These zur E-Mobilität: Die Deutschen Hersteller dürfen nicht

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These zur E-Mobilität: Die Deutschen Hersteller dürfen nicht

von Eifel.stromer » 27. Apr 2016, 17:57

Ich habe mich mal etwas mit damit beschäftigt, warum die deutschen Autobauer das Thema Elektromobilität "verschlafen". Dass die Autobauer zu blöde sind bzw. deren Ingenieure keine diesbezüglichen Ideen erarbeiten habe ich von vornerein ausgeschlossen; an einem guten Geschäft war die deutsche Industrie eigentlich immer interessiert.
Bei meiner Recherche ist mir jedoch etwas aufgefallen, was in meinen Augen als Begründung für die Zurückhaltung in dem angesprochenen Themenbereich herhalten kann:
Ich denke, dass die Eigentümer der AGs dieses Thema verhindern. Die deutsche Automobilindustrie ist zum Teil in der Hand großer Erdölförderländer.

Beispiel Daimler: Knapp 7% der Aktien befinden sich in Besitz von Kuwait;
Quelle: https://www.daimler.com/investoren/aktie/aktionaersstruktur/

Beispiel Volkswagen: 17% der Aktien befinden sich im Besitz von Qatar;
Quelle: http://www.volkswagenag.com/content/vwcorp/content/de/investor_relations/share/Shareholder_Structure.html

Einzig bei BMW kann ich keinen Hinweis auf Anteile des Aktienbesitzes im Arabischen Raum finden; dafür ist mit den USA der derzeit höchstvolumige Förderer von Erdöl mit 30% beteiligt;
Quelle: https://www.bmwgroup.com/de/investor-relations/aktie.html

Übersicht zur Erdölförderung 2015:
Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/417436/umfrage/erdoelfoerderung-weltweit-nach-laendern/

Was haltet ihr von meiner These?
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Re: These zur E-Mobilität: Die Deutschen Hersteller dürfen n

von past_petrol » 27. Apr 2016, 18:10

Ja - natürlich - das ist ein Grund...richtig erkannt :)
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Re: These zur E-Mobilität: Die Deutschen Hersteller dürfen n

von Toaster » 27. Apr 2016, 18:19

mag ja alles sein, aber die vebrenner laufen doch prächtig. VW hat z. b. letztes jahr 11 mrd.(!) gewinn nach steuern gemacht. warum sollten die z. z. auf ungewisse umsätze umsatteln, wenn die bei niedrigem ölpreis noch jahrelang weiter verbrenner verkaufen können? ökonomisch machen die doch alles richtig.

es reicht doch, wenn die deutschen das volks-e-auto parallel in aller ruhe entwickeln und in sagen wir 5 jahren hinstellen, preislich interessant und techn. auf dem dann besseren stand ohne die ganzen fehler und zipperlein der jetzigen e-autos. im übrigen ist das reine akku-e-auto noch lange keine ausgemachte sache!
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These zur E-Mobilität: Die Deutschen Hersteller dürfen nicht

von NCC-1701 » 27. Apr 2016, 19:37

Eifel.stromer hat geschrieben:Ich habe mich mal etwas mit damit beschäftigt, warum die deutschen Autobauer das Thema Elektromobilität "verschlafen". Dass die Autobauer zu blöde sind bzw. deren Ingenieure keine diesbezüglichen Ideen erarbeiten habe ich von vornerein ausgeschlossen; an einem guten Geschäft war die deutsche Industrie eigentlich immer interessiert.
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Übersicht zur Erdölförderung 2015:
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Was haltet ihr von meiner These?


Bei BMW befinden sich immer noch sehr viele Aktien im Eigentum der Familie Quandt/Klatten und die machen mächtig Druck in Richtung Elektromibilität. Hier sind es die Manager in Müchen, die sich gegen den Druck wehren.
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Re: These zur E-Mobilität: Die Deutschen Hersteller dürfen n

von Mathie » 27. Apr 2016, 21:15

Die arabischen Ölförderländer suchen doch nach Möglichkeiten auch in der Post-Petro-Ära ihren Reichtum zu mehren, deshalb investieren Sie ihre Gewinne auch weltweit. Wenn die in irgendeiner Richtung Druck machen, dann wie jeder normale Investor - mehr Gewinn. Ich

sehe da keine Ölverschwörung, man kann das Verhalten der Automobilindustrie sehr gut ohne Hidden Agenda arabische Investoren erklären. Es geht um Gewinnmaximierung und noch sehen die meisten Bosse die großen Gewinne nicht bei den BEVs. Wenn man die Zahlen von Tesla anschaut, kann man sie irgendwie verstehen.

Spannend wird es, wer bei einem Umschwenken der Massen-Nachfrage auf BEVs - was nach meiner Überzeugung in den nächsten Jahren kommen wird - schnell genug reagieren kann und wer nicht. Ich denken, dass es da den einen oder anderen Etablierten erwischen wird, während andere gute Geschäfte machen werden.

Gruß Mathie
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Re: These zur E-Mobilität: Die Deutschen Hersteller dürfen n

von biglake » 27. Apr 2016, 22:32

ich denke neben dem druck aus der öllobby kommt auch druck von unten, sprich von den autogaragen.
die würden (oder werden) ganz massiv arbeit verlieren wenn die verbrenner von den strassen verschwinden. es wird tausende arbeitslose mechaniker geben. ganz abgesehen vom personalabbau in der produktion. das ganze wird also auch ein politikum.
.
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Re: These zur E-Mobilität: Die Deutschen Hersteller dürfen n

von Yellow » 28. Apr 2016, 06:28

Ja ja das liest man immer wieder ... Aber wie ist es denn in der Realität: ich bin mit meinem Model S genauso oft in der Werkstatt, wie mit jedem anderen Auto vorher! Wenn man die "Herstellerempfehlung" 1x im Jahr oder alle 20.000km befolgt, sogar öfter!
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Re: These zur E-Mobilität: Die Deutschen Hersteller dürfen n

von Trabbisachse » 28. Apr 2016, 06:38

Die mögliche Wertschöpfung der bestehenden Kfz-Händler und in den Kfz-Werkstätten reduziert sich bei rein batteriegetriebenen PKW drastisch. So wird es z.B. für ein Autohaus mit mehr als 10 Mitarbeitern eine Herausforderung, die Personalkosten lfd. zu erwirtschaften.
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Re: These zur E-Mobilität: Die Deutschen Hersteller dürfen n

von Hein Mück » 28. Apr 2016, 06:59

Trabbisachse hat geschrieben:Die mögliche Wertschöpfung der bestehenden Kfz-Händler und in den Kfz-Werkstätten reduziert sich bei rein batteriegetriebenen PKW drastisch.

Ok. Warum? Ich z. B. war die letzten 20 Jahre mit 7 verschiedenen PKW nie wegen des Motors in der Werkstatt (davor war es anders, aber da habe ich noch selber geschraubt :D ) sondern eher wegen Unfällen, irgendwelchem Elektronikram, wackelnden Sitzen uswusf. Die Wartungskosten (Öl, Bremsen) waren dagegen sehr überschaubar. Ehrlich gesagt gehe ich davon aus, dass sich dort recht wenig tun wird (siehe z. B. Serviceplan i3). Wahrscheinlich wird es nur etwas sauberer :D

Bye Thomas
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Re: These zur E-Mobilität: Die Deutschen Hersteller dürfen n

von GeeFive » 28. Apr 2016, 08:50

Eifel.stromer hat geschrieben:[…] an einem guten Geschäft war die deutsche Industrie eigentlich immer interessiert. […]
Was haltet ihr von meiner These?

Nicht so viel. Du gibst die Antwort selbst: Vor Tesla hat niemand an ein gutes Geschäft geglaubt.

Die deutsche Industrie (nicht nur Auto) hat es in den letzten 50 Jahren verlernt, Risikoinvestitionen zu tätigen. Seit nur noch BWLer die Unternehmen führen, wird nur noch Geld in die Hand genommen, wenn der ROI 99% gesichert scheint. Das Ergebnis ist, dass wir einen Technologiebereich nach dem anderen wegschenken. Nicht erst kürzlich Akkutechnik und Solarzellen, sondern z.B. auch schon in den 80ern Unterhaltungselektronik und Computertechnik. (Einzig Maschinenbau geht noch immer ganz gut und wenn man genau hinschaut, dann sieht man, dass diese Mittelständler oft inhabergeführt sind – und die Inhaber sind eben keine BWLer.)
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