mooncallisto

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Ich fahre seit etwas über 4 Jahren mit eAuto, Verbrenner und Motorrad, bin begeistert vom elektrischen Fahren und habe mir im Juni einen Tesla M3 Premium LR AWD bestellt :grinning_face:

Auch ich möchte mich kurz vorstellen. Noch bin ich kein „vollwertiges“ Mitglied der Tesla-Gemeinde. Die Bestellung meines Model 3 Premium LR AWD läuft seit Mitte Juni und auch wenn sich die Auslieferung der Premium-Modelle derzeit offenbar etwas verzögert, hoffe ich, das Fahrzeug bald abholen zu können.

Neben einem Verbrenner und ein paar Motorrädern habe ich bislang vier Jahre lang einen Kia e-Niro gefahren und bin seitdem von der Elektromobilität überzeugt. Der Wechsel zu Tesla war für mich dennoch keine völlig selbstverständliche Entscheidung. Mit der Marke ist nun einmal sehr unmittelbar der Name eines Menschen verbunden, dessen inzwischen überdeutlich gewordene Weltanschauung ich in weiten Teilen zutiefst befremdlich finde und dessen selbstverliebtes, narzisstisches und für mein Empfinden häufig von erschreckend wenig sozialer und ethischer Verantwortung geprägtes Auftreten bei mir alles andere als Sympathie hervorruft.

Trotzdem halte ich es für falsch, ein Produkt ausschließlich durch die Person seines Konzernchefs zu betrachten. Ein Tesla ist nicht Elon Musk. Er ist das Ergebnis der Arbeit von Zehntausenden Menschen in Entwicklung, Produktion, Software, Logistik, Service und Vertrieb. Dazu gehören auch viele Beschäftigte in Deutschland.

Und bei aller berechtigten Kritik an Musk muss man Tesla eines meines Erachtens neidlos zugestehen, dass das Unternehmen hat die Entwicklung der Elektromobilität erheblich beschleunigt und eine ganze Reihe von Innovationen in einen zuvor bemerkenswert behäbigen Automobilmarkt gebracht hat. Reichweite, Effizienz, Ladeinfrastruktur, Softwareintegration, kontinuierliche Fahrzeugupdates, Routen- und Ladeplanung sowie die konsequente Reduzierung klassischer Bedienstrukturen haben erheblichen Druck auf etablierte Hersteller ausgeübt. Vieles davon ist heute selbstverständlich geworden. Vor einigen Jahren war es das keineswegs. Gerade die deutsche Automobilindustrie dürfte ohne diesen Wettbewerbsdruck manche Entwicklung deutlich gemächlicher angegangen sein.

Nach mehreren Probefahrten musste ich deshalb schlicht anerkennen, dass mich das Produkt überzeugt. Man muss einen Unternehmenschef nicht mögen, um technische Qualität, Effizienz und Innovationsleistung eines Unternehmens anzuerkennen. Alles andere wäre letztlich nichts anderes, als die Beurteilung eines Produkts durch eine politische oder persönliche Gesinnungsprüfung zu ersetzen.

Und so freue ich mich trotz der derzeitigen Warterei auf mein Model 3 und darauf, hier künftig nicht nur theoretisch, sondern auch aus eigener Tesla-Erfahrung mitreden zu können.