Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von trimaransegler » 15. Apr 2019, 12:38

Kann mir jemand mal erklären was an einem Wasserstoffauto einfacher zu konstruieren ist als bei einem reinen Elektroauto. Klar gibt es Szenarien wo durch die ganzen Subventionen punktuell ein finanzieller Vorteil herauszuholen ist, aber eben nur auch von meinen Steuergeldern. :(
Viele Grüße aus dem Westerwald

Frieddhelm

Wer meinen Empfehlungslink nutzen möchte, hier ist er:
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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von harlem24 » 15. Apr 2019, 12:40

Nö, aber bei dem komplizierten H2-Fahrzeug besteht bei vielen in der Automobilindustrie die Hoffnung, dass vielleicht nicht so viele Arbeitsplätze wegfallen, wie bei den einfachen BEVs.
Keine Ahnung, für mich ist der Zug im PKW abgefahren.
Gruß

CHris

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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von pollux » 15. Apr 2019, 12:41

Was wird hier eigentlich diskutiert?
Ein Wasserstoff-Auto ist zunächst mal ein ganz normales Elektroauto. Halt mit einer kleinen Batterie die nur sehr kurze Reichweiten ermöglicht. Jetzt gibt es Leute, die glauben das sie mit Wasserstoff besser bedient werden, weil sie damit wie früher tanken können (Sie denken tatsächlich "können" und nicht "müssen"). Dafür nehmen sie all die hier zu genüge aufgezählten Nachteile in Kauf. Ihr Auto ist voll gebaut mit Wundertechnik. Sie bezahlen jetzt schon deutlich mehr für den Treibstoff (pro km) als es rein elektrisch kosten würde. Sie glauben scheinbar dass der politisch festgelegte Wasserstoffpreis irgendwas mit dem Marktpreis zu tun haben könnte. Sie glauben dass die Wundertechnik langlebig ist und problemlos funktioniert.
Lass sie doch machen.

Ich glaube überhaupt nicht daran. Deshalb will ich dass dort nichts mehr subventioniert wird. Und ich will keine Verzögerungen beim BEV "weil wir erst noch QCell fertig entwickeln müssen. Wir sind kurz vor dem Ziel".
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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von lintorfer » 15. Apr 2019, 12:43

OS Electric Drive hat geschrieben:Ist doch egal wie groß der Kofferraum ist.

Na ja, wenn ich an die Kofferraum-Diskussionen zum Model3 denke, fehlt mir dann doch die Verhältnismäßigkeit... ;)
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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von OS Electric Drive » 15. Apr 2019, 12:44

Wir sind vom Benzin und Diesel alle verwöhnt. Natürlich wird ein Betreiber bei dem Zeit eben ein erheblicher Faktor ist sich über das Tanken beschweren bei allem was schlechter ist als Diesel.

Wenn Du für 400km H2 im Tank hast und mit den 30km PHEV das meiste abdecken kannst so muss man nicht so oft zum Tanken an die H2 Säule fahren.

Ich möchte wirklich ungern in jedem Post auf unsere Signatur verweisen die wohl hoffentlich zeigt dass wir ein ganz großer Fan von BEVs sind. ABER... ich bin halt der Auffassung dass selbst das M3 mit dem aktuellen SUC Netz nur einen Bruchteil der Mobilitätsbedürfnis vieler Menschen befriedigen kann. Von daher muss man das eben auch in Betracht ziehen.

Ich bin fest davon überzeugt dass wir vor einer weiten Verbreitung der H2 die 1MW Hürde beim Laden knacken und somit die Probleme bis 2025-2028 gelöst sind.
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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von OS Electric Drive » 15. Apr 2019, 12:45

lintorfer hat geschrieben:
OS Electric Drive hat geschrieben:Ist doch egal wie groß der Kofferraum ist.

Na ja, wenn ich an die Kofferraum-Diskussionen zum Model3 denke, fehlt mir dann doch die Verhältnismäßigkeit... ;)


Ich hatte ja weiter oben schon bemerkt dass man mit dem BEV und einer Dachbox (die es für das M3 in Deutschland nicht gibt) mit großen Komfort Einbußen rechnen muss.
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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von em.zwei » 15. Apr 2019, 12:55

pollux hat geschrieben:Was wird hier eigentlich diskutiert?
Ein Wasserstoff-Auto ist zunächst mal ein ganz normales Elektroauto. Halt mit einer kleinen Batterie die nur sehr kurze Reichweiten ermöglicht. Jetzt gibt es Leute, die glauben das sie mit Wasserstoff besser bedient werden, weil sie damit wie früher tanken können (Sie denken tatsächlich "können" und nicht "müssen"). Dafür nehmen sie all die hier zu genüge aufgezählten Nachteile in Kauf. Ihr Auto ist voll gebaut mit Wundertechnik. Sie bezahlen jetzt schon deutlich mehr für den Treibstoff (pro km) als es rein elektrisch kosten würde. Sie glauben scheinbar dass der politisch festgelegte Wasserstoffpreis irgendwas mit dem Marktpreis zu tun haben könnte. Sie glauben dass die Wundertechnik langlebig ist und problemlos funktioniert.
Lass sie doch machen.

Ja, soweit, so gut. Bis dahin wäre es mir auch ziemlich egal.
pollux hat geschrieben:Ich glaube überhaupt nicht daran. Deshalb will ich dass dort nichts mehr subventioniert wird. Und ich will keine Verzögerungen beim BEV "weil wir erst noch QCell fertig entwickeln müssen. Wir sind kurz vor dem Ziel".

Und damit bringst du es genau auf den Punkt! Einige Leute, mit denen ich so rede, die bleiben jetzt erstmal bei der "bewährten" Verbrennertechnologie, bis dann irgendwann einmal das revolutionäre Wasserstoffauto kommt.
Also bleibt erstmal alles beim alten, gemäß dem deutschen Motto "Weiter so!"...

Und solange es gelingt, diese Meinung in den Köpfen zu etablieren, werden viele eher nochmal einen Verbrenner kaufen und auf das Wasserstoffauto warten.
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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von stekueh » 15. Apr 2019, 12:56

Kerni_iii hat geschrieben:Neulich hatte ich die Gelegenheit den Hyundai Nexo zu fahren.
Eigentlich ein sehr schönes Auto.
Preis: 69.900.-€ und lt. Autobild legt Hyundai bei jedem Wagen 150.000.-€ oben drauf.
9.50 € für 1 kg Hydrogen und auch das ist subventioniert
Der Verbrauch lag bei meiner Fahrweise bei 1,2 kg/100 km
DienReichweite war real 470 km, da bei beiden Tankvorgängen nur auf 90 % aufgetankt wurde, trotz 700 bar
Das Auto ist sehr leise, wesentlich leiser als mein Model S, aber der Fahrspass war weit unterhalb meines Model S85D. Die Beschleunigung ordentlich, aber ohne Kick.
Immer wieder ist die Wasserstofftankstelle in D'dorf gestört, wehe wenn man darauf angewiesen ist.
Für mich (noch) keine Alternative zum BEV


Wie lange hat denn der Tankvorgang gedauert?

seit 08/2018: MS85 (CPO aus NL, BJ 2013), Metallic Grau, Pano, Doppellader, Ultra HiFi
TCO:

2001-2011 Golf Diesel 205tkm@0,21€/km
2014-2018 Leaf Visia 92tkm@0,20€/km
2004-2020* Touran Diesel 215tkm@0,34€/km*
2018-2033* MS85 290tkm@0,25€/km*
*Prognose

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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von Deemer » 15. Apr 2019, 14:14

Ich bin sehr gespannt auf die Entwicklung. Momentan sehe ich nicht das Problem, das H2 im Individualverkehr lösen wird.

Die Wasserstofffahrzeuge werden doch Elektrische Fahrzeuge sein. Daher wird da auch eine Batterie drin sein, die die Energie der Brennstoffzelle puffert.

Also haben wir ein
- BEV
- Brennstoffzelle
- Drucktank und Leitungen
- Komplexere Software
- Zusätzlicher Wartungsaufwand
- Aufbau des Tankstellennetz (das kommt ganz sicher)
- Schlechtere Effizienz (Höherer Preis)
—————————————————
= HBEV


Also mehr Komplexität und damit das teurere Fahrzeug un das selbe Produkt zu haben.

Dass man mehr Reichweite bekommen kann lasse ich nicht gelten. Bis die H-Fahrzeuge und Tankinfrastruktur eine Marktreife haben gehen nochmal 10 Jahre ins Land. Bis dahin haben wir bei den Batteriefahrzeugen auch andere Reichweiten. Dieses Jahr kommt ja schon das erste BEV mit über 1000km Reichweite. Im Gegensatz dazu eignen sich die derzeitigen H-Fahrzeuge kaum für den Massenmarkt.

Also für den Kunden löst Wasserstoff kurzfristig keine Probleme. Für die Hersteller aber schon:
- Ein HBEV braucht kleinere Batterien. Die traditionellen Hersteller haben hier ein offizielles Bezugsproblem.
- Mit HBEV kommen die Wartungen zurück. Das Aftermarket Business ist für Hersteller und Servicenetz mit Sicherheit wirtschaftlich Interessant.

Ich verstehe dass jetzt einige Verstärkt in Wasserstofftechnologien drücken. Der Durchbruch fehlt aber noch. Daher sehe ich Mittelfristig 5-20 Jahre diese Lösungen in der Nische oder Industriellen Einsatzzwecken. Langfristig (30 Jahre) kann die Technologie auch zu den Autos kommen. Bis dahin muss aber noch viel Entwickelt und geforscht werden.
 
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Re: Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV?

von Oberfranke » 15. Apr 2019, 14:35

em.zwei hat geschrieben:
lintorfer hat geschrieben:Was ist mit der Garantie? Ich habe Informationen, dass nach ca. 80.000 km div. Bauteile auf eigene Kosten im Rahmen der der erforderlichen Wartungen ausgetauscht werden müssen. Das wäre ein großer Nachteil gegenüber BEV.

Und ich gehe einmal sehr stark davon aus, dass dies nur in geeigneten Vertragswerkstätten erfolgen kann.
Wenn man angeblich schon für einen Reifenwechsel oder das Einstellen der Scheinwerfer an einem BEV-Fahrzeug einen speziellen Schein braucht (siehe hier), wie wird das dann aussehen, wenn zusätzlich noch eine Wasserstoff-Anlage dazu kommt?
Ob das die freien Werkstätten noch können/dürfen?

Man muss nicht aus jeder Mücke einen Elefanten machen. An LNG und CNG Fahrzeugen dürfen KFZ Werkstätten heute auch arbeiten. Warum sollte das bei H2 Fzg. signifikant anders sein? Und die HV Scheine sind heute bereits Teil der Lehrlingsausbildung. An die Gasanlage selber sollte man freilich nur Experten ranlassen.
Ich glaube nicht an H2 BSZ in PKWs, aber dafür gibt es genügend andere, objektiv nachvollziehbare Gründe. Wenn man jetzt einfach noch irgendwelche dazuerfindet begibt man sich auf das Niveau der "E-Autos brennen alle ab" und "Der Strom reicht" nicht Fraktion. Das bringt uns in der Sache nicht weiter.
--
Seit 26.11.15: Model S 85, Perlweiss, Pano, 2nd gen. Sitze in Schwarz, Autopilot, Premium-Interieur
 
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