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Zusätzliche PV installieren vs Drehstromverbraucher. Wie wird es gemacht?

Hallo Spezialisten,

hier die Bestandsanlage: Der Hausanschluss ist, von der Straße her kommend, wie folgt aufgebaut:

Stromzähler -> Drehstromverbraucher -> Tesla Gateway 2 -> PV-Wechselrichter und einphasige Verbraucher im Wohnhaus.

Ich habe gelernt, daß diese Reihenfolge unbedingt wichtig ist, um im einphasigen Notstrombetrieb des Gateway nicht alle drei Phasen über den Umweg der Drehstromverbraucher zu versorgen.

Soweit so gut. Nun soll eine zusätzliche PV-Anlage installiert werden. Auf einem Anbau des Hauses, dort wo sich auch die Drehstrom-Pumpen befinden. Die einfache Lösung liegt nahe, den Wechselrichter dort einspeisen zu lassen und sich damit eine lange zusätzliche Leitung zum Technik-Keller des Wohnhauses zu ersparen.

Da das Tesla Gateway in Deutschland im Notstrombetrieb nicht den Betrieb der PV-Anlage zulässt, wäre dieser Anschluss „jenseits des Notstromnetzes“ nicht weiter problematisch. Die Frage ist jedoch, ob das Gateway die Produktion der zusätzlichen Pv-Anlage mitbekommt, wenn diese erst hinter dem Gateway einspeist? Wo sind den die „Abfrage-Klammern“ des GWinstalliert? vor oder hinter dem GW?

Puh, ich weiß nicht ob ich das jetzt richtig verstanden habe, aber ich versuche mal :wink:

1.) es ist nicht das Gateway dass in Deutschland im Notstrombetrieb den Betrieb der PV Anlage verhindert. Es ist schlicht und ergreifend die VDE-AR-N-4105. Darin ist geregelt mit welcher Netzfrequenz ein Wechselrichter laufen darf und wann nicht. (49,5 - 50,2 Hz bzw. bis 51,5 Hz bei den neueren Anlagen wenn sie die Leistung herunterregeln können) In meinem fall habe ich es nachgemessen vor einem Jahr. Wenn das Netz wegfällt bietet die Powerwall Notstrom mit 52 Hz an. Wenn du eine Schaltung einrichten kannst die nach Prüfung der Frequenz eine Wiederzuschaltung des Wechselrichters ermöglicht, kannst du auch Problemlos im Notstrombetrieb mit der PV Anlage Strom erzeugen. Läuft bei mir mit einem Netzüberwachungs Modul tadellos, aber halt auch nur wenn L2 und L3 definitiv keinen Strom mehr aus dem Netz liefern.

  1. Die „Reihenfolge“ der Geräte ist nur halb richtig wie von dir beschrieben. Das Gateway 2 hat einen Backup und einen Non-Backup Anschluss. Du kannst also alle Drehstromverbraucher auch auf den Non-Backup hängen anstatt „vor“ das Gateway. Generell verstehe ich das vor das Gateway hängen nicht weil der Verbrauch damit nicht aufgezeichnet wird. Aber gut, da wird sich vielleicht jemand was dabei gedacht haben in deinem Fall. Prinzipiell giobt es wie gesagt einen Non-Backup Anschluss am Gateway. Auf den soll man laut Installationshandbuch alle dreiphasigen Verbraucher legen. Ist aber zugegeben in manchen Installationen nicht ganz einfach das so zu trennen. Bei mir stellt sich das Problem nicht, da wir keine Drehstromverbraucher haben und den Wallboxen ist es egal da die nicht Drehstrom sondern drei Phasen benutzen. Die laden mit einer Phase genauso und es gibt keine Gefahr der Induktion wie in einem Drehstrommotor.

  2. Das Gateway selbst bekommt die Erzeugungsanlagen so oder so nicht mit. Dazu gibt es sogenannte CT’s (Stromzangen). Ein Satz ist im Gateway, damit kannst du also einen Wechselrichter in Gateway Nähe abdecken. Es gibt für zusätzliche und/oder weiter entfernte Stormerzeugungsanlagen die Möglichkeit einen NEURIO zu installieren. Der greift wieder mit CT’s die Erzeugung ab und übermittelt diese, entweder per Funk oder über eine Kabelverbindung (ich glaube RS-485/Modubus) an das Gateway. So auch bei mir. Eine Anlage auf der Garage wird per Neurio abgegriffen, der liefert über ein Cat6 Kabel die Daten an das 20m entfernte Gateway im Keller. Läuft.

Das Gateway selbst misst im Endeffekt eigentlich nur wieviel Strom aus dem Netz oder in das Netz geht und wieviel Strom du NACH dem Gateway gerade verbrauchst.

Hallo Bergler,
Vielen Dank für Deine ausführliche und verständliche Antwort. Eine Frage noch: Dein Netzüberwachungsmodul, das den WR-Betrieb in Verbindung mit dem PW-Notstrom erlaubt, ist das eine Plug and Play Lösung oder eine Eigenkreation? Hast Du vielleicht einen Link zu einer genaueren Beschreibung?

Eigenbau. Im Endeffekt ein dreiphasiges Netzüberwachungsrelais. Das schaltet wenn das Netz weg fällt und setzt meinen einphasigen WR (und es geht nur mit einem einphasigen WR) den WR in einen Modus der ein zusätzliches Frequenzfenster erlaubt. In meinem Fall 52-53,7 Hz. Damit die exakt gleiche Spanne wie die Netzregelung nur eben über den 52 Hz.