Förderung DUH sinnvoll?

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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Elektroniker » 22. Nov 2016, 16:27

ATLAN hat geschrieben:Letztlich muss der Verursacher des Malheurs dafür gerade stehen, und nicht dessen Kunden - diese müssen angemessen entschädigt werden, da sie ja ein nun nicht mehr voll benutzbares Kfz haben.

So war wohl auch die Denke in den USA.
Bei uns ist das leider nicht zu erwarten.
 
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von ATLAN » 22. Nov 2016, 16:32

Elektroniker hat geschrieben:So war wohl auch die Denke in den USA.
Bei uns ist das leider nicht zu erwarten.


Durch den Leidensdruck der Betroffenen könnte sich hier schon was bewegen. Traurig genug jedoch, das es solcher Maßnahmen bedarf, da sonst offenbar NICHTS passiert... :(

MfG Rudolf
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Boris » 22. Nov 2016, 17:17

Naheris hat geschrieben:Es gibt zwar Opfer, es gibt aber keinen Mörder.
Quote hat geschrieben:der Vorgang, dass jmd. aus bösem Vorsatz einen Menschen tötet.

Mir ist aber natürlich bekannt, dass solche Feinheiten in unserer post-faktischen Zeit eher weniger interessieren. ;)

Was aber das Problem in keiner Weise hindert, eine pauschale Bestrafung der Hersteller (und Politiker), die das zu Verantworten haben, aber entgegen steht. Und daher dauert es ja auch so lange... :(


Mit "keinem Mörder" bin ich da nicht so sicher. Mordmerkmal ist zB Habgier, die Hersteller haben habgierig agiert weil sie zur Gewinnmaximierung die Abgasreinigung nur pro forma gemacht haben. Ergebnis sind mehr und schädlichere Abgase und damit mehr Opfer.
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Naheris » 22. Nov 2016, 17:34

Aber haben sie vorsätzlich die Opfer oder einen Ort ausgesucht? Haben sie aus Habgier gemordet oder einfach die Folgen billigend in Kauf genommen? Und sind sie die einzigen, deren Aktivitäten diese Krankheiten erzeugen können (Stichwort Dieselloks, Schiffsdiesel)?

Wer überzeugt ist, dass hier Mord Vorläge, darf gerne mal versuchen diesen bei einer Staatsanwaltschaft des eigenen Vertrauens anzuzeigen. Wir haben da in Augsburg einen sehr engagierten Staatsanwalt. Vielleicht macht er das ja? Ich denke ja nicht. Aber einen Versuch wäre es wert, wenn jemand mit mehr Rechtsverständnis als ich das für erfolgsversprechend hält.

Und das meine ich jetzt ernst.

Wobei ich ja die Politiker und Beamten, die das ganze soweit haben kommen lassen, für mindestens ebenso schuld halte.
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von tvdonop » 22. Nov 2016, 17:43

Naheris hat geschrieben:Aber haben sie vorsätzlich die Opfer oder einen Ort ausgesucht? Haben sie aus Habgier gemordet oder einfach die Folgen billigend in Kauf genommen? Und sind sie die einzigen, deren Aktivitäten diese Krankheiten erzeugen können (Stichwort Dieselloks, Schiffsdiesel)?

Wer überzeugt ist, dass hier Mord Vorläge, darf gerne mal versuchen diesen bei einer Staatsanwaltschaft des eigenen Vertrauens anzuzeigen. Wir haben da in Augsburg einen sehr engagierten Staatsanwalt. Vielleicht macht er das ja? Ich denke ja nicht. Aber einen Versuch wäre es wert, wenn jemand mit mehr Rechtsverständnis als ich das für erfolgsversprechend hält.

Und das meine ich jetzt ernst.

Wobei ich ja die Politiker und Beamten, die das ganze soweit haben kommen lassen, für mindestens ebenso schuld halte.

... und was hat das jetzt alles mit der Frage zu tun ob es sinnvoll ist die DUH zu fördern? BACK TO TOPIC PLEASE
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Naheris » 22. Nov 2016, 18:40

Willst Du gerade mit einer (natürlich ganz zufällig von mir) komplett quotierten Post darauf hinweisen, dass Du schon mehrere Seiten vor meiner ersten Post in diesem Thread genau darüber diskutiert hast? :lol: ;)

Die Diskussion alleine zeigt doch eigentlich schon, dass die DUH gefördert werden sollte. Vom ursprünglichen Thema war der Thread ja praktisch sofort weg.
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Elektroniker » 22. Nov 2016, 18:58

Naheris hat geschrieben:Aber haben sie vorsätzlich die Opfer oder einen Ort ausgesucht? Haben sie aus Habgier gemordet oder einfach die Folgen billigend in Kauf genommen?

Mord und Totschlag setzen Vorsatz voraus. Bedingter Vorsatz reicht aus.

Bedingt vorsätzliches Handeln setzt voraus, dass der Täter den Eintritt des tatbestandlichen Erfolges als möglich und nicht ganz fernliegend erkennt und ihn billigend in Kauf nimmt. Dabei kann es sich um einen an sich unerwünschten Erfolg handeln, mit dessen möglichem Eintritt der Täter sich aber abfindet (BGH 5 StR 419/01 v. 11.12.2001).

Wie schon gesagt ist das juristische Problem wohl eher, dass man in keinem konkreten Einzelfall die NOX der Autos als ursächlich für den Tod nachweisen kann.
Es gibt wohl im Strafrecht keine "statistisch nachgewiesene Tötung unbekannter Menschen".
Vielleicht kann der FrankfurterBub dazu was sagen?

Insofern kann man sagen, die Autohersteller haben sich zwar des Massenmordes schuldig gemacht (Tötung vieler Menschen statistisch wissenschaftlich nachgewiesen, Mordmerkmale eigentlich auch erfüllt), aber dies ist strafrechtlich nicht fassbar, weil kein konkretes Opfer benannt werden kann.

Naheris hat geschrieben:Und sind sie die einzigen, deren Aktivitäten diese Krankheiten erzeugen können (Stichwort Dieselloks, Schiffsdiesel)?

Nein.
Aber die Statistik sagt doch, dass durch das NOX der Autos in den Städten soundsoviel Menschen zusätzlich vorzeitig gestorben sind.
Ein Teil der vorzeitig an NOX gestorbenen Menschen geht aufs Konto von Schiffdieseln oder Dieselloks, ein Teil auf Kosten der PKWs. Das kann man anhand der Emissionsmengen und der Emissionsorte statistisch zuordnen.
 
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Boris » 22. Nov 2016, 20:11

@Naheris: Vorsätzlich Opfer oder Ort haben sie nicht ausgesucht. Aber das macht ein Amokläufer auch nicht, der schiesst und dem ist es egal ob/wen/wo er trifft. Trotzdem macht der sich strafbar. Die amok-abgasvergiftende Autoindustrie wäre deshalb genau so zu behandeln. Denen ist auch egal wen sie treffen, aber sie wissen dass sie Menschen auf dem Gewissen haben.

Noch ein Beispiel: ich bin Supermarkt-Erpresser und stelle vergiftete Lebensmittel ins Regal. Da weiss ich auch nicht wen es trifft. Aber wenn es einer isst (=einatmet) dann bin ich doch wohl hoffentlich strafrechtlich dran, und zwar nicht nur wegen Erpressung, oder ?
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Naheris » 22. Nov 2016, 20:15

Also ich sehe schon einen Unterschied zwischen jemandem, der eine Waffe nutzt und jemandem, der einen Motor baut. Wenn man das nämlich gleich stellt, dann kann man auch jeden Hersteller von Grills und Kaminöfen sowie vielleicht noch deren Nutzer mit anklagen. Ach, natürlich, die Autofahrer auch. Denn die wissen es ja eigentlich auch seit einem Jahr - und fahren, und fahren, und fahren...

Auch ein Tesla produziert Feinstaub. Wenig, aber er tut es. Davon kann auch schon mal jemand sterben.

Letztendlich geht es doch um Verhältnismäßigkeit. Die Frage ist eben, was ist verhältnismäßig? Ich sehe eben eine viel größere Schuld bei der Politik und den Behörden. Man müsste dort eigentlich wissen, was es bedeutet, wenn man nicht kontrolliert. Das Kapitalisten das Ausnutzen würden ist systemimmanent.

Es ist mehr als traurig, das wir so Vereine wie die DUH überhaupt brauchen.
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Boris » 22. Nov 2016, 20:29

@Naheris: bin ganz Deiner Meinung. Solange man sich innerhalb des gesetzlich zulässigen Rahmens bewegt, begeht man ganz sicher keine Straftat. Aber die Autoindustrie hat nach meiner Meinung den Rahmen überschritten. Damit stellt sich dann schon die Frage der Strafbarkeit.

Aber das Problem ist ohnehin schlussendlich die Kausalität. Wir haben viele Täter. Man bräuchte also wohl sowas wie Abgas-DNA um den verantwortlichen Hersteller zu ermitteln und der Nachweis, dass genau dessen Abgase zum Tode geführt haben, dürfte gegenwärtig nicht möglich sein (noch nicht).

Ich stimme Dir auch zu was die Politik angeht. Hätte die von vornherein genau und mit höchster Härte überwacht und wäre von der Industrie ausreichend distanziert, dann wäre das vielleicht nicht passiert.

Auf der anderen Seite: In den USA ist es so wie von mir gefordert, und gerade diese hohen Hürden haben VW zum Betrug veranlasst. Schwierig schwierig ...

Schlimm ist jedenfalls -und da sind wir uns wohl alle einig-, dass noch nicht mal jetzt, nachdem vieles aufgedeckt wurde, die Politik und Verwaltung ausreichend aktiv wird und die DUH Feuer machen muss. Das ist das echte Armutszeugnis für unsere Politik und Verwaltung, von wenigen Ausnahmen (Hofreiter) mal abgesehen. Ich bin bislang kein Grüner gewesen, aber von dem bin ich in diesem Punkt begeistert.
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