John Deere: E-Trecker mit 130 kWh

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Re: John Deere: E-Trecker mit 130 kWh

von AT-Zimmermann » 7. Dez 2016, 11:20

Mathie hat geschrieben:
AT-Zimmermann hat geschrieben:Jetzt kommt der Wirkungsgrad des motors hinzu.
Sagen wir mal 40%...
Ergebnis sind dann ca. 71kwh ab Kurbelwelle.
Alle weiteren Verluste hat ja der e-traktor auch...

Meinst Du der Traktorendiesel hat einen Wirkungsgrad von 40% an der Kurbelwelle? Fände ich überraschend hoch.

Glaubst Du, dass ein komplexes Dieseltraktoren-Getriebe den gleichen Wirkungsgrad hat, wie das Einganggetriebe eines E-Motors?

Eine "Lichtmaschine" gibt es bei BEV auch nicht, keine Ahnung wie der Generator bei Traktor dimensioniert ist, aber bei all den Geräten, die an den Traktor angeschlossen werden können, wäre ich nicht überrascht, wenn da auch noch mal einiges an Verlusten entstünden.

Ich denke ja auch, dass der E-Traktor noch nicht marktreif ist, sonst würde JD diese bestimmt schon vermarkten, aber die Befürchtung, dass nach 1 (oder 1,5) ha pflügen der 130kwh-Akku leer sei, halte ich, solange nicht jemand plausible Annahmen liefert, für übertrieben.

Gruß Mathie

40% Wirkungsgrad wird ein moderner turbodiesel im Traktor schaffen, denn durch die wahnsinnig vielen Getriebestufen die er zur Verfügung hat, kann er somit lange im optimalen Drehzahl / wirkungsgradbereich fahren.

Natürlich hat ein solches getriebe auch verluste. Aber ich habe da auch angenommen, dass der e-motor mitsamt dem getriebe 100% Wirkungsgrad haben...was ja auch nicht stimmt. Ich denke das kürzt sich dann wieder raus und man kommt aufs fast gleiche ergebnis.

Die Geräte die an den dieseltraktor angeschlossen werden können, sollten ja schließlich auch an den e-traktor angeschlossen werden können... Da sind die Verluste wohl gleich.

Zum vergleich mit dem PKW...
Der PKW hat einen viel schlechteren Wirkungsgrad als ein traktor, da ein PKW-Motor fast NIE im optimalen Wirkungsgradbereich arbeiten kann.
Da sprechen wir von insgesamt vielleicht 20%. Denn mindestens 90% der strecke wird im teillastbetrieb gefahren. Beim traktor beispiel Pflügen siehts ja ganz anders aus.

Jetzt bitte keine quellenangaben oder sonst was verlangen. Gesunder Menschenverstand reicht ja aus.
Außerdem kann man eh immer nur eine grobe rechnung aufstellen.
Ich kann nicht mit einem schätzwert eine gleichung anfangen um zu erwarten dass mein Ergebnis auf 3 stellen nach dem komma genau ist :lol: (diese Aussage war jetzt eher auf die anderen berechnungen bezogen, die mit 5m breitem pflug rechnen oder Ähnliches)
Und ob jetzt 5m breit oder nicht... Die arbeit im gesamten die verrichtet wird ist doch die gleiche, oder? Ob der traktor nur 3x mehr auf und ab fährt, ist denke ich unerheblich. Ich gehe einfach von 17l dieselverbrauch aus. Sprich der Energieverbrauch, der für diese Fläche notwendig ist.
 
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Re: John Deere: E-Trecker mit 130 kWh

von Healey » 7. Dez 2016, 11:41

@ AT-Zimmermann ich gebe Dir recht, die Diskussion wird aber weitergehen :) .
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Re: John Deere: E-Trecker mit 130 kWh

von Mathie » 7. Dez 2016, 12:24

AT-Zimmermann hat geschrieben: 40% Wirkungsgrad wird ein moderner turbodiesel im Traktor schaffen, denn durch die wahnsinnig vielen Getriebestufen die er zur Verfügung hat, kann er somit lange im optimalen Drehzahl / wirkungsgradbereich fahren.


Gutes Argument. Ich hätte da deutlich weniger erwartet. Damit wäre meine Schätzung von vielleicht 3ha mit dem 130kWh Akku wohl zu optimistisch.

Natürlich hat ein solches getriebe auch verluste. Aber ich habe da auch angenommen, dass der e-motor mitsamt dem getriebe 100% Wirkungsgrad haben...was ja auch nicht stimmt. Ich denke das kürzt sich dann wieder raus und man kommt aufs fast gleiche ergebnis.


Für eine grobe Annäherung passt das vermutlich. Insgesamt halte ich den E-Motor in Kombination mit dem deutlich weniger komplexen Getriebe für effizienter.

Die Geräte die an den dieseltraktor angeschlossen werden können, sollten ja schließlich auch an den e-traktor angeschlossen werden können... Da sind die Verluste wohl gleich.


Wenn diese Geräte elektrisch betrieben werden, dann entfiele der Generatorverlust. Ich wäre überrascht, wenn die Geräte mechanisch mit der Kurbelwelle angetrieben würden, aber kenne mich da als Städter nicht wirklich aus.

Zum vergleich mit dem PKW...
Der PKW hat einen viel schlechteren Wirkungsgrad als ein traktor, da ein PKW-Motor fast NIE im optimalen Wirkungsgradbereich arbeiten kann.
Da sprechen wir von insgesamt vielleicht 20%. Denn mindestens 90% der strecke wird im teillastbetrieb gefahren. Beim traktor beispiel Pflügen siehts ja ganz anders aus.

Das klingt plausibel, da kann dann tatsächlich ein deutlich höherer Wirkungsgrad möglich sein.

Jetzt bitte keine quellenangaben oder sonst was verlangen. Gesunder Menschenverstand reicht ja aus.
Außerdem kann man eh immer nur eine grobe rechnung aufstellen.
Ich kann nicht mit einem schätzwert eine gleichung anfangen um zu erwarten dass mein Ergebnis auf 3 stellen nach dem komma genau ist :lol: (diese Aussage war jetzt eher auf die anderen berechnungen bezogen, die mit 5m breitem pflug rechnen oder Ähnliches)

Das war meine Plausirechnung einfach aus drei Beobachtungen die ich als Städter im Urlaub gemacht habe: Ein Traktor der ungefähr so groß ist, wie der im Video, zieht einen Pflug der gut doppelt so breit ist wie dieser Traktor mit zügiger Schrittgeschwindigkeit durch den Acker. ;-)

Und ob jetzt 5m breit oder nicht... Die arbeit im gesamten die verrichtet wird ist doch die gleiche, oder? Ob der traktor nur 3x mehr auf und ab fährt, ist denke ich unerheblich.

Weitgehend, der Energieverbrauch für die zusätzlichen Wendemanöver dürfte nicht so groß sein.

Ich gehe einfach von 17l dieselverbrauch aus. Sprich der Energieverbrauch, der für diese Fläche notwendig ist.


Ja, klar, passt schon für eine erste Annäherung. Und wenn der Traktor tatsächlich mit einem so hohen Wirkungsgrad wie von dir angenommen betrieben werden kann, liegst Du mit den 1,5ha pflügen mit einer Akkuladung vermutlich in der richtigen Größenordnung.

Gruß Mathie
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Re: John Deere: E-Trecker mit 130 kWh

von Elektroniker » 7. Dez 2016, 12:29

Mathie hat geschrieben:.... liegst Du mit den 1,5ha pflügen mit einer Akkuladung vermutlich in der richtigen Größenordnung.

Jetze aber bin ich stolz wie Oskar auf mein erstes Bauchgefühl von 1 ha und meine nachfolgende Laien-Überschlagsrechnung von 1,5 ha :!: 8-)
 
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Re: John Deere: E-Trecker mit 130 kWh

von AT-Zimmermann » 7. Dez 2016, 12:44

Die Geräte die an den dieseltraktor angeschlossen werden können, sollten ja schließlich auch an den e-traktor angeschlossen werden können... Da sind die Verluste wohl gleich.


Wenn diese Geräte elektrisch betrieben werden, dann entfiele der Generatorverlust. Ich wäre überrascht, wenn die Geräte mechanisch mit der Kurbelwelle angetrieben würden, aber kenne mich da als Städter nicht wirklich aus.

Gruß Mathie[/quote]

In der regel gibt es nichts elektrisches, das an einen traktor angeschlossen werden kann. Von der zusatzbeleuchtung mal abgesehen...
Hauptantirebe sind die sog. ZAPFWELLE und die HYDRAULIK.
die zapfwelle sitzt am traktor hinten etwas unter dem anhängemaul und die hydraulikanschlüsse neben diesem.
Die zapfwelle siht in etwa aus wie eine Antriebswelle die ca. 15cm raussteht und einen außenverzahnung aufweist. Diese dreht sich nach bedarf mit und treibt dann die Gerätschaften wie z. B. Das Mähwerk an und wird über ein separates getriebe vom motor mit angetrieben. Bei modernen traktoren erfolgt der antrieb der zapfwelle ebenso hydraulisch.

Ich denke die Hydraulik für z. B. Einen Kipper muss ich nicht separat erklären. :-)
Ich bin ein ehemaliger "baurabua" und kenne mich somit gezwungenermaßen damit etwas aus ;-)
 
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Re: John Deere: E-Trecker mit 130 kWh

von Healey » 7. Dez 2016, 12:48

Wenn diese Geräte elektrisch betrieben werden, dann entfiele der Generatorverlust. Ich wäre überrascht, wenn die Geräte mechanisch mit der Kurbelwelle angetrieben würden, aber kenne mich da als Städter nicht wirklich aus.

Die Geräte werden entweder mittels Zapfwelle oder / und hydraulisch angetrieben. Das ist einfach und robust. Da wird niemand etwas anderes wollen. Zumal diese Gerätschaften an jedem Traktor passen. Bei uns helfen sich die Landwirte (Stichwort Maschinenring) gegenseitig aus. All dieses Zubehör mit Elektroantrieben auszustatten wäre noch teurer und fehleranfälliger. Das Zubehör würde dann auch noch viel schwerer werden.
Es gibt sicher Einsatzzwecke wo ein elektrischer Traktor funktioniert. Ich könnte mir vorstellen auf Golfplätzen, Parkanlagen evtl. bei Wirtschaftshöfen aber in der klassischen Landwirtschaft wohl eher nicht.
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Re: John Deere: E-Trecker mit 130 kWh

von AT-Zimmermann » 7. Dez 2016, 12:53

@healey
Da war ich wohl etwas schneller :D
 
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Re: John Deere: E-Trecker mit 130 kWh

von wolli » 7. Dez 2016, 18:18

Ich hatte zwei Seiten vorher einmal fälschlicherweise 67,5kWh Leistung geschrieben. Gemeint war, dass der Motor in meinem Beispiel diese Energiemenge einsetzt um sein angeschlossenes Gerät eine Stunde zu betreiben, also Arbeit zu verrichten.
Sei es drum. Mir ging es darum wieviel Energie in so einem Dieseltank "spazieren" gefahren wird, und dass das durchaus in einem Tag voller schwerer Arbeit verbraucht wird.
Ihr habt auch alle die richtigen Schlüsse gezogen, welche praxistauglichen Akkugrößenordnungen realisiert werden müssen. Daraus ergeben sich die Anschaffungskosten und die sind dann gleich mal im mittleren sechsstelligen Bereich.

Ich glaube deshalb, dass sich bei Traktoren die Technik von unten nach oben durchsetzen wird. Kleine Traktoren die für leichtere Arbeiten auf dem Hof oder in dessen Nähe eingesetzt werden, können im Zweifel schnell und öfter an die Ladesäule zurückkehren um in den öfters vorkommenden Arbeitspausen zu laden.
Das gleiche Prinzip wird es ja bei LKWs geben: Erst mal im Verteilerverkehr bei der Gewichtsklasse <=12t.

Zum Thema Zapfwellen (Gelenkwellen) und Hydraulik: Es gibt bereits die ersten Maschinen die E-Motoren haben um z.B. Kreiselschwader anzutreiben: http://www.landtechnikmagazin.de/Gruenland-und-Futterernte-XLBild-Der-neue-Kreiselschwader-Fendt-Former-12555-X-wird-durch-Elektromotoren-angetrieben-29226-6136.php Damit spart man sich teure Weitwinkelgelenke an Kardanwellen. Es gibt auch hydraulische Antriebe, aber die werden sehr heiß und haben mit Leckagen zu kämpfen.
Bei elektrisch angetriebenen Anbaugeräten kann man zwei Varianten machen: 1. Spannungsversorgung direkt vom Traktor. D.h. HV.Kabel wird angeschlossen 2. Spannungsversorgung durch Maschineneigenen Generator, der mit einer klassischen Zapfstelle angetrieben wird. Sinnvoller ist aber die erste Variante, weil nicht jeden Maschine einen eigenen teuren Generator mitbringen muss.
 
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Re: John Deere: E-Trecker mit 130 kWh

von trimaransegler » 7. Dez 2016, 18:29

Nur so zur Info: Habe an meinem 5 kW- E-Traktor ein Mähwerk, Kehrmaschine, Schneepflug und einfachen Kehrbesen. Alles selbst angepasst bzw. anfertigen lassen, da es keine fertigen Anbaugeräte mit E-Antrieb gibt und unser Traktor für Hydraulik zu klein ist.
Dateianhänge
OpenDocument Zeichnung (neu).odg
(723.25 KiB) 30-mal heruntergeladen
Viele Grüße aus dem Westerwald

Friedhelm

Wer meinen Empfehlungslink nutzen möchte und uns beiden dann 1500 km free Supercharging gibt, hier ist er: http://ts.la/drfriedhelm6242
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Re: John Deere: E-Trecker mit 130 kWh

von Healey » 7. Dez 2016, 18:41

@trimaransegler
Danke, ich habe ja noch das Problem eines 20 PS Rasentraktors. Vor ein paar Jahren habe ich mir alle möglichen Optionen durchüberlegt und gerechnet. Ich verbrauche damit rund 20 bis 30 Liter Benzin im Jahr. Rechnen tut sich da gar nix und umweltpolitisch gesehen eigentlich auch nicht. Aber als Hobbyaufgabe wäre es vielleicht etwas.
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