gesetze verstoßen haben.

Vielleicht helfen die Spenden an die DUH, dass sie sich nicht mehr auch durch in meinen Augen fragwürdige kostenpflichtige Abmahnungen finanzieren muss. Das fände ich sehr positiv. Die Verdienste der DUH um die Aufdeckung der Manipulationen bei der Abgasbehandlung sind ja beachtlich.

Ich persönlich bin kein Freund von kostenpflichtigen Abmahnungen, halte die Rechtslage im Abmahnwesen für völlig unbefriedigend, etwa, dass kein Kostenerstattungsanspruch besteht, wenn Du unberechtigt in Anspruch genommen wirst. Erst wenn Du verklagt wirst, zahlt der Unterlegene. Den Mut es darauf ankommen zu lassen, muss man aber erst mal haben...

Ich habe schon erlebt, wie eine auf Filmrechte spezialisierte Kanzlei sich auf Basis von offensichtlich fehlerhaften IP Ermittlungen Daten von Anschlussinhabern besorgt und dann vorsichtige formuliert unverschämte und einschüchternde, aber haarscharf auf der legalen Seite der Grenze zur Nötigung liegende Abmahnschreiben mit Kostennote und strafbewehrter Unterlassungserklärung versendet.

In dem mir bekannten Fall hat es eine Dame Mitte 70 getroffen, die während ihres Urlaubs von ihrem heimischen Anschluss irgendwelche Blockbuster hochgeladen haben sollte. Streitwert war unverschämt hoch angesetzt. Die Frau hatte den Mut nicht zu reagieren und es auf eine Klage ankommen zu lassen. Die von der Musikindustrie beauftragte Großkkanzlei hat dann noch mehrfach Drohbriefe geschickt, in denen letzte Fristverlängerungen angekündigt wurden aber nie geklagt.

Deswegen mag ich Abmahnvereine nicht besonders, auch wenn Sie here Ziele haben.

Ich möchte niemanden davon abhalten, für die DUH zu spenden, aber bitte darum, nicht persönlich zu werden, wenn jemand das Geschäftsgebaren der DUH nicht schätzt.

Gruß Mathie
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von cko » 20. Nov 2016, 01:16

Ich hab mal nachgeguckt.
VW PR Mann https://www.bilanz.de/maerkte/vw-umwelthilfe hat geschrieben:So wird die Organisation im Internet bereits als „Abmahnverein“ bezeichnet. Sie selbst schreibt in Ihrem Jahresbericht 2015: „Hinzu kommen Einnahmen des Verbraucherschutzes, die zum größten Teil aus der Kontrolle von Unternehmen stammen, die Regeln der Energieverbrauchskennzeichnung verstoßen haben.“

DUH Jahresbericht 2015 http://www.duh.de/fileadmin/_migrated/c ... t_2015.pdf hat geschrieben:Die Basis des DUH-Haushalts sind die regelmäßigen Zuwendungen unserer Förderer und Paten und die Spenden vieler Menschen, die unsere Arbeit teilweise schon seit vielen Jahren unterstützen. Dazu kommen Projektzuschüsse, die etwa zur Hälfte aus öffentlichen Quellen, vorwiegend Bund und Europäische Union, und zur anderen Hälfte von privaten Stiftungen bereitgestellt werden. Die Zuschüsse haben mit 34 Prozent den größten Anteil an den Einnahmen.
Auch Spenden und Sponsoringbeiträge von Unternehmen tragen zu den Einnahmen bei. Hinzu kommen Einnahmen des Verbraucherschutzes, die zum größten Teil aus der Kontrolle von Unternehmen stammen, die gegen die Regeln der Energieverbrauchskennzeichnung verstoßen haben.


Ich sehe jetzt noch nicht, wie dieser Jahresbericht den Titel "Abmahnverein" herleiten lässt.
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von GalileoHH » 20. Nov 2016, 01:33

Healey hat geschrieben:Und wenn VW und all die anderen Hersteller mit Heerscharen von Anwälten über eventuelle Gegner, unzufriedene Kunden, kritische Journalisten, mahnende Ärzte usw. darüberfahren, dann ist dies wohl wesentlich schlimmer. Wenn die Anwälte der Konzerne dazu dienen, eine maximal mögliche Beugung der Gesetze durchzudrücken.....


Rechtsbeugung kann nicht von Anwälten betrieben werden. Ungeachtet dessen hoffe ich, dass VW und alle, die sonst noch betrogen haben, dafür im Rahmen der Gesetze zur Verantwortung gezogen werden. Da sind wir uns offensichtlich einig.

Healey hat geschrieben:Und wenn die DUH wirklich einen niedrigen 5 stelligen Betrag von Toyota genommen hat, na und? Es steht anscheinend im Geschäftsbericht, Sie machen also kein Geheimnis daraus.


Wenn VW dem KBA Präsidenten eine Dienstreise in dieser Größenordnung spendiert und das ausweist, würdest Du vermutlich genauso generös darüber hinwegsehen, oder?

Healey hat geschrieben:Galileo war für mich jemand der sich getraute den Mächtigen gegenüber "Nein" zu sagen.
Du darfst Dir sicher sein, dass ich auch sonst meine Meinung vertrete. A propos: Es wäre schön, die Diskussion auf der Sachebene weiterzuführen.
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von FrankfurterBub » 20. Nov 2016, 09:17

Ehrlich gesagt: Ich verstehe gerade nicht so ganz, warum "meine" Diskussion hier auf so persönlicher / emotionaler Ebene von DUH-Befürwortern geführt wird.
Ich habe weder behauptet, dass die DUH ein Sauhaufen mit unlauteren Zielen sei, noch dass Umweltschutz es nicht wert sei, unterstützt zu werden. Angenommen, all das, was nicht bewiesen ist, würde einfach nicht stimmen, da sei nichts dran. Unterstellt, die unbewiesenen Punkte sind Teil einer Schmutzkampagne der Auto-Lobby. Dann bleiben aber immer noch mindestens ein extrem ausuferndes Abmahngeschäft und Großspenden übrig.

Bei den Abmahnungen kann ich nichts dazu sagen, ohne wertend zu werden - außer, dass die Intention des Gesetzgebers bei Abmahnungen war, daraus gerade kein Geschäftsmodel zu machen.
Und bei den Großspenden möchte ich nochmals die Frage stellen, ob hier die gleichen Maßstäbe angelegt werden, wie beim Empfang des Geldes von einer autofreundlicheren Institution.

Ich möchte niemandem die Freude an seiner Mitgliedschaft bei der DUH nehmen, diese sei allen unbenommen. Aber ebenso wie auch Tesla in einigen Punkten zumindest "diskutabel" ist, sollte es doch möglich sein, ein Gesamtbild einer Institution zu geben, damit sich jeder auf Grundlage eines möglichst umfassenden Bildes seine eigene Meinung herausarbeiten kann.
Shut up and drive!
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Measureman » 20. Nov 2016, 09:35

Und wieder keine Fakten und ganz viel Unterstellungen.

Du behauptest, du hättest nichts gegen den DUH verweist aber auf unbewiesene und sogar falsche Tatsachen (das mit dem Abmahn-Geschäftsmodell wurde kurz vorher in diesem Thread widerlegt).

Das reicht dir in deiner angeblich neutralen und rein objektiven, geradezu humanistischen Haltung nicht:
Allen DUH-Förderern und dem Rest im Forum wohl gleich mit, wird dann auch noch unterstellt, sie wären voreingenommen und nicht objektiv und würden DUH und Autolobby mit zwei Maß messen, egal ob sie schon vor der Mitglidschaft genau der gleichen Meinung waren.

Wenn es dir nur um die Aufklärung ging, hättest du mit deinem ersten Post dein Ziel erreicht ;)

Also sag doch einfach, dass du die DUH nicht magst, das darfst du und dann kriegen wir wenigsten mal eine ehrliche Basis für die Diskussion und nicht so ein "ich will ja nichts sagen, aber..." rumgegurke.
85D seit 28.03.15 und immer noch begeistert
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