Große eAutos im Hinblick auf den Umwelteinfluss

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Re: Große eAutos im Hinblick auf den Umwelteinfluss

von Adastramos » 12. Feb 2020, 20:11

Heute gab es geschäftlich einen Ausflug nach Frankreich, dort sah ich eine vierköpfige Familie am Einkaufszentrum aus einem Twingo aussteigen und im Allgemeinen viele Kleinwagen herumfahren.

Jetzt stell ich mir dir Frage, denken die Franzosen "anders", haben sie u.U. nicht das Geld für große Autos oder aber haben sie eine andere Philosophie, was "das Auto" betrifft?

Ich hab auch den Eindruck, dass -ähnlich wie beim Tempolimit-Thema- ich hier ein Paradigma anschneide, was so nicht verstanden wird, zumindest nicht von denen, die überhaupt keinen Anlass zum Nachdenken sehen und sich eher auf den Schlipps getreten fühlen, wenn man äußert, große PKW (gleich welchen Antriebs) entsprechend einzuschränken.

Ich hab auch den Eindruck, dass eine sehr tiefe Kluft herrscht, zwischen unseren wirklichen Anforderungen und dem, was wir gerne hätten.

Wo wir wieder beim Eingangsthema sind: brauche ich wirklich ein größtmögliches Auto, obwohl ich es nicht zweckdienlich nutze und überziehe ich meine Anforderungen auf der anderen Seite nicht maßlos?
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Re: Große eAutos im Hinblick auf den Umwelteinfluss

von Giftgruen » 12. Feb 2020, 21:15

Ja. Franzosen denken definitiv anders über Autos. Schon immer - und nicht nur die Franzosen.
"Des Deutschen liebstes Kind" ist keine Phrase, es ist Realität. In keinem anderen Land der Welt wird so ein hype um das "heilige Blechle" gemacht wie in D.

Ich denke das die "Tesla-Gemeinde" und damit auch das TFF schon grundsätzlich in zwei Lager gespalten ist.
- die einen sehen den Umwelt- und Ressourcenaspekt im Vordergrund
- die anderen wollen einfach das gerade modernste und geilste Auto fahren

Mit beiden Ansätzen kann man bei Tesla landen. Das ist ja gerade die Tesla-Masche
Das 1. hatten schon die elektrischen Einkaufskörbe mit NC-Batterien halbwegs bedient. War aber kein Verkaufsrenner.
Das 2. hatten bislang Porsche, BMW M, AMG & Co gepachtet. Tesla wildert hier.

Tesla vereint ( zmindest auf den ersten Blick ) beides.
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Re: Große eAutos im Hinblick auf den Umwelteinfluss

von madmax » 12. Feb 2020, 21:32

Adastramos hat geschrieben:...Jetzt stell ich mir dir Frage, denken die Franzosen "anders", haben sie u.U. nicht das Geld für große Autos oder aber haben sie eine andere Philosophie, was "das Auto" betrifft?

Ich hab auch den Eindruck, dass -ähnlich wie beim Tempolimit-Thema- ich hier ein Paradigma anschneide, was so nicht verstanden wird, zumindest nicht von denen, die überhaupt keinen Anlass zum Nachdenken sehen und sich eher auf den Schlipps getreten fühlen, wenn man äußert, große PKW (gleich welchen Antriebs) entsprechend einzuschränken.

die franzosen denken sicher anders über autos als wir, das sieht man in paris jedesmal beim einparken. die unversehrtheit des eigenen und auch der anderen autos ist kein besonders hoch eingestuftes gut.

aber wenn die konsequenz wäre, das verhältnis der deutschen zum auto per gesetz einzuengen, dann fällt das für mich in die kategorie „verbotspolitik“, was ich ablehnen würde.

zu einer mehr oder weniger sanften „lenkung“ des staates (bonus-malus-systeme, etc.) und einer gesellschaftlichen herabstufung von ökologisch bedenklichem konsumverhalten kann im grunde keiner was haben, denn es würde per se nichts verboten werden.

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Re: Große eAutos im Hinblick auf den Umwelteinfluss

von TeslaLover » 12. Feb 2020, 22:18

Ich finde, und ja ich komm wieder mit Ding das anderes viel wichtiger wäre :mrgreen:, daß wenn man über Ressourcen redet man da ansetzen sollte wo permanent Müll anfällt. Wer ein Auto hat, pflegt dies. Ich kenne viele die ihr Auto mehr als 20 Jahre fahren oder wie ich immer mal wieder kleine alte Winterautos reparieren und die noch 2 oder mehr Jahre fahren. Hier verschrottet man ein Auto erst wenn es wirklich nicht mehr fährt. Und dann ist ja noch trotzdem der größte Teil recycelbar.
Aber guckt euch doch mal den ganzen Müll bei McD an. Das ganze Spielzeug was die verteilen um Kinder anzulocken. Das ist der größte Spielzeugproduzent der Welt und das ist der letzte Mist und wandert quasi immer in den Müll. So wie der Schrott vom ÜEi. Der Verpackungsmüll und Wahn insgesamt. Da muss man nicht über Dinge streiten die gehegt und gepflegt werden. Und wenn ich es mir leisten kann ein größeres und sicheres Auto zu fahren, dann mach ich das.
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Re: Große eAutos im Hinblick auf den Umwelteinfluss

von daabm » 12. Feb 2020, 23:11

Eigentlich isses doch ganz einfach: Vermeide irreversiblen Ressourcen-Verbrauch. Alles, was reversibel ist, wird über kurz oder lang zwangsweise auch reversibel gemacht - einfach weil kein Nachschub mehr da oder der noch verfügbare zu teuer ist. Sieht man gut an Kupfer- und Aluminium-Schrottpreisen. Inzwischen kannst als Privatmann alte NYM-Reste schon gut verkaufen... Da gilt auch nicht nur für Herstellungsrohstoffe, sondern auch für Energie. ich persönlich fürchte, daß ich das Hauen und Stechen um die letzten Ölreserven noch mitbekomme (ich bin Jahrgang 1967). Mich darauf freuen oder mir das wünschen tu ich aber nicht.

Die Größe der Fahrzeuge spielt für mich übrigens keine Rolle, zu viele sind es sowieso (ein Versagen unserer Politik in Bund, Land und Stadt - aber das ist ein anderes Thema). "Länger betreiben" ist besser als "früh verschrotten". Und da hat das E-Auto deutlich mehr Potential als ICE. Und wenn "teuer und groß" zu "pflege ich besser und nutze ich länger" führt, muß man tatsächlich im Detail drauf schauen. Wie viel aufwändiger in der Produktion, wie viel länger genutzt.

Mein Fazit: Es gibt keine einfache generelle Lösung. Und jede(r) findet eine wissenschaftliche Untersuchung/Statistik, die seine Meinung belegt. Und "Mehrweg ist besser" läßt sich auch sowohl be- als auch widerlegen, insbesondere im Bereich "Getränkeverpackungen".

Richtig bei @TeslaLover ist: Mach nix, von dem Du die weitere Verwendung direkt als "sinnlos" beurteilst. McD sollte man sowas direkt verbieten... :-) Aber das paßt dann nicht zu unserem freiheitlichen Grundverständnis und zum Rechtsstaat und der sozialen Marktwirtschaft. Ich merke schon, man kann darüber ewig schreiben und dreht sich trotz eigentlich vorhandener Grundüberzeugung sogar selber im Kreis...
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Re: Große eAutos im Hinblick auf den Umwelteinfluss

von agev » 12. Feb 2020, 23:22

Gewicht ist beim eAuto zwar immer noch relevant, aber dank Rekuperation auch kein so großer Nachteil wie beim ICE.
 
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Re: Große eAutos im Hinblick auf den Umwelteinfluss

von M3-75 » 13. Feb 2020, 10:39

2 Gedanken von meiner Seite:

Kürzlich mit 3 statt 2 Kindern einen Ausflug gemacht: beinahe hatten wir mit 2 Autos fahren müssen, weil nicht 3 Kindersitze reinpassen, das ist nicht besser (und mit ÖPNV wäre der Ausflug gar nicht machbar gewesen.)

In einer deutschen Jugendwissensendung wurde erwähnt, das pro Mensch im Laufe seines Lebens locker 1 Millionen kg Rohstoffe aus der Erde geholt werden, es könnte sich lohnen, mal drauf zu achten wie sich das aufteilt und wo man dringend reduzieren muss.
Zuletzt geändert von M3-75 am 14. Feb 2020, 17:49, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Große eAutos im Hinblick auf den Umwelteinfluss

von Adastramos » 13. Feb 2020, 19:34

M3-75 hat geschrieben:[...]
In einer deutschen Jugendwissensendung wurde erwähnt, das pro Mensch im Laufe seines Lebens locker 1 Millionen kg Rohstoffe aus der Erde geholt werden, es könnte sich lohnen, mal drauf zu achten wie sich das aufteilt und wo man dringend reduzieren muss.
Dieser Aspekt ist einer, den ich so auch ansprechen möchte, bzw. damit auch meinte, mit "Müssen wir uns alles kaufen, nur weil wir es uns leisten können?".
Deine Geschichte mit den drei Kindersitzen ist natürlich für eine entsprechende Familie wichtig. Wie ich -als jemand der vor 1990 geboren wurde- groß wurde, dass man drei Kinder auf die Rücksitzbank "schnallte", ist heute die Sicherheit nochmals wichtiger und auch richtig so, dass jeder Fahrzeuginsasse auch wirklich sicher untergebracht ist.

Jetzt würde mich interessieren, ob und wenn ja, welche PKW es gibt, die drei Kinder sicher auf der Rücksitzbank unterbringen können?

Und wir kommen wieder an den Punkt, der artgerechten Nutzung eines PKWs. Ist es notwendig aufgrund einer großen Familie, hat es seine Legitimation, wird das Fahrzeug gekauft, weil es einfach nur "großartig" ist, ein großtes Auto zu fahren, dann reden wir wieder über eine mögliche Verschwendung.

Der Ressourcenverbrauch würde ich gern abseits von Antrieb oder Verbauch führen, weil es mehr gibt und uns -denke ich- gut tut, über Konsum und persönlichen Verbrauch zu diskutieren. "Verbrauch" ist zudem nicht nur als Energiewert zu definieren, auch Platz und Rohstoffe wären damit einbegriffen.
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Re: Große eAutos im Hinblick auf den Umwelteinfluss

von pollux » 14. Feb 2020, 08:42

Adastramos hat geschrieben:Dieser Aspekt ist einer, den ich so auch ansprechen möchte, bzw. damit auch meinte, mit "Müssen wir uns alles kaufen, nur weil wir es uns leisten können?".

Was machst Du dann mit dem Geld, wenn Du nichts kaufst?
Auf die Bank bringen? Dann kauft jemand anderes was damit.
Bleibt nur es auf ewig in die Matratze zu stopfen, oder besser noch einfach verbrennen.

Zum Thema:
Ich bin lange Zeit mit einem dicken SUV mit V8 und 3,5t Anhängelast täglich 35 km zur Arbeit gefahren. Ab und an brauchte ich unverzichtbar den Platz im Auto und auch die Anhängelast. Oft spontan und dort wo ich gerade war.
Allerdings hat es mich gestört so oft völlig allein mit dem Auto nur zur Arbeitsstelle zu pendeln. Also habe ich mir überlegt ein zweites, kleines Auto zu kaufen. Davon habe ich dann doch Abstand genommen. Ich hätte zwei, statt nur ein Auto Anschaffen und unterhalten müssen. Damit wäre weder für die Umwelt, noch für meinen Geldbeutel etwas gespart gewesen. Außerdem wäre ich ständig in Gefahr gewesen gerade das falsche Auto dabei zu haben. Dann hätte ich pendeln müssen, nur um auf das Auto mit Hängerkupplung zu wechseln.

Ich finde, dass es viele Anwendungsfälle gibt, wo es viel sinnvoller ist einen großen SUV zu fahren als zwei Autos. Auch wenn man nicht jeden Tag den Platz braucht.
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Re: Große eAutos im Hinblick auf den Umwelteinfluss

von Snuups » 14. Feb 2020, 09:33

pollux hat geschrieben:Ich finde, dass es viele Anwendungsfälle gibt, wo es viel sinnvoller ist einen großen SUV zu fahren als zwei Autos. Auch wenn man nicht jeden Tag den Platz braucht.


In meinem 1 Personen Haushalt ist das ein Auto Prinzip für alles immer die sinnvollste Lösung. Transporter und LKW miete ich ggf.

Für eine Familie wo eh 2 Fahrzeuge benötigt werden trifft das Zweitwagen Prinzip zu, dieser kann wesentlich kleiner und spezieller sein als der Allroundwagen.

Die Bedürfnisse sind nun mal unterschiedlich. Mobilität gehört seit langem unverzichtbar zu unserer Gesellschaft.
Liebe Grüsse
Snuups

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