Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von @ndy » 16. Jul 2019, 11:53

@snooper77
Das ist mir beim ersten durchlesen überhaupt nicht aufgefallen. Beim Wasserstoff Auto ein Verbrauch nach Testzyklus annehmen und beim E-Auto eine Schätzung.

Was mir aber zusätzlich aufgefallen ist das man beim E-Auto auf den Deutschen Strommix setzt. Beim Wasserstoff aber als worst case auf H2 aus Methan.
Meiner Meinung nach ist das nicht vergleichbar. Vergleichbar wäre es Strom für die Batterie und Wasserstoff für die Brennstoffzelle aus der selben Quelle zu gewinnen.
Weil wenn wir den H2 mit Elektrolyse gewinnen und den Deutschen Strommix annehmen wäre das Ergebnis für die Brennstoffzelle um ein vielfaches schlechter.
Daher ist das worst case Szenario durch den schlechten Wirkungsgrad aktuell die Gewinnung mit Elektrolyse.
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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von douglasflyer » 16. Jul 2019, 12:12

Ich lese aus dieser Studie, dass FCEVs für den durchschnittlichen Deutschen völlig ungeeignet sind. :mrgreen:

Denn - Zitat aus der Studie:

„Für große Reichweiten sind Brennstoffzellenfahrzeuge klimafreundlicher und für geringe Reichweiten Batteriefahrzeuge.“

und im Umkehrschluss: Für geringe Reichweite sind BEVs klimafreundlicher.

Was sagt das Kraftfahrt-Bundesamt:

"Die durchschnittliche Fahrleistung eines Fahrzeugs in 2017 verringerte sich hingegen weiter leicht auf 13.257 Kilometer (-0,6 % zum Vorjahr)."

Dies entspricht 36.3 km/Tag, ergo geringe Reichweite, ergo BEV.

q.e.d. 8-)
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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von Oberfranke » 16. Jul 2019, 15:01

@ndy hat geschrieben:@snooper77
Das ist mir beim ersten durchlesen überhaupt nicht aufgefallen. Beim Wasserstoff Auto ein Verbrauch nach Testzyklus annehmen und beim E-Auto eine Schätzung.

Was mir aber zusätzlich aufgefallen ist das man beim E-Auto auf den Deutschen Strommix setzt. Beim Wasserstoff aber als worst case auf H2 aus Methan.
Meiner Meinung nach ist das nicht vergleichbar. Vergleichbar wäre es Strom für die Batterie und Wasserstoff für die Brennstoffzelle aus der selben Quelle zu gewinnen.
Weil wenn wir den H2 mit Elektrolyse gewinnen und den Deutschen Strommix annehmen wäre das Ergebnis für die Brennstoffzelle um ein vielfaches schlechter.
Daher ist das worst case Szenario durch den schlechten Wirkungsgrad aktuell die Gewinnung mit Elektrolyse.

Die Gewinnung von H2 aus Methan (Erdgas) ist aber ja der momentane Stand der Dinge. Da macht die Annahme schon Sinn. Viel eher sollte man die „Strommix“ Annahme bei den BEV hinterfragen. Öffentliche Säulen werden zu großen Teilen mit Ökostrom versorgt, auch im Heimbereich ist der Strommix ziemlich sicher die schlechtestmögliche Annahme.
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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von bash_m » 16. Jul 2019, 15:08

Wenn man Strom im BEV und Wasserstoff aus Elektrolyse vergleicht, dann müsste man m.M.n. für beides den aktuellen und zukünftigen Strommix nehmen.
Allerdings müsste man auch gegenüberstellen, welcher zusätzliche Aufwand von Photovoltaik und Windanlagen nötig ist um den schlechteren Wikrungsgrad auszugleichen.

So ist das doch gar nicht richtig vergleichbar.
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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von stekueh » 16. Jul 2019, 15:21

Trotzdem schlimm, dass solche "Studien" Wirkung zeigen.

In meinem Umfeld interessieren sich mittlerweile zahlreiche Freunde und Bekannte für alternative Antriebe. Und fast alle sind der Meinung, dass im Wasserstoff die Zukunft liegt. Ich kann sie dann zwar IMMER davon überzeugen, dass Wasserstoff Schwachsinn ist (die Argumente kennen wir ja zu Genüge), drei Monate später ist ihr Gehirn jedoch wieder medial gereinigt und die Diskussion beginnt von vorne.

Also das macht die Lobby schon wirklich clever :evil:

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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von KaJu74 » 16. Jul 2019, 18:08

Hi

Ich hatte das ISE mal über das Kontaktformular mit folgendem Text angeschrieben:
Sehr geehrte Damen und Herren,

betrifft folgendes Thema:
https://www.spiegel.de/auto/aktuell/bre ... 76800.html
- Nexo: WLTP-Verbrauch: 0.95 kg H2/100 km
- E-Autos: Realverbräuche: 19.5 - 20.4 kWh/100 km
Der Nexo braucht laut Spritmonitor 1.26 kg H2/100 km bzw. gemäss ADAC rund 1.2 kg H2/100 km - das sind satte 26 - 33 % mehr als vom euch veranschlagt!
E-Autos der Nexo-Klasse brauchen real nicht 19.5 - 20.4 kWh/100 km, sondern:
- Hyundai Kona: 14.8 kWh/100 km
- Kia E-Niro: 15.8 kWh/100 km
Also nicht zu vernachlässigende 20 - 25 % weniger als vom euch angegeben!
Wenn wir 1.23 kg H2/100 km veranschlagen, so schlägt sogar das dicke 90 kWh-E-Auto die Brennstoffzelle nach ca. 120'000 km
Und wenn wir jetzt den Nexo mit Kona/Niro vergleichen liegt der Schnittpunkt bei unter 30'000 (!) km, und nach 250'000 Lebensfahrleistung hat das E-Auto rund 40 % (!) weniger CO2 emittiert als das Erdgas-FCEV.

Ich bitte um Erklärung.
MfG

Als Antwort kam direkt:
Sehr geehrter Herr ***,

vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Arbeit.

Da wir keine Daten für ein Batteriefahrzeug gefunden haben, das dem Nexo entspricht haben wir den Strombedarf generisch ermittelt (auch bezogen auf WLTP).

Die von Ihnen genannten Hyundai Kona und Kia E-Niro sind beide kleiner als der Nexo (50 cm bzw. 30 cm kürzer).

Außerdem liegt der Real-Verbrauch des Hyundai Kona laut ADAC ecotest deutlich höher als der von Ihnen angegebene Wert (19,5 kWh/100km). Ein ADAC ecotest Ergebnis für den Kia E-Niro liegt scheinbar noch nicht vor.

Freundliche Grüße
André *****

--
Dr.-Ing. André ***
Sustainability Assessment
Thermochemical Processes
Division Hydrogen Technologies

Fraunhofer Institute for Solar Energy Systems ISE
Heidenhofstr. 2, 79110 Freiburg, Germany

Ich habe dabei auch 3 direkte Mailadressen bekommen.

Vielleicht kann man da war erreichen.

@snooper77 : Soll ich nochmal den ganzen Text, inkl. der Links an die Senden?
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S85:Bild
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Liste der Europa Bestellungen: http://bit.ly/M3Orders
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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von R2_D2 » 16. Jul 2019, 19:56

Ich kaufe auch ein Wasserstoff Dings bums Auto. Aber nur für 20T Euro, mit Anhängerkupplung, Platz für 7 Personen...

Und ich erwarte das in jedem Kuhdorf min. 3 H2O Tankstellen vorhanden sind. Bis dahin fahre ich meine Elektrogurken, nutze eine meiner 48 Steckdosen, dazu eigenes PV hokopukus und das Tesla SuC netz :lol: :mrgreen:

und natürlich zahle ich max. 4 Euro je 100 KM dafür 8-)

Zukunft is only the future. Macht was draus. H2O ist ganz vorn dabei... make my day. Daimler schwätzt seit 20 Jahren schon davon. Es geht also bald los. fasten your seatbelts. Soooo viele DEUTSCHE Ing. können doch nicht irren.
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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von prodatron » 16. Jul 2019, 20:05

Die von Ihnen genannten Hyundai Kona und Kia E-Niro sind beide kleiner als der Nexo (50 cm bzw. 30 cm kürzer).

Innendrin auch?
Nach den Kriterien wäre ja der Mirai fast Oberklasse (trotz Platz wie in einem Golf) :lol:
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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von fabig » 16. Jul 2019, 20:16

KaJu74 hat geschrieben:Vielleicht kann man da war erreichen.

@snooper77 : Soll ich nochmal den ganzen Text, inkl. der Links an die Senden?

Ich würde da noch einmal fragen. Schließlich sind Nexo und Niro vergleichbar.
eNiro 451l / 1405l Kofferraum
Nexo 375l / 1455l Kofferraum
Die haben wohl die die Tanks vergessen. :o
 
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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von tesla-andi » 16. Jul 2019, 20:34

Für mich besteht das Schlimme darin, dass ja mit dem Einschlagen des Weges Richtung Wasserstoff ja Unsummen von Geld sinnlos verbrannt werden. Nicht nur der Aufbau des Tankstellennetzes. Auch die Entwicklung der Fahrzeuge, die Anlagen für die höheren Kapazitäten zur Erzeugung von mehr H2 etc.
Wenn dann die ersten Fahrzeuge in größeren Mengen an den Mann gebracht wurden und die Reaktionen in den Medien vernichtend ausfallen und sich dann keiner mehr ein H2 Fahrzeug mehr kauft, ja dann ist die ganze Kohle futsch.
Schade um daa viele Geld, was man hätte besser verwenden können.
Hinterher ist dann aber niemand mehr schuld gewesen.
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