Wieder einen kleinen Schritt näher zur induktiven Autobahn

Allgemeine Informationen zur mobilen Zukunft...

Re: Laden wärend der Fahrt

von probefahrer » 13. Aug 2015, 14:51

Volker.Berlin hat geschrieben:
probefahrer hat geschrieben:Sehe ich genauso. Tesla Motors arbeitet ja gerade daran, E-Mobilität zur 100%igen und besseren Alternative zum Verbrenner auszubauen und die noch hohen Kosten dafür zu senken. Jetzt noch mehr neue (teure) E-Technologie einzubauen und damit den ganzen Umschwung mit neuen Kostentreibern wieder zu bremsen, macht keinen Sinn.

Und ich habe immer gedacht, Konkurrenz belebt das Geschäft. Ich staune wirklich, was ich hier von Tesla-Jüngern lesen muss. Neue Ideen sind so lange gut, wie sie von Elon Musk kommen? Alles andere macht sowieso keinen Sinn? Ich bin ja selbst ein großer Fan von Musk, aber ist es nicht ein bisschen viel verlangt, wenn wir die Rettung der Welt ihm ganz allein überlassen?

Ich denke, Du verstehst mich falsch. Ich bin zwar Tesla-Fanboy :) , aber ich finde auch andere Ideen gut, solange sie der E-Mobilität zum Durchbruch verhelfen. Die Frage ist also, ob eine bestimmte Idee dieses Potential hat oder nicht, wie die Umsetzung aussehen könnte und wer sie bezahlt. Tesla Motors entwickelt, plant, organisiert und bezahlt das SuC-Netzwerk selber resp. der Tesla-Fahrer kauft sich mit dem Autokauf in dieses Netzwerk ein und ermöglicht so den Ausbau und Unterhalt.
Daher frage ich mich: Welcher Fahrzeug-Hersteller (inkl. eigene Forschungsabteilungen) sieht in der Idee "Laden während der Fahrt auf Hauptachsen" eine investitionswürdige Idee für E-Mobilität?
VAG? GM? Toyota? Ich sehe nur keine... (Hinweise erwünscht :!: ).
Schlussendlich zahlt der Steuerzahler wieder die erste Versuchsstrecke inkl. Fahrzeugprototyp, nur damit festgestellt werden kann: "Es muss noch weitergeforscht werden." Ich bin ja selber Forscher und sehe dieses Muster leider ständig bei unserer Gilde... ;)
Ich meine nur, die Ideen dürfen nicht allzu visionär sein, damit eine Chance besteht, dass sie aus der Forschung heraus bald in der Praxis umgesetzt werden (können). Grundlagenforschung kann parallel dazu immer laufen, klar. Sie darf der angewandten Forschung aber nicht ständig die Projektgelder "abzwacken". Sonst konstruiert man mit dem Steuergeld ausschliesslich "akademische Elfenbeintürme", aber keine praktikablen Lösungen für den E-Markt.
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Die weitere Geschichte der Ladespur

von founder » 13. Aug 2015, 14:54

Kellergeist2 hat geschrieben:
founder hat geschrieben:Im übrigen habe ich die Ladespur für Elektroautos bereits 1922 in meinem ersten Buch "Aufstieg zum Solarzeitalter" propagiert

:shock: :shock: :shock:


Dieses Buch kam Herbst 1993 heraus.

November 1994 fühlte ich mich dazu berufen den Verbundkonzern, das ist die Zentrale der Stromwirtschaft in Österreich, über die Zukunft der Stromwirtschaft zu informieren. Es gab ein stundenlanges Gespräch mit dem Leiter der Umweltabteilung.

Im Jahr 2000 zierte das Titelbild der Mitarbeiterzeitschrift des Verbundkonzerns eine Fotomontage mit einem Sattelschlepper mit Oberleitung.
Im Heft war ein Artikel über LKW Traktion mit Oberleitung mit Leistungsberechnungen und soager in welchen Abstand man welchen Trafo installieren muss.

Dies sollte zu einen EU Forschungsprojekt werden, aber dann kam die Freigabe des Strommarkts.
Der Verbundkonzern hatte am freien Strommarkt plötzlich ganz andere Sorgen als ein EU-Forschungsprojekt für LKW Ladespur.
So wurde dieses Projekt leider nicht weiter verfolgt.

Nachtrag, erst jetzt ist mir 1922 statt 1992 aufgefallen :?
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Re: Laden wärend der Fahrt

von probefahrer » 13. Aug 2015, 15:00

snooper77 hat geschrieben:
Volker.Berlin hat geschrieben:Das Problem der Emobilität schlechthin: "Oh mein Gott, was ist wenn ich mal spontan 1000 km am Stück fahren muss?!"

Das ist weniger ein Problem der E-Mobilität (das wissen wir hier ja eh schon alle) als vielmehr der eingefahrenen Denkweise von Verbrennerfahrern und der generellen Unwilligkeit des durchschnittlichen Menschen umzudenken.
...
(Natürlich lässt sich das gleiche Argument auch für Ladeinfrastruktur-Geld machen, aber da ich davon überzeugt bin, dass diese Option viel billiger ist als induktives Laden, halte ich die Chance auf deren Implementierung für grösser.)

Von A bis Z einverstanden.
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Re: Laden wärend der Fahrt

von Volker.Berlin » 13. Aug 2015, 15:14

probefahrer hat geschrieben:Schlussendlich zahlt der Steuerzahler wieder die erste Versuchsstrecke inkl. Fahrzeugprototyp, nur damit festgestellt werden kann: "Es muss noch weitergeforscht werden." Ich bin ja selber Forscher und sehe dieses Muster leider ständig bei unserer Gilde... ;) [...] Sonst konstruiert man mit dem Steuergeld ausschliesslich "akademische Elfenbeintürme", aber keine praktikablen Lösungen für den E-Markt.

Diese Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen, da kann ich nicht widersprechen.

probefahrer hat geschrieben:Tesla Motors entwickelt, plant, organisiert und bezahlt das SuC-Netzwerk selber resp. der Tesla-Fahrer kauft sich mit dem Autokauf in dieses Netzwerk ein und ermöglicht so den Ausbau und Unterhalt.
Daher frage ich mich: Welcher Fahrzeug-Hersteller (inkl. eigene Forschungsabteilungen) sieht in der Idee "Laden während der Fahrt auf Hauptachsen" eine investitionswürdige Idee für E-Mobilität?

Hier habe ich einen Einwand: Welcher Autobauer bezahlt die Straßen? Autobahnen? Straßenbeleuchtung? Parkplätze? Die Kosten für Infrastruktur werden in der Regel vom Steuerzahler übernommen. Das kann natürlich kritisiert werden, aber diese Kritik hätte dann nicht sehr viel mit der konkreten Fragestellung nach induktiven Autobahnen zu tun.

Man könnte sogar noch einen Schritt weiter gehen und sozial argumentieren: Wenn für Fernfahrten teure Akkus in individuellen Fahrzeugen notwendig sind, dann ist das ein Privileg der Begüterten. Eine aus Steuergeldern bezahlte Infrastruktur bezieht nach Maßgabe des jeweiligen Steuersystems die Mitglieder der Gesellschaft unterschiedlich stark -- nämlich (zumindest der Intention nach) nach ihren Möglichkeiten -- in die Finanzierung mit ein, steht danach aber allen gleichermaßen zur Verfügung. Das wäre also eine Form von gesteuerter Umverteilung und eine Demokratisierung von Mobilität. Klingt für mich erst mal nicht ganz schlecht. (Und somit habe ich jetzt ein Scheunentor aufgestoßen, durch dass die Diskussion weit off-topic führen wird... ;) )
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Re: Laden wärend der Fahrt

von probefahrer » 13. Aug 2015, 16:34

Volker.Berlin hat geschrieben:Hier habe ich einen Einwand: Welcher Autobauer bezahlt die Straßen? Autobahnen? Straßenbeleuchtung? Parkplätze? Die Kosten für Infrastruktur werden in der Regel vom Steuerzahler übernommen. Das kann natürlich kritisiert werden, aber diese Kritik hätte dann nicht sehr viel mit der konkreten Fragestellung nach induktiven Autobahnen zu tun.

Stimmt. Aber ein paar grosse Autohersteller müssten sich zur Entwicklung und Produktion einer ganzen Fahrzeugpalette verpflichten, die bei Autobahngeschwindigkeiten induktiv laden können. Ansonsten ist es aus Sicht des Steuerzahlers eher nicht gerechtfertigt, die entsprechende Infrastruktur vom Staat finanzieren zu lassen.

Volker.Berlin hat geschrieben:Man könnte sogar noch einen Schritt weiter gehen und sozial argumentieren: Wenn für Fernfahrten teure Akkus in individuellen Fahrzeugen notwendig sind, dann ist das ein Privileg der Begüterten.

Nur dass diese "Begüterten" immerhin mit Ihrem Kauf teuren Teslas die Chance auf E-Mobilität mit akzeptablen bis guten Reichweiten für den Mittelstand massiv erhöhen. Das ist doch mal ein Beitrag der "Reicheren", der für die gesamte Gesellschaft wirklich Sinn macht. ;) Ergo hab ich kein Problem damit - im Gegenteil.

Volker.Berlin hat geschrieben:Eine aus Steuergeldern bezahlte Infrastruktur bezieht nach Maßgabe des jeweiligen Steuersystems die Mitglieder der Gesellschaft unterschiedlich stark -- nämlich (zumindest der Intention nach) nach ihren Möglichkeiten -- in die Finanzierung mit ein, steht danach aber allen gleichermaßen zur Verfügung. Das wäre also eine Form von gesteuerter Umverteilung und eine Demokratisierung von Mobilität. Klingt für mich erst mal nicht ganz schlecht. (Und somit habe ich jetzt ein Scheunentor aufgestoßen, durch dass die Diskussion weit off-topic führen wird... ;) )

Gesteuerte Umverteilung, da bin ich durchaus offen dafür. Die Frage ist wohl, welche Umverteilung ist sinnvoll und effizient? Das, was Du für induktive Autobahnen skizzierst, scheint mir etwas sehr aufwändig und kostspielig. Meine Idee wäre etwas bescheidener und lehnt sich an das an, was @Snooper77 schon als sinnvoll beschrieben hat:
Momentan erlassen ja verschiedene CH-Kantone (Teil-)Reduktionen bei den Verkehrssteuern, um E-Mobile steuerlich etwas zu entlasten. Auch das ist eine finanzielle Umverteilung von mir als Verbrennerfahrer zu z.B. @bündner als Tesla-Fahrer (gleicher Kanton). Man könnte sich jetzt z.B. vorstellen, dass die Steuern für E-Fahrzeuge z.B. weniger stark reduziert werden; dafür aber ein Teilbeitrag für den Aufbau von z.B. Destination Chargern verwendet wird. Der "begüterte" MS-Fahrer leistet also über seine Verkehrssteuern einen zweckgebundenen, finanziellen Beitrag für den Ausbau der Zielladeinfrastruktur (die ihm dann ja selbst wie auch den erschwinglicheren E-Fahrzeugen mit kürzeren Reichweiten zugute kommt) anstatt dass man ihn steuerlich sehr stark entlastet (siehe 0.- Verkehrssteuern im Kanton Zürich z.B.). Sowas müsste man eigentlich einführen, wenige Jahre bevor das E-Fahrzeug billiger hergestellt werden kann als ein Verbrenner; so dass die Ladeinfrastruktur auf einem guten Niveau ist, wenn der Umschwung dann auch kaufpreismässig voll in Fahrt kommt. Gemäss Lars Thomsen wäre das also in etwa heute... ;) :D
Sowas fände ich - zumindest für die Schweiz - viel cleverer und eine gute Variante der finanziellen Umverteilung von "begüterten" Tesla-Fahrern zu den mittelständlerischen Early Adoptern mit ihren Zoes und Leafs.

Man muss nicht gleich Autobahnen neu und inkl. induktiver Ladetechnik bauen. E-Mobiltät geht einfacher, billiger, schneller. Zumindest für die Schweiz. In Deutschland bei grösseren Distanzen und ohne Geschwindigkeitslimite mag das etwas anders aussehen.
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Re: Laden wärend der Fahrt

von Volker.Berlin » 3. Jan 2018, 14:01

Es gibt Neuigkeiten in Sachen "Laden während Fahrt", wenig überraschend aus China:
:arrow: https://www.golem.de/news/infrastruktur ... 31825.html
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Re: Laden wärend der Fahrt

von Elektroniker » 3. Jan 2018, 16:15

So ein Quatsch mit der Solarstraße. Da sind die Chinesen ja nicht die ersten, die auf diesen Blödsinn kommen.

Da wäre es wohl billiger und effektiver, die Straße mit einem Solardach zu versehen. Somit kein Schnee und Regen auf der Fahrbahn, und die PV kann ungestört Strom erzeugen. Alles andere genannte geht auch, nur halt einfacher und billiger in der Konstruktion.
 
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Re: Laden wärend der Fahrt

von Volker.Berlin » 3. Jan 2018, 16:57

Wenn von der "Solarstraße" nur die Möglichkeit übrig bleibt, während der Fahrt induktiv zu laden, dann finde ich das im Moment schon revolutionär genug. :)
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Re: Laden während der Fahrt

von sustain » 3. Jan 2018, 17:10

Volker.Berlin hat geschrieben:Wenn von der "Solarstraße" nur die Möglichkeit übrig bleibt, während der Fahrt induktiv zu laden, dann finde ich das im Moment schon revolutionär genug. :)


Energie erzeugen und Energie abgeben geht mit dem gleichem System aber auch nicht. Man brauch Solarzellen und Induktionsschleifen. Ich halte das ganze auch für wenig realistisch. Wenn man schaut wieviel Energie man mit Solarzellen heutzutage auf dem qm erzeugt, können damit nicht viele Autos geladen werden, auch nur bei gutem Wetter und idealer Sonneneinstrahlung rund um die Mittagszeit im Sommer. Wenn man bedenkt das der liegende Einbau noch mal Effizienz kostet, die ständige Beschattung durch Autos ebenfalls. Dann sollen da noch Induktionsschleifen rein und das ganze sehr langlebig sein(Solarzellen degradieren). Der Kosten-Nutzenaufwand ist immens. Es wird ein Grund geben warum man so was probiert, mal sehen wie die Ergebnisse mit dem Projekt sind, das dies die Zukunft ist glaub ich nicht.
Wenn dann könnten eher sagen wir 10km lange Induktionsstrecken auf der AB wo zwischengeladen werden kann irgendwann mal kommen. Das bedingt dicke und schwere Induktionsspulen am Auto(und in der Fahrbahn) um viel Energie aufnehmen zu können, das wäre auch aufgrund der Energieverluste kein billiger Spass.
Bei aktuellen Induktionsladeverfahren muss man sehr genau Spule über Spule fahren um möglichst viel Energie zu transferieren und die Verluste einigermassen gering zu halten.
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Re: Laden während der Fahrt

von Healey » 3. Jan 2018, 17:24

Habe die seit 2015 "wärende" Überschrift ausgebessert.
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