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"Wir versichern keine E-Kennzeichen"

Hallo Allerseits,

in dieser Woche habe ich ein Schildbürger-Erlebnis erster Güte gehabt. Ich hole etwas aus.

Wie so viele hier habe ich mir die aktuelle Förderung zunutze gemacht und mir ein Model 3 zugelegt. Da musste ich natürlich einen Versicherer suchen und habe mich für die Allianz Direct entschieden. Der Antrag war wie üblich: Hersteller und Modell eingegeben, weitere Fragen beantwortet, eVn erhalten, damit das Fahrzeug zugelassen und wenig später den Versicherungsschein und die internationale Versicherungskarte zum Download erhalten.

Nun waren in den Dokumenten zwei Fehler, und ich habe unmittelbar nach Erhalt das Unternehmen per email gebeten die zu korrigieren. Erstens war das Zulassungsdatum falsch; es sah dadurch so aus, als sei ich nicht der Erstzulasser gewesen. Und zweitens war mein Kennzeichen auf der internationalen Versicherungskarte ohne das abschließende E notiert. Da habe ich gedacht, das könnte im Ausland Probleme geben, und ich habe gebeten, mir das falls möglich noch mal mit E auszustellen. Danach habe ich viele Wochen nichts gehört und hatte die Sache ehrlich gesagt schon ganz vergessen.

Diese Woche habe ich dann einen Anruf von der Allianz Direct erhalten. Ohne sich auf meine email zu beziehen, teilten die mir mit, dass ich ein E-Kennzeichen habe, die Allianz Direct E-Kennzeichen aber nicht versichern würde und man daher die Versicherung mit einer Frist von 4 Wochen kündigen würde. Ich war total erschlagen und habe geantwortet, dass man das bitte unbedingt überprüfen möge, da es sich nur um einen kolossalen Fehler handeln könne. Ich habe auch gesagt, dass ich kein Problem damit hätte, wenn die Allianz Direct mein Kennzeichen ohne E führt. Davon abgesehen versichert die Allianz Direct die ganzen Plugin-Hybride und Elektroautos, die selbstverständlich alle E-Kennzeichen haben - auch wenn die Versicherung selbst davon nicht unbedingt etwas mitbekommt, weil die Zulassungsstelle das E auch nicht an allen Stellen führt.

Danach kam nichts mehr, und ich hatte ein wenig die Hoffnung, dass sich das ganze in Wohlgefallen auflösen würde. Heute kam dann aber per Einwurf-Einschreiben tatsächlich die Kündigung:

Mal abgesehen von der Kündigung an sich ist die Begründung eine ganz besondere Frechheit. §19 Abs.3 VVG, auf die die sich beziehen, ist nämlich das Recht des Versicherers, die Versicherung dann zu kündigen, wenn der Versicherungsnehmer vorsätzlich oder grob fahrlässig einen Gefahrenumstand verschwiegen hat, nach dem das Versicherungsunternehmen in Textform gefragt hat. Die haben mich aber selbstverständlich nicht in Textform gefragt, ob ich ein E-Kennzeichen habe. Und dass ich ein Elektroauto habe - das natürlicherweise ein E-Kennzeichen erhält - habe ich dem Unternehmen ja von Anfang an korrekt mitgeteilt.

Wie geht es nun weiter? Ich habe zu diesem Zweck erstmals in meinem Leben die Beratung der Rechtsschutzversicherung in Anspruch genommen. Das Ergebnis des Gesprächs ist das Folgende: ich könnte die Kündigung mit guten Erfolgsaussichten anfechten, aber es bewährt sich oft nicht, wenn Vertragspartner gezwungenermaßen zusammenbleiben. Ich werde daher nach einem neuen und für mich passenden Versicherer schauen und im Vorhinein klären, ob der unter diesen Umständen ein Problem damit hat, dass mir der Vorversicherer gekündigt hat (es wird in solchen Fällen gerne die Schadensfreiheit nicht angerechnet, und das wäre natürlich irre teuer - ich habe SF20).

Wenn ich eine solche Versicherung finde, sollte ich es darauf beruhen lassen und mir weiteren Ärger ersparen. Finde ich aber keine solche Versicherung, so müsste ich eine teurere abschließen und anschließend die Allianz Direct für den entstandenen Schaden in Regress nehmen.

Soweit mein Erlebnis bis jetzt. Ich werde Euch hier auf dem Laufenden halten, wie es sich weiter entwickelt. Im Moment schwanke ich noch, ob ich als ersten Schritt doch bei der Allianz Direct noch mal wegen der unglaublichen Begründung nachhaken und den eventuellen Regress ankündigen soll. Meine Lust, bei dem Verein zu bleiben, hält sich aber natürlich in Grenzen.

Für die Leser hier im Forum ergeben sich zwei, wie ich finde, wichtige Konsequenzen:

  • Solange die Allianz Direct keine E-Kennzeichen versichert, sollte sie solange von jedem gemieden werden, der eben sehr wohl ein E-Kennzeichen an seinem Auto hat.
  • Wer von seinem Versicherer Papiere erhält, in denen das E im Kennzeichen fehlt, könnte erwägen, vorsichtshalber nicht nachzuhaken, weil evtl. dasselbe passieren könnte wie mir. Und stattdessen lieber still zu halten und bei nächster Gelegenheit den Versicherer zu wechseln.

Bin immer noch einigermaßen fassungslos und gespannt, wie lange es dauert, bis sich das ändert. :stuck_out_tongue:

Liebe Grüße,
malamut

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wegen dem Risiko SF20 verlustig zu gehen, stelle die A… vor die Wahl, entweder Aufhebung der Versicherung als ob sie nie stattgefunden hätte oder Klage.

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Kurios. Das E Kennzeichen ist doch kein Gefahrenumstand. :thinking: Warum sollten die das nicht versichern wollen?
Ich hab eher den Eindruck das der Bearbeiter von deinem Antrag einfach ein Trottel ist und gar nicht weiß was ein E-Kennzeichen ist. Schonmal versucht da anzurufen?

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Na das ist ja lustig, schau mal hier :rofl:

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Wie gesagt: ich hatte die schon am Telefon. Mein Eindruck war, dass das da schon eine Weile mit einigen Mitarbeitern besprochen wurde, die höherrangig waren als die Dame, die mir die Nachricht übermitteln musste.

Über den Grund, warum die E-Kennzeichen nicht versichern, aber sehr wohl Elektroautos und Plugin-Hybride, kann ich nur spekulieren. Als ITler könnte ich mir vorstellen, dass deren IT alt ist und einfach die Angabe des E nicht erlaubt. Sonst habe ich ehrlich gesagt keine Idee (jedenfalls keine, die nicht noch blöder wäre). :slight_smile:

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Danke, dass du diese wie ich finde absurde Geschichte mit uns teilst. Ich kann gar nicht glauben, dass die Allianz Direct das ernst meint. Ich drücke dir die Daumen, dass sich alles zu deinem Wohl klärt.

Siehe den Link, den ich gerade gepostet habe. Schon toll, dass die gar nicht wissen, dass sie sowas versichern :rofl:

Das ist ja krass! Danke, damit werde ich sie auf jeden Fall konfrontieren. :slight_smile:

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Also bei mir steht das „E“ nicht im Brief und auch nicht in der Police.
Aber diese Diskussion hatten wir hier schon mal.

Im Übrigen ist mein Model 3 bei der Allianz versichert…

Obacht: Allianz Direct ist ein anderes Unternehmen als Allianz. Hinter der Allianz Direct steht die Allsecur. Die ist zwar eine Tochter der Allianz, mehr aber auch nicht.

Danke für die Aufklärung. Das wusste ich nicht… :slight_smile:

Wahnsinn. Hier im Forum ist z.B. @Pitterausdemtal aus der Branche und hat vielleicht einen Tipp zum Vorgehen.

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Ich hab’s auch erst nach dem Vertragsabschluss erfahren. Fand es dann aber nicht so wichtig.

Hallo Malamut,

Ich habe den Tesla bei der Huk24 versichert. Die sind sehr preiswert.
(Ich bekomme keine Provision :slight_smile:)

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Die R+V bei der ich auch keine Provision bekomme, hat großes Interesse in den Markt der Elektrofahrzeuge einzusteigen.

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Ich habe den Tesla ebenfalls bei der Allianz versichert, davor war ich mit dem Verbrenner bei der Allsecur. :wink:
Die Allsecur hat 3 Tage, nachdem ich den Tesla zugelassen habe, in Allianz Direct Versicherungs AG umfirmiert.

Auch bei mir ist weder im Versicherungsschein, noch im KFZ Steuerbescheid das „E“ angefügt. Ich mußte bei der Zulassung zum einen auf die grüne Plakette selbst und zum anderen auf das zusätzliche E im Kennzeichenfeld der Plakette „bestehen“. Die Damen haben wie ich den Kopf geschüttelt wieso für ein E-Auto mit E-Kennzeichen eine grüne Plakette nötig ist.

Beim Mutterkonzern bin ich, weil ich auch mit anderen Versicherungen dort hin gewechselt habe und somit der Kundenbonus recht hoch ist.

Ich meine sogar mich zu erinnern, dass ich vor der Erstzulassung geprüft habe, ob ich auf der damaligen Allsecur Seite einen Fahrzeugwechsel vornehmen kann. Leider war das zur damaligen Zeit mitten in der Umstellung und dementsprechend etwas chaotisch auf den Kundenportalseiten.

Was ich gerade nicht so ganz verstehe: Wenn ich ein Auto bei einer Versicherung versichern möchte, muss ich immer den genauen Typ angeben. Wenn Du also „Tesla“ als Auto angegeben hast, dann können die doch nicht sagen: BEVs versichern wir nicht.

Das ist ja der Witz: sie schreiben ja nicht, dass sie keine BEVs versichern, sondern dass sie keine Autos mit E-Kennzeichen versichern. Aus Gründen… :man_shrugging:

Danke für die Klarstellung.
Ich bin verwirrt.
Oder wie eine Kollegin fragen würde: „Sind die dumm?“.

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Deine Einschätzung teile ich :smiley: Vermutlich kann man maximal nen H hinten dran stellen