Förderung DUH sinnvoll?

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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Naheris » 22. Nov 2016, 14:41

Zu einem Einfahrverbot habe ich schon mehrfach geschrieben, dass ich nicht pauschal gegen ein Verbot bin. Es muss nur Sozialverträglich mit akzeptablen Übergangsfristen erfolgen. Stuttgart war das auch so, aber meiner Meinung nach eher zu knapp. Das deckt sich ja auch scheinbar mit anderen Meinungen hier. Ich sehe da also kein Problem.

Umgangssprachlich nennt man so etwas wie die Umweltplakette eine "kalte Enteignung". Klar ist das kein Rechtsbegriff, aber den selben Begriff nutzt meine Schwester auch, und sie ist leitende Juristin für den Staat Baden Württemberg. Denn nichts anderes ist es: es macht ein Eigentum schwerer nutzbar und senkt den Wert, je nach Person mehr oder weniger.

Und sie wurde selber von der Umweltplakette betroffen. Nicht ihr normales Fahrzeug, aber ihr Wohnmobil. Das ist nachgerüstet auch nur Gelb und sie kann es im ganzen Umkreis nirgends mehr parken. Als Stuttgarter solltest Du ja wissen, wo die Umweltzone aufhört. Der Wert des Wohnmobils sank dadurch auch massiv. Jetzt steht es 200 km weit weg bei unserer Mutter auf dem Hof, und meine Schwester fährt im Sommer gefühlt jedes zweite Wochenende dorthin um es für ein Wochenende abzuholen. Meist fährt sie dann wieder grob zurück, an Stuttgart vorbei und nach Frankreich. In diesem Einzelfall hat es der Umwelt jetzt nicht gerade sonderlich geholfen.
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Abgemeldet 06-2018 » 22. Nov 2016, 14:45

Mein Vater besitzt auch noch einen Diesel, den er in gutem Glauben erworben hat, damit nicht an der massenhaften Auslöschung städtischen Lebens beteiligt zu sein.
Aber wenn man die Faktenlage sondiert, dann muss man zu dem Schluss kommen, dass diese Fahrzeuge möglichst schnell aus dem Verkehr gezogen gehören.
Es versteht sich von selbst, dass die verantwortlichen Hersteller nun Rücklagen in Milliardenhöhe bilden müssen, um angesichts ihres betrügerischen Verhaltens nun den Geschädigkten entsprechend Schadensersatz zukommen zu lassen.
 
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von FrankfurterBub » 22. Nov 2016, 15:07

hiTCH-HiKER hat geschrieben:Mein Vater besitzt auch noch einen Diesel, den er in gutem Glauben erworben hat, damit nicht an der massenhaften Auslöschung städtischen Lebens beteiligt zu sein.
Aber wenn man die Faktenlage sondiert, dann muss man zu dem Schluss kommen, dass diese Fahrzeuge möglichst schnell aus dem Verkehr gezogen gehören.
Es versteht sich von selbst, dass die verantwortlichen Hersteller nun Rücklagen in Milliardenhöhe bilden müssen, um angesichts ihres betrügerischen Verhaltens nun den Geschädigkten entsprechend Schadensersatz zukommen zu lassen.

Deine Beiträge sind mir jetzt schon mehrfach aufgefallen - unter "Massenmord" geht bei dir wenig, oder?! :o
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Abgemeldet 06-2018 » 22. Nov 2016, 16:02

FrankfurterBub hat geschrieben:
hiTCH-HiKER hat geschrieben:Mein Vater besitzt auch noch einen Diesel, den er in gutem Glauben erworben hat, damit nicht an der massenhaften Auslöschung städtischen Lebens beteiligt zu sein.
Aber wenn man die Faktenlage sondiert, dann muss man zu dem Schluss kommen, dass diese Fahrzeuge möglichst schnell aus dem Verkehr gezogen gehören.
Es versteht sich von selbst, dass die verantwortlichen Hersteller nun Rücklagen in Milliardenhöhe bilden müssen, um angesichts ihres betrügerischen Verhaltens nun den Geschädigkten entsprechend Schadensersatz zukommen zu lassen.

Deine Beiträge sind mir jetzt schon mehrfach aufgefallen - unter "Massenmord" geht bei dir wenig, oder?! :o


Sind knapp 10.000 Opfer alleine in London jedes Jahr keine Masse?
Man muss die nie dagewesenen Ausmaße des Diesel-Verbrechens auch nicht beschönigen.
 
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Naheris » 22. Nov 2016, 16:15

Es gibt zwar Opfer, es gibt aber keinen Mörder.
Quote hat geschrieben:der Vorgang, dass jmd. aus bösem Vorsatz einen Menschen tötet.

Mir ist aber natürlich bekannt, dass solche Feinheiten in unserer post-faktischen Zeit eher weniger interessieren. ;)

Was aber das Problem in keiner Weise hindert, eine pauschale Bestrafung der Hersteller (und Politiker), die das zu Verantworten haben, aber entgegen steht. Und daher dauert es ja auch so lange... :(
Zuletzt geändert von Naheris am 22. Nov 2016, 16:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Elektroniker » 22. Nov 2016, 16:16

Ich bin auch der Meinung, dass Diesel-Gate ein verharmlosender Begriff für dieses Verbrechen der Autohersteller ist.
Es handelt sich wohl zumindest um die bewusste, also vorsätzliche Körperverletzung, zum Teil mit Todesfolge in vielen Tausend Fällen.
Im EInzelfall natülich nicht nachweisbar, aber statistisch besteht da keinerlei Zweifel.

Wenn man annimmt - was man m.E. annehmen muss - dass die Autokonzerne sich der Körperverletzung bewusst waren, die sie da begehen, und damit bewusst auch Todesfälle in billigend Kauf genommen haben, so ist das tausendfacher Totschlag.
Mehr noch.
Der Beweggrund war offensichtlich Gewinnmaximierung - also Habsucht.
Damit wäre auch ein Mordmerkmal gegeben.
Die Gemeingefährlichkeit des Autos als Tatwerkzeug kommt als Mordmerkmal auch noch hinzu.

Meiner Meinung nach handelt es sich also dem Gesetz nach um Massenmord.
Das ist eine ganz emotionslose Feststellung.
Rein nach dem Buchstaben des Gesetzes.

Das einzige "Problem" ist für die Justiz dabei wohl, dass man kein konkretes Opfer benennen, also "keine Leiche präsentieren" kann.
Wie gesagt ist das offenbar für keinen konkreten Einzelfall als Ursache nachweisbar.
"Statistisch nachgewiesene Tötungen" kennt das Strafgesetz wohl nicht, oder doch?
Zuletzt geändert von Elektroniker am 22. Nov 2016, 16:26, insgesamt 4-mal geändert.
 
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Volker.Berlin » 22. Nov 2016, 16:16

Naheris hat geschrieben:Es gibt zwar Opfer, es gibt aber keinen Mörder.
Quote hat geschrieben:der Vorgang, dass jmd. aus bösem Vorsatz einen Menschen tötet.

Mir ist aber natürlich bekannt, dass solche Feinheiten in unserer post-faktischen Zeit eher weniger interessieren. ;)

Lesen hilft. ;) hiTCH-HiKER hat das M-Wort nicht verwendet. Das hat FrankfurterBub ihm in den Mund gelegt.
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von FrankfurterBub » 22. Nov 2016, 16:22

Richtig, sorry. Hitchhiker verwedente das Wort: Auslöschung.
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von Volker.Berlin » 22. Nov 2016, 16:24

FrankfurterBub hat geschrieben:Richtig, sorry. Hitchhiker verwedente das Wort: Auslöschung.

Genau. Wenn schon Haare spalten, dann richtig! :D
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Re: Förderung DUH sinnvoll?

von ATLAN » 22. Nov 2016, 16:25

GalileoHH hat geschrieben:Dass die Diesel-Fahrer nicht bewusst enteignet werden sollen, sondern durch Klagen und einstweilige Verfügungen gegen die Kommunen als Druckmittel gegenüber der Politik eingesetzt werden sollen, ist mir schon klar. Wenn zehntausend Pendler im Düsseldorfer Rathaus Amok laufen, wird der Druck maximal, keine Frage. Und wenn jemand sein Auto stehen lassen muss, ist das ein Kollateralschaden, der für die Sache notwendig und somit verschmerzbar ist.


Genau hier sollte mal klargestellt werden , das der primäre zweck des ganzen nicht das wegnehmen, kalt / warm enteignen usw. sein sollte, sondern diesen Personen die hier eigentlich die primär geschädigten nach dem Produkthaftungsgesetz sind, ein politisch-rechtliches Mittel in die Hand zu geben, sich am tatsächlichen Verursacher des Problems schadlos zu halten.

Da aber offenbar alle Staatlichen Kontrollinstanzen hier weisungsgebunden agierten, bedarf es daher offenbar der Maßnahmen, welche die DUH gerade setzt, um über den Umweg des Verbots hier die Politik zum Handeln zu zwingen. (Die Politiker sind dann jedoch auch wieder fein raus, weil es ja die "böse DUH" ist, die jetzt den armen Leuten die Nutzung Ihres Kfz verbietet. :twisted: )

Letztlich muss der Verursacher des Malheurs dafür gerade stehen, und nicht dessen Kunden - diese müssen angemessen entschädigt werden, da sie ja ein nun nicht mehr voll benutzbares Kfz haben.

MfG Rudolf
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