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Wie würde idealerweise ein Diesel-Fahrverbot durchgesetzt?

Für E-Autos gibt es aber eine national einheitliche, amtliche Kennzeichnung. Diese von einem Fahrverbot auszunehmen, wäre also weder technisch noch praktisch ein Problem.

Das ist für mich ein sehr problematischer Satz. Du magst recht haben damit, aber in einem Land, in dem ein Richter sich nicht „traut“, das richtige Urteil zu sprechen, möchte ich eigentlich nicht leben.

Dann gibt es sie ab dann wegen des Schadstoffausstoßes im Allgemeinen. Wo ist das Problem? Wir reden hier über Schadstoffe welche die Gesundheit der Menschen beeinträchtigen und deren Niveau bereits verboten ist. Es tut mir leid aber ich habe überhaupt kein Verständnis dafür warum das schwer sein soll. Wo notwendig Gesetzte ändern. Jede Regierung die einen anhaltenden Gesetzesverstoß toleriert auf Kosten der Gesundheit der Bevölkerung gehört ebenfalls vor Gericht. Zusammen mit denen die Produkte verantworten (nicht 3. Ebene Manager, Vorstände und Aufsichtsräte) welche einen solchen Schadstoffausstoß verursachen und das auch noch verschleiert haben. Es muss ein Ende haben das ein gut bezahlter Aufsichtsratsposten mit 4 Terminen im Jahr erledigt ist und kein Risiko für Verletzungen der Aufsichtspflicht getragen wird. Sobald man das ändert werden solche Praktiken entdeckt, glaubt mir.

Das Problem ist, kurz gesagt, dass Manager die Politik beeinflussen können und arme Leute, die sich nicht einfach ein neues Auto anschaffen können, um damit zu irgendeiner absurden Zeit ihren Arbeitsplatz erreichen zu können, nicht. Ist das so schwer zu verstehen?

Ein Fahrverbot benachteiligt Arme und zwingt indirekt zu Konsum.

Müssen Sie nicht, die verantwortlichen Unternehmen müssen entweder Nachrüsten oder Austauschen ohne Kosten für die Nutzer. Dazu müssen die Unternehmen vielleicht ein paar Mitarbeiter weiter beschäftigen die sie gerne zur Gewinnmaximierung entlassen hätten und das Management bis zur Behebung des Problems auf 100.000 € Jahresgehalt setzen (davon kann man ohne Harz IV leben). Können die Unternehmen selbst entscheiden wie sie damit umgehen. Gewinne sind halt dann keine auszuschütten. Ist alles wirklich ganz einfach wenn die Verantwortlichen zur Lösung herangezogen werden.

Leto, ich stimme Dir auf einer prinzipiellen Ebene zu. Allerdings wird das in unserer Realität nicht passieren, womit wir wieder am Ausgangspunkt wären.

Bei mir funktioniert es eigentlich ganz gut. Diejenigen, die meinen, mit einem Diesel kommen zu müssen, parken außerhalb. Dem einen oder anderen Handwerker erteile ich schon mal eine Ausnahmegenehmigung :slight_smile: . Bevorzugt werden Aufträge an Handwerker vergeben, die elektrisch fahren.

Damit schiesst man sich aber auch schon mal ein Eigentor. Ich halte das für übertriebenen Aktionismus, zumal es überhaupt nicht ändert.

Warum?
Es gab die Fahrverbote schon mehrfach in der Vergangenheit, ich sehe da nicht das geringste Problem.
Die Frage ist ob man alle Verbrenner an bestimmten Tagen aussperrt (alternierend) oder nur jene Fahrzeuge, die aktuell illegal betrieben werden.

Letzteres hätte den Charme, dass den Herstellern die Möglichkeit (bzw. der Zwang) gegeben wird die Fahrzeuge in einen legalen Zustand zu bringen.
Das wird aber nur dann eine messbare Luftreinhaltung bringen, wenn die „Updates“ nicht wie bisher durch korrupte Behörden abgesegnet werden, obwohl sie keinerlei Wirkung haben und immernoch mit Thermofenstern gearbeitet wird.

Übrigens braucht kein einziger „armer“ Mensch in einer Großstadt wie München sein Auto um in die Innenstadt rein zu fahren, denn dafür gibt es ein hervorragend ausgebautes Park + Ride, das wesentlich preisgünstiger ist als die Parkgebühren im Stadtzentrum.

[OT]Und das ist der Grund für die AfDs, Trumps & Co. auf dieser Welt. Denn die etablierten Parteien haben nicht die Eier(Stöcke) um offensichtliches auszusprechen und inkl. Konsequenzen zu handeln. Die „Alternativen“ haben zwar keine Ahnung aber erzeugen ein Flair von intellektuell nicht geerdeter Hoffnung auf Änderung. Das ist eine echt gefährliche Mixtur.[/OT]

Ich finde das wunderbar. Jeder kehre vor seiner eigenen Tür. Dass sich „überhaupt nichts“ ändert, halte ich auch für unzutreffend: Zumindest schafft es eine gewisse Aufmerksamkeit. Und Handwerker mit E-Autos werden mit Aufträgen belohnt – das ist nicht anders, als Hotels mit Ladestationen mit Übernachtungen zu belohnen. Das sind alles winzig kleine Schritte, aber schlüssig und konsequent.

Hier geht es doch nicht um die paar Autos die als Euro6 verkauft werden aber auf dem Prüfstand nur unter Anwendung illegaler Methoden die Grenzwerte schafften. Selbst wenn diese alle so nachgerüstet würden wäre die Luft in den Städten nicht merkbar besser.

Die Masse der Schadstoff kommt von den Altfahrzeugen die ganz legal auf der Straße herum fahren, und dafür gibt es keine Nachrüstung, oder eine Nachrüstung müsste dann von deren Nutzern bezahlt werden.

Genau das ist sozial unverträglich und eine Regierung die solche Gesetze verabschiedet ist danach weg vom Fenster.

Die meisten Bürger haben andere Prioritäten als Umweltaktivisten meinen.

Die Schadstoff sind zwar für die meisten Leute ein Thema, aber wenn es irgendwelche radikalen Gesetze gibt, die sie dann selbst betreffen, wie z.B. der rapide Wertverlust des eigenen Fahrzeugs, die Einschränkung der Mobilität, Kosten für einen Neukauf usw., dann sieht die Sache ganz anders aus.

Die radikalen Vorschläge, die eigentlich die Hersteller treffen sollen, treffen eigentlich die falschen Leute, und nutzen letztlich den Herstellern, da sie neue Autos verkaufen können.

Deshalb bleibt wie bisher nur ein gleitender Übergang zu einem emissions-freien Verkehr, der es den Leuten erlaubt sich den Gegebenheiten ohne große Einschränkungen anzupassen.

Dies kann man meiner Meinung nach nur sinnvoll beschleunigen durch Anreize, d.h. durch kräftige Subventionierung der alternativen Antriebe mit gleichzeitigem schrittweiser Verteuerung der schmutzigen Antriebe mit möglichst jährlichen Schritten.

Fein, lass’ die Altfahrzeuge im Lifecycle Management aussterben und erlaube sie weiter bis dahin. Die „Schwindelautos“ siehe oben und in Zukunft ebenso, 2025 dann keine Zulassung mehr für Verbrennungsmotoren. Das ist alles Problemlos im Lösungsraum. Wie jemand kürzlich sagte, es bedarf keiner Ingenieurleistung sondern nur dem politischen Willen.

Es geht hier um eine Hand voll giftgasverseuchter Innenstädte, wo weit über die Hälfte der Anwohner eh kein eigenes Fahrzeug besitzt und nicht um flächendeckende Verbote von irgendeiner Fahrzeugklasse. Kein Mensch will einem Landei verbieten sein Diesel-Fahrzeug in seiner gewohnten Umgebung voll auszukosten.
Und natürlich lässt sich sowas in München durchsetzen, ohne dass dies der Stadtregierung Schaden zufügt. Wenn die Gerichte die Luftreinhaltung erzwingen müssen, dann wirft eher das ein schlechtes Licht auf diejenigen, in deren Verantwortung das Thema steht.

Ich bin allerdings ebenfalls der Meinung, dass es ohne Fahrverbote hätte gehen können, wenn man vor Jahren schon konsequent den Radlverkehr und ÖPNV gefördert hätte, sowie den Herstellern wesentlich früher mit etwas Weitsicht auf die Finger geklopft hätte. Da aber eher das Gegenteil geschehen ist, gerade in München war Radfahren und die ÖPNV-Nutzung noch nie so unattraktiv wie heute und das KBA hat nur die Quartalsgewinne der Unternehmen im Fokus gehabt, wird es ohne gravierende Innenstadt-Fahrverbote gar nicht mehr gehen.

Tatsächlich wird wohl eher die Erzwingungshaft für die Verantwortlichen in der bayerischen Landesregierung kommen, als dass die mal ihren Hintern hochbekommen und Dinge umsetzen!

Und dass man selbst ausnahmslose und bundesweite Fahrverbote problemlos umsetzen und gut kontrollieren kann, das wurde doch hierzulande schon bewiesen:
n-tv.de/politik/dossier/Deu … 05647.html

Nochmal, hier geht es „lediglich“ um das Zentrum von ein paar deutschen Großstädten, wo Menschen weiterhin gerne unbehelligt leben möchten und zwar jetzt sofort und nicht erst in einigen Jahren. Es geht nicht um ein deutschlandweites Verbot von Diesel-Fahrzeugen!

Das finde ich nun wieder ungerecht, ich lebe in einer Kleinstadt/Dorf wo die Luft nicht besser ist als in Stuttgart, warum sollte ich weiter giftige Gase einatmen müssen und in Stuttgart nicht?

Das Fahrzeug sollte außerhalb des Thermofensters gar nicht erst gestartet werden können.

@hiTCH-HiKER: Irgendwie hast du mich überzeugt. An diesen Orten gibt’s in der Regel einen funktionierenden ÖPNV. Das heißt, dass (fast) niemand durch ein Fahrverbot benachteiligt würde.
Bleibt die Frage nach der konkreten Ausgestaltung eines solchen Verbotes. :confused:

Auch ich finde es garnicht toll jeden Morgen hinter solchen Stinkkisten herzufahren. Auch nicht auf dem Land. Gerade jetzt ist es besonders schlimm. Es ist kalt. Die Abgasreinigung ist bei Allen über das Thermofenster abgeschaltet und ich muss morgens eine 10 km lange Strecke immer bergauf fahren. Das stinkt gewaltig wenn ein „moderner“ Diesel vor mir fährt. Die alten sind nicht so schlimm.

Es muss endlich von der Politik klar und deutlich gesagt werden, dass der Verbrenner und insbesondere der Diesel im PKW tot sind. Dass die Preise für den Kraftstoff steigen werden, dass es Zulassungs- und Fahrbeschränkungen geben wird. In naher Zukunft.

Das schlimme ist doch, dass immer noch Diesel neu gekauft werden. Wir leben hier in einer Filterblase.
Ich war vor 2 Monaten in einem großen VW Autohaus um einen E-Golf zu kaufen. Dort war ich ein absoluter Exot und es wurde alles getan damit ich ihn nicht kaufe.

In meinem Umfeld gibt es zwei Gruppen. Die Einen würden nie mehr einen Diesel kaufen. Das müssen mehr werden.
Die anderen sagen, warum nicht. Ist doch legal und später wegnehmen können die do sowieso nicht. Man hört die bekannten Stammtischsprüche. Die müssen aussterben und inzwischen für ihre Rücksichtslosigkeit bestraft werden.

Damit sind Geschäfte praktisch am Ende in den Innenstädten. Wer soll da noch hin? Oder denkt ihr ernsthaft jemand schleppt tütenweise oder kartonweise Zeug via ÖNV nach Hause? Aber ja, in Zukunft wird eh alles online gekauft.

Wie hier schon erwähnt wurde ist das eine politische Entscheidung. Nicht eine deutsche sondern eine europäische. Wenn sich politisch in die Richtung nichts tut, wird sich auch nichts verändern. Aber es stimmt schon, man kann die Fahrzeuge, welche auf der Straße zugelassen sind nicht einfach verbieten. Solange es keine günstigen Alternativen gibt wird es auch weiterhin Benzin und Dieselfahrzeuge geben. Das Geschrei nach Vergeltung der betrügerischen Firmen hat zwar Hand und Fuß, allerdings hängen daran auch extrem viele Arbeitsplätze. Gerade in Deutschland gilt es diese Jahr zu behalten. Nie waren mehr Menschen erwerbslos als heute in Europa.

Wenn Du es so formulierst dann bin ich bei Dir. +1

Du hast keine Ahnung! Es geht hier nicht um den ÖPNV im Engadin sondern um die Situation der Innenstädte deutscher Großstädte!

Also, wenn ich an meine Heimatstadt München denke, dann war das immer so, dass wir zum Wochenendshopping die S-Bahn genommen haben, einfach weil das Parkplatzthema in der Innenstadt so unerquicklich ist. Nur die Leute, die von außerhalb des S-Bahn-Bereiches kommen, nehmen das Auto (und manche sind dann so unvernünftig / bequem / versnobt, dass sie nicht eines der zahlreichen P+R-Angebote nutzen :wink: ).
Den Kühlschrank füllt man ohnehin nicht im Stadtzentrum auf, sondern entweder nahe am Wohnort oder in einem Einkaufszentrum (das in der Regel auch nicht in der Innenstadt liegt).

Irgendwie scheint diese Diskussion mit der über Fußgängerzonen in den 60er-Jahren verwandt zu sein. Hier wie dort das Fazit: Jeder Zuwachs an Lebensqualität in der Innenstadt nutzt auch dem dort ansässigen Einzelhandel.

Die Geschäfte in den Innenstädten sind aus einem ganz andern Grund am Ende: Sie werden von einer Handvoll internationaler Ketten verdrängt. Aber das ist ein ganz anders Thema und soll ein andermal diskutiert werden.