Wieder einen kleinen Schritt näher zur induktiven Autobahn

Allgemeine Informationen zur mobilen Zukunft...

Re: Wieder einen kleinen Schritt näher zur induktiven Autoba

von FFF » 25. Sep 2019, 09:45

Snuups hat geschrieben:
Healey hat geschrieben:
Bender hat geschrieben:....Man muss aber etwas bedenken, so eine Spule benötigt praktisch keine Wartung und gehört zu den robustesten Bauteilen überhaupt. Von daher könnte das im öffentlichen Raum durchaus auch finanziell eine interessante Lösung sein.


Die Spule vielleicht nicht, aber der Straßenbelag und der Straßenaufbau selbst jedoch schon. Ich glaube nicht dass das dann billig wird.
LGH


Spielt das eine Rolle? Es wird ja durch die Spule nicht teurer. Der Strassenbelag muss auch durch die Spule nicht häufiger repariert werden.
Stellt euch doch nicht doof. Strassenbelag MUSS repariert werden. Das geht dann sicher einfacher, wenn 'ne Spule im Asphalt vergraben liegt, ja?? :mrgreen:
LG
Karl
(75D seit 26.3.18 73600km, @2020.4.1, 214 Wh/km
 
Beiträge: 1977
Registriert: 7. Mär 2018, 15:13
Land: Deutschland

Re: Wieder einen kleinen Schritt näher zur induktiven Autoba

von em.zwei » 25. Sep 2019, 09:46

"Straßenbelag" ist ein gutes Stichwort.
Schaut euch doch mal die Straßen an. Wie viele Meter am Stück ohne Risse und Löcher gibt es denn? Und Elektrizität kann da sehr empfindlich sein, wenn da auch nur eine kleine Unterbrechung in dem elektrischen Leiter vorhanden ist. Daher vermute ich mal etwas naiv, dass so eine induktive Ladestrecke bei konventioneller Bauweise und regelmäßiger Belastung nicht sehr lange funktionieren dürfte.

Mit einem einfachen "Flicken" des Belags, wie bisher dürfte es dann nicht mehr getan sein.
Ich will ein Einhorn!
Trusted User
Trusted User
 
Beiträge: 1043
Registriert: 6. Okt 2017, 15:45
Land: Deutschland
Fahrzeug: Tesla Model X

Re: Wieder einen kleinen Schritt näher zur induktiven Autoba

von Snuups » 25. Sep 2019, 09:52

FFF hat geschrieben:Stellt euch doch nicht doof. Strassenbelag MUSS repariert werden. Das geht dann sicher einfacher, wenn 'ne Spule im Asphalt vergraben liegt, ja?? :mrgreen:


Nein, repariert man rechtzeitig muss nur die oberste Schicht periodisch erneuert werden. Egal was darunter ist, das muss nicht ausgegraben werden.
Liebe Grüsse
Snuups

Tesla Model S P85 in weiss 12/13 (2. Batterie, 2. DU) (Retrofit: Mittelkonsole, RDKS, Doppellader, LTE, CCS)
Cybertruck vorbestellt 22.11.19
Benutzeravatar
 
Beiträge: 4451
Registriert: 17. Mär 2015, 21:55
Wohnort: CH Welschenrohr
Land: Schweiz
Fahrzeug: Tesla Model S

Re: Wieder einen kleinen Schritt näher zur induktiven Autoba

von Bender » 25. Sep 2019, 09:54

FFF hat geschrieben:Stellt euch doch nicht doof. Strassenbelag MUSS repariert werden. Das geht dann sicher einfacher, wenn 'ne Spule im Asphalt vergraben liegt, ja?? :mrgreen:

Ohne zu wissen wie tief die Spule liegt ist das doch alles Spekulation.

em.zwei hat geschrieben:"Straßenbelag" ist ein gutes Stichwort.
Schaut euch doch mal die Straßen an. Wie viele Meter am Stück ohne Risse und Löcher gibt es denn?

Deutsche Strasse oder schweizer Strasse? :lol: Ist böse von mir, aber der muss schon sein.

Und Elektrizität kann da sehr empfindlich sein, wenn da auch nur eine kleine Unterbrechung in dem elektrischen Leiter vorhanden ist. Daher vermute ich mal etwas naiv, dass so eine induktive Ladestrecke bei konventioneller Bauweise und regelmäßiger Belastung nicht sehr lange funktionieren dürfte.

Nochmals, ohne zu wissen wie tief die Spule liegt ist das alles Spekulation.

Aber um den Bogen zu schliessen, und auf das eigentliche Thema zurück zu kommen. Nein auf der Autobahn halte ich dies nicht für sinnvoll. Wenn da dauernd 40 Tönner mit 100 km/h drüberfahren ist das sicher ein Problem. Auf öffentlichen Parklätzen aber, da sieht das doch ganz anders aus.
Model S 90D (März 2017) - Wir laden unsere Batterie - Jetzt sind wir voller Energie
Benutzeravatar
 
Beiträge: 650
Registriert: 8. Aug 2017, 19:14
Wohnort: Pfäffikon ZH
Land: Schweiz
Fahrzeug: Tesla Model S

Re: Wieder einen kleinen Schritt näher zur induktiven Autoba

von Snuups » 25. Sep 2019, 09:55

Schrieb nicht jemand das diese Spulen 5 cm unter dem Asphalt liegen müssten?
Liebe Grüsse
Snuups

Tesla Model S P85 in weiss 12/13 (2. Batterie, 2. DU) (Retrofit: Mittelkonsole, RDKS, Doppellader, LTE, CCS)
Cybertruck vorbestellt 22.11.19
Benutzeravatar
 
Beiträge: 4451
Registriert: 17. Mär 2015, 21:55
Wohnort: CH Welschenrohr
Land: Schweiz
Fahrzeug: Tesla Model S

Re: Wieder einen kleinen Schritt näher zur induktiven Autoba

von Bender » 25. Sep 2019, 10:22

Snuups hat geschrieben:Schrieb nicht jemand das diese Spulen 5 cm unter dem Asphalt liegen müssten?


Ich habe es im Link auf der letzten Seite gefunden:
Die acht Zentimeter unter der Oberfläche befindlichen Spulen seien für die Verkehrsteilnehmer unsichtbar und werden nur in dem Moment aktiviert, in dem ein Fahrzeug über sie hinwegfährt, hieß es jüngst in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

https://www.electrive.net/2019/09/23/el ... der-fahrt/

Also entweder in der Asphalttragschicht oder der Asphaltbinderschicht welche im üblichen Strasenunterhalt nicht betroffen sein sollten. Aber vielleicht haben wir ja einen Experten im Tiefbau hier im Forum.
Model S 90D (März 2017) - Wir laden unsere Batterie - Jetzt sind wir voller Energie
Benutzeravatar
 
Beiträge: 650
Registriert: 8. Aug 2017, 19:14
Wohnort: Pfäffikon ZH
Land: Schweiz
Fahrzeug: Tesla Model S

Re: Wieder einen kleinen Schritt näher zur induktiven Autoba

von em.zwei » 25. Sep 2019, 10:40

Bender hat geschrieben:
em.zwei hat geschrieben:...Wie viele Meter am Stück ohne Risse und Löcher gibt es denn?

Deutsche Strasse oder schweizer Strasse? :lol: Ist böse von mir, aber der muss schon sein.

Gute Einwand! In den Alpenländern mit den kontinuierlichen Gebirgsbewegungen dürften die Anschlüsse für die Spulen noch viel schneller abreißen. :)

So, und nun ganz im Ernst: Wenn ich mir ansehe, was für ein Aufwand schon getrieben werden muss, um im Stand das induktive Laden einigermaßen vernünftig hinzubekommen, tue ich mich schwer, den Laden während der Fahrt auch nur einen Hauch einer Chance zu geben.
Ich will ein Einhorn!
Trusted User
Trusted User
 
Beiträge: 1043
Registriert: 6. Okt 2017, 15:45
Land: Deutschland
Fahrzeug: Tesla Model X

Re: Wieder einen kleinen Schritt näher zur induktiven Autoba

von prodatron » 25. Sep 2019, 11:46

Ich frag mich halt, wie man sich den Endausbau vorstellt.

Gedanke 1:
Volker hat ja was von "unendlicher" Reichweite bei gleichzeitig kleiner Batterie geschrieben.
Wenn man ca. 10% aller Strecken mit Induktionsladung austattet, dann bedarf es auf diesen Abschnitten 160kW oder mehr an Ladeleistung, damit ein BEV "unendlich" fahren kann.
160kW induktiv über weite Streckenabschnitte (auch 10% sind schon verdammt viel) hört sich für mich als Laien furchtbar viel an, keine Ahnung was da mit Strahlung und Wärmeentwicklung ist.
Bei 50% aller Strecken (wären alleine 6500km für die Autobahn in DE) sind es immerhin noch über 30kW, 3x soviel wie ein Herdanschluß.

Gedanke 2:
Volker sieht das eher bei Langstrecke, also vor allen Dingen Autobahnen. Die haben mindestens 2 Spuren. Ich nehm mal an, dann wird erstmal nur die rechte "Lastwagenspur" mit Induktionsladung versehen? Für viele Fahrer ist es nicht sonderlich attraktiv, die ganze Zeit hinter'm LKW herzufahren.

Gedanke 3:
Wir alle hier wissen, daß Autos mit 60-100kWh Akkus bereits heutzutage Langstreckentauglich sind, die Einbußen sind im Vergleich zum Verbrenner nur noch minimal. Das schöne am BEV ist, daß es eigentlich überall da, wo es parkt, auch laden kann/könnte, Strom liegt überall rum. Warum für die 1-2 Stunden am Tag, wo das BEV fährt, ein aufwändiges Aufrüsten des kompletten Straßennetzes veranstalten, wenn man viel günstiger mehr und mehr Parkplätze elektrifizieren könnte.

Gedanke 4:
Was Langstrecke mit kleinem Akku betrifft: Solche BEVs sind dann ja zwingend auf Strecken mit Induktion angewiesen. Folglich werden sie in den nächsten Jahren nur sehr beschränkt bzw. gar nicht für Langstrecke einsetzbar sein, weil es am Anfang kaum Strecken gibt. Solange nicht halb Europa Induktions-Straße hat, wird sich jeder zumindest als Erstwagen ein BEV mit großem Akku holen müssen. Es wird also lange erstmal gar keinen Bedarf für Induktions-Straßen geben, da ich die mit einem dicken Akku nicht brauche und deshalb auch nicht bezahlen will.
Ich denke, hier ist das Henne-Ei-Problem schwerwiegender als vor 10 Jahren mit BEVs und öffentlichen Ladestationen, da man ein BEV immer schon auch ganz normal an der Steckdose laden konnte.
Alle sagen, das geht nicht. Dann kam einer, der wußte das nicht und hat's gemacht
Tesla Model S 100D "BFR" seit 04/18 (AP2.5, MCU1)
Tesla Model 3 LR AWD bestellt am 27.10.19
9,8kWp PV Anlage mit Akku seit 03/13; Opel Ampera 07/13 - 05/18
 
Beiträge: 2581
Registriert: 3. Nov 2013, 21:08
Wohnort: Moers
Land: Deutschland
Fahrzeug: Tesla Model S

Re: Wieder einen kleinen Schritt näher zur induktiven Autoba

von Snuups » 25. Sep 2019, 11:53

Das Henne Ei Problem lässt sich ja leicht lösen mit Fahrzeugen die eine grosse Batterie haben. Die die Induktionsspulen als Service nutzen.

Das Initialproblem dürfte die Normierung sein. Das 2. Ist die weltweite Einheitliche Installation. Gibt es 2 Systeme ist die Sache schon hinfällig.
Liebe Grüsse
Snuups

Tesla Model S P85 in weiss 12/13 (2. Batterie, 2. DU) (Retrofit: Mittelkonsole, RDKS, Doppellader, LTE, CCS)
Cybertruck vorbestellt 22.11.19
Benutzeravatar
 
Beiträge: 4451
Registriert: 17. Mär 2015, 21:55
Wohnort: CH Welschenrohr
Land: Schweiz
Fahrzeug: Tesla Model S

Re: Wieder einen kleinen Schritt näher zur induktiven Autoba

von Volker.Berlin » 25. Sep 2019, 12:31

prodatron hat geschrieben:Gedanke 1:
Volker hat ja was von "unendlicher" Reichweite bei gleichzeitig kleiner Batterie geschrieben.
Wenn man ca. 10% aller Strecken mit Induktionsladung ausstattet, dann bedarf es auf diesen Abschnitten 160kW oder mehr an Ladeleistung, damit ein BEV "unendlich" fahren kann.

Da Du mich direkt ansprichst: Wenn ich von "unendlicher" Reichweite spreche, beziehe ich mich ausschließlich auf die entsprechend ausgestatteten Streckenabschnitte. Dafür reichen 15-25 kW. Das ist auch schon viel, aber eine ganz andere Größenordnung, als "160 kW oder mehr". Für alle Strecken jenseits entsprechend ausgestatteter Autobahnabschnitte braucht man dann einen entsprechend mehr oder weniger großen Akku.

Was kostet ein km Autobahn? Wie viel teurer wird dieser Autobahnkilometer, wenn man zusätzlich noch die Technik für induktives Laden verbaut -- und was spart man dafür an anderer Stelle ein? Das sind m.E. die entscheidenden Fragen. Wenn die geklärt sind, macht es sicherlich keinen Sinn, die Republik im Hauruckverfahren komplett mit Induktion zu überziehen, aber jeder Streckenabschnitt, der sowieso erneuert werden muss oder neu gebaut wird, kann gleich damit ausgestattet werden. So würde das Netz nach und nach wachsen und dichter werden.
Benutzeravatar
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 15522
Registriert: 31. Okt 2012, 18:09
Wohnort: Berlin
Land: Deutschland

VorherigeNächste

Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: Sage38, SebastianR und 6 Gäste